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Effizient Energie sparen

Spart man mit neuer Elektronik wirklich Stromkosten?

Kann man mit neuen Elektronikgeräten Energie sparen? Sicher nicht in allen Fällen. Doch wer einige Tipps beherzigt, ist mit neuer Technik gut beraten…

© AA+W/Fotolia.com

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Es könnte quasi das Unwort des Jahres werden: „Energiespar-Mogelpackung“. Heiße Diskussionen am Stammtisch über das Pro und Contra neuer Geräte befeuern das Thema stets aufs Neue, verschiedene Medienberichte tun ihr übriges. Dabei tut die EU doch alles, um die Energie-Ersparnis mit Hilfe von Labels immer weiter voranzutreiben. Oder doch nicht? Und worauf muss man eigentlich achten?

© Samsung / Ein typisches Energielabel für TV-Geräte: Wichtig sind die Watt- und kWh/annum-Angaben. 

Kann man dem Energie-Effizienzklassen-Label blind vertrauen?

Grundsätzlich dient das Energielabel als schnelle Vergleichsmöglichkeit. Doch nach dem Energielabel A kam A+, A++, A+++, Tendenz steigend, da wird ein Vergleich nicht unbedingt einfacher. Beispiel Kühlschrank: wer heute denkt, dass die Klasse A hier doch sparsam sein müsste, hat die Rechnung ohne den Betriebswirt gemacht, denn A++ verbraucht schon lange nur die Hälfte von A. Neue Kühlschränke der Energie-Effizienzklasse A dürfen sogar bereits seit Mitte 2012 gar nicht mehr verkauft werden.

Bei Fernsehern erfolgt die Einstufung der Energie-Effizienzklasse zum großen Teil anhand der Größe. Ein 80 cm-LED-Fernseher mit 50 Kilowattstunden Verbrauch im Jahr kann also durchaus ebenso als A+-Gerät eingestuft sein wie ein 140 cm-LED-TV-Gerät mit 100 kWh Stromverbrauch. Dazu kommen das individuelle Verhalten des Nutzers und der Aufstellort. Wer täglich 8 Stunden fernsieht und wegen großer Fensterfronten die Bildschirmhelligkeit auf das Maximum setzen muss, zahlt logischerweise mehr Stromkosten als ein Verbraucher, der drei Stunden in einem abgedunkelten Raum im Eco-Mode fernsieht. Ein wirklicher Anhaltspunkt sind eher die Angaben des Watt- und kWh/annum-Verbrauchs auf dem Energie-Effizienzlabel.

© Samsung / Faustregel: große Fernseher mit unter 70 Watt Verbrauch sind sehr sparsam, ab 150 Watt sehr verbrauchsintensiv.

Sind moderne Flachbildfernseher tatsächlich energieeffizienter?

Aktuelle Flachbildfernseher verbrauchen auf den ersten Blick ebenso viel oder mehr Strom als alte. Doch hier muss differenziert werden. Denn mittlerweile sind Standard-Fernseher wahre Giganten. Und wenn man sich mal vor Augen hält, dass ein heutiger 4K-LED-TV mit 140 cm Bildschirmdiagonale ungefähr genauso wenig oder viel verbraucht, wie ein älterer 80 cm-Fernseher, und ein aktueller 80 cm-LED-TV tatsächlich nur noch die Hälfte eines älteren Geräts, ist die Energie-Effizienz durchaus gewahrt.

Die Entscheidung beim Neukauf müsste also lauten: möchte ich spürbar Energie sparen, kaufe ich mir ein gleichgroßes Gerät mit moderner Technik, möchte ich meinen Energieverbrauch effizient gestalten und auf einem ungefähr gleichen Level halten, kann ich zum größeren Gerät greifen. Die Krux: da fernsehen auf einem großen Flachbildschirm mehr Spaß macht, kann es durch verändertes Sehverhalten und genutzte Features wie WLAN-Anbindung trotzdem zu einem höheren Energieverbrauch aufgrund der gesteigerten Nutzung kommen.

 © AEG / Bei veralteten Kühlschränken lohnt es sich auf Geräte der Energieeffizienzklasse A+++ umzusteigen.

Soll ich alte Geräte also lieber schnell durch neue ersetzen?

Hier gilt das klassische Jein. Jedes Gerät verbraucht viele Ressourcen bei der Herstellung und sorgt für jede Menge Schrott bei der Entsorgung. Sehr alte Kühlschränke, Gefriertruhen und Waschmaschinen sollte man lieber durch A+++-Geräte ersetzen, denn hier ist die Energieersparnis direkt bei der nächsten Stromrechnung spürbar und auch die Klimabilanz besser. Und wie sieht es bei Unterhaltungselektronik aus? Wenn das alte Gerät noch voll funktionsfähig ist, steht dem weiteren Betrieb grundsätzlich nichts im Wege.

Eine Ausnahme bilden hier Röhrenfernseher, die in der Regel bis zu dreimal so viel Strom verbrauchen wie moderne LED-Geräte mit sogar noch größerem Bildschirm. Da kann sich ein Neukauf bereits nach kurzer Zeit amortisieren. Grundsätzlich gilt: da Unterhaltungselektronik heute durchschnittlich mit gut einem Viertel am Stromverbrauch eines Haushalts beteiligt ist, lohnt sich das Prüfen des kWh/Jahr-Verbrauchs auf dem Energieeffizienz-Label bei einem Neukauf in jedem Fall.

Fazit

Heutige TV-Geräte verbrauchen auf den ersten Blick genauso viel oder sogar etwas mehr Strom als alte Geräte. Sie sind jedoch deutlich größer und haben weitaus mehr Funktionen, wie etwa eine WLAN-Verbindung. Von einer Mogelpackung kann darum pauschal keine Rede sein. Die Energie-Effizienz ist gemessen an der stark zunehmenden Größe durchaus gut, das Energie-Effizienzlabel darf jedoch nicht auf die A++–G-Skala reduziert werden. Dazu kommt: der Energiefresser Nummer Eins in unserem Leben heißt Bequemlichkeit. Handy, Tablet und Laptop über Nacht an der Steckdose zu lassen, obwohl sie nach wenigen Stunden vollständig geladen sind, kostet unnötig Strom und Geld. Das sollte man auch im Hinterkopf behalten, wenn man die nächste Diskussion zur „Energiespar-Mogelpackung“ in Gang bringt.

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