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Praxistest

Elgato Eve Thermo: Heizen per Sprachbefehl

Der Heizungsregler Elgato Eve Thermo lässt sich mit Apples Siri steuern. Wir haben das Thermostat in Betrieb genommen.

© Chris Bertko

© Chris Bertko

Wer in diesem Jahr smart heizen möchte, der hat die Qual der Wahl. Inzwischen gibt es eine große Auswahl an elektronischen Heizungsreglern im Markt. Dabei schon fast selbstverständlich: Die Funktion der Bedienung via Smartphone App. Ganz neu hingegen ist, dass man seine Heizung auch via Sprachebefehl steuern kann. Möglich machen dies verschiedene Sprachassistenten. In diesem Test schauen wir uns den „Elgato Eve Thermo“ Heizungsregler an. Dieser war der erste seiner Art mit einer Apple HomeKit Anbindung und soll sich so via Sprachassistentin Siri steuern und mit anderen HomeKit-Geräten in Szenen und Automatisierungen verbinden lassen.

Unboxing und erster Eindruck

© Chris Bertko / Das Eve Thermo besitzt kein LED-Display und keine lokalen Bedienelemente.

Neben dem Eve Thermo Heizungsregler finden sich in der Box auch drei verschiedene Adapter für die gängigsten Heizungsventile. Außerdem im Deckel der Box befestigt: die Kurzanleitung mit dem HomeKit-Pin. Alternativ findet sich der Pin auch nochmal als ablösbarer Aufkleber auf dem Thermostat. Dieser ist später wichtig, um das Thermostat mit dem Apple HomeKit-Dienst zu koppeln. Geht dieser verloren, wird die Installation schwierig – also gut aufbewahren! Etwas eleganter finde ich dies bei den Tado-Thermostaten gelöst. Bei diesen findet sich der HomeKit-Pin in der Batteriefachabdeckung.

Das Eve-Thermostat selbst ist extrem schlicht gehalten. Tado und Danfoss haben aber hier mit ihren Thermostaten neue Designmaßstäbe im Markt gesetzt. Das Elgato Eve wirkt durch seine rechteckige Form dagegen relativ klobig. An dem Elgato Eve Thermostat selbst gibt es kein Display und auch keine Bedienelemente, die eine lokale Temperatureinstellung erlauben würden. Die Bedienung beschränkt sich damit vollständig auf die Smartphone-App.

Montage des Heizungsreglers

Für die Montage des Elgato Thermostat muss natürlich der konventionelle Heizungsregler runter. Kleiner Tipp: Am besten das Thermostat voll aufdrehen, so wird der Ventilstift eingefahren und die Demontage fällt entsprechend leichter. Je nachdem, wie lange das konventionelle Thermostat schon auf dem Ventil sitzt, muss gegebenenfalls auch eine Wasserpumpen-Zange her, um dieses etwas zu lösen.

© Chris Bertko / Das Abmontieren des alten Thermostats klappt am besten, wenn man es vorher voll aufdreht.

Danach den Deckel des Elgato Eve öffnen um die Batterien einzulegen. Das Eve Thermo fährt nun den Ventilstift komplett ein, sodass man das Thermostat auf das Heizungsventil setzen und handfest anziehen kann. Positiv fällt hier der Metallring auf, der dem Eve Thermo einen festen Sitz auf dem Heizungsventil verleiht.

© Chris Bertko / Das Eve Thermo sitzt fest und stabil auf dem Ventil.

Erstinstallation und Smartphone App

Danach muss das Thermostat mit der App verbunden werden. Ja, es muss verbunden werden, denn wie bereits beschrieben, gibt es keinerlei Möglichkeit, die Temperatur manuell einzustellen. Die Eve Smartphone App finden iOS-Benutzer in ihrem iTunes Store. Android Nutzer gucken hier allerdings in die Röhre, denn die Elgato Eve App ist zum jetzigen Zeitpunkt nur für Apple Geräte verfügbar, da der Fokus von Elgato auf Apple HomeKit liegt.

Nach dem Start initialisiert die App bereits eingerichtete HomeKit-Geräte. Hat man bislang noch keine HomeKit Geräte eingerichtet, so ist die App an dieser Stelle folglich noch recht leer. Die Einrichtung des Eve Thermostat erfolgt über den Menüpunkt „Einstellungen > Gerät zu Zuhause hinzufügen“.

Screenshot: Chris Bertko

Bluetooth muss an dieser Stelle am iPhone aktiviert sein, denn die Verbindung erfolgt direkt mit dem Thermostat. Was bedeutet, dass man für die Bedienung des Thermostats an die Funkreichweite von Bluetooth gebunden ist. Die Eve App sucht nun nach verfügbaren Geräten in der Nähe und leitet anschließend Schritt für Schritt durch die Installation.

Screenshot: Chris Bertko

An dieser Stelle ist der HomeKit-Pin wichtig, welcher über die iPhone-Kamera erfasst und von der App automatisch erkannt wird.

Screenshot: Chris Bertko

Danach kann das Thermostat individuell einem Raum zugeordnet werden. Existiert dieser noch nicht, so kann er in diesem Schritt schnell und einfach erstellt werden.

Screenshot: Chris Bertko

Im Vergleich zur Installationsroutine des Tado Heizungsreglers geht die Installation des Elgato Eve Thermo deutlich schneller. Das liegt maßgeblich daran, das Eve direkt mit dem Smartphone gekoppelt ist und das Thermostat, nicht wie bei Tado, erst an eine Bridge angelernt werden muss. Dies ist zugleich aber auch ein Nachteil. Die Temperatur des Eve Thermostat lässt sich nur variieren, wenn man in unmittelbarer Funkreichweite zum Thermostat ist.

HomeKit Steuerzentrale

Von unterwegs lässt sich die Temperatur nur einstellen, wenn man über einen Apple TV (der dritten oder vierten Generation), oder über ein iPad der vierten Generation verfügt, das als HomeKit-Steuerzentrale fungiert. Auch dieses muss dann natürlich in Bluetooth Reichweite des Eve Thermo sein. Möchte man mehrere Eve Thermostate für verschiedene Räume verwenden, so muss das iPad bzw. das Apple TV recht zentral positioniert werden, denn Stand heute gibt es noch keine Bluetooth Repeater.

Funktionen der Eve App

Über die App kann natürlich, wie bereits mehrfach erwähnt, die Temperatur des Eve Thermo variiert werden.

Screenshot: Chris Bertko

Darüber hinaus, können Heizpläne erstellt werden, mit denen die Temperatur in den Räumen zu festgelegten Zeitpunkten automatisch angehoben oder abgesenkt wird. So kann das Badezimmer früh morgens automatisch auf mollige 23°C geheizt und gegen 9 Uhr, wenn alle das Haus verlassen haben, wieder heruntergekühlt werden.

Screenshot: Chris Bertko

Pro Heizplan, kann leider nur jeweils eine Absenk- und eine Komfortemperatur definiert werden.

Werfen wir nun einen Blick auf die neue Eve iOS App, die im November 2016 veröffentlicht wurde. Diese wirkt in einigen Punkten deutlich aufgeräumter als die Vorgänger-Version und verschiedene Funktionen sind nun viel schneller zu erreichen. In der Raumübersicht kann die Temperatur mit zwei Pfeiltasten rauf- oder herabgesetzt werden. Öffnet man die Geräteeinstellungen, so kann man per Schiebeschalter den Heizmodus und auch die Heizpläne ein- oder ausschalten. Auch wenn die Informationen auf dieser Seite etwas reduziert wurden, finde ich es dennoch recht überladen.

 

Screenshot: Chris Bertko

Wem die Elgato Eve App nicht zusagt, der kann dank HomeKit-Kompatibilität auch auf HomeKit-Apps von Drittentwicklern oder auf die offizielle Apple „Home“ App zurückgreifen.

Die Heizung mit Siri steuern

Wie Eingangs beschrieben verbinden viele Nutzer das Apple HomeKit ausschließlich mit dem Sprachassistenten Siri. Ob es im Alltag nun praktisch ist, die Heizung per Siri-Sprachbefehl aufzudrehen, lassen wir mal dahingestellt. Schneller als das Smartphone zu entsperren, die App öffnen und dann, wenn diese geladen ist, die Temperatur einzustellen, ist der allemal. Im Test hat Siri meist auch genau das getan, was sie sollte. Allerdings halte ich Sprachassistenten, die nur in Verbindung mit dem Smartphone genutzt werden können, für umständlich.

Screenshot: Chris Bertko

Apple HomeKit Regeln

Aber HomeKit ist deutlich mehr als der Siri-Sprachassistent. Apple hat es geschafft, Geräte mit verschiedenen Funksystemen und Protokollen unter ein Dach zu bringen und das so, dass alle Geräte kommunizieren. Zwar nicht direkt miteinander, aber jedes für sich mit der Zentrale und diese kann ein Apple TV der vierten Generation oder ein iPad der vierten Generation sein. 

Verfügt man über diese Voraussetzungen, so kann man auch Regeln anlegen. Dies sind einfache Automatisierungen, durch welche zum Beispiel das Elgato Eve Thermostat die Temperatur senkt, wenn ein Fenster zum Lüften geöffnet wurde und der Elgato Fenstersensor dies erkannt hat. So könnte man aber auch die Temperatur automatisch absenken, wenn man die Wohnung verlässt, denn das iPhone kann den Standort an die HomeKit Zentrale melden.

Screenshot: Chris Bertko

Fazit

Das Elgato Eve Thermostat ist schnell montiert und eingerichtet. Heizpläne können in der App einfach definiert werden und das Thermostat arbeitet zuverlässig. Die fehlende lokale Bedienmöglichkeit zusammen mit der Bluetooth Verbindung machen die Bedienung jedoch umständlich. Die Verwendung ist ausschließlich mit einem iPhone oder iPad möglich, denn eine Android App existiert nicht. Für den Fernzugriff oder das Erstellen von Regeln ist ein Apple TV der neusten Generation bzw. ein iPad Voraussetzung und auch hier begrenzt wieder die Bluetooth Funkreichweite die Funktion. Ist man iOS-Nutzer und hat ggf. sogar Apple TV oder ein iPad der vierten Generation Zuhause, so kann man das Elgato Eve Thermostat für ca. 70 Euro durchaus mal testen.

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