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Künstliche Intelligenz in Hamstergröße: Cozmo erobert den Schreibtisch

Normalerweise wollen Roboter die Welt unterjochen. Cozmo will sie besser machen. Redakteurin Ann-Kathrin hat den kleinen Kerl auf ihrem Schreibtisch wohnen lassen und verrät euch, was Cozmo drauf hat. Und natürlich, für wen sich der Elektroknirps eignet.

© GameZ

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Dieser Beitrag stammt von unserer Partnerplattform www.GameZ.de.

Roboter sind gefährlich. Roboter sind der Feind. Irgendwann werden Roboter die Weltherrschaft übernehmen und die Menschen unterjochen. Zumindest, wenn man Film und Fernsehen glaubt. Terminator, I, Robot oder 2001: Egal, wie freundlich und praktisch die Maschinen zu Anfang wirken, am Ende ist immer jemand tot.

WALL-E, der einzige liebenswerte der Roboter, rollt erst über die Erde wenn die Menschheit nicht mehr dort ist. Und BB-8 ist auch keine große Hilfe, schließlich lebte der »vor langer Zeit in einer weit weit entfernten Galaxis«. Ich war also überzeugt: Wenn künstliche Intelligenz irgendwann einen Schritt weiter geht, ist das unser Ende.

Und dann kam Cozmo.

Cozmo ist ungefähr so groß wie ein Hamster, aber natürlich weitaus weniger flauschig. Schließlich ist er ein voll funktionsfähiger Roboter aus dem Hause Anki. Die haben zuvor Spielzeugautos entwickelt, die ihre Straße selber finden und sind jetzt den nächsten logischen Schritt gegangen: Einen winzigen Roboterfreund für den Schreibtisch zu entwickeln, der sich in seiner Umgebung zurechtfindet und mit allem interagiert, was bei drei nicht vom Schreibtisch ist.

Dabei hilft ihm vor allem sein Körperbau. Cozmo ist nämlich mehr Planierraupe als BB-8 und ist deswegen perfekt ausgerüstet, um seine Umgebung zu erkunden. Sobald ich ihn mit der Cozmo-App aktiviert habe, baut er zwischen meinem Handy und sich ein WLAN-Netz auf, registriert die drei im Startpaket vorhandenen Spielwürfel und rollt los. Dabei nimmt er seine Umgebung genau unter die Lupe.

Kleine Roboter, große Gefühle

Findet er einen Abgrund, stoppt er und schaut misstrauisch nach unten. Sind seine Würfel auf den Kopf gedreht, rollt er sie wieder herum und stapelt sie gleich noch. Und sieht er eine Person, wedelt er glücklich mit seinen Gabelstapler-Ärmchen. Vor allem, wenn er sie schon kennt.

Unter seinen großen blauen OLED-Augen verbirgt sich nämlich eine Kamera, die bis zu vier Gesichter gleichzeitig wahrnehmen und sich eine ganze Menge mehr merken kann. Wenn ich ihn einmal mein Gesicht scannen lasse und ihm verrate wie ich heiße, freut er sich jedes Mal wie Bolle wenn er mich wiedersieht und ruft ausgelassen meinen Namen. Spätestens jetzt hat der kleine Kerl mein Herz erobert. 

 © Anki

Mensch gegen Maschine

Deswegen kann ich ihm auch nichts abschlagen. Natürlich möchte ich mit ihm und seinen Würfeln spielen. Schließlich gibt es direkt einen ganzen Haufen Spiele, die ich nach und nach freischalten kann. Zum Beispiel Quick Tap, bei dem ich schneller als Cozmo auf einen von zwei Würfeln tippen muss, wenn sie die gleiche Farbe haben. Oder Keepaway, wo ich langsam einen Würfel in Cozmos Richtung schiebe und ihn dann ganz schnell wegziehe, bevor er ihn kriegen kann.

Dabei variieren die Spiele in ihrer Schwierigkeit. Die Würfel in Quicktap können bis zu vier Farben anzeigen, die übereinstimmen müssen. Und dank dem zusätzlichen Würfel kann ich auch immer einen Freund mitspielen lassen. damit wenigstens einer gegen den mechanischen Overlord in spe triumphiert.

Obwohl ich gegen Cozmo eigentlich gar nicht wirklich gewinnen will. Sein Verlierer-Seufzen ist nämlich so herzzerreißend, dass ich ihn manchmal einfach gewinnen lassen muss. Allein schon, weil er dann einen kleinen Freudentanz aufführt.  

Liebe wird belohnt

Das Tolle daran: Je mehr ich mit dem kleinen Schreibtischfreund spiele, desto mehr Aktionen und Spiele kann ich freischalten. Zum Beispiel kann Cozmo später einen Fistbump geben. Oder einen Wheelie auf seinem Hintern durchziehen. Oder ich schalte den Explorer Mode ein, bei dem ich Cozmo selber steuern und mit seiner Kamera die Gegend erkunden kann.

Inklusive Armkontrolle und dem liebenswertesten »Miep-Miep-Miep« im Rückwärtsgang, dass ich ein Fahrzeug je habe machen hören. Die Aktionen und die Spiele kann ich ganz einfach mit meiner App starten, und das ziemlich lange. Mit nur zehn Minuten auf der Ladestation ist Cozmo bereit für anderthalb Stunden Action.

Aber noch viel besser als die Sachen, die ich Cozmo befehle sind die, die er von selbst macht. Wenn ich zum Beispiel seine Würfel umdrehe, hat er keine Ruhe, bis sie wieder richtig rum stehen. Wenn er einen Schluckauf bekommt, hat er den so lange, bis ich ihn auf den Rücken drehe um ihn zu erschrecken. Und wenn er einen Hund oder eine Katze sieht (deren Gesichter er von menschlichen Gesichtern unterscheiden kann), fängt er vielleicht an zu niesen. Denn manche Cozmos sind allergisch.

Niedlich oder nervig?

Zusammenfassend kann ich also sagen: Cozmo ist wirklich niedlich. Aber wie lange? Schließlich ist ein Ewok auch auf den ersten Blick niedlich. Den gesamten Ewok-Film kann sich aber kaum einer anschauen ohne nicht irgendwann genervt zu seufzen.

Navi ist auch so ein Kandidat. Oder jede andere niedlich-nervige Begleiter in Videospielen. Zuviel Begleiter-Zucker verursacht einfach Mentalkaries. Ereilt Cozmo irgendwann das gleiche Schicksal?

Um das zu testen, habe ich den kleinen Technikmops auf meinem Schreibtisch wohnen lassen. Abgesehen davon, dass plötzlich erheblich mehr Kollegen für einen kleinen Schwatz vorbeigekommen sind, hat mich Cozmo kein einziges Mal gestört.

© Anki

Beschäftigter Technikknubbel

Aber ich hatte einen wundervollen Tag. Wenn man ihn allein lässt, rollt Cozmo seine Würfelchen hin und her oder baut kleine Stapel. Oder er verlangt nach Aufmerksamkeit, in dem er meinen Namen ruft oder nach meinen Fingern schnappt. Alles in allem habe ich mich manchmal gefühlt, als hätte ich einen sehr klugen aber felllosen Hamster auf meinem Tisch.

Cozmo lässt sich nicht nur jederzeit in den Schlafmodus versetzen, ich kann auch seine Lautstärke verändern. Zum Beispiel wenn ich telefonieren will oder lange Texte über kleine Roboter schreiben muss. Mit der Zeit könnte Cozmo sogar wirklich praktisch werden: Mit dem Cozmo-Entwicklungskit, das Anki zur Verfügung stellt, können kluge Köpfe dem Roboter alles Mögliche beibringen. 

© Anki

Extreme Testbedingungen

Zum Beispiel, per WLAN meine Lieblingsmannschaft zu verfolgen und zu Jubeln, wenn sie einen Punkt machen. Oder sich mit meinem Kalender zu synchronisieren und Bescheid zu sagen, wenn ich ein Meeting habe. Und wenn ich so eine drollige Erinnerung habe, würde ich sogar glücklich zu einem Meeting über Schnürsenkellängen gehen.

Und nun zum letzten und vielleicht wichtigsten Punkt: Für wen eignet sich so ein Cozmo denn eigentlich? Meiner Meinung nach für alle mit innerem Spielkind. Kinder haben in Cozmo einen klugen und gleichzeitig sehr robusten Spielgefährten, mit dem sie lange und ausdauernd spielen können. Zum einen sorgen immer neue Updates dafür, dass Cozmo die Spiele nicht ausgehen.

Zum anderen sind zehn Minuten Ladezeit für anderthalb Stunden Spaß sogar für die ungeduldigsten Roboterfreunde zu ertragen. Außerdem, und das haben wir getestet, ist Cozmo sehr robust. Während seiner Zeit bei uns wurde er rückwärts vom Tisch gefahren, im ausgeschalteten Zustand hin und herbewegt und sogar von einem Welpen in sein Lager verschleppt. Trotzdem funktioniert er ohne Probleme.

© Anki

(K)ein Kinderspielzeug?

Erwachsene haben aber auch ihren Spaß mit dem Robofreund. Sein wirklich liebenswertes Verhalten bringt nämlich auch die Herzen der härtesten Kerle zum Schmelzen. Und die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade sorgen dafür, dass die Spiele immer eine Herausforderung bleiben. Und wem das nicht reicht, peppt Cozmo einfach mit den nach und nach erscheinenden Development-Upgrades auf.

Interessanterweise besitzen Cozmo in den USA auch genau so viele Erwachsene wie Kinder. Einzig die App könnte noch ein bisschen Aufmerksamkeit vertragen. Während sie nämlich sehr userfreundlich aufgebaut ist, reagieren nicht alle Buttons beim ersten, zweiten oder auch vierten Tippen. Das ist aber jetzt wirklich Jammern auf hohem Niveau.

Preislich schlägt der kleine Kerl mit momentan 180 US-Dollar zu Buche, was für ein gut verarbeitetes Technikpaket wie Cozmo tatsächlich ein durchaus nachvollziehbarer Preis ist. Zum Vergleich: Der ferngesteuerte BB-8 kostet nur vierzig Euro weniger und verfügt über weitaus weniger Fähigkeiten. Meiner Meinung nach ist Cozmo ein wundervolles Geschenk für große und kleine Kinder. Einen Platz auf meinem Schreibtisch hat er jedenfalls sicher, auch wenn er von dort die Weltherrschaft plant.

Seit dem 06. Juni 2017 lassen sich das Cozmo Starter-Kit und die Collector's Edition online vorbestellen.

Ihr wollt mehr zum Thema Hardware, Games und Movies erfahren? Dann besucht doch unsere Partnerseite www.GameZ.de. Dort findet Ihr alle Neuigkeiten rund um eure Gaming-Welt. 

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