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Energie-Monitoring

Energie sparen im Smart Home: Erst messen, dann steuern

Smart-Home-Systeme schalten elektrische Verbraucher nicht nur ein und aus, sie messen auch deren Energieverbrauch.

Devolo Stecker in einem Wohnzimmer

© Copyright devolo AG 2016

Fast jeder weiß: Geräte, die im Standby-Betrieb vor sich hindösen, verbrauchen Energie. Das ist pro Gerät zwar nicht viel, summiert sich aber bei den aktuellen Strompreisen übers Jahr auf ein stattliches Sümmchen. Laut der Deutschen Energie-Agentur kommen bei einer vierköpfigen Familie bis zu 115 Euro nur für den Standby-Betrieb zusammen. Viele moderne Netzwerkgeräte wie etwa Streaming-Boxen, WLAN-Router oder Multiroom-Audioanlagen benötigen für ihren Bereitschaftsmodus sogar deutlich mehr Energie. Noch größere Energieschlucker sind etwa der Kühl- oder Gefrierschrank, Radiatoren oder eine Dauer-Raumbeleuchtung mit normalen Glühbirnen.

Erst messen, dann fernsteuern

Den Energieverbrauch im Haus zu messen und auszuwerten, ist der erste Schritt, um Stromfresser zu entlarven. Schon die Elterngeneration hatte dafür Zwischenstecker mit Energiemonitor, mit denen man den Verbrauch aller möglichen Geräte einzeln messen und addieren konnte. Heute funktioniert das Ganze wesentlich einfacher, denn immer mehr Smart-Home-Systeme messen – meistens ganz nebenbei – den Verbrauch zentral und übergreifend. Schließlich gehört es zu ihrer Hauptaufgabe, elektrische Verbraucher ein- und auszuschalten, sei es ferngesteuert oder per Datenleitung. Die ferngesteuerten Schalter wiederum melden ihren Zustand an die Smart-Home-Zentrale zurück, viele darunter geben dabei auch den Energiefluss an die Zentrale weiter. Diese Daten werden dann einzeln anzeigt oder gesammelt und über einen längeren Zeitraum ausgewertet. Solche Mess- und Schalt-Zwischenstecker sowie ein einfaches Auswertungstool gehören etwa zu devolo Home-Control oder dem Smart-Home-System der Deutschen Telekom. Letzteres nutzt allerdings unterschiedliche Zwischenstecker: Einige Modelle schalten nur, andere messen dabei auch den Strom.

Statistik aus der Devolo App

Alle Verbraucher auf einen Blick

Der Haken an dieser Messmethode: Sie erfasst nur die elektrischen Verbraucher, die über Funk-Zwischenstecker ans Stromnetz angeschlossen sind. Kühlschrank, Waschmaschine oder die Audio-Video-Anlage lassen sich auf diese Weise prima erfassen, die fest verkabelte Wohnungsbeleuchtung oder der Backofen bleiben bei der Auswertung aber außen vor. Das Steuerungssystem RWE SmartHome hat dagegen keine Mess-Zwischenstecker, kann aber den gesamten Stromverbrauch im Haushalt überwachen. Spezielle Funk-Auslesegeräte erfassen den Verbrauch am Stromzähler und melden ihn an die RWE-SmartHome-Zentrale. Mithilfe einer speziellen App für das System sind auch hier Auswertungen möglich, die sich aber stets auf den Gesamtverbrauch beziehen – einzelne Verbraucher lassen sich hier nur erahnen.

RWE Powermeter

Recht detaillierte Auswertungen sind mit dem Smart-Home-System von Digitalstrom möglich. Die Technik des Schweizer Herstellers basiert auf der Datenübertragung via Stromleitung. Dazu wird im Sicherungskasten des Hauses ein sogenannter Digitalstrom-Meter eingebaut, der Befehle in den jeweiligen Stromkreis einspeist und gleichzeitig den Energieverbrauch misst. Die zugehörige Steuerungssoftware sammelt die Verbräuche aller Stromkreise, analysiert sie über längere Zeiträume und kann nach Räumen aufgeschlüsselt anzeigen, wann wie viel Energie verbraucht wurde. Das Smart Home à la Digitalstrom ist allerdings kein Fall für Selbermacher, da der Digitalstrom-Meter von einem ausgebildeten Elektriker installiert werden muss.

Die statistische Auswertung bei Digitalstrom

Praktisch an allen Smart-Home-Messmethoden: Stromhungrige Dauerläufer wie Multiroom-Anlagen und andere Netzwerkgeräte können über das selbe System ferngesteuert deaktiviert werden. Per Zeitplan lässt sich etwa das Audio-Videoequipment nachts oder bei Abwesenheit aller Bewohner abschalten.

Smappee erkennt Verbraucher automatisch

Wer mit Smart-Home-Systemen wenig anfangen kann, seine Energieverbräuche aber trotzdem detailliert untersuchen möchte, sollte einen Blick auf Smappee werfen. Dieser vernetzte Energiemonitor misst den Stromverbrauch des gesamten Haushalts mithilfe kontaktloser Messklemmen zentral am Sicherungskasten und kennt dennoch den Energiehunger einzelner Verbraucher. Das Geheimnis: Smappee ist ein selbstlernendes System, das – laut Hersteller – Verbraucher wie etwa die Raumbeleuchtung, den Kühlschrank oder die Audio-Video-Anlage anhand typischer Nutzungszeiten und Lastverläufe aus dem Gesamt-Stromverbrauch herausfiltert. Die zugehörigen Berechnungen erledigt ein cloudbasiertes Auswertungssystem, das vom Messgerät per WLAN mit Daten gefüttert wird. Bei seiner Analyse erkennt Smappee auch das Grundrauschen an Standby- und Dauerverbräuchen. All diese Erkenntnisse bereitet das System auf und präsentiert sie dem Nutzer über die zugehörige App oder den Webzugang am Computer. Um Energie zu sparen, kann Smappee auch spezielle Funksteckdosen schalten und so Verbraucher nach Bedarf vom Netz trennen. Dank der cloudbasierten Auswertung lassen sich diese Geräte auch von außerhalb fernsteuern. Zum Starterpaket für rund 200 Euro gehört bereits ein „Comfort Plug“, weitere sind in Dreier- oder Sechserpacks für knapp 35 beziehungsweise 60 Euro zu haben.

Smappee mit verschiedenen Anwendungen in der App

Für Besitzer einer Photovoltaik-Anlage ist Smappee für rund 300 Euro in einer erweiterten Version zu haben. Sie ermittelt neben dem Energieverbrauch auch den erzeugten Sonnenstrom und kann damit Verbraucher etwa bei hohem Ertrag automatisch aktivieren. Zudem soll sich dadurch auch der Eigenverbrauch des Sonnenstroms optimieren und damit weiteres Geld sparen lassen.

Neben Smappee gibt es weitere zentrale Mess- und Auswertungssysteme, beispielsweise von Smart-Cost, die den Stromverbrauch ebenfalls am Sicherungskasten erfassen, anzeigen und auf Wunsch über eine Software am Computer auswerten. Diese Lösungen werden häufig von Energieberatern eingesetzt, um zunächst die Lastprofile von Kunden zu erfassen und dann gezielt auf die Suche nach Einsparpotenzialen gehen zu können.

E2-Strommonitor von Smart-Cost

Fazit

Eine vernetzte Analyse des Stromverbrauchs hilft auf jeden Fall dabei, unnötige Stromschlucker zu finden und abzuschalten. Sie schärft aber auch den Sinn für den Energieverbrauch im Haushalt und trägt dazu bei, bewusster mit dem teuren Gut umzugehen. Durch eine direkte Umrechnung des Verbrauchs in Euro und Cent schützt das Energie-Monitoring obendrein vorm großen Schock bei der nächsten Stromrechnung.

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