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Interview: „Modernste Technik so einfach verpackt“

Finn Plotz, Erfinder einer Universal-Empfangsbox, spricht über die Misere im Wohnzimmer, sein Start-Up, seine Pläne.

Jungunternehmer Finn Plotz im Interview © Simplex Technologie

Keine Lust mehr auf zig Fernbedienungen und Geräte, die im Wohnzimmer für Chaos sorgen und oftmals einfach nur verstauben? Vion soll Abhilfe schaffen: Über die kleine Box sind verschiedene Geräte, wie etwa Musikanlage, Online-Dienste und Fernseher, miteinander verbunden und lassen sich über nur eine einzige, ansprechend gestaltete Fernbedienung steuern. Mit dem Motto „Alles aus einer Hand, in deiner Hand“ möchte der 20-jährige Jungunternehmer die Wohnzimmertechnik revolutionieren. Was ihn dabei bewegt, erklärt der Start-Up-Gründer im Interview.

Smart-wohnen:  Finn und Vion – wie kam es dazu, dass diese „Kind“ geboren wurde?

Finn: Die Idee zu Vion ist im heimischen Wohnzimmer entstanden. Nachdem meine Eltern und ich vollgepackt mit Kisten und Kartons aus dem örtlichen  MediaMarkt zurückgekehrt waren, lagen auf dem Couchtisch auf einmal fünf Fernbedienungen und ebenso viele romandicke Bedienungsanleitungen. Ich probierte alle möglichen Geräte vom Apple TV bis zur Universalfernbedienung aus, doch nichts bestand den Elterntest. Für mich war da klar: Hier muss was gemacht werden!

Smart-wohnen: „Erstaunlicher Entrepreneur“ schreibt BrandEins, „Träumer“ die Süddeutsche Zeitung, die wenigsten aber nenne dich „Technikguru“. Dabei geht es bei Vion doch um Technik…. Nehmen die Leute dich falsch wahr?

Finn: Genau das macht Vion doch aus! Modernste Technik so einfach verpackt, dass sie wie natürlich in den Hintergrund tritt. Den Menschen geht es doch nicht um Technik, um Bits und Bytes, sondern darum, einen schönen Abend mit der Familie zu verbringen, ohne nach der richtigen Fernbedienung suchen oder in der Bedienungsanleitung wühlen zu müssen.

Smart-wohnen: Du sagst,600.000 Euro in Deutschland einzusammeln sei einfacher gewesen als das, was danach kam. Was kam denn danach?

Finn: Mein Lieblingszitat lautet: „Wenn ich mehr Zeit gehabt hätte, hätte ich Dir einen kürzeren Brief geschrieben“. Nach diesem Prinzip leben wir bei Vion: Jede unserer Handlungen und jede neue Entwicklung wird an der Maxime der Einfachheit gemessen. Das erfordert viel Zeit und Herzblut, denn um alles, was wir von vornherein richtig durchdenken und programmieren, braucht sich der Nutzer zuhause nicht mehr zu kümmern. Für diese Liebe zum Detail arbeiten an Vion rund um die Uhr 22 Menschen aus 7 Nationen. All das zu organisieren und koordinieren, ohne das Geld ausgehen zu lassen, war die wirkliche Herausforderung für mich. 

Smart-wohnen: Gab es dunkle Stunden, in denen du einfach hinschmeißen wolltest?

Finn: Ein erfahrener Geschäftsmann hat mir mal gesagt, dass man erst ein richtiger Unternehmer ist, wenn man am Schreibtisch gesessen und nicht gewusst hat, wie es morgen weitergehen soll. Diese Momente gab es auch bei mir, hinzuschmeißen war aber nie eine Option!
Ich werde in meinem Leben noch so viele dunkle Stunden erleben, da werde ich doch nicht jetzt schon das Handtuch werfen.

Smart-wohnen: Wie wichtig sind für dich Kritiker? Machen die einen nicht kirre, weil es jeder von ihnen besser weiß?

Finn: Ganz ehrlich: Tief im Herzen hasse ich es, wenn jemand über „mein Baby“ herzieht. Zugeben muss ich aber auch, dass ich ohne Kritiker schon längst auf dem Startup-Friedhof gelandet werde. Ich denke, man muss Kritik nicht mögen, aber sie ernst nehmen, als Herausforderung begreifen und an ihr wachsen. Wie sagt man schließlich so schön: Hochmut kommt vor dem Fall.

Smart-wohnen: Wie sieht dein Plan B aus?

Finn: Wer Plan B schon in der Tasche hat, kämpft nicht mehr hart genug für Plan A. 

Smart-wohnen: Du hast mittlerweile einige Auftritte auf Messen, in TV-Shows und Beiträge hinter dir. Welche Reaktionen kamen  bislang zu Vion?

Finn: Das Schöne daran ist, dass sich nun jeder selbst ein Bild über die Reaktionen, meine Geschichte und Vion als Zukunft des Fernsehens machen kann. 

Smart-wohnen: Wann kommt Vion auf den Markt

Finn: Die Massenproduktion der ersten Charge wurde gerade abgeschlossen! Die Einheiten werden jetzt final geprüft, verladen und sollten in den nächsten 5-6 Wochen (Stand: 25. Februar 2016) hier sein.

Smart-wohnen: Was ist als nächstes geplant?

Finn: Das Wohnzimmer ist ein unheimlich spannender Bereich. Die Grenzen aus TV, Radio, Musik und Film sowie aus on- und offline werden immer mehr verschwimmen.  Ich werde erst ruhen, wenn jeder Mensch auf einen Knopfdruck genau das richtige Programm bekommt.

 

Smart-wohnen: Deine 5 ultimativen Tipps für Gründer.

Finn: Mir hat man immer gesagt, ich solle doch erst mein Abitur machen, später hätte man mir gesagt, zur Universität zu gehen und danach hätte ich doch lieber erstmal arbeiten sollen, um die Familie zu versorgen. Die Zeit zum Gründen scheint nie richtig zu sein und genau deswegen ist sie auch immer richtig!

Fünf pauschale Tipps zu geben, möchte ich mir gar nicht anmaßen. Jede Gründung und jeder Gründer sind verschieden. Mein einziger Aufruf an angehende Gründer ist daher: Macht’s einfach! Brennt für eure Idee, lasst euch nicht entmutigen und fangt an. Dafür muss man weder Wunderkind noch mit dem goldenen Löffel im Mund geboren sein, zu gründen kann auch klappen, wenn man als 17-jähriger Schüler aus der Elbmarsch sagt: Ich möchte Fernbedienungen bauen. 

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