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Alle Fakten zu DVB-T2

Der Countdown für DVB-T2 läuft

Höchste Zeit für den Umstieg: Am 29. März endet in vielen Regionen Deutschlands die Verbreitung von Fernsehprogrammen über DVB-T.

© Andrey Popov / Fotolia

© Andrey Popov / Fotolia

Der Begriff „Schwarzseher“ bekommt eine Woche vor Ostern eine neue Bedeutung: Wer sein Fernsehprogramm bisher digital über Antenne (DVB-T) empfangen und sich noch nicht um den Wechsel oder einen ganz anderen Empfangsweg gekümmert hat, der wird sinnbildlich in die Röhre schauen – sofern er in den betroffenen Regionen wohnt. Seit einem Jahr schon läuft in Deutschland die sukzessive Umstellung auf den neuen Standard DVB-T2, der viele Vorteile mit sich bringt, aber leider auch Nachteile. Vor allem ergeben sich für die Verbraucher immer noch viele Fragen – die hiermit geklärt werden.

Wer ist von der Umstellung betroffen?

Gut dreieinhalb Millionen Haushalte empfangen das digitale Antennenfernsehen, und nach verschiedenen Umfragen ist gerade mal jeder fünfte Haushalt bereits auf DVB-T2 umgestiegen. Etwa die Hälfte will zum neuen Standard wechseln, ein Viertel ist noch unentschlossen – der Rest denkt über den Wechsel zu einem ganz anderen Verbreitungsweg nach. Für viele Haushalte gibt es also noch einiges zu tun.

Was bringt der neue Standard?

Kurz und bündig: mehr Möglichkeiten, mehr Komfort, mehr Fernsehen. Grob gesagt, kommen vier Mal mehr Pixel auf den Bildschirm, die Bildqualität ist nun endlich zeitgemäß. Das Umschalten geht schneller, der Empfang wird stabiler, und es werden mehr Sender übertragen – auch solche, die bisher in bestimmten Regionen über Antenne nicht verfügbar waren.

Was passiert am 29. März?

Dann wird bundesweit in den wichtigsten Gebieten der komplette Umstieg vollzogen. Siehe Karte des Projektbüros DVB-T2 HD Deutschland: In den vollflächig grün dargestellten Regionen endet an diesem Stichtag die TV-Verbreitung nach dem alten Standard, und im neuen sind dann etwa 40 öffentlich-rechtliche und private Programme zu empfangen.

© Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland / In diesen Regionen wird am 29. März auf DVB-T2 umgestellt.

Darüber hinaus gibt es noch die schraffiert dargestellten Regionen: Hier können 14 bis 17 öffentlich-rechtliche Programme im neuen Standard empfangen werden.

Was ist mit den „nicht-grünen“ Regionen?

Hier geht es erst einmal mit dem alten Standard DVB-T weiter – allerdings nicht mehr lange. Bis November soll der Ausbau in weiteren Regionen und schließlich bis Mitte 2019 in ganz Deutschland abgeschlossen sein.

© Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland / Im November folgen weitere Regionen.

Wie kann man testen, wie die Situation zu Hause ist?

Das Projektbüro bietet auf seiner Info-Seite einen Empfangscheck an: Nach der Eingabe der Postleitzahl bekommt man angezeigt, ob die öffentlich-rechtlichen Programme oder zusätzlich auch die privaten Sender ab dem Stichtag zu empfangen sind – und mit welcher Art von Antenne, denn manchmal reicht eine Zimmerantenne nicht aus.

© Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland / Screenshot Empfangscheck: Die Postleitzahl gibt Auskunft.

Außerdem werden die empfangbaren Sender einzeln aufgelistet. Im Screenshot wurde als Beispiel eine Region im äußersten Westen Deutschlands gewählt.

© Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland / Der Screenshot zum Empfangscheck zeigt welche Sender gesehen werden können.

Müssen die Zuschauer für die Umstellung zahlen?

Leider ja, zumindest indirekt – denn der neue Standard ist nicht abwärtskompatibel, d.h. es wird neue Hardware nötig. Auch sind nicht mehr alle Sender kostenlos empfangbar. Doch wie hoch die Kosten ausfallen, hängt von den persönlichen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Viele DVB-T-Nutzer haben bereits angekündigt, im Sinne deutlicher Einsparungen Kompromisse eingehen zu wollen.

Welche Hardware wird benötigt?

Die schlechte Nachricht: Alle Empfangsgeräte, die ein DVB-T-Modul integriert haben, können zumindest darüber nicht mehr weiterbetrieben werden. Das Gute: Als „Außen-Ersatz“ für das integrierte Modul gibt es schon ab 40 Euro DVB-T2-Receiver, die immerhin den Empfang der öffentlich-rechtlichen Sender ermöglichen. Überhaupt braucht eine solche externe Anschlussbox auch jeder, der einen älteren Fernseher ohne Empfangsmodul betreibt. Normal sind Geräte mit HDMI-Anschluss, aber selbst für Fernseher mit analogem Scart-Anschluss gibt es genügend passende Receiver (dann allerdings ohne bessere Bildqualität). Wichtig ist nur, dass sie das offizielle grüne Logo „DVB-T2 HD“ tragen.

© Initiative DVB-T2 HD / Neue Geräte sollten das offizielle grüne Logo tragen.

Einfacher hat es derjenige, der sowieso gerade vor dem Kauf eines neuen Fernsehers steht. Das Angebot der Flachbildfernseher, die ein passendes Empfangsteil integriert haben, wächst stetig. Auch diese sollten das grüne Logo tragen, zumindest aber das Videokompressionsverfahren H.265/HEVC in ihren Spezifikationen unterstützen – dies gilt auch für externe Receiver. Dafür klappt der mobile Empfang hardwareseitig praktisch mit jedem USB-TV-Stick, der DVB-T2 empfangen kann, weil sich die Decoder-Software um das Kompressionsverfahren kümmert.

Empfängt man mit allen Geräten alle Sender?

Ob Fernseher oder Receiver: Verzwickter und teurer wird es, wenn man mit dem Gerät auch Privatsender der „Freenet TV“-Gruppe empfangen möchte, zu der u.a. die Mediengruppen RTL und ProSiebenSat.1 gehören. Diese sind ab dem Stichtag grundverschlüsselt, so dass der Empfang nur möglich ist, wenn das Empfangsgerät diese Verschlüsselung „versteht“. Dazu muss der Receiver für Freenet TV zertifiziert sein – oder man nutzt einen DVB-T2-kompatiblen Fernseher mit CI+-Schnittstelle, in die ein Modul für Freenet TV eingesteckt wird.

Entwarnung gibt es beim Thema Antennen: Auch wenn manche Werbung die Notwendigkeit zum Neukauf vorgaukelt, können alte DVB-T-Antennen in der Regel für DVB-T2 weiterverwendet werden.

Beispiele für Geräte und Module sind am Ende dieses Artikels verlinkt. Eine umfassende Fragen-und-Antworten-Sammlung liefert das Projektbüro DVB-T2 HD Deutschland, eine Gesamtübersicht aller geeigneten Geräte die Deutsche TV-Plattform.

Welche Sender kosten extra?

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkprogramme sind wie gewohnt frei empfangbar, und es fallen auch keine laufenden Zusatzkosten an – die Kosten für die terrestrische Verbreitung werden aus dem Rundfunkbeitrag gedeckt. Die privaten Sender sind jedoch nur in der Einführungsphase bis Juni 2017 kostenlos empfangbar, danach fällt eine jährliche Gebühr in Höhe von 69 Euro an.

Immerhin: Über DVB-T2 empfängt man die Privaten nun endlich auch in guter Bildqualität, und gegenüber der bisherigen Verbreitung über DVB-T wird ihre Reichweite verdoppelt. Dafür sind FreenetTV-zertifizierte Geräte in der Anschaffung etwas teurer, und die Jahresgebühr ist eine zusätzliche Belastung für die Haushalte.

Kann man die Sender auch anders empfangen?

Ja, zum einen – falls technisch im Haushalt möglich – über Kabel oder Satellit. Teilweise sind die Privatsender noch in Standard-Bildqualität („SD“) zu sehen. Doch Vorsicht: Schon in wenigen Jahren endet die Verpflichtung der Privatsender zur SD-Ausstrahlung über Satellit. In HD-Qualität kostet der Empfang auch hier bereits eine ähnlich hohe Jahresgebühr. Das private Gratis-Fernsehen entwickelt sich daher mehr und mehr zum Bezahlfernsehen.

Zum anderen geht auch der Empfang der meisten Sender übers Internet, sofern ein halbwegs schneller Anschluss vorliegt. Immerhin 13 Prozent der Nutzer, die in der eingangs erwähnten Erhebung befragt wurden, wollen zu einem TV-Streaming-Anbieter wechseln. Beispiele sind waipu.tv, Zattoo und Magine TV, die aktuell einen großen Zulauf verbuchen und auch Privatsender beeinhalten. Ebenso sind die Programme über die IPTV-Angebote der Netzbetreiber Vodafone, Telekom, Unitymedia & Co. via Streaming empfangbar.

Fazit

Bis zum 29. März sollten die meisten „Antennengucker“ in Deutschland ihre Entscheidung gefällt haben und sich am besten vom versierten Verkäufer in Elektronikmärkten beraten lassen. Am einfachsten und günstigsten ist sicher die Wahl einer soliden modernen Anschlussbox (mit dem offiziellen grünen Logo) für das vergleichsweise große Angebot der öffentlich-rechtlichen Vollprogramme. Soll die Programmauswahl größer sein und den Schwerpunkt mehr auf die Unterhaltung legen, kommt man um die jährlichen Zusatzkosten für Freenet TV nicht herum.

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