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Title: Energie sparen
Smart Heizen Ratgeber

So geht Smart Heizen richtig

Der Sommer ist vorbei, zum ersten Mal seit Monaten denkt man wieder an die Heizung. Für Smart Home Fans sollte Smart Heizen aber auch aus anderen Gründen auf der To-Do-Liste stehen. Der Smart Heizen Ratgeber zeigt den Stand der Dinge beim Smart Heating und wie man die Heizung smart macht.

iStock.com/AndreyPopow

Smart Heizen

Zugegeben, im Smart Home gibt es Bereiche mit mehr Sex-Appeal als die Heizung. Doch smart Heizen (Smart Heating) ist trotzdem eine interessante Sache, denn es drängt sich aus anderen Gründen auf: Nirgendwo sonst lässt sich im Smart Home so viel Geld sparen. Wie viel genau, ist eine individuelle Sache und hängt auch wesentlich davon ab, wie weit man das Spiel mit Smart Heizen treibt. Die Anbieter smarter Heizungskomponenten sprechen optimistisch von bis zu 30 Prozent Ersparnis, skeptische Verbraucherschützer norden sie eher um die 10 Prozent ein. Doch es geht nicht nur um Kosten sparen, auch der Komfort steigt beim Smart Heizen enorm und der Einstieg wird immer einfacher.

1. Komfortabler als Drehregler

Doch auch ohne auch nur einen Gedanken an Smart Heizen zu verschwenden, kann man sparen. Das klappt auch mit dem klassischen Drehregler am Heizkörper, wenn man zum Beispiel nur die Zimmer heizt, die man auch wirklich nutzt und immer brav nachjustiert. Denn jedes Grad weniger senkt die Heizkosten um 6 Prozent. Der Haken an der Sache: Das ständige Nachregeln erfordert Disziplin, weil man zum Beispiel auch beim Lüften die Heizkörper nicht laufen lassen sollte. Die Praxis zeigt: In vielen Haushalten laufen die Heizkörper einfach auf einer Stufe durch und zwar rund um die Uhr, was unter dem Strich zu überheizten Räumen führt. Zwar werden Heizungsanlagen meist in der Nacht zurückgefahren, aber die meisten Menschen bevorzugen dann doch einen angenehm warmen Raum, wenn sie morgens ins Bad gehen oder von der Arbeit nach Hause kommen. Erst dann die Heizung aufdrehen, machen die wenigsten. Hier kann Smart Heizen helfen, weil es damit wesentlich komfortabler möglich ist, Sparziele umzusetzen, etwa durch einen Zeitplan, der die Heizung schon einen Tick früher einschaltet. Noch ausgefuchstere Systeme verwenden Geofencing, werten also für die Heizungssteuerung aus, ob jemand zuhause ist oder nicht oder holen sich Wetterinfos und justieren selbst nach. Und Spaß kommt beim Smart Heizen dann doch auf, wenn man die Heizung per Sprachbefehl steuern kann. Doch man muss das Thema nicht gleich komplizierter machen als es ist, Smart Heizen geht nämlich auch einfach.

©Devolo/ Heizkörperthermostate lassen sich direkt bedienen oder per App oder Automatik steuern.

2. Für wen eignet sich Smart Heizen?

Der größte Irrtum beim Smart Heizen ist zu denken, dass es nur ein Thema für Hausbesitzer ist. Jeder kann smarter Heizen, auch wenn er keinen Zugang zur Heizungsanlage hat. Logischerweise beschränken sich in einer Mietwohnung mit Zentralheizung aber dann die smarten Maßnahmen auf die eigene Wohnung. Wer Herr seiner eigenen Heizung ist, kann zusätzlich an der Heizungsanlage ansetzen, muss das aber nicht machen. Dementsprechend breit sind Angebot und Preisspannen der Komponenten zum Smart Heizen. Das macht das Thema auf den ersten Blick zwar etwas unübersichtlich, erlaubt aber auch den günstigen Einstieg sowie schrittweisen Ausbau.

3. Einfachster Einstieg Heizkörperthermostat

Wie überall im Smart Home stehen auch beim Smart Heizen die Punkte Vernetzung und eine gewisse "Intelligenz" der eingesetzten Geräte im Vordergrund. Sprich, die Regler an den Heizkörpern müssen nicht mehr auf Stufe 2 oder 3 gedreht werden, sondern messen über eingebaute Sensoren die Temperatur und stellen sich selbstständig auf die gewünschten Werte ein. Nutzer stellen die bevorzugte Grad-Zahl dann am Regler selbst ein oder machen das per App bzw. hinterlegen einen Heizplan für Werktage und Wochenende. Das ist der simpelste Einstieg in den Bereich Smart Heizen. Einen Heizungsmonteur muss man dafür aber nicht rufen, denn es werden dabei einfach die klassischen Drehregler abmontiert und durch smarte Regler ersetzt. Mehr als eine Rohrzange braucht man dafür nicht an Werkzeug. Testen kann man das ganz einfach in einem Raum mit einem Heizkörper, etwa im Heimbüro, im Kinderzimmer, Schlafzimmer, Küche oder Bad.

©Eqiva/ Die einfachsten Heizkörperthermostate kommen mit Bluetooth-Steuerung.

4. Heizkörperthermostate mit Bluetooth

Wer es dabei möglichst einfach haben will, greift zu einem Heizkörperthermostat mit Bluetooth, wie dem eQ-3 Heizkörperthermostat. Es gibt auch ein programmierbares Schwestermodell ohne Bluetooth. Als besonders smart geht das aber nicht durch, aber immerhin kann man das Thermostat fest auf eine Temperatur einstellen und auch Heizzeiten festlegen. Der Nachteil ist, dass man diese Arbeiten direkt am Heizkörper vornehmen muss, was bei einem Heizkörper noch vertretbar ist, hat man aber in einem größeren Wohnzimmer drei Heizkörper hängen, ist das richtig viel Arbeit. Einen Regler mit Bluetooth stellt man dagegen ganz komfortabel vom Sofa aus per App ein. Die Verbindung zwischen Smartphone und Thermostat klappt dabei direkt, das bedeutet, es ist keine Zwischenstelle nötig. Fünf Thermostate lassen sich zu einem Raum bündeln. Beim Lüften erkennt das Heizkörperthermostat den plötzlichen Temperaturabfall und dreht automatisch zurück. Grundsätzlich können Sie damit die kompletten Heizkörper in Wohnung oder Haus ausstatten. Ein weiterer Ausbau, etwa das Einklinken in ein ausgewachsenes Smart-Home-System, ist mit dieser Lösung aber nicht möglich.

©Homematic/ Der Einstieg ins Smarte Heizen gelingt immer einfacher mit Starterkits.

5. Einfach loslegen

Grundsätzlich haben die Hersteller verstanden, dass sie die Einstiegshürde so niedrig wie möglich legen sollten. Das macht auch Sinn, denn wer schon einmal bei einem Hersteller in Richtung Smart Heizen losgelegt hat, bleibt meist auch dabei und kauft dann fleißig nach. Von Homematic IP gibt es deshalb ein Easy-Connect Paket, bestehend aus Heizkörperthermostat sowie Fenster- und Türkontakt mit Magnet. Sind Fenster oder Tür geöffnet, wird das dem Thermostat gemeldet und daraufhin die Temperatur runtergeregelt. Die Besonderheit ist, dass das Set grundsätzlich ohne Bridge lauffähig ist. Für größere Vorhaben und auch Smart-Home-Standards wie App-Bedienung lässt es sich später aber auch mit einer Bridge nutzen.

©Schwaiger/ Den Schritt ins echte Smart Home erlauben Bridges, die mit vielen Starterkits geliefert werden.

6. Starter Pack mit Heizkörperthermostaten und Bridge

Überhaupt klappt der komfortabelste Einstieg in das Thema Smart Heizen mit Starterpacks. Die bestehen in der Regel aus mindestens zwei Heizkörperthermostaten und bringen auch eine sogenannte Bridge, auch Smart Home Zentrale genannt, mit. Über die Zentrale werden die Thermostate ins WLAN eingeklinkt und sind damit für App-Steuerung zuhause und auch von unterwegs erreichbar. Meist liegen im Startpaket auch noch Adapterringe für die Montage bei, sodass sich die Thermostate ohne zusätzlichen Baumarktbesuch anbringen lassen. Dann steht der Bedienung per App nichts mehr im Wege. Im Vergleich zur kleineren Bluetooth-Lösung können Nutzer mit einem Starterpack auch gleich weitere Smart-Home-Komponenten in die Waagschale werfen, etwa Fenstersensoren koppeln; auch das läuft über die Bridge. Meldet der Sensor ein offenes Fenster, drosselt sich die Heizung selbständig. Auch zusätzliche Thermostate lassen sich ohne großen Aufwand einbinden, sodass man eine komplette Wohnung oder ein Haus abdecken kann.

©AVM/ Wer eine Fritzbox mit DECT-Basis besitzt, kann diese als Basis nutzen.

7. Fritzbox als Bridge

Wer sich an der zusätzlichen Bridge zum Smart Heizen stört, kann auch eine vorhandene Fritzbox nutzen. AVM selbst bietet zum Beispiel mit FRITZ!DECT 301 einen intelligenten Heizkörperregler an. Die Verbindung erfolgt per DECT-Protokoll (Ultra Low Energie Modus) an die Fritzbox, die wiederum für die Verwaltung der Thermostate zuständig ist und auf Wunsch auch den Zugriff von außen auf das Heimnetz regelt. Diese Lösung bietet sich an, wenn man ohnehin eine Fritzbox mit eingebauter DECT-Basis besitzt und den Gerätepark möglichst klein halten will. Eine Fritzbox extra für die Smart-Home-Vernetzung anzuschaffen, wäre aber zu viel des Guten.

8. Wandthermostate und Fußbodenheizung smart machen

Die smarten Heizkörperthermostate haben jeweils einen Temperaturfühler integriert. So messen sie die Umgebungstemperatur und regeln sich selbstständig auf die gewünschten Werte. Bei kleinen Räumen liegen die Thermostate am Heizkörper und die Raumtemperatur meist nicht weit auseinander, bei offenen Wohnbereichen ist das anders. Hier ist es besser, ein zentrales Raumthermometer zu nutzen, das wiederum die Regler an den Heizkörpern justiert. In Wohnungen, die von vornherein mit Raumthermostaten ausgestattet sind, etwa, weil sie eine Fußbodenheizung eingebaut haben, kann man aber auch recht einfach Smart Heizen. Tado bietet zum Beispiel auch ein Starterpaket für Wohnungen mit Raumthermometer an, das sich einfach nachrüsten lässt. Die Montage ist dabei einen Tick schwerer als bei den Heizkörperthermostaten, mit den beiliegenden Anleitungen sollte das Befestigen und Anschließen aber keine unüberwindbare Hürde sein.

©Tado/ Am meisten Möglichkeiten bieten sich für Nutzer mit Zugriff auf die Heizungsanlage.

9. Ran an die Heizungsanlage

Bis hierher ist das Thema Smart Heizen sehr übersichtlich. Doch in dem Moment, in dem man an die Heizungsanlage ran kann, wird es komplizierter. Das liegt aber weniger an der smarten Heiztechnik, sondern schlicht daran, dass es verschiedene Arten von Heizsystemen gibt, etwa eine Therme, die Heizkörper versorgt, zusätzliche Fußbodenheizungen, Zentralheizung oder Fernwärme. Wer im Mietshaus an einer Zentralheizung hängt, kann hier nichts machen, weil die Heizungsanlage für ihn nicht zugänglich ist. Wie oben beschrieben muss in diesem Fall die Temperatursteuerung über die Räume laufen. Kann man ran an die Therme, macht man sie über eine Erweiterungsbox smart. Diese wird direkt am Heizkessel angeschlossen und verbindet sich mit einem Wandthermostat. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten, eine kabelgebundene Anbindung oder ein Funkmodul. Eine Lösung für alle Heizungen gibt es nicht, sodass Nutzer hier bei der Auswahl aufpassen sollten. Anbieter wie Tado sprechen aber davon, 95 Prozent der Heizanlagen zu unterstützen. Der Königsweg sieht dann so aus, dass auch in allen Räumen an allen Heizkörpern smarte Regler sitzen; hat man eine Fußbodenheizung, gibt es auch in jedem Raum ein Wandthermostat. Dann können Nutzer individuell für jeden Raum die Temperatur steuern. Anbieter wie Tado haben längst bemerkt, dass die meisten Nutzer nicht viel Ahnung von Heizungstechnik haben; dementsprechend einfach gestalten Sie den Weg zum passenden Starterkit und bieten gegen Aufpreis auch einen Installationsservice an.

10. Trends Geofencing und Raumluftqualität

Die Steuerung der Heizung per App bzw. per fest eingestelltem Heizplan gehören zu den Basics. Geofencing und verbesserte Raumluftqualität sind zwei aktuelle Trends. Über Funk-Signale und GPS erkennen smarte Thermostate, ob noch Bewohner im Haus sind oder nicht und regeln danach die Heizung. Noch besser: Die Systeme erkennen auch, ob jemand auf dem Weg nach Hause ist, und schalten sich schon vorab ein, sodass man in die kuschelig vorgeheizte Wohnung kommt. Das Tado Thermostat puzzelt sich für die Ortung Daten aus dem Mobilfunknetz sowie von WLANs und GPS zurecht. Interessant sind auch Zusatzdienste rund um das Heizen. Über die Tado-App gibt es beispielsweise Tipps zur Verbesserung der Luftqualität in Räumen. So gibt es Statistiken und Ratschläge wie sich Gesundheitsrisiken durch Schimmel vermeiden lassen.

©Netatmo / Netatmo bietet bereits Unterstützung für Alexa, Google Assistant und Siri.

11. Sprachsteuerung für die Heizung

Die gute Nachricht für alle Fans von Alexa, Google Assistant und Siri, auch beim Smart Heizen ist Sprachsteuerung durch Assistenten eine wichtige Sache geworden. Wie auch in anderen Smart-Home-Bereichen gehen immer mehr Anbieter dazu über, alle drei Assistenten zu unterstützen. Doch Standard ist das noch nicht, Netatmo ist hier vorne mit dabei. So klappt die Heizungssteuerung auf Zuruf von allen Systemen.

©Eve Systems/ Wer auch sonst breit auf Apple setzt, kommt nur schwer an Eve Thermo vorbei.

12. Smart Heizen: Das richtige System finden

Viele Hersteller buhlen um Kunden im Bereich Smart Heizen, doch wie wählt man das optimale System? Es gibt dafür ein paar Grundregeln, etwa wer schon ein Smart Home System mit einer Bridge besitzt, sollte sich als erstes bei dem Hersteller umsehen, etwa bei Netatmo, Magenta SmartHome oder Innogy. Denn nur dann können Nutzer sicher sein, dass alle Komponenten auch gut zusammenarbeiten. Wer auf der grünen Wiese anfängt, hat natürlich alle Möglichkeiten, was am Anfang ziemlich unübersichtlich sein kann. Die verschiedenen Smart-Home-Standards haben alle Vor- und Nachteile, eine weitere Grundregel lautet, sich Gedanken zu machen, welche Punkte eine smarte Heizung unbedingt erfüllen muss. Braucht man zum Beispiel HomeKit-Integration, weil man auch sonst alles von Apple hat, wäre Eve Thermo eine gute Lösung. An Heizkörpern gibt es nicht viel zu beachten, wer aber die Heizungsanlage smart machen will, sollte sein Modell prüfen und vor dem Kauf sichergehen, dass die eigene Anlage auch unterstützt wird. Wichtig dabei: Es sollte einen groben Plan geben, was neben der Heizung noch an smarten Komponenten Einzug erhalten soll. Am besten wählt man dann ein Produkt, für das es das entsprechende Zubehör aus einer Hand gibt.

Fazit

Smart Heizen muss nicht kompliziert sein. Der Einstieg klappt so einfach wie bei einer Philips Hue Leuchte. Wer nicht selbst Herr über die Heizungsanlage ist, kann mit Heizkörper- oder Wandthermostaten in der Wohnung arbeiten. Eigenheimbesitzer können auch die Heizungsanlage smart machen, müssen diesen Schritt aber nicht gehen. Richtig Spaß machen heute Geofencing, Sprachsteuerung und Mehrwert-Funktionen, etwa zur Verbesserung des Raumklimas. Und ganz nebenbei spart man auch noch Heizkosten.

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