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Praxistest

eCozy: Smarte Heizungssteuerung mit Touchscreen

Mit dem erfolgreich finanzierten Crowdfunding-Projekt eCozy erscheint nun eine weitere Heizungssteuerung für die eigenen vier Wände.

© Chris Bertko

© Chris Bertko

Wenn es draußen bereits früh schon dunkel wird und der kalte Wind uns den Regen ins Gesicht peitscht, dann bleiben wir doch am liebsten in den eigenen vier Wänden. Hier ist es gemütlich, hier ist es schön warm. Und genau über diesen Gedanken finden doch viele von uns den Einstieg in das Thema Smart Home. Besonders, wer kostenbewusst heizen möchte, kommt schnell auf das Thema smarte Heizungssteuerung. Welche Lösung ist aber nun die richtige? Ist es die kompakte Gesamtlösung oder doch eher die mit dem herstellerübergreifenden Standard? Geht vielleicht sogar beides? Schön aussehen soll es natürlich auch. Die smarte Heizungssteuerung von eCozy mit Touchscreen könnte hier eine gute Lösung für alle Interessenten sein.

© Chris Bertko / Das Comfort Kit besteht aus Zentrale und drei Thermostaten. Batterien und Ventil-Adapter sind inklusive.

Heizungssteuerung: Einstieg in das Smart Home

Der durchschnittliche deutsche Haushalt verfügt statistisch betrachtet über 5,5 Heizkörper. Und selbst in einem Ein-Zimmer-Apartment sind es noch mindestens drei - siehe Badezimmer, Wohnraum und Küche. Die Auswahl im Bereich smarte Heizungssteuerung ist hingegen schier überwältigend. So gibt es kostengünstige Systeme wie zum Beispiel das MAX! System aus dem Hause eQ–3. Hier sollte man jedoch gleich zu Beginn wissen, dass solche Systeme ausschließlich für die Heizungssteuerung vorgesehen sind. Zwar sind sie schnell installiert, doch über andere Gewerke wie Sicherheit, Alarm oder Licht hinweg lassen sie sich auch nachträglich nicht erweitern.

Möchte man auf ein System setzen, welches auch in Zukunft über die Gewerke hinweg ergänzt werden kann, so stellt sich die große Frage: Auf einen einzelnen Hersteller setzen? Oder doch lieber auf einen herstellerübergreifenden Standard? Hersteller proprietärer Systeme verfügen in der Regel über eine attraktive Preisstruktur. Und wie das Beispiel Homematic aus dem Hause eQ–3 zeigt, können sie zudem über ein beachtliches Geräte-Portfolio verfügen. Setzt man hingegen auf herstellerübergreifende Standards wie Z-Wave oder ZigBee, so ist die Auswahl an Herstellern deutlich größer. Diese Auswahl an Geräten kostet allerdings im Schnitt auch ein wenig mehr.

Unboxing - Die Heizungssteuerung von eCozy

© Chris Bertko / eCozy legt Wert auf Design.

Mit dem erfolgreichen Crowdfunding-Projekt eCozy erscheint nun eine weitere Heizungssteuerung für die eigenen vier Wände. Formschön mit Touchscreen und viel Augenmerk auf Design, ist auch die Frage der Kompatibilität mit Bedacht angegangen worden. Dazu aber später mehr. eCozy setzt entgegen anderer Konkurrenten auf den industrieübergreifenden Kommunikationsstandard ZigBee.

Bereits beim Auspacken des für den Test ausgewählten Comfort Kits mit Central Unit sowie drei Heizkörperthermostaten wird klar, dass nicht nur die Thermostate mit ihrem dezenten Touchscreen, sondern auch die Central Unit als zentrale Kommunikationseinheit in Sachen Design absolut auf dem Höhepunkt der Zeit ist. Während die CU überall aufgestellt werden kann, ist besonders das bei manueller Bedienung blau aufleuchtende Display des Thermostats ein optisches Highlight.

© Chris Bertko / Schick: Das blau aufleuchtende Display des Thermostats.

Dem Set liegen darüber hinaus 12 Batterien (pro Heizkörperthermostat vier!) sowie drei Thermostat-Ventil-Adapter bei, so dass man sofort loslegen kann. Für folgende Ventile ist im Übrigen kein weiterer Adapter erforderlich, da diese ohnehin über ein Gewindemaß von M30 x 1,5 mm verfügen: Heimeier, Junkers, Landys+Gyr, MNG, Honeywell, Braukmann. Die Adapter für Danfoss RAV (Pin muss auf Ventilstößel gesteckt werden) Danfoss RA und Danfoss RAVL liegen ebenfalls bei.

© Chris Bertko / Ein Thermostat benötigt tatsächlich vier AA-Batterien.

Installation und Erstkonfiguration

Nach dem Einschalten der CU blinkt die obere Leuchte weiß und etabliert eigenständig einen Hotspot für die einzubindenden Thermostate. Das hierfür nötige Passwort befindet sich in der Kurzanleitung.

Für die Erstinstallation benötigt man zudem die eCozy-Smartphone App, kostenfrei verfügbar für iOS und Android. Verbindet man das Smartphone mit dem von der CU bereitgestellten WLAN, öffnet die App, erscheinen zwei Auswahlmöglichkeiten: „Local Mode” und „Remote Mode”. Wer eCozy als Standalone Lösung und mit eigenständigem Netzwerk verwenden möchte, wählt den „Local Mode”. Das hat den Vorteil, dass die Heizungssteuerung völlig getrennt vom heimischen Netzwerk und damit auch vom Internet ist. Im „Remote Mode“ hingegen wird die CU mit dem WLAN des heimischen Netzwerkrouters verbunden, sodass man theoretisch von überall auf die heimische Heizungssteuerung zugreifen kann. Nach erfolgreicher Auswahl wechselt die Farbe der LED dauerhaft zu blau. Nun können auch die einzelnen Thermostate mit der CU verbunden werden. Eine CU kann im Übrigen bis zu 16 Thermostate verwalten und zeitgleich für den jeweiligen Raum optimieren.

Bevor dies jedoch erfolgen kann, muss das Thermostat selbst am heimischen Heizkörper installiert werden. Dies geschieht gegebenenfalls unter Verwendung der mitgelieferten Adapter, die einen Großteil der am Markt üblichen Thermostat-Anschlüsse abdecken sollten. Nicht vergessen, die vier Batterien vorher einzulegen.

Sind die Batterien eingesetzt, fährt der Ventilstift vollständig ein. Der Montagemodus wird zudem visuell mit einem grünen Schraubenschlüssel im Display symbolisiert. Nun kann das Thermostat einfach mit Hilfe des metallischen Drehrings auf dem Heizkörper angebracht werden. Hier sitzt es fest und macht dank des Metallrings einen wirklich hochwertigen Eindruck. Um das Thermostat mit der CU zu verbinden, sollte das obere und untere Ende des Displays mit zwei Fingern gleichzeitig berührt werden, bis eine blaue Antenne im Display erscheint.

© Chris Bertko / Das eCozy Thermostat ist ein Hingucker am Heizkörper.

Die eCozy Smartphone App

Über die logisch aufgebaute Smartphone-App hat man eine Reihe von Einstellmöglichkeiten. So können hier natürlich alle Thermostate eingebunden und einzelnen Räumen zugeordnet werden. Regelt man nun die Temperatur auf das gewünschte Niveau, wird der Befehl zur Temperaturänderung an die CU gesendet, welche wiederum das Thermostat justiert. Dieser Vorgang dauert lediglich wenige Sekunden.

Screenshot: Chris Bertko

Zum Vergleich: Ein Z-Wave Thermostat wie beispielsweise das Danfoss LC–13 hat einen Standard Wakeup-Intervall von 15 Minuten. Das Thermostat geht ergo in eine Art Standby und überprüft folglich auch nur alle 15 Minuten, ob neue Informationen oder Anweisungen vorhanden sind. Mit diesem Verfahren soll die Batterielaufzeit angeblich erhöht werden. eCozy gibt hingegen an, dass ihre Thermostate, geladen mit vier AA-Batterien eineinhalb bis zwei Jahren auskommen sollten.

Screenshot: Chris Bertko

Im oberen Bereich des Home-Bildschirms der eCozy-App befindet sich der „Unterwegs”-Button. Dieser regelt die individuell wählbare Absenktemperatur für den Fall, dass alle das Zuhause verlassen haben, sprich: unterwegs sind. Ebenfalls besonders interessant ist der sogenannte Anti-Fire-Modus. Dieser erkennt eine rasch ansteigende Raum-Temperatur und schickt bei Bedarf eine Push-Mitteilung an den Administrator. Das ersetzt natürlich keinen smarten Rauchmelder, ist aber ein durchaus beruhigendes Feature.

Screenshot: Chris Bertko

Ein weiteres Feature ist der „Thermostat Locks”. Dieser sperrt alle manuellen Veränderungen, die am Thermostat vorgenommen werden. Besonders für Familien mit Kleinkindern eine segensreiche Funktion. Die Sperre ist in drei unterschiedlichen Stufen möglich: Steuerung sperren, Indikation sperren und Demontage sperren. Zudem verfügt die CU über eine Leuchte, welche in der App als eine Art „Nachtlicht“ eingeschaltet werden kann.

Wer eingangs nicht den „Local Mode”, sondern den „Remote Mode” gewählt hat, kommt zudem in den Genuss eines weiteren Features, dass wir unbedingt noch testen müssen: der „Warm up Mode”. Dieser kann von unterwegs per App gewählt werden und berechnet mit Hilfe des Standorts die Route nach Hause, so dass es bei Ankunft exakt auf Komfort-Temperatur geheizt ist. Perfekt für den täglichen Heimweg von der Arbeit.

Heizpläne per App erstellen

Individuelle Heizpläne werden über die Schaltfläche „Szenarien“ im Home-Bildschirm angelegt. Erstellt man ein Szenario, wechselt die App automatisch in den Horizontalmodus, welcher eine Wochenübersicht mit den Temperaturverläufen zu den jeweiligen Tageszeiten anzeigt.

Hier ist ein Beispiel-Szenario, welches typisch ist für den Wochenplan eines Arbeitnehmers, der morgens aus dem Haus und abends erst wieder zurückkehrt:

06:30 Uhr bis 08:00 Uhr - 21°C Raumtemperatur

8:00 Uhr bis 18:00 Uhr - 16°C Raumtemperatur („unterwegs”)

18:00 Uhr - 22:00 Uhr - 22°C Komfort-Temperatur

22:00 Uhr - 06:30 Uhr - 17°C Raumtemperatur

Am Wochenende wird das entsprechende Zimmer hingegen zwischen 08:30 Uhr und 21:00 Uhr durchgängig auf 21°C geheizt - bevor die Temperatur dann bis zum nächsten Morgen wieder auf 17° abgesenkt wird. So kann jeder Wochentag individuell geplant werden.

Screenshot: Chris Bertko

Das Anlegen und Bearbeiten der Szenarien erfolgt hierbei recht intuitiv und erinnert in Teilen an die grafische Oberfläche einer Fritz!Box. An diese kann seit Anfang 2015 übrigens das Eurotronic COMET DECT Thermostat angelernt werden.

Screenshot: Chris Bertko

Insgesamt macht die eCozy-App einen durchdachten Eindruck, krankt an manchen Stellen allerdings noch an einer schlechten Lokalisation. Oder anders gesagt: Manche Übersetzungen benötigen dringend noch einer Verbesserung. Das ist allerdings Jammern auf sehr hohem Niveau, denn ansonsten hat die App sehr stabil und sehr intuitiv ihre Arbeit verrichtet.

Ein perfekter Einstieg

Bedienoberfläche der App, ebenso wie die Thermostate und die Central Unit sind äußerst ansprechend gestaltet. Nicht umsonst hat eCozy im Jahr 2015 den renommierten Reddot Award für modernes Design gewonnen.

Dank der Integration des herstellerübergreifenden Standards ZigBee sind eCozy-Geräte in vielen verschiedenen Settings nutzbar. So können diese z.B. mit dem Gateway von Schwaiger sowie mit dem Zipato Zipatile angelernt und gesteuert werden. Eine Integration in den WiButler ist laut eCozy ebenso geplant wie die Integration in die Telekom Qivicon Home Base.

© Chris Bertko / eCozy funkt über den ZigBee-Standard.

Besonderes Plus: Im Gegensatz zu Thermostaten wie dem Elgato Eve Thermo oder dem Stella-Z, lässt sich das eCozy Thermostat auch lokal, also ganz ohne App steuern. Dazu berührt man für einfach für ungefähr zwei Sekunden das untere Ende des Displays. Mit einem Tipp auf das linke Ende des Displays wird die Temperatur reduziert - mit einem Tipp auf das rechte Ende wird diese erhöht. Das ist eine der wichtigsten positiven Eigenschaften. Wer möchte schon jedes Mal das Smartphone aus der Tasche ziehen, wenn man den Raum schnell erwärmen möchte?

Alle, die vor der Entscheidung stehen, das Thema Smart Home anzugehen, machen mit der smarten Heizungssteuerung von eCozy mit Sicherheit vieles richtig. Zwar sieht eCozy auf den ersten Blick durch die großen Kits recht teuer aus. Doch darf man es aufgrund der Kompatibilität durch ZigBee nicht mit geschlossenen Systemen wie dem kostengünstigeren MAX! vergleichen. Schaut man auf vergleichbare Thermostate auf dem Markt, so liegt das eCozy mit 69 Euro (UVP) ohnehin gut im Feld. Mitstreiter wie das COMET DECT sowie das Z-Wave Danfoss LC–13 liegen mit 59 Euro bzw. 54 Euro preislich nur ganz knapp darunter.

Verfügbarkeit und Preise

Aktuell gibt es die eCozy Heizungssteuerung in drei verschiedenen Varianten: Das eCozy Smart Thermostat kostet 69 Euro und ist als Stand Alone Lösung sowie in Kombination mit bereits vorhandenen ZigBee Smart Home Systemen die perfekte Lösung.

Darüber hinaus gibt es das eCozy Starter Kit mit je einer Central Unit sowie einem Thermostat für 179 Euro. Und natürlich das hier vorgestellte eCozy Comfort Kit mit einer Central Unit und insgesamt drei Thermostate für 299 Euro.

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