Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Bequem steuern

Smart Home Systeme: Die Apps im Vergleich

Bewährte Methoden werden oft zum Standard. Gibt es im Smart Home auch schon solche „Best Practices“?

© Smart Wohnen

© Smart Wohnen

Vom Windows-PC kennt man es und vom Mac auch. Um ein Fenster zu schließen, befindet sich immer oben rechts das rote „X“. Das hat sich bei den Nutzern so durchgesetzt, und ist immer gleich, egal ob Windows, Mac oder Linux. Doch was ist mit Smart Home Apps? Gibt es auch da schon Erfolgsrezepte? Zwar soll unser Zuhause „smart“ werden und Vieles automatisch funktionieren, dennoch ist die Smart Home App des Anbieters bzw. des Smart Home Systems wichtig, wenn nicht sogar ausschlaggebend beim Kauf. Mit ihr muss der Nutzer zurechtkommen, hier muss er schnell navigieren können. Wie sind die Apps aufgebaut? Das wollte ich mir anschauen und vergleiche in diesem Artikel ein paar Smart Home Apps der verschiedenen Anbieter. Bei der Auswahl kamen nur Gesamtlösungen in Frage – keine Appcessories. Die Auswahl ist keine Wertung zur aktuellen Marktstellung der Systeme.

Fibaro Smart Home App

Fibaro trumpft vor allem mit Design auf, und mit der Liebe zum Detail. Manchmal leider mit zu viel Detail, aber dazu gleich mehr. Der designaffine Hersteller von Z-Wave-basierten Smart Home Produkten bietet gleich zwei Gateways an: Das „kleine“ Fibaro Home Center Lite, sowie auch das Fibaro Home Center 2. Die hauseigene App kann für beide Systeme genutzt werden.

Hier navigiert man zuerst durch Kategorien (Licht, Klima, Jalousien, Alarm, Kameras...), danach muss man den jeweiligen Raum auswählen. So hat man leider nicht die Möglichkeit, sich alle Türen und Fenster bzw. Lichter oder Komponenten eines anderen Raums anzeigen zu lassen. Man hat aber die Möglichkeit, über den Menüpunkt „Räume“ alle Geräte eines Raums zu sehen. Diese Geräte lassen sich nur über die Weboberfläche den Räumen zuordnen, die Smartphone-App erlaubt dies nicht. 

Quelle: Chris Bertko

Navigiert man über die Kategorie „Lichter“, so wird anhand eines gelben Punkts an dem jeweiligen Raum signalisiert, wenn in diesem eine Lampe eingeschaltet ist. Eine nette Funktion hat man sich bei Fibaro einfallen lassen, indem man alle Lichter in einem Raum durch einen „Wisch“ über das Raum-Icon ausschalten kann. Angeordnet sind alle Geräte als Kacheln, eine Listenansicht gibt es nicht. Alle Informationen über Zustand, aktuellen Verbrauch, Temperatur etc. finden sich in dieser Kachel. Die Geräte-Icons lassen sich auf der Weboberfläche individuell mit eigenen Grafiken ersetzen, welche dann auch in der Smartphone App dargestellt werden. Das ist sehr wichtig, denn bei einigen der von Fibaro vorgegebenen, verspielten Icons lassen sich die unterschiedlichen Zustände des Gerätes nicht erkennen. Stichwort: Fibaro Wall Plug Steckdose. Hier war die Liebe zum Detail größer als die Usability.

Szenen können über die App gestartet oder gestoppt werden. Das Erstellen geht nur in der Weboberfläche. Für die iOS- und Android-App stehen zudem „Widgets“ zur Verfügung. So kann per Schnellzugriff, ohne die Fibaro App öffnen zu müssen, eine Szene gestartet werden. Bis zu vier Szenen können im Widget hinterlegt werden.

Homematic

Der ostfriesische Hersteller eQ-3 ist vor allem ein Pionier in Smart Home Hardware. So kommen neben MAX! auch die Komponenten für das RWE Smart Home von Ihm. Für das hauseigene Smart Home System „Homematic“ hat der Hersteller leider keine eigene App parat. Dafür gibt es aber eine Handvoll Drittanbieter-Apps, wie zum Beispiel „Pocket Control“ (Download-Link siehe unten). Sie kostet zwar 25,99 Euro – hat aber einige Funktionen an Board.

Neben einem schlichten Flat-Design wartet die App mit einer genialen Dashboard Übersicht auf. Sind Lichter im Haus eingeschaltet, so zeigt das ein kleines Symbol in der Haus-Grafik direkt an. Ebenso, wenn Fenster oder Türen geöffnet sind.

Quelle: Chris Bertko

Darunter werden die Räume mit der aktuellen Raumtemperatur in einer Listenansicht angezeigt. Die Kategorie „Ansichten“ ist frei variierbar. Hier kann man beliebig viele Ansichten definieren und diesen entsprechende Geräte zuweisen. Hier könnte man die Kategorie zum Beispiel nach Räumen gestalten, oder eine Ansicht erstellen, die den Status aller Türen/Fenster anzeigt.

Ein tolles Zusatz-Feature: Man kann über eine Option in der Liste nur Geräte anzeigen lassen, die auch eingeschaltet sind. So sieht man zum Beispiel sehr schnell auf einen Blick, welche Lichter noch an oder welche Türen geöffnet sind.

Almond

Auch bei Almond geht man den Weg der Listenansicht im Flat-Design. Hier kann man im Menüpunkt „Sensoren“ eine Übersicht aller Informationen aus seinem eigenen Smart Home erhalten. Dank der minimalistischen Icons lässt sich der Status der einzelnen Sensoren schnell erfassen.

Auf eine Raumzuordnung verzichtet man im Hause Securify – ein Manko, wenn das Smart Home eine größere Ausbaustufe erreicht. Hier verliert man schnell die Übersicht. Dafür kann man direkt in die Konfiguration jedes einzelnen Gerätes springen, und selbst Szenen lassen sich in der App erstellen. Dies bieten die anderen Smart Home Hersteller in Ihren Apps selten. 

Quelle: Chris Bertko

Devolo

Devolo nutzt die Responsive Funktion ihrer Weboberfläche und packt dies in eine Native App. Vorteil: Man hat immer die gleiche Oberfläche, egal ob man sich via PC/Notebook auf der Oberfläche bewegt oder per Smartphone bzw. Tablet.

Über das linke Aufklappmenü gelangt man zu den verbundenen Geräten und Sensoren sowie auch zu den Szenen, Regeln und Automatisierungen. Diese lassen sich in der App-Version allerdings nicht editieren, sondern nur starten. Schaltet man auf die Browseransicht um, so lassen sich auch Szenen erstellen und editieren. Außerdem gibt das „Haus-Tagebuch“, einen lückenlosen Bericht über alle Zustandsänderungen, Schaltvorgänge und vieles mehr. Das besondere hierbei: Im Logbuch steht auch vermerkt, wenn das Gerät (Beispielsweise das Licht), durch eine Szene eingeschaltet wurde. Dann erscheint der Name der Szene mit in der Zeile des Events.

In der Geräteübersicht arbeitet man bei Devolo mit Kacheln, in denen neben dem Gerätenamen ein Icon und die Information über Zustand oder der Messwert steht. So lassen sich alle Informationen schnell erfassen. Benötigt man weitere Details, kann man auf die Kachel klicken und es öffnet sich eine weitere Ansicht.

Quelle: Chris Bertko

Die Kacheln der Geräteübersicht sind auf PC und Tablet nebeneinander angeordnet, beim Smartphone erscheinen diese aufgrund des kleineren Displays untereinander. Das vermittelt zwar den Anschein einer Listenansicht, durch die Kachelgröße muss man allerdings viel scrollen (abhängig von der Anzahl der Geräte) bis man das gewünschte Gerät oder den Sensor gefunden hat. Abhilfe werden die sogenannten „Multi-Dashbaords“ schaffen. Hier kann sich der Nutzer bis zu sieben Ansichten selbst zusammenstellen. Ähnlich wie in der oben beschriebenen „Pocket-Control-App“ für Homematic kann sich der Nutzer so alle Fenstersensoren oder alle Lampen in einer Liste anzeigen lassen. Dieses Feature steht Devolo-Nutzern voraussichtlich im Mai zur Verfügung.

Zipato

Auch Zipato legt Wert auf das Äußere und zeigt, das eine Smart Home App im Flat-Design und mit Listenansichten schick sein kann. In der linken Seitenleiste kann der Nutzer die Räume und Gerätetypen (Licht, Heizung, Alarm, Tür, Türschloss, Rauchmelder...) auswählen.

Auf der rechten Seite werden dann alle Geräte des entsprechenden Typs aufgelistet. Neben einem minimalistischen Icon wird der Gerätename und dahinter der Zustand bzw. Messwert angezeigt. So erhält man schnell einen Überblick über alle geöffneten Fenster, eingeschalteten Lichter oder den aktuellen Stromverbrauch der verschiedenen Geräte. Die App ist vorrangig zur Gerätesteuerung und zum Abrufen von Informationen vorgesehen, daher können Szenen hier nicht erstellt oder editiert werden. 

Quelle: Chris Bertko

Schwaiger

Schwaiger macht es etwas anders. Das System verfügt nicht wie die anderen hier genannten Smart Home Systeme über eine Weboberfläche, welche hauptsächlich zur Konfiguration des Systems verwendet wird. Das Schwaiger Smart Home System wird über die Smartphone-App konfiguriert, Szenen werden dort erstellt und Geräte von dort gesteuert. Die Hauptnavigation befindet sich in der unteren Leiste. 

Quelle: Chris Bertko

Hier kann sich der Nutzer die Geräte nach ihrem Standort anzeigen lassen (sortiert nach Räumen) oder nach ihrem Typ. Dargestellt werden die Geräte in einer Listenansicht. Um Informationen über Zustand oder Messwert zu erhalten oder das Gerät zu schalten, genügt es, den Gerätenamen anzutippen, der Listeneintrag klappt dann auf.

Weiterführende Einstellungen von Geräten erreicht man, indem man lange auf den Gerätenamen drückt. Es öffnet sich ein verstecktes Submenü – ähnlich einer Expertenansicht. Unter dem Menüpunkt „Szenarien“ können Szenen und Automatisierungen erstellt und aktiviert bzw. deaktiviert werden.

 Die Konfiguration des Systems sowie das Anlernen neuer Geräte erfolgt über den Menüpunkt „Home-Installation“. Durch das minimalistische Design und die klare Menüstruktur findet man schnell die Geräte, die man schalten oder deren Informationen man abrufen will. Das „versteckte“ Submenü ist eine tolle Idee. So ist die App bei der normalen Nutzung nicht überladen, bietet aber bei Bedarf alle Konfigurationsmöglichkeiten.

Für Smart Home Nutzer von Zipato, Fibaro Home Center, MyFox, Vera, ZiBase netatmo, Philips Hue, Sonos und Co. habe ich noch einen App-Tipp: ImperiHome (Download-Link siehe unten). Dies ist eine Drittanbieter App, welche vollständig individualisierbar ist und Geräte der oben genannten Systeme anzeigen und steuern kann.

 

Download-Links zu den vorgestellten Third-Party-Apps: 

Pocket Control: https://itunes.apple.com/de/app/pocket-control-hm-for-homematic/id405436701?mt=8 
ImperiHome: https://itunes.apple.com/de/app/imperihome/id987826098?mt=8

Fazit

Viele Systeme – viele Herangehensweisen. Optisch soll die App schon etwas „her machen“, aber grundsätzlich gilt: Weniger ist mehr!

Auch wenn im Smart Home vieles durch Regeln und Szenen automatisch abläuft, so benötigen wir die Smart Home App vor allem, um Informationen über Zustände von Geräten oder Sensoren abzurufen. Diese Informationen möchten wir schnell finden und möglichst auf den ersten Blick erfassen können. Flat-Designs und minimalische Listenansichten scheinen in die richtige Richtung zu gehen. Noch schneller lassen sich die Informationen natürlich finden, wenn man die Ansichten nach seinen eigenen Bedürfnissen anpassen kann.

Andere Artikel mit Themen: Smart Home, Praxistest, Apps

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück