Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Licht & Hormone

Kann man mit Lampen den Winter-Blues vertreiben?

Lange Nächte, kurze Tage, wenig Licht. Das schlägt vielen auf`s Gemüt. Licht in bestimmten Frequenzen soll ändern. Was sagt die Medizin dazu?

Smarte Lampen helfen gegen den Winter-Blues.

iStock.com/macielphoto-MF

Etwa jeder fünfte bis zehnte Deutsche kennt den Winterblues: ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit, miese Stimmung. Wie die Wissenschaft heute weiß, ist diese „saisonal abhängige Depression“ (SAD), auch Winterdepression genannt, so etwas wie ein Überbleibsel des Winterschlafs. Bedingt ist sie durch den Mangel an Licht in der dunklen Jahreszeit. Doch zum Glück gibt es ein technisches Heilmittel: Tageslichtlampen, die das natürliche Licht der hellen Frühjahrs- und Sommermonate nachbilden. Aber was hat das Licht überhaupt mit dem menschlichen Wohlbefinden zu tun?

Wenn es dunkel wird, kippt die Stimmung

Die Erklärung liefert das Auge. In dessen Netzhaut sitzen Rezeptoren, die nicht für das eigentliche Sehen zuständig sind, sondern für eine andere Art der Kommunikation mit dem Gehirn sorgen. Senden sie bestimmte Signale, bringen sie das Hirn dazu, das „Glückshormon“ Serotonin auszuschütten – ein Grund dafür, warum man sich im Sommerurlaub unter südlicher Sonne so wohl fühlt.

Im lichtarmen Winter dagegen wird verstärkt das „Schlafhormon“ Melatonin produziert, woraufhin sich der Mensch müde und abgespannt fühlt. Was hilft? Viel Bewegung im Freien, empfehlen die Mediziner. Wer dazu keine Zeit oder Gelegenheit hat, kann mit künstlichem Licht von sogenannten Tageslichtlampen nachhelfen und so das Wohlbefinden steigern.

Dem Körper mit Licht auf die Sprünge helfen

Aber wie funktionieren Tageslichtlampen und was genau leisten sie? Wir haben dazu den Experten Dr. Andreas Wojtysiak befragt. Er forscht als Chronobiologe bei Osram und entwickelt Lösungen, mit denen durch gezielten Einsatz von Licht das Wohlbefinden des Menschen verbessert werden kann.

Herr Wojtysiak, was unterscheidet Tageslichtlampen von herkömmlichen Lampen?

Dr. Andreas Wojtysiak: Diese Lampen bilden das Lichtspektrum des Tageslichts nach und enthalten mehr Licht aus dem blauen bis grünen Lichtspektrum. Bei herkömmlicher Beleuchtung, insbesondere zu Hause, wird nämlich oft „warmes“ Licht bevorzugt. Darin sind kurze Wellenlängen aus dem Blau-Cyan-Bereich nicht so stark vertreten wie im natürlichen Tageslicht. Das ist zwar gemütlich, wirkt auf den Körper aber eben auch nicht sonderlich aktivierend.

Wie nah ist das nachgebildete Licht an echten Sonnenstrahlen?

Dr. Andreas Wojtysiak: Von den Wellenlängen her kann das natürliche Licht sehr gut nachgebildet werden; insbesondere mit guten LED-Lampen ist das hervorragend möglich. Ein entscheidender Unterschied zum Sonnenlicht bleibt aber: Die Dynamik des Tageslichts ist sehr viel größer. Nicht nur, dass die Helligkeit von Sonnenauf- bis -untergang kontinuierlich und fließend variiert, auch eine Wolke kann das Tageslicht jederzeit plötzlich „dimmen“. Eine so große Dynamik ist bei der Beleuchtung im Haus natürlich nicht gewünscht.

Bieten Tageslichtlampen wirklich einen medizinischen Nutzen?

Dr. Andreas Wojtysiak: Ja, schließlich wird der biologische Rhythmus des Menschen vom Licht am Tag maßgeblich beeinflusst. Das richtige Licht macht uns tagsüber leistungsfähiger, ohne die Nachtruhe zu beeinträchtigen. Im Gegenteil: Wer ausreichend und gutes Licht am Tag abbekommt, ist tagsüber fitter und kann in der Regel auch nachts besser schlafen.

In Büros und an vielen anderen Arbeitsplätzen sind Tageslichtlampen schon stark in Gebrauch. In welchen Fällen lohnt es sich, sie auch zu Hause einzusetzen?

Dr. Andreas Wojtysiak: Wer tagsüber nicht zu Hause ist, dem reicht die gewöhnliche Beleuchtung in Warmtönen normalerweise für die Abendstunden. Warmes Kunstlicht bereitet auch gut auf die Nachtruhe vor. Wer aber tagsüber viel Zeit zu Hause in den Innenräumen verbringt, der sollte eine hochwertige Tageslichtbeleuchtung in Erwägung ziehen. Diese kann auch helfen, den Körper zu aktivieren, wenn jemand morgens immer müde ist und Startschwierigkeiten hat, wach zu werden.

Die Farbtemperatur ist entscheidend

Leuchtmittel werden nach der Farbtemperatur klassifiziert. Sie wird in Kelvin gemessen und bietet ein Maß für den Farbeindruck einer Lichtquelle. Tageslichtlampen haben beispielsweise eine Farbtemperatur von 5300 bis 6500 Kelvin. Vereinfacht lässt sich sagen: je weniger Kelvin, desto „wärmer“ die Lichtfarbe.

  • warme Lichtfarbe – man empfindet sie als „gemütlich“ – liegt zwischen 2000 bis 3300 Kelvin. Haushaltsübliche Glühbirnen haben eine warmweiße Farbtemperatur von etwa 2700 Kelvin.
  • neutrale Lichtfarbe – zum Beispiel bei Büroleuchten – liegt bei 3300 bis ca. 5300 Kelvin.
  • tageslichtweiße Lampen – genutzt etwa in Fabrikhallen und Ladengeschäften – liegen bei 5300 Kelvin gehen auch darüber hinaus. Dieses Licht wirkt eher kühl.

Zur Therapie empfohlen

Wer noch mehr Lichtenergie auf sich wirken lassen will, kann zu sogenannten Tageslicht-Panels (auch „Lichtduschen“ oder „Lichttherapiegeräte“ genannt) greifen. Diese etwa DIN-A4-großen Geräte strahlen mit einer Helligkeit von bis zu 10.000 Lux (Zum Vergleich: Eine Büroleuchte liefert etwa 500 Lux.) und sollen dabei helfen, bei morgendlicher Anwendung den Winterblues zu vertreiben. Die „Nationale Versorgungsleitlinie Depression“ empfiehlt sie sogar zur Therapie. 

Fazit

In den Wintermonaten ärgern nicht nur Frost und Eis: Auch die Sonne macht sich rar. Um Winterdepression zu vermeiden, sollte viel helles Licht eingesetzt werden. Tageslichtlampen, die bereits ab rund 50 Euro im Handel erhältlich sind, helfen dabei, den Körper in Schwung zu bringen.

Andere Artikel mit Themen: Lampen, Beleuchtung, Tageslicht, Gesundheit

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück