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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Smarte Thermostate

Funkstandard oder Insellösung

Welches Heizungsthermostat ist für mich das Richtige? Dieser Artikel soll bei der Entscheidungsfindung helfen.

© Insp. Clouseau / Fotolia

© Insp. Clouseau / Fotolia

Lässt man mal die günstigen (Baumarkt) Thermostate außen vor, bei welchen man lediglich am Gerät selbst einen Zeitplan programmieren kann, so bleibt noch die Wahl zwischen smarten Thermostaten als Stand-alone-Lösung oder man entscheidet sich direkt für den Einstieg ins Smart Home.

Thermostate, welche man via App steuern kann, werden meist über eine eigene Zentrale in das heimische WLAN eingebunden (Beispiel MAX! oder Tado) oder kommen ohne Zentrale aus und verbinden sich via Bluetooth mit dem Smartphone (Beispiel Elgato Eve). Möchte man ausschließlich eine Heizungssteuerung realisieren, so trifft man mit diesen Thermostaten wohl eine gute Wahl. Zeitpläne lassen sich komfortabel per App programmieren und außerdem kann die Temperatur jederzeit und je nach Modell auch von unterwegs aus gesteuert werden. Praktisch, wenn man auf dem Heimweg schon die Komforttemperatur aktivieren kann.

© Chris Bertko / Vor der Anschaffung eines smarten Thermostats sollte man sich ausreichend über das bestehende Angebot informieren.

Möchte man eine gewerksübergreifende Automatisierung von Lichtsteuerung, über Alarmanlage, Türschloss-Steuerung bis hin zur Heizungssteuerung realisieren, wird man bei seinen Recherchen dazu im Internet auch auf Funkstandards wie Z-Wave, Zigbee oder EnOcean, bzw. auf Hersteller Allianzen wie Qivicon und Co. treffen. In den letzten Wochen haben wir hierzu einige Thermostate vorgestellt. In diesem Beitrag werden alle Testberichte in einem Resümee kurz zusammengefasst.

Elgato Eve Thermo

Das Elgato Eve Thermo ist quasi ein Pionier unter den Heizungsreglern. Schließlich war es das erste Thermostat auf dem Markt, welches mit dem Apple Sprachassistenten „Siri“ gesteuert werden konnte. Verbunden wird es per Bluetooth direkt mit dem iPhone und kann dort mit der Elgato Eve oder jeder anderen HomeKit-fähigen App gesteuert werden.

Möchte man die Thermostate auch von außerhalb steuern, so bedarf es einer HomeKit-Zentrale. Hierfür kommt ein Apple TV oder ein iPad – beides in der 4ten Generation oder neuer in Frage.

© Chris Bertko / Elgato Eve Thermo lässt sich von Apple's Siri steuern.

Für Android Nutzer ist das Thermostat schlichtweg unbrauchbar. Nicht nur, dass keine Smartphone-App im Google Playstore existiert – auch lokal am Thermostat lässt sich die Temperatur aufgrund fehlender Anzeige- und Bedienelemente nicht variieren. Als Stand-alone-Lösung und Einstiegsmöglichkeit in das Thema „smarte Heizungssteuerung“ kann es besonders für Apple-affine Technikfreunde eine gute Wahl sein. Für ca. 70 Euro ist das Thermostat derzeit erhältlich.

Weitere Details zum Elgato Eve Thermostat sowie eine Schritt-für-Schritt Installationsanleitung gibt es in diesem Artikel nachzulesen.

Tado

Das Münchner Start-up Tado hat die Messlatte für Heizkörperthermostate in Punkto Design extrem hochgelegt. Schlichter geht es wohl kaum: Gerade mal so groß wie konventionelle Heizungsthermostate und das in einem minimalistischen Design. Weiße LEDs zeigen die eingestellte Temperatur, welche per Drehrad variiert werden kann. Hierbei erhält man zum einen durch ein leises Klacken ein akustisches, sowie auch zusätzlich noch ein haptisches Feedback beim Drehen.

© Chris Bertko / Smart und schlicht: das Thermostat von Tado.

Verbunden werden die Tado-Thermostate mit der Internetbridge, welche im Lieferumfang des Starterkits beiliegt. Aufgrund des verwendeten 868Mhz Band ist die Reichweite höher als die von WLAN und Bluetooth sowieso. Die Internetbridge selbst wird per LAN-Kabel mit dem heimischen Router verbunden. Somit sind die Thermostate auch von unterwegs aus regulierbar. Aber nicht nur das: Die Tado-App verfügt über eine Geofencing-Funktion, welche erkennt, wenn der letzte Bewohner das Haus, bzw. die Wohnung verlassen hat und regelt die Temperatur automatisch herunter. Macht sich der erste Bewohner wieder auf den Heimweg, beginnt Tado zu heizen – so, dass die Komforttemperatur erreicht ist, wenn der Bewohner nach Hause kommt.

© Chris Bertko / Mit der Geofencing-Funktion weiß Tado, ob das Haus leer ist und regelt die Temperatur herunter.

Auch wenn die Heizungsthermostate per proprietären Funkprotokoll mit der Internetbridge kommunizieren, so scheint Tado sehr daran interessiert zu sein, die Thermostate mit weiteren Automatisierungssystemen zu vernetzen. So hören die Tado-Thermostate bereits auf den Sprachassistenten Alexa und lassen sich über den Dienst IFTTT mit vielen weiteren Smart Home und Webdiensten verbinden. Auch an einer HomeKit-Integration arbeite man – so, dass sich die Thermostate auch bald via Apple Siri befehligen lassen.

Erhältlich ist das Starterkit ab ca. 199 Euro. Einzelne Thermostate können ab 79 Euro nachgekauft werden. Alle Details zum Tado-Heizungsregler und dessen Funktionen haben wir bereits zusammengefasst.

eCozy

Das erste Heizungsthermostat mit Touchscreen-Display hört auf den Namen eCozy und kommuniziert per Zigbee mit seiner Zentrale. Somit ist eCozy eine elegante Lösung für all jene, welche zunächst nur eine Heizungssteuerung suchen, aber für die Zukunft gerüstet sein möchten, wenn aus der Heizungslösung ein größeres Smart Home Projekt wird.

Dank dem Zigbee-Funkprotokoll sind die eCozy-Thermostate mit vielen Smart Home Zentralen kompatibel, welche diesen Standard integrieren. Somit kann das eCozy-Thermostat zum Beispiel an die Zentrale von Schwaiger angelernt werden oder an der Zipabox bzw. dem Zipatile und ist auch mit den homee-Würfeln kompatibel. Auch eine Integration in die Qivicon-Zentrale und dem WiButler soll folgen, sowie in den TP-Link Smart Home Router – wenn er denn dann mal im deutschen Markt verfügbar ist.

© Chris Bertko / Thermostate von eCozy lassen sich ganz leicht in Smart Home Systeme einbinden.

Wer die Thermostate mit der eCozy eigenen Zentrale verwendet, kann nicht nur Heizpläne anlegen und das Thermostat per App steuern, sondern kann auch auf viele weitere Funktionen zurückgreifen wie: Thermostat Locks (lokale Sperre – Ideal bei Kleinkindern), Antifire Modus (erkennt schnell ansteigende Temperatur im Raum) und den „Warm Up Modus“. In diesem ermittelt die App den aktuellen Standort über Geofencing Funktion und berechnet die voraussichtliche Zeit für den Heimweg. Mithilfe dieser Parameter wird das Heizungsventil so geöffnet, das die Wunschtemperatur bei Ankunft zuhause erreicht ist.

Wird das eCozy-Thermostat zusammen mit einem anderen Smart Home Gateway verwendet, so sind die Funktionen von dem jeweiligen Gateway abhängig.

© Chris Bertko / Das Starterkit von eCozy ist für unter 200 Euro erhältlich.

Für das kleinste Starterkit mit einem eCozy-Thermostat und der Central Unit werden 179 Euro fällig, für das große Set mit drei Thermostaten und der Zentrale sind es schon 299 Euro. Für die einzelnen Thermostate zum Nachkauf oder für all jene, welche das Thermostat an Ihrem Zigbee-fähigen Smart Home Gateway verwenden wollen, werden 69 Euro fällig. Mehr Informationen zum eCozy-Touchdisplay Thermostat gibt es gibt es in diesem Artikel.

Danfoss LC-13

Wenn Licht-, Türschloss-, Alarmanlage, die Heizungssteuerung und vieles mehr miteinander kommunizieren können, so bringt diese gewerkeübergreifende Lösung natürlich etwas mehr Komfort gegenüber den Einzellösungen mit sich. So kann das Smart Home aufgrund der Anwesenheit entscheiden, ob es den Alarm auslöst wenn ein Fenster geöffnet wurde, oder wenn die Bewohner zuhause sind die Heizung senkt, damit während des Lüftens nicht „für draußen geheizt wird“.

Das RFID Pad an der Tür kann dann nicht nur den Alarm scharf schalten, sondern auch alle Heizungen im Haus können um einige Grad die Temperatur senken – schließlich ist niemand mehr im Haus wenn der Alarm scharf gestellt wurde.

Eine Möglichkeit, für solch eine gewerkeübergreifende Automatisierung sind Smart Home Systeme mit dem Z-Wave Funkstandard. Vor allem ein Heizungsthermostat sticht in der Z-Wave-Welt heraus - das Danfoss LC-13. Teilweise wird es auch unter anderen Brands und Marken vertrieben – aber stets im identischen schlichten Design. Eine lokale Steuerung ist über zwei Tasten an der Front möglich und die aktuell gesetzte SOLL -Temperatur wird über ein kleines Display angezeigt.

© Chris Bertko / Gerade zur kalten Jahreszeit sind smarte Thermostate eine sinnvolle Ergänzung des Smart Home.

Die Temperatur kann über die Apps der jeweiligen Smart Home Zentralen variiert werden und Heizpläne werden über die Konfigurationsoberflächen der jeweiligen Smart Home Zentralen erstellt. Wie dies bei einigen Z-Wave-Zentralen aussieht, habe ich in diesem Beitrag aufgeschlüsselt.

Fazit

Wer jetzt zur kalten Jahreszeit den Komfort erhöhen- und in smarte Thermostate investieren will, der sollte sich zunächst die Frage stellen: „Einzellösung oder Standard“.

Möchte man ausschließlich die Heizung „smart“ machen, so ist man nicht nur preislich mit den Einzellösungen gut bedient. Hier unterscheiden sich die Thermostate dann noch in extra Funktionen wie Geofencing oder Sprachsteuerung, was auch im Preis zu Buche schlägt.

Zählt man sich selbst zu den „Technik verliebten“ und liebäugelt mit mehr smarter Technik, der sollte von vornherein auf Standards wie Z-Wave oder Zigbee setzen, um die Thermostate später in einem Smart Home System verwenden zu können.

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