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Smart Home

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Title: Energie sparen
Smart Home Zukunft

Preisentwicklung im Smart Home

Ist Smart Home immer noch das teure Luxus Add-On für die eigenen vier Wände? Und wo geht der Preistrend in Zukunft im Bereich Smart Home hin?

© Maxim_Kazmin / Fotolia

© Maxim_Kazmin / Fotolia

Immer noch assoziieren viele das Wort Smart Home mit Luxus und einem teuren Komfort Add-On für die eigenen vier Wände, welches nur bei Neubau oder Kernsanierung durch aufwändiges Kabelverlegen installiert werden kann. Aber längst sind diese Zeiten überholt, in denen nur Busverkabelungen, wie zum Beispiel KNX die eigenen vier Wände intelligent gemacht haben. Inzwischen ermöglichen Funkverbindungen die Kommunikation von Sensoren und Aktoren im Smart Home und haben den Markt für Mieter und Nachrüster geöffnet.

Klar, dass viele etwas von diesem Kuchen abhaben wollen und so drängen immer mehr Hersteller auf diesen Markt. Doch wie sagt ein Sprichwort so schön? „Konkurrenz belebt das Geschäft“. So finden die unterschiedlichsten Hersteller, mit den verschiedensten Backgrounds in den Smart Home Markt, was dazu führt, das viele jene Funksysteme nutzen, in denen sie die größte Kompetenz haben. Warum soll beispielsweise ein Hersteller aus dem Festnetztelefonie-Bereich auf einmal etwas anderes als DECT Funk machen? Letztendlich resultiert aber genau daraus das babylonische Sprachgewirr im Smart Home Markt. Und es gibt keine Regierung oder Organisation, welche einen einheitlichen Smart Home Funkstandard vorschreibt.

Trotz der verschiedenen, meist nicht kompatiblen Funksysteme stehen alle Hersteller doch irgendwie im Wettbewerb und buhlen um die Gunst der Kunden. Neben dem Punkt „Einfachheit“ ist dabei vor allem der Preis entscheidend, um eine breite Kundenmasse zu erreichen. Doch wo geht die Preisentwicklung im Smart Home hin? Wir haben uns deshalb mit dem Thema etwas genauer auseinander gesetzt.

Homematic - Pionier im Smart Home

Einer der ersten sichtbaren Smart Home Anbieter im deutschen Markt war der ostfriesische Hersteller eQ3. Mit Komponenten und Sensoren zwischen 40 Euro - 100 Euro fand sich schnell eine Community an Tüftlern und Bastlern um die Homematic Produkte, welche das Thema Heimvernetzung vorantrieben.

© Homematic / Startersets erleichtern den Einstieg ins Smart Home.

Bis heute gibt es das Homematic System, welches laut eigenen Angaben des Herstellers inzwischen zu Europas führenden Smart Home Systemen gehört. Mit der neuen Generation „Homematic IP“  hat man vor allem in puncto Design und Einfachheit noch einmal deutlich zugelegt.

Bei wachsendem Interesse der Nutzer für das Thema, fanden sich natürlich auch schnell andere Hersteller, die teils auf eigene, proprietäre Lösungen setzen, oder auf bestehende Funkstandards aufbauten. So zum Beispiel Gigsaset, welche für ihr System den DECT Funk nutzen und nicht zu vergessen der Routermarktführer AVM. Auch er verwendet das DECT Protokoll in seinem FRITZ!smart Geräten. Auch hier liegen die Komponenten im Bereich um die 40 - 60 Euro, je nach Sensor oder Aktor.

Wettbewerb innerhalb von Standards

Schnell wurde klar, es braucht herstellerübergreifende Kompatibilität im Smart Home – lies: Standards. So bildeten sich viele Herstellerz-Zusammenschlüsse, Konsortien und Allianzen heraus. Wie zum Beispiel die EnOcean Alliance, DECT ULE Alliance, ZigBee Alliance, Z-Wave Alliance und so weiter. Damit zieht man gemeinsam an einem Strang und ist Wettbewerber zugleich. So macht zum einen jeder dass, was er am besten kann. Getreu dem Motto: „Schuster bleib bei deinen Leisten“. Doch zum anderen gibt es ein paar Geräte, die jeder im Portfolio hat, wie zum Beispiel schaltbare Energiemess-Steckdosen, Bewegungsmelder, Tür-/ Fensterkontakte und so weiter. 

 © ULE Alliance / Funknetze im Vergleich: links Baumarktfunk, mittig DECT, rechts WLAN.

Hier stehen die Hersteller bei jedem einzelnen Gerät im direkten Wettbewerb zueinander, denn schließlich sind diese allesamt untereinander kompatibel. Einen Pferdefuß haben diese Herstellerallianzen jedoch: In der Regel gibt es eine zentrale Stelle bei denen die Hersteller ihre Funkchips einkaufen müssen. Damit ergibt sich quasi ein Monopol inmitten der Allianz.

Billiger geht’s immer

So eine Steckdose für 50 Euro, nur damit man sie per App ein- und ausschalten kann? Das klingt schon recht teuer, denkt man nur an die Baumarkt-Steckdosen für um die 5 Euro. Und auch diese gibt es im Smart Home. Einige Hersteller verwenden den 433MHz Funk für ihre Geräte. Das ist genau jene Frequenz, welche auch Babyphones, analoge Wetterstationen und die altbekannten Baumarkt-Steckdosen verwenden. Jeder, der schon einmal versehentlich mit seiner Baumarkt-Steckdosen-Fernbedienung die Weihnachtsbeleuchtung des Nachbarn ausgeschaltet hat, kann sich vorstellen, wie gut die Verschlüsselung ist. Es gibt schlichtweg keine.

Es gibt natürlich Anwendungsbereiche für die das ausreichend ist. Doch, ob man das ganze Smart Home damit vernetzen möchte sei mal dahin gestellt. Hier spart man dann wohl am falschen Ende.

Aber auch im Bereich WLAN tut sich so einiges. Der größte Vorteil: es bedarf keiner eigenen Smart Home Zentrale, denn der Smart Home Router ist in den meisten Haushalten schon vorhanden. Nicht nur Belkin, D-Link, Ednet und Co. setzen auf WLAN, auch immer öfter bieten die Discounter hierzulande die WLAN Steckdosen ab 20 Euro an. 

Aber auch Systeme aus Übersee drängen immer mehr in diesen Markt und erreichen aufgrund des günstigen Preises eine breite Masse an Enthusiasten, die damit ihre vorhandenen Geräte smart machen möchten. Solche niedrigpreisigen Produkte haben durchaus auch Einfluss auf die generelle Preisentwicklung im Smart Home – wenn auch nicht ausschließlich.

Aber es ist Vorsicht geboten. Nicht all zu oft geht der Preis auch auf die Sicherheit. Durch die offenen Handelsnetze gelangt inzwischen immer öfters Ware aus Fernost auf die hiesigen, virtuellen Handelsplätze. Die Bundesnetzagentur, welche solche Geräte prüft, die hierzulande in Verkehr gebracht werden, kann aufgrund der Fülle nicht immer alle schwarzen Schafe sofort aufdecken. Vor allem im Bereich des Smart Home Standards Z-Wave ist ein Anstieg von Komponenten aus Fernost zu verzeichnen. Das liegt vor allem daran, das Z-Wave zwar je nach Region auf einer anderen Frequenz funkt, diese aber für Europa und China identisch ist. Das kann für Smart Home Kunden hierzulande von großem Vorteil sein und den Markt durch günstige Preise ankurbeln, birgt aber auch Gefahren – vor allem bei Komponenten die in 230V verbaut werden.

Sprachassistenten haben es vorgemacht

Eine wahre Renaissance haben die WLAN Steckdosen erst durch die Sprachassistenten erlebt. Wer wollte schon seine Geräte per Smartphone App steuern? Aber seitdem dies via Google, Alexa und Co. geht, sind WLAN Steckdosen mehr als begehrt.

Und dass Smart Home vor allem über den Preis Massenmarkt-kompatibel wird, das haben vor allem die Sprachassistenten bewiesen. Neben den großen High-End Modellen à la Google Home oder Amazon Echo, waren es vor allem die kleinen Modelle, wie der Google Home Mini oder der Echo Dot, die zum Mitnehmpreis beim Kunden landeten. „Einfach mal ausprobieren“ war hier die Devise. Und was will mal schon falsch machen – gingen diese doch für teilweise unter 30 Euro über die (virtuelle) Ladentheke. 

© Google / Mit Sprachassistenten im Mini-Format ist ein schneller und einfacher Einstieg ins Smart Home möglich.

Und so können wir uns sicher sein, dass die Preise der Smart Home Komponenten weiter fallen werden. Denn jeder Markt beginnt mit den Early Adoptern und erreicht ab dem passenden Preispunkt die breite Masse. Wir Kunden dürfen uns also auf smarte Zeiten freuen!

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