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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Title: Entertainment
Sprachsteuerung

Im Vergleich: Sprachassistenten im Smart Home

Google Assistant, Amazon Alexa, Apple Siri, Microsoft Cortana – die Smart Home Welt steckt voller digitaler Assistenten und smarter Lautsprecher.

© Pixabay

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Digitale Sprachassistenten, die sich mittels Künstlicher Intelligenz das Internet zunutze machen, um schnelle Antworten auf praktisch alle Fragen parat zu haben, kennen wir alle seit einigen Jahren vom Smartphone. Stand man anfangs als Exot da, wenn man mal eben schnell etwas wissen wollte und einen Satz mit „Okay Google…“ oder „Hey Siri…“ begann, so verdrängen mittlerweile nicht nur Sprachnachrichten in WhatsApp die geschriebene Kurzmitteilung, sondern auch die Spracheingabe das Tippen auf der Tastatur. Die fürs Zuhause erschaffenen Sprachassistenten kommen allesamt in Form eines smarten Lautsprechers mit Zwei-Wege-Kommunikation, was durchaus logisch ist, da der Assistent ja akustisch antwortet. Zum Einrichten eines smarten Lautsprechers wird in der Regel ein Smartphone oder Tablet benötigt. 

So kann man Sprachassistenten clever im Smart Home einsetzen

Im Smart Home befinden sich die Sprachassistenten in kleinen Bluetooth-oder WLAN-Lautsprechern und hören aufs Wort. Da sie sich im „Always-On“-Modus befinden, können sie direkt und schnell reagieren. Voraussetzung ist natürlich, dass man den Assistenten gezielt anspricht, also wie gewohnt den Satz mit „Okay Google…“, „Alexa?“, „Hey Siri…“ oder „Hey Cortana…“ beginnt. Warum Google hier nicht auch einen netten Namen nutzt, bleibt wohl ein Geheimnis der Google-Markenstrategen. Von Haus aus beherrscht jeder Sprachassistent Recherche übers Internet. Fragen zu Rechenaufgaben, Kochrezepte, das Abspielen eines Internet-Radiosenders oder Songs von Spotify (sofern mit einem Account verbunden) funktionieren direkt ab WLAN-Einbindung. Und wahrscheinlich jeder, der einen Sprachassistenten neu zuhause hat, wird ihn erst einmal fordern. Standards wie „Erzähl mal einen Witz“, „Wie viel sind 20 x 18?“, „Brauche ich heute einen Regenschirm?“ werden jedoch schnell langweilig bzw. alltäglich.

Alle Sprachassistenten erzielen ihr volles Potenzial erst, wenn sie mit anderen Komponenten verbunden sind. Also nutzt man den Sprachassistenten irgendwann eher als bequeme Smart Home Steuerung. Hier kommt es darauf an, ob die verwendeten Smart Home Komponenten überhaupt Spracheingabe unterstützen, Details dazu findet man am besten auf der Website des jeweiligen Herstellers, wir können hier nur einen Überblick bieten. Sind die Smart Home Komponenten verknüpft mit dem jeweiligen Sprachassistenten bzw. smarten Lautsprecher, kann dieser die Steuerung von Smart Home Komponenten auf Sprachbefehl übernehmen. Beispiel: „Alexa, bitte mache das Licht im Wohnzimmer aus“ oder „Okay Google, stelle den Thermostat im Schlafzimmer auf 17 Grad ein“. Auch das Festlegen von Szenen ist möglich, um mehrere Smart Home Komponenten zu schalten, Stichwort „Hey Siri/Okay Google/Alexa, Tatort gucken“, und schon werden Licht und Musik heruntergeregelt und Fernseher und Receiver angeschaltet. Die Spracheingabe wird in der Regel optisch durch Leuchteffekte auf der Oberseite des smarten Lautsprechers angezeigt.

© Google / Der Sprachassistent Google Assistent hat auf dem Papier die größte Nutzerbasis

Google Home mit dem Google Assistant / Google Now

Beginnen wir mit dem am meisten verbreiteten Sprachassistenten Google Assistant, ehemals Google Now. Er steckt nicht nur in jedem Android Smartphone und damit in knapp 88 Prozent aller Smartphones auf der Welt, sondern auch in Google Home. Den Smart Home Speaker mit zwei eingebauten Mikrofonen gibt es mittlerweile in mehreren Varianten: Google Home, Google Home Mini und Google Home Max. Während ersterer das Original ist, ist die Mini Variante einfach eine verkleinerte Version mit weniger Wumms im Lautsprecher. Wer die volle Dröhnung haben möchte, greift zur relativ teuren Max-Variante, die Musik bis zu zwanzigmal kräftiger abspielen soll als der originale Lautsprecher. Zudem unterstützt der Max Multiroom-Funktion und tritt damit gegen den Platzhirschen Sonos an. Der Kauf sollte also vorher durch die Verwendung bestimmt werden.

Google Home greift für seine Antworten auf die Suchmaschine von Google zurück. Zudem ist Google Home laut Aussage des Herstellers bereits mit über 1.000 Smart Home Komponenten kompatibel, darunter Nest, Philips Hue, TP-Link, Netatmo, Tado, Homematic, Gigaset, Wemo, LIFX, Wiz, iRobot, Honeywell, Nubryte, Ring, Logitech und viele weitere. Damit unterstützt Google Home die meisten und darunter viele der beliebtesten Smart Home Komponenten.

Amazon smarter Lautsprecher Echo mit Alexa

Der smarte Lautsprecher Amazon Echo in Version 2.0 erinnert als Dot Version an eine Dose Kaviar oder in der Echo Plus Variante an einen Heizlüfter, lediglich die normale Version sieht dank Softbezug wie ein Lautsprecher aus. Die Variante Echo Plus hat sogar einen eigenen Hub für das ZigBee-Protokoll integriert, um das Einbinden von Smart Home Komponenten besonders einfach zu gestalten – der typische Philips Hue-Hub wird damit unnötig. Mit dem Sprachbefehl “Alexa, finde meine Geräte“ sollen alle im Smart Home vorhandenen ZigBee-Komponenten eingebunden werden. Und mit dem Echo Show steht auch eine Kombination aus smartem Lautsprecher und 7-Zoll-Tablet in den Startlöchern. Songs klingen über Echo und Echo Plus in der Regel satter als beispielsweise über den Standard Google Home.

Der smarte Lautsprecher Echo verfügt über insgesamt sieben Mikrofone, um leise Worte hören und in der Ferne unterschieden zu können. Der Online-Shop-Gigant drückt die im Vergleich günstigen smarten Lautsprecher immer mal wieder zu „Kampfpreisen“ in den Markt, um eine rasche Verbreitung zu gewährleisten. Und tatsächlich: wo vor zehn Jahren alle nur vom iPhone sprachen, wenn sie ein Smartphone meinten, ist heute Amazon Echo’s Assistentin Alexa zum Synonym für smarte Lautsprecher mit digitalen Sprachassistenten geworden. Allein in den letzten drei Tagen hörte ich im Freundeskreis zweimal „Wir haben jetzt auch Alexa…“. Im Smart Home arbeitet Echo mit mehreren Hundert üblichen Verdächtigen der Kategorien intelligente Steckdosen, Beleuchtung, Thermostate und Kameras zusammen. Die Liste liest sich ähnlich wie die des Google Home: Philips Hue, Belkin Wemo, LIFX, TP-Link, Honeywell, Tado, Osram Lightify, Netgear, Homematic und Logitech.

© Apple / Mit der im HomePod integrierten Siri begann der Siegeszug der Sprachbefehle

Apple’s Homepod mit Siri

Während Siri den Sprachassistenten den Boden bereitete, hängt Apple im Smart Home Segment und bei smarten Lautsprechern hinterher. Mit HomePod wird diese Lücke jetzt geschlossen. Denn obwohl Siri bereits lange mit vielen Smart Home Komponenten funktioniert, war dazu immer ein iPhone, iPad oder Apple TV notwendig. Mit der kleinen runden Box gehört jetzt auch ein smarter Lautsprecher zum Sortiment. Apple scheint diesen eher als Mitbewerber zu den beliebten Sonos Geräten zu sehen, mit dem Sprachassistenten-Mehrwert als Sahnehäuptchen. Der HomePod soll erkennen, wie viele Personen wo in einem Raum sitzen und den Sound auf die Situation abstimmen.

Dass der HomePod mit Apple HomeKit harmonieren wird, steht außer Frage. Ob jedoch zusätzliche Smart Home Komponenten außer HomeKit-kompatiblen Geräten wie Elgato Eve, Ecobee, Nuki, Philips Hue und Netatmo unterstützt werden, lässt sich derzeit nur mutmaßen. Wahrscheinlich eher nicht, das wird HomeKit-Nutzer jedoch auch nicht großartig stören. Wer bereits voll auf HomeKit setzt, wird bestimmt mit dem HomePod glücklich werden. Apple-typisch werden die Installation einfach und die Bedienung intuitiv ausfallen. Einer der großen Vorteile von HomeKit liegt für die Nutzer dabei in der Eine-App-für-alle-Smart-Home-Komponenten-Taktik, da sie sich in der Regel eh nur Komponenten kaufen, die für HomeKit zertifiziert sind. Da bis heute leider unklar ist, ob überhaupt Android oder neben Apple Music auch Apps wie Spotify unterstützt werden, könnte der eh schon spät erscheinende smarte Lautsprecher HomePod im schlimmsten Fall zum relativ teuren Fanprodukt werden, denn alles in HomeKit lässt sich bereits per Spracheingabe über iPhone, iPad oder AppleTV steuern. Und wer schon einen Sonos zuhause hat, wird wohl nicht noch zusätzlich einen Homepod erwerben.

© Microsoft / Cortana: Sprachassistentin und künstliche Intelligenz 
Microsoft Komponenten mit Cortana

Seit der Einführung auf Windows Phone 8 im Jahre 2014 gehört Cortana heute mit Windows 10 auch auf dem PC fest zur Welt von Microsoft und bedient sich bei der Recherche bei der konzern-eigenen Suchmaschine Bing. Benannt nach der Künstlichen Intelligenz im Xbox-Spiel Halo, sind mittlerweile auch smarte Lautsprecher mit Cortana-Integration in Arbeit, unter anderem von Harman Kardon und HP. Dass Cortana und Smart Home verschmelzen, wurde noch nicht seitens Microsoft publik gemacht, im Hauptmenü findet sich jedoch in den USA bereits ein Symbol für Connected Home, das Philips Hue, Nest, Insteon, Smart Things und Wink unterstützen soll. Damit hängt auch der Betriebssystem-Riese aus Redmond hinterher, wenn es um die Unterstützung von Smart Home und smarte Lautsprecher geht. Innovativ ist jedoch eine Kooperation mit Amazon Alexa, die kurz vor der IFA bekannt gegeben wurde. So sollen Nutzer von Amazon Echo mit dem Befehl „Alexa, öffne Cortana“ Befehle für Microsoft Cortana nutzen können. Das gibt es sonst nicht, wird allerdings ehrlich gesagt wohl auch nicht oft genutzt werden, denn jeder Sprachassistent beherrscht prinzipiell die Standards zum Beantworten von Fragen. Wo der spezielle Vorteil von Cortana gegenüber Alexa liegen soll, bleibt abzuwarten.

© Samsung / Der Sprachassistent von Samsung im Butlerstil: Bixby
Samsung Connect Home mit Bixby

Seit Vorstellung des Samsung Galaxy S8 hat auch der koreanische Hersteller einen eigenen Assistenten: Bixby. Dieser läuft auf Samsung Smartphones parallel zu Google Assistent, was einige Fragen aufgeworfen hat. Bixby ist laut Hersteller dabei mehr als ein „Antwortroboter“, er soll auch die Bedienung von Apps erleichtern. Dazu gehören bald auch Smart Home Apps. Einer der Mitbegründer von Bixby ist übrigens auch einer der Erfinder von Apple’s Siri. Zu den Innovationen von Bixby gehört zudem die Verknüpfung von Audio mit Video: der Sprachassistent erkennt Gegenstände, die man vor die Kameralinse hält und recherchiert diese online. Das können Sehenswürdigkeiten sein, aber auch ein Weinflaschenetikett, zu dem man etwa einen Rat in Sachen Dekantieren oder so benötigt. Zuerst soll Bixby alle Samsung-eigenen Haushaltsgeräte steuern können, danach folgen weitere Smart Home Komponenten. Eine Liste mit Namen von Herstellern, die auf den Bixby-Zug aufspringen, gibt es noch nicht. Sollte sich der Assistent durchsetzen, dürfte der Name Samsung jedoch genug Schlagkraft haben, um die typischen Hersteller zu überzeugen. Samsung selbst liefert seit einiger Zeit Entwicklerkits für Dritthersteller aus. Auch ein „Project Ambience“ getaufter Chip, der in diverse Geräte integriert werden kann und diese Bixby-fähig macht, ist fertig. Wermutstropfen: Bixby ist leider immer noch nur auf Englisch oder Koreanisch nutzbar und noch in keinem smarten Lautsprecher verbaut.

Datenschutz und Fails von Sprachassistent

Eines ist klar: alle Sprachassistenten benötigen eine ständige Verbindung zum Internet, sonst wäre der Komfortgewinn ja keiner. Hier gilt wie so oft im Leben: jeder muss selbst entscheiden, ob er damit glücklich sein kann. Ich persönlich bevorzuge den Komfort und schlucke die eine oder andere Kröte in Sachen Datenschutz zugunsten der Bequemlichkeit. Sprachbefehle werden dabei bis zu zwei Jahre von den Unternehmen gespeichert – primär, um die Funktionalität immer weiter zu verbessern oder die meistgenutzten Befehle herauszufiltern. Klar ist jedoch auch, dass kein Hersteller eine Garantie gibt, dass man die Smart Home Speaker nicht doch zum Abhören nutzt. 

Schlagzeilen, in denen etwa von ungewollten Einkäufen bei Amazon die Rede ist, tauchen auch immer mal wieder auf. Anfang 2017 gab es da den „Puppenhaus“-Vorfall. Hier hat ein Nachrichtensprecher in einer TV-Sendung nach einem Bericht über Amazon Echo gesagt „Ich liebe das kleine Mädchen, wie es sagt “Alexa hat mir ein Puppenhaus bestellt!“. Zahlreiche Haushalte, die Amazon Echo nutzten, sollen daraufhin eine Bestellung für ein Puppenhaus über Amazon abgeschlossen haben. Möglich wurde dieser Fail, da Echo standardmäßig mit dem eigenen Amazon-Konto verbunden ist und die Kauf-Option ab Werk aktiviert ist. Diese lässt sich jedoch ausschalten oder mit einer PIN-Abfrage zum Kaufabschluss kombinieren. Schon sinnvoll, damit Kinder im Haushalt nicht alles kaufen können, was sie möchten.

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