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Title: Beleuchtung
Smart Home Beleuchtung

Smart Home: Der große Leuchtmittelguide

Was hat es mit diesen smarten Leuchten eigentlich auf sich? Und worin bestehen die Unterschiede bei den vielen smarten Systemen? Diese und noch mehr Fragen klären wir in unserem großen Smart Home Leuchtmittelguide.

© Philips

© Philips

Wer erinnert sich noch an die ersten LED-Leuchtmittel? Niemand konnte sich damals vorstellen, dass diese „Funzeln“ mit ihrer geringen Lichtausbeute und dem kaltweißen Licht jemals die alt bewährten Glühbirnen ersetzen könnten. Doch inzwischen sind LEDs in jedem Haushalt zu finden und der Verkauf der guten alten Glühbirne ist sogar verboten. Und nun stehen wir vor der nächsten Generation der Leuchtmittel. Denn unser Licht wird smart!

Doch was bedeutet das: unser Licht wird smart und intelligent?

Smarte Leuchtmittel brauchen genauso wie konventionelle Lampen Strom und lassen sich ebenso wie einige ihrer Vorgänger dimmen. Das besondere an smarten Leuchtmitteln ist jedoch, das diese im Sockel ein Funkmodul integriert haben. Egal, ob klassische E27 Fassung, E14 Kerzenform, der GU10 Spot oder der LED Stripe. Über das integrierte Funkmodul lassen sich die Leuchtmittel smart steuern – und das ganz ohne physikalischen Schalter.

Doch fernab von der unpraktischen Idee, das Licht nun nur noch via Smartphone App zu bedienen, birgt diese Vernetzung viele praktische Vorteile im Alltag. Denn verbunden mit einer Smart Home Zentrale (oder auch Hub genannt), kann das Licht je nach Situation gesteuert werden.

© Philips Hue / Dank Hue Tab die smarten Leuchten ohne Smartphone schalten.

So denke man nur mal an die alltägliche, nächtliche Wanderung zum „Örtchen“. Wäre es nicht toll, wenn sich das Licht nur minimal gedimmt einschaltet, da es weiß, dass es bereits Nacht ist und man so nicht geblendet wird? Dank smarter Leuchten ist das schon heute möglich.

Aber auch die Sicherheit kann smartes Licht erhöhen. Erkennt ein smarter Rauchmelder Feuer oder Rauch, schlägt dieser Alarm und kann im gleichen Augenblick das Licht im ganzen Haus einschalten.

Welcher Funk darf es sein?

Wie im babylonischen Sprachgewirr des schier unendlichen Smart Home Marktes, gibt es auch bei den smarten Leuchten verschiedene Funksysteme. Man kann es vergleichen mit den Sprachen auf dieser Welt. So gibt es Italientisch, Französisch, Spanisch und viele weitere. Nehmen wir mal an, unser Handy spricht englisch mit dem heimischen Router...

WLAN

Für all jene, die noch kein Smart Home System im Einsatz haben und direkt, ohne eine zusätzliche Bridge mit den smarten Leuchten starten will, für die sind WLAN Lampen eine gute Wahl. WLAN ist quasi das Englisch unter den Funksystemen und das Handy, sowie auch der Router verstehen es. Daher wird kein Dolmetscher benötigt. In fast jedem Haushalt findet sich heutzutage ein WLAN Router und mit genau diesem werden die WLAN Lampen, wie sie zum Beispiel im Hause TP-Link oder Hama zu finden sind, verbunden.

TP-Link bietet sein Smart Home Portfolio, zu dem auch die smarten Lampen gehören, unter der Modellreihe „Kasa“ an. Hier finden sich in der neuen Serie drei verschiedene Leuchtmittel mit der klassischen E27 Fassung.

Von einer dimmbaren warmweiß Leuchte, über ein Leuchtmittel mit definierbaren Farbtemperaturen von kaltweiß über neutralweiß bis hin zu warmweiß. Und, last but not least, eine bunte RGB Leuchte, welche das gesamte Farbspektrum abdecken kann. Alle Leuchtmittel werden mit dem heimischen WLAN Netzwerk verbunden und können dann via App oder Sprachassistent wie dem Google Assistant oder Amazon Alexa gesteuert werden. So genügt ein „Alexa, Esstisch auf 60%“, wenn sich die Familie zum Abendessen versammelt, oder „Alexa, Stehlampe auf grün“, wenn eine Runde zocken an der Xbox angesagt ist.

© TP-Link / Kasa WLAN Leuchte.

Hat man bereits Alexa-kompatible Steckdosen im Einsatz, so kann man diese zusammen mit den smarten Lampen in einer sogenannten Routine verwenden. Ein „Alexa, starte Fernsehabend“ dimmt dann die TP-Link Leuchten herunter, taucht diese in das gewünschte Ambientlicht und schaltet die Steckdose ein, an welcher der Fernseher angeschlossen ist. Wer zusätzlich den Harmony Hub im Einsatz hat, kann sogar die Fernbedienung durch Sprachkommandos ersetzen.

Hama bietet ein ähnliches Portfolio wie TP-Link. Auch diese Lampen lassen sich ohne Hub direkt mit dem heimischen WLAN Router verbinden und via Google Home oder Amazon Echo per Sprache steuern. Darüber hinaus bietet Hama noch einen GU10 Spot in seinem Portfolio an.

© Hama / WLAN Bulbs lassen sich auch via Sprachassistent bedienen.

Wem Sprachsteuerung oder vorprogrammierte Routinen noch nicht genug Automatisierungen bieten, der kann die Leuchten von Hama, wie auch jene von TP-Link mit dem Webautomatisierungsdienst IFTTT verwenden. IFTTT steht dabei für „If this, then that” – oder zu deutsch: WENN dies DANN mache DAS. So könnte man die Netatmo Sensoren mit den bunten Lampen von TP-Link oder Hama verknüpfen, damit diese im Ampelfarbensystem die Lichtqualität signalisieren. Oder, sollte Regen vorhergesagt werden, könnten die bunten Lampen auch zum Wetterfrosch werden, indem diese blau leuchten. Nicht mit klassischen Bulb-Formen, dafür aber mit einem etwas anderen Designansatz, kommen die WLAN Leuchten von LIFX daher. 

Und auch diese gibt es von neutralem warmweiß bis hin zu bunt, mit verschiedensten Fassungen und sogar einem WLAN LED Stripe. Das schöne an LIFX: Sie sind jedem Sprachassistenten gehörig. Ob Google Assistant, Amazon Alexa, ja, sogar Microsoft Cortana und für alle Apple Freunde – auch HomeKit-fähig!

©LIFX / Smarte Leuchten mit Apple HomeKit.

Apropos „hörig“. Da sollte an dieser Stelle auch das WLAN-fähige Leuchtenportfolio von WIZ genannt werden. Neben WLAN Steuerung und darüber natürlich auch die Konnektivität zu den bekannten Sprachassistetenten Amazon Alexa und Google Assistant, bietet WIZ zudem die Möglichkeit, deren Leuchten via Infrarot Fernbedienung oder „WIZ-Click“ Lichtschaltersystem zu steuern.

Zudem geht das Portfolio von WIZ weit über die Standard-Leuchtmittel hinaus. So bietet WIZ neben Tischleuchten, beispielsweise auch Einbauspots und eine Deckenlampe an. Ideal für Smart Home Einsteiger, die mehr als nur konventionelle Leuchten smart aufrüsten wollen.

©WIZ / Nicht nur WLAN sondern auch via IR streuerbar.

Z-Wave – das größte Smart Home Ökosystem

Hat man bereits Smart Home Geräte von Fibaro, Devolo, Schwaiger, Technisat, Aeotec, Danfoss oder einem der weltweit 700 anderen Hersteller im Einsatz, so funken diese höchst wahrscheinlich mit Z-Wave. Dieses Funksystem bietet derzeit weltweit das größte Ökosystem an Smart Home Geräten. Das heißt, viele verschiedene Hersteller rüsten ihre Geräte mit diesem Funksystem aus und alle Geräte sind untereinander kompatibel.

So kann der Schwaiger Funkwandschalter problemlos auch eine Lampe von Zipato schalten, da beide das gleiche Funksystem verwenden. Um die Geräte in ein gemeinsames Netzwerk zu bringen, bedarf es einem Z-Wave-Controller. Das kann ein Wandschalter oder eine Fernbedienung sein, doch ist die Konfiguration recht umständlich und nicht mehr zeitgemäß. Daher versteht man unter einem Controller mehr und mehr einen Smart Home Hub. Und hier kommen wir wieder zurück auf das Beispiel mit dem babylonischen Sprachgewirr.

Wir nehmen also an, die Lampe spricht italienisch (Z-Wave). Daher kann sich diese nicht direkt mit dem Router oder dem Handy verständigen, da diese ja englisch (WLAN) sprechen. Es bedarf also einem Übersetzer zwischen Lampe und Router. Das ist der sogenannte Smart Home Hub, oder auch als Bridge bzw. als Smart Home Zentrale bekannt.

Der Vorteil dieser Smart Home Zentralen ist, dass diese eine Netzwerkschnittstelle zum heimischen Router bieten und so nicht nur via App konfiguriert, sondern die verbundenen Geräte gleichzeitig auch via Smartphone & Tablet App gesteuert werden können – quasi eine Brücke schlagen (engl. Bridge).

Im Z-Wave Bereich seien die Zipato RGB Leuchte, wie auch die Aeotec Lampe genannt. Wer einen LED Stripe steuern möchte, der kann auf den Fibaro RGBW Controller und jeden beliebigen RGBW Stripe aus dem Baumarkt zurückgreifen. Für all jene die keine Lust auf Lötkolben und Adern abisolieren haben, denen sei der Aeotec RGBW Stripe ans Herz gelegt. Dieser kommt fix und fertig mit einer Z-Wave Controller Box und einem Stecker für die Steckdose daher.

© Aeotec / LED Stripe super hell und mit Z-Wave Funk.

Der große Vorteil von Z-Wave: Eine gewerkeübergreifende Vernetzung. So können die smarten Leuchten direkt in Szenen mit anderen Sensoren und Aktoren agieren. Löst der einstiegs genannte Rauchmelder aus, können die Lampen sofort die Fluchtwege ausleuchten und Z-Wave basierte Türschlösser oder Rolläden den Fluchtweg frei machen. Und das alles ohne der Abhängigkeit von einem Internetautomatisierungsdienst, wie es IFTTT zum Beispiel ist.

ZigBee

Obwohl Z-Wave derzeit das größte Ökosystem bietet, scheint sich im Lichtbereich vor allem ein Funksystem durchzusetzen: ZigBee. Große Namen wie Philips Hue, Osram, IKEA, Paul Neuhaus, Paulmann und viele weitere setzten auf diesen Funkstandard. Und auch Amazon hat seinem smarten WLAN Lautsprecher in der Plus-Reihe den Zigbee Funk spendiert, so dass viele Leuchten direkt mit diesem verbunden werden können. Auch ohne zusätzliche Bridge.

Aber der Reihe nach... Das populärste Lichtsystem hierzulande ist wohl immer noch jenes von Philips.

Philips Hue

Philips Hue Leuchten erfreuen sich größter Beliebtheit, denn neben dem breiten Sortiment, trumpfen diese vor allem mit Zusatzfunktionen auf. So umfasst das Hue-Leuchtmittel Sortiment fast alle gängigen Fassungen, von E27 über E14 und GU10 und natürlich gibt es auch LED-Stripes. Und alle Leuchten gibt es sowohl in bunt, als auch in warmweiß/kaltweiß.

© Philips / Hue Leuchten gibt es auch in E14 Kerzenform.

Darüber hinaus gibt es neben den Leuchtmitteln inzwischen auch komplette (Design-) Lampen von Philips Hue. Wenn man so will, ist das Hue Portfolio sehr erwachsen geworden. Und an den eigenen vier Wänden ist noch lange nicht Schluss bei Philips, denn jüngst wurde das Outdoor-Portfolio vorgestellt, welches Laternen, Flutlichter und mehr für den Außenbereich bietet. Nicht zu vergessen das Zubehör von Philips Hue. So kann das Licht nicht nur via Smartphone gesteuert werden, sondern auch mit einem Schalter (dem Hue Tab) oder einem Bewegungsmelder (dem Hue Motion) gekoppelt werden.

Verbunden werden all diese Leuchtmittel, Lampen und Accessoires mit der Hue Bridge – also der Zentrale von Philips Hue. Diese erlaubt nicht nur die Steuerung der smarten Leuchten via App, sondern auch das Konfigurieren der Automatisierungen. So kann man festlegen, in welcher Helligkeit die Hue Lampen bei Bewegung am Tag und welcher Dimmstufe bei Nacht eingeschaltet werden sollen.

© Philips / Hue App zum Steuern der Leuchten und konfigurieren.

Aber auch der Hub ist es, welcher weitere Funktionen aus dem Hause Philips ermöglicht – wie zum Beispiel die Nutzung der Hue Leuchten als „Ambilight Erweiterung“ am Philips TV. Oder aber das Hue Entertainment Erlebnis, welches die Lichtshows aus dem TV, hinein in das heimische Wohnzimmer holt.

Und auch Sprachassistenten wie Google Assistant, Amazon Alexa und Apples Siri werden unterstützt. Zuletzt genanntes HomeKit, das Smart Home System von Apple, wird aber ausschließlich von den herstellereigenen Hue Lampen unterstützt. Andere an den Hue Hub angelernte ZigBee Lampen können zwar via eigener Hue App gesteuert, nicht aber via HomeKit genutzt werden.

Das Erfolgsrezept von Hue liegt aber wohl in seiner offenen API, also der Datenschnittstelle zu anderen Systemen. So können die Philips Hue Leuchten in viele andere Smart Home Systeme, wie zum Beispiel in jenes von Devolo, Fibaro oder Innogy integriert werden und, nicht zu vergessen, auch in die Automatisierungsplattform IFTTT.

© Philips / Tolles Ambiente dank Hue Lights.

Innr

Wer soviel Erfolg auf ganzer Linie hat, muss auf Konkurrenten nicht lange warten. Und so ist Innr den Hue Leuchten dicht auf den Fersen. Vor allem preislich bietet dieser Hersteller aus den Niederlanden den Hue Leuchten die Stirn.  

Dem Leuchtmittel Sortiment steht Innr seinem Kontrahenten in nichts nach. So gibt es neben den klassischen E27 Bulbs auch E14-Kerzen, LED Stripes und GU10 Spots. Natürlich jeweils in RGBW sowie tunable white. Auch Spots finden sich bereits im Sortiment und lassen ein rasch anwachsendes Lampensortiment vermuten. Schalter und Bewegungsmelder gibt es indes noch nicht. Dafür aber einen eigenen Hub – der aber leider (noch) kein Amazon Alexa unterstützt. Apple HomeKit ebenso nicht. Kompatibel sind die Leuchten aber zur Hue Bridge, womit der Hersteller gern wirbt.

© siio / innr tritt an gegen Philips Hue.

Tint by Müllerlicht

Sogar in die Discounter zieht smartes Licht ein, denn Aldi machte diese Leuchtmittel bekannt. Auch die E27, E14 und GU10 Spots von tint messen sich über den Preis mit ihrem ZigBee Kontrahenten Hue. Einen eigenen Hub oder eine eigene App gibt es bei tint nicht. Man setzt voll auf die ZigBee Kompatibilität und sieht sich als perfekte Ergänzung für ZigBee Hubs wie die Hue Bridge, Schwaiger Gateway, homee oder den Osram Hub. Mit Erfolg. Für komplette Neulinge ohne smarte Hardware daheim gibt es eine Fernbedienung. Diese dient als Controller, so dass mehrere ZigBee Lampen angelernt und gesteuert werden können.

© Chris Bertko / Tint Bulbs von Müller Licht.

IKEA Tradfri

Und sogar das schwedische Möbelhaus IKEA hat smarte Leuchten für sich als Thema entdeckt. Nehmen wir es als Zeichen, dass smartes Licht im Massenmarkt angekommen ist. Auch hier wird ein breites Portfolio an Leuchtmitteln geboten, in bunt, warmweiß, kaltweiß dimmbar und was man sich sonst noch wünscht. Ein Lampensortiment wie von Hue, gibt es nicht. Dafür aber Leuchtpaneele, Steckdosen, Bewegungsmelder und Schalter. Sogar einen Hub der natürlich alle gängigen Sprachassistenten unterstützt, inklusive Apples Siri.

In Punkto Farbintensität punkten dank einem Update jedoch die Philips Hue deutlich gegenüber den IKEA Modellen. Jedoch nur bei den E27 und den E14 Leuchten, die GU10 Spots haben das besagte Update von Philips noch nicht erhalten.

Generell lässt sich zudem sagen: bei warmweiß hat Philips Hue die Nase vorn. Denn die günstigen Anbieter können meist nur bis 2700 Kelvin, was zwar allgemein als warmweiß bezeichnet wird – aber Philips Hue schafft hier sogar 2200 Kelvin und kommt somit täuschend echt an eine gedimmte, konventionelle Glühbirne heran.

© Chris Bertko / ZigBee Leuchten sind an fast allen ZigBee Hubs kompatibel.

Fazit

Wer smartes Licht daheim einsetzen möchte, der wird mit ZigBee Lampen nichts falsch machen.

Dank dem LightLink Profil sind fast alle Lampen an den Hubs der unterschiedlichen Hersteller kompatibel und so bietet sich ein grandioses Sortiment an Leuchten, für alle Fassungen und Einsatzmöglichkeiten. Und auch preislich ist für jeden Geldbeutel etwas dabei.

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