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Praxistest

Das smarte Heizungsthermostat von Tado

Die Tage werden kürzer und mit dem Laub fallen auch die Temperaturen. Zeit, die Heizung smart zu machen. Zum Beispiel mit den Tado Heizungsthermostaten.

© Chris Bertko

© Chris Bertko

Das Münchner Startup Tado ist bislang vor allem für seine smarte Heizkessel- bzw. Thermensteuerung bekannt. Allerdings wohnen viele Technikbegeisterte in einer Mietwohnung mit Fernwärme, ohne Zugang zur Heizanlage. Für genau diese Zielgruppe und alle jene, die eine intelligente Einzelraumsteuerung bevorzugen, gibt es von Tado nun auch smarte Heizungsthermostate zum Nachrüsten.

© Chris Bertko / Das Tado-Starterpaket besteht aus zwei Thermostaten und der Internet-Bridge.

Unboxing und erster Eindruck

Das Starter-Kit von Tado, bestehend aus zwei smarten Thermostaten sowie der sogenannten Internetbridge, macht einen hochwertigen Eindruck. Die Thermostate sind hierbei kaum größer als die herkömmlichen, bereits an der Heizung installierten Thermostate. Lediglich die weißen LEDs der Temperaturanzeige deuten darauf hin, dass es sich hier um ein smartes Gerät handelt, betrieben übrigens von zwei AA-Batterien. Zu jedem Thermostat gibt es jeweils drei verschiedene Ventiladapter. Mit diesen passen die Tado-Thermostate im Grunde auf alle gängigen Heizkörperventile, die am Markt derzeit vertreten sind.

Neben den beiden Thermostaten liegt dem Starter-Kit eine Internetbridge bei. Mit dem mitgelieferten Netzwerkkabel findet sie ihren Platz nicht an der Heizung, sondern direkt neben dem Router. Versorgt wird das Gerät entweder über ein USB-Netzteil oder über einen freien USB-Port des Routers. Wie der Name es bereits verrät, verbindet die Internetbridge die Thermostate mit dem weltweiten Web. Die hierfür benötigte Seriennummer sowie der Autorisierungscode sind natürlich ebenfalls enthalten.

© Chris Bertko / Smart: Die LEDs zeigen die Temperatur an.

Die Erstinstallation

Um in den Genuss aller Vorzüge der smarten Thermostate zu kommen, bedarf es zuerst eines kostenlosen Accounts auf der Tado-Website. Hier erfährt man alles Wichtige für die Inbetriebnahme der Geräte und wird Schritt für Schritt durch deren Installation geführt.

Falls noch nicht geschehen, wird jetzt auch die Internetbridge via LAN-Verbindung mit dem Router sowie dem Internet verbunden. Danach geht es wieder auf die Web-App von Tado, denn hier müssen die einzelnen Heizkörperthermostate sowie die Bridge mit entsprechendem Autorisierungscode und Seriennummer registriert werden. Auch nach der Wohnadresse wird gefragt. Und das aus gutem Grund, denn: Ist diese im Account hinterlegt, kann nun auch die automatische An- und Abwesenheitserkennung ihren smarten Dienst verrichten. Verlässt man nun also mit dem Smartphone die im Account hinterlegte Adresse, wird die Raumtemperatur automatisch abgesenkt. Befindet man sich hingegen auf dem Heimweg, wird die Temperatur zu Hause wieder auf Komforttemperatur angehoben.

Bevor es zur die Montage geht, werden Internetbridge und Heizkörperthermostate miteinander bekannt gemacht – also gepairt. Die Thermostate funken hierbei auf dem 868Mhz-Band und nicht wie deren Konkurrenten von Elgato Eve auf Basis von Bluetooth LE. Nach kurzer Anlernphase blinken drei Punkte hintereinander und schon kann das smarte Regulieren beginnen. Da der Anlernmodus der Bridge nicht automatisch beendet wird, können in einem Rutsch gleich mehrere Thermostate hintereinander angelernt werden.

Montage der Heizungsregler

© Chris Bertko / Dank Ventiladapter passen die Thermostate auf sämtliche gängigen Heizkörperventile.

Zunächst einmal muss das alte Heizungsthermostat entfernt werden. Die Demontage fällt entsprechend leichter, wenn man hierfür die Heizung komplett aufdreht. Einmal abmontiert, wird das Tado-Thermostat mit der Markierung „top“ nach oben mit dem Montagesockel und gegebenenfalls Adapterring aufgeschraubt.

© Chris Bertko / Sitzt das Thermostat richtig, startet die Web-App gleich die Kalibrierung.

Sobald das Heizungsthermostat auf dem Montagesockel sitzt, meldet die Web-App die erfolgreiche Montage und beginnt sogleich mit der nötigen Kalibrierung. Hierbei fährt der Ventilstift vollständig aus und wieder ein, um den Stellweg bzw. den Hub zu ermitteln. Unter Umständen wird dieser Vorgang mehrmals wiederholt.

Screenshot: Chris Bertko

Nach erfolgreicher Kalibrierung erscheint die eingestellte Temperatur auf dem Display des Thermostats.

Die Smartphone App

Jedes einzelne Heizungsthermostat kann auf der Webseite von Tado den entsprechenden Räumen zugeordnet werden. Komfortabler ist es allerdings, die Temperaturen via Smartphone-App einzustellen. Die hierfür vorgesehene Tado-App ist kostenfrei und für Android- wie iOS-betriebene Geräte erhältlich.

Screenshot: Chris Bertko

In beiden Versionen bringt die App neben vielen anderen Features eine An- und Abwesenheitserkennung mit. Das bedeutet, verlässt man mit dem Smartphone die im Account hinterlegte Adresse, greift die standortabhängige Temperatursteuerung – Zugriff auf den Standort sowie ortsabhängige Steuerung vorausgesetzt. Das Smartphone wird dadurch zum Sensor, welcher via geofencing entsprechende Signale an die Thermostate sendet.

Heizpläne via App

In der App kann die Temperatur live eingestellt oder auch ganz komfortabel via Heizpläne programmiert werden. So bekommt jeder Raum seinen eigenen Zeitplan sowie eigene Temperaturregelungen zugewiesen. Hierbei kann natürlich zwischen Heizplänen unterschieden werden, die für die ganze Woche gelten oder auch nur die Wochentage oder gar bloß für das Wochenende. Sogar ganz individuelle Einstellungen für jeden Wochentag sind hier möglich.

Für die Räume, die ohnehin oft genutzt werden, zum Beispiel das Wohnzimmer oder das Home Office, kann man im Grunde auch einfach ganztags auf Komforttemperatur regeln. Alles Weitere regelt nämlich die An- und Abwesenheitserkennung der Tado-App. Die Temperaturwerte für Abwesenheit werden im Tab „Away” festgelegt. Diese lassen sich in drei Stufen feinjustieren:

1. Comfort: Hier ist die im Heizplan eingestellte Temperatur definitiv erreicht, sobald man zu Hause eintrifft

2. Eco: Hier werden die Thermostate möglichst energiesparend hochheizen, wobei es hier passieren kann, dass die Komforttemperatur noch nicht ganz erreicht ist, sobald man zu Hause ankommt

3. Balance: Tado errechnet per eigener Algorithmen den perfekten Mittelweg zwischen Comfort und Eco

Screenshot: Chris Bertko

IFTTT und Alexa-Sprachsteuerung

Bei IFTTT („if this then that” – wenn dies, dann das) ist ein Webdienst, welcher Cloud-Services und Smart-Home-Geräte standardunabhängig miteinander vernetzt. Die Geräte oder Webdienste sind dabei die „Channels“, welche in Automatisierungen, sogenannten „Rezepten“, miteinander verknüpft werden. So ergeben sich ganz neue Möglichkeiten: Tado könnte beim Verlassen der Wohnung nicht nur die Temperatur senken, sondern über IFTTT auch beispielsweise die Philips Hue Beleuchtung ausschalten oder die Netatmo Welcome Kamera aktivieren.

Screenshot: Chris Bertko

Viel interessanter an dieser Stelle ist allerdings die vor kurzem erst präsentierte Einbindung von Amazons smarter Sprachassistentin Alexa. Die natürliche Steuerung der Heizung dank Sprachsteuerung. Das klingt nach ferner Zukunftsvision, ist aber Apples Siri und seit Neuestem auch dank Amazon nun ganz realer Alltag. Die ersten Praxistests attestierten der Sprachsteuerung Alexa gute Performance in Sachen Spracherkennung. Jetzt heißt es nur noch, sich daran zu gewöhnen, sich mit seinen smarten Geräten auch unterhalten zu können.

Apple HomeKit

Die Thermostate verfügen dank der Internetbridge über eine Anbindung an das heimische Netzwerk. So lassen sie sich theoretisch auch zu Apples HomeKit hinzufügen, welches seinerseits mit Bluetooth LE arbeitet. Aktuell (Stand 01.12.2016) besteht jedoch noch keine Apple HomeKit Zertifizierung für die Tado Internet Bridge oder die Heizkörperthermostate. Tado arbeitet jedoch an der Zertifizierung. Bis dahin werden alle Tado Produkte mit einer Internetbridge ausgeliefert, die kein HomeKit unterstützt. In jedem Paket liegt jedoch ein Gutschein für eine neue HomeKit fähige Internet Bridge bei. 

Vergleich mit Elgato Eve

Der Vorteil der Tado-Heizungsthermostate gegenüber dem bereits erwähnten Homekit-fähigen Elgato Eve Thermo Heizungsthermostat liegt in der Tado-Internetbridge. Dank dieser sind die Tado-Heizungsthermostate via WLAN und somit auch per App außerhalb einer direkten Funkverbindung (wie es bei Bluetooth der Fall ist) erreichbar. Wo Elgato und Bluetooth LE schnell durch dicke Wände ausgebremst werden, ist die Überwindung physikalischer Hindernisse für die Tado- Internetbridge dank WLAN kein Problem.

Darüber hinaus werden die Tado-Heizungsthermostate im Gegensatz zu den Elgato Eve Thermostaten keine zusätzliche Homekit-Zentrale benötigen, wie beispielsweise Apple TV oder ein an Netzteil und WLAN angeschlossenes iPad, um von unterwegs gesteuert werden zu können. Die Entscheidung von Tado, ihre Thermostate auf dem 868MHz-Band funken zu lassen, verschafft ihnen eine deutlich höhere Funkreichweite als beispielsweise Bluetooth 4.0 es zu leisten vermag. Dank der Internetbridge ist sogar die Einbindung in das heimische Netzwerk möglich. Das allein sind bereits zwei große Vorteile gegenüber dem direkten Konkurrenten von Elgato Eve.

Weiterer Vorteil: Die Temperatur kann auch lokal am Heizungsthermostat variiert werden – während man bei dem Thermostat von Elgato keine Bedienelemente am Heizungsregler findet und so stets recht umständlich die Smartphone-App benötigt, wenn man schnell die Heizung auf- oder herunterdrehen möchte.

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