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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Teil 2: Schnelle Lösung

Smart Home: Einstieg leicht gemacht

Der Markt wächst und wächst – das macht die Orientierung nicht gerade leicht. Wir geben eine Übersicht.

Tablet mit darüber schwebenden Smart Home Hologrammen

© vege / Fotolia.com

So unterschiedlich die Ansprüche und Bedürfnisse an das intelligente Zuhause sind, so verschieden und vielfältig sind auch die Lösungen, die die Hersteller anbieten. Das haben wir bereits im ersten Teil dieser Artikelserie beleuchtet. Hinzu kommt, dass der Markt derzeit boomt und sich sehr schnell weiterentwickelt. Fast wöchentlich stellen Anbieter von Smart-Home-Technik neue Geräte und damit neue Möglichkeiten vor. Dennoch möchten wir versuchen, einen umfassenden Überblick über aktuelle Systeme zu liefern. Der Fokus liegt dabei auf Lösungen, die Nutzer selbst und ohne Unterstützung eines Fachmanns in Betrieb nehmen können.

Der kürzeste Weg zum Smart Home

WeMo Insight Switch

Eine der einfachsten Möglichkeiten, ein Home smart zu machen, ist wohl der Zwischenstecker mit Funkanbindung, der sogenannte Smart Plug. Anwender schalten daran angeschlossene Geräte per Smartphone ein- oder aus, geben einen Zeitplan vor und lassen gleichzeitig noch den Stromverbrauch messen. Sehr viele Hersteller bieten solche Stecker an. Doch gerade Anwender, die wenig Wert auf Erweiterbarkeit und Kompatibilität mit anderen Systemen legen, sich dafür aber die Installation einer Steuerzentrale sparen und schnell zu einem Ergebnis kommen möchten, können einen Blick auf den WeMo Switch von Belkin (um 55 Euro) werfen. Dieser nimmt per WLAN Kontakt zum WLAN-Router auf, den ohnehin fast jeder zu Hause hat. Auf diese Weise bedient man die Steckdose per Smartphone- oder Tablet-App übers heimische WLAN oder von unterwegs übers Internet

Der WeMo Insight Switch sendet sogar Nachrichten auf das Handy, wenn beispielsweise das angeschlossene Gerät keinen Strom mehr zieht. So wissen Nutzer, wann etwa die Waschmaschine fertig ist, ohne ständig selbst danach schauen zu müssen. Belkin hat zudem LED-Glühbirnen, Überwachungskameras und weitere Sensoren im Sortiment. Diese lassen sich ebenfalls per Smartphone steuern und setzen lediglich WLAN voraus.

Auch die smarte Steckdose von AVM, die Fritz!DECT 200 um 45 Euro, setzt einen Router voraus – aber es muss eine Fritz!Box sein. Und mit dieser funkt der Smart Plug nicht per WLAN, sondern per DECT. Der Standard ist vor allem von schnurlosen Festnetztelefonen bekannt.

WLAN und DECT als smarte Exoten

Auf DECT basiert auch die Smart-Home-Lösung von Gigaset. Das ist naheliegend, ist der Hersteller doch gerade für seine Schnurlostelefone bekannt. So bietet Gigaset ein Einsteigerpaket, wie es auch viele andere Firmen tun. Das „ elements safety Starter Kit“ (um 160 Euro) besteht aus der Basisstation, die mit dem WLAN-Router verbunden wird, sowie einem Bewegungs- und Türsensor. Diese registrieren, wenn sich jemand innerhalb der Wohnung bewegt beziehungsweise wenn jemand die Wohnungstür öffnet. Ist das der Fall, leitet die Basis eine entsprechende Meldung via App auf das Smartphone des Nutzers. So weiß man auch unterwegs, ob gerade jemand die eigenen vier Wände betritt – gewollt oder nicht.

Starterpaket Gigaset Elements

WLAN und DECT gehören zwar zu den weit verbreiteten Funkstandards, doch für die Heimautomation kommen sie bislang selten zum Einsatz. Vor allem WLAN hat den Nachteil, nicht besonders energiesparend zu sein – schlecht für Smart-Home-Geräte ohne Netzanschluss. Stattdessen etablieren sich langsam, aber sicher Standards, die besser geeignet sind und von vielen Herstellern unterstützt werden. Einer davon ist Z-Wave. Systeme, die dieses Protokoll nutzen, sind prinzipiell miteinander kompatibel, sodass man seine Installation vor Ort mit Geräten anderer Hersteller erweitern kann. Eine Garantie für ein reibungsloses Zusammenspiel gibt es jedoch nicht, im Zweifel hilft nur ausprobieren. 

Ein wahrer Protokoll-Dschungel

Ein Hersteller, der auf Z-Wave setzt, ist Fibaro. Der Aufbau mit einer Basis als Steuerzentrale gleicht dem Setup der meisten anderen Anbieter. Die „Home Center Lite“ Zentrale kostet um 500 Euro. Darüber steuern Anwender die vielen einzelnen Geräte wie Zwischenstecker (um 60 Euro), Tür- und Fensterkontakte (um 50 Euro), Überschwemmungssensor (um 60 Euro), Rauchmelder (um 63 Euro) oder Lichtdimmer (um 60 Euro). Praktisch ist, dass diese Geräte auch miteinander kommunizieren können: Registriert beispielsweise der Türsensor, dass jemand hereinkommt, geht das Licht an; erkennt der Überschwemmungssensor ein Leck in der Waschmaschine, schaltet die Funksteckdose die Maschine ab. Laut Hersteller lassen sich dank Z-Wave Geräte von über 300 anderen Anbietern integrieren, um das Smart Home zu erweitern.

Fibaro Home Center

Etwas Ordnung ins Protokollchaos möchte die Deutsche Telekom mit dem Qivicon-Projekt bringen. Die „Home Base“ genannte Steuerungseinheit (um 120 Euro) unterstützt von Haus aus das Protokoll HomeMatic, Hersteller wie eQ-3 und Miele bieten entsprechende Geräte an. Letzterer hat etwa Backöfen, Dampfgarer, Kochfelder, Kühlschränke und Dunstabzugshauben im Programm. Über einen optionalen USB-Stick erweitert man die Basisstation auf Wunsch um das ZigBee-Protokoll, das in der Smart-Home-Welt ebenfalls weit verbreitet ist. So bindet man entsprechende Geräte weiterer Hersteller in das intelligente Heim ein. Die Macher von Qivicon listen beispielsweise die smarten Lampen von Osram sowie Zwischenstecker und Bewegungsmelder von Bitron auf.

Auf einen Blick: So wählt man die richtige Smart-Home-Lösung

  • WLAN-Systeme eigenen sich, wenn man wenig Wert auf Erweiterung legt, aber die Geräte schnell installieren und nutzen möchte
  • DECT (und auch Bluetooth) gehören noch zu den Exoten auf dem Smart-Home-Markt, daher ist man für Erweiterungen auf wenige Hersteller angewiesen
  • Systeme mit Z-Wave oder ZigBee versprechen Kompatibilität, so dass man das Smart Home auch mit Geräten anderer Hersteller erweitern kann
  • Die Auswahl der passenden Lösung hängt stark von den eigenen Bedürfnissen und Vorstellungen von einem smarten Zuhause ab

Fazit

Es gibt noch viele weitere Anbieter von Smart-Home-Geräten wie etwa RWE, Devolo oder tapHome. Der Markt ist riesig und wächst weiter. Wer jetzt ins Smart Home einsteigen möchte, sollte darauf achten, dass der Anbieter die passenden Geräte für die eigenen Bedürfnisse im Sortiment hat und das System später leicht erweitert werden kann. Das hängt insbesondere mit der Kompatibilität zu anderen Herstellern zusammen. Ein Protokoll – wie ZigBee oder Z-Wave –, das möglichst viele Firmen unterstützen, ist dabei von großem Vorteil.

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