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Spracherkennung

LUIS und CRIS: Microsofts Spracherkennung im Detail

Eine effiziente Spracherkennung gehört zu den größten Herausforderungen von smarten Geräten. Mit zwei neuen Diensten will es Microsoft den Entwicklern leichter machen, Sprachsteuerung gezielt einzusetzen.

© zapp2photo / Fotolia

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Ob Siri, Alexa oder Google Assistant: Immer mehr Geräte im smarten Zuhause hören inzwischen erstaunlich effizient aufs Wort. So menschlich wie die Computer in Science-Fiction-Filmen reagieren aktuelle Sprachassistenten aber noch lange nicht. Die Windows-Macher von Microsoft wollen das ändern. Die Projekte LUIS und CRIS sollen nicht nur eine noch bessere Spracherkennung erlauben, sondern sich auch auf ihre Benutzer einstellen. Über eine künstliche Intelligenz lernen die Systeme nach und nach dazu. Die Einsatzzwecke sind dabei, dank offener Schnittstellen, vielfältig: Ob Smartphone-App, Smart-Home-Device oder Virtual-Reality-Brille, LUIS und CRIS sollen die Spracherkennung unabhängig vom System optimieren.

LUIS und CRIS - das steckt dahinter

Die Microsoft-Projekte LUIS und CRIS sind Teil von Microsofts Cognitive Services. Unter diesem Geschäftszweig fasst das Unternehmen verschiedene Cloud-Dienste zusammen, die auf maschinelles Lernen setzen. Software-Entwickler können die Dienste in Programmen und Mobil-Apps einbauen, um Funktionen wie die Bild-, Text- oder Spracherkennung an Microsoft auszulagern.

Hinter LUIS (Language Understanding Intelligent Service) steckt eine Programmierumgebung, mit der Entwickler besonders einfach Sprachbefehle auswerten und entsprechend umsetzen können. Über offene Schnittstellen lassen sich die Funktionen beispielsweise in Chat-Bots, Mobil-Apps oder Programme und Spiele integrieren. Laut Microsoft soll sich LUIS vor allem durch seine Lernfähigkeit von vergleichbaren Systemen absetzen. Versteht LUIS einen Befehl nicht auf Anhieb, können sowohl die Entwickler als auch die Nutzer die korrekte Interpretation durch Beantwortung von zusätzlichen Fragen mitteilen. So stellt sich die künstliche Intelligenz nach und nach immer besser auf die Nutzer ein und soll die Sprachbedienung so natürlich gestalten, wie noch nie zuvor. Interessierte Entwickler finden auf der LUIS-Homepage Anwendungsbeispiele und können die Möglichkeiten des Systems ausprobieren.

Mit CRIS („Custom Speech Service“ bzw. zuvor “Custom Recognition Intelligent Service”) will Microsoft die Integration einer effektiven Spracherkennung noch einfacher machen. CRIS soll es den Entwicklern erleichtern, die Sprachmodelle in ihren Programmen individuell anzupassen. So können die Programmierer beispielsweise komplexe Fachwörter mitsamt der passenden Aussprache einpflegen. Auch kann CRIS laut Microsoft dabei helfen, die Erkennung von Befehlen in lauten Umgebungen, beispielsweise einer Fabrikhalle oder auf der Straße, zu verbessern.

CRIS soll aber auch den Umgang von Spracherkennungssystemen mit unterschiedlichen Aussprachen verbessern, um beispielsweise Dialekte besser zu verstehen. So könnten entsprechend trainierte Programme beispielsweise auch problemlos mit urigen Bayerisch oder Kölsch umgehen. Wie bei LUIS bietet Microsoft auch bei CRIS über eine passende Homepage Einblick in die Möglichkeiten der erweiterten Sprachbedienung.

Starship Command: Vorgeschmack auf LUIS

Microsoft sieht die Einsatzzwecke von LUIS und CRIS nicht nur in klassischen Smartphone-Apps, sondern auch im smarten Zuhause und natürlich in der virtuellen Realität. Einen Vorgeschmack auf die Möglichkeiten, die Microsoft LUIS für Entwickler eröffnet, könnte ein Computerspiel liefern.

Das von Human Interact entwickelte Starship Command versetzt den Spieler mitten in eine Science-Fiction-Story. Als Kapitän eines Raumschiffs erzählt das Spiel eine interaktive Geschichte voller Weltraum-Action und Story-Wendungen. Der Clou: Starship Command funktioniert exklusiv mit den VR-Brillen Oculus Rift und HTC Vive. Kommandos an die Schiffs-Crew und sämtliche Interaktionen mit Freunden und Feinden in der Spielwelt erfolgen per Sprachbefehl. Dabei wollen die Entwickler nicht nur einfache Befehle, sondern komplette Gespräche in natürlicher Sprache umsetzen – und zwar auf der Basis von Microsoft LUIS. Die Macher versprechen eine absolut natürliche Spielerfahrung. Erste Trailer zu Starship Command  machen jedenfalls schon jetzt Lust auf mehr.

Vielversprechend durch Offenheit

Die Konzepte hinter LUIS und CRIS sind auch deshalb so vielversprechend, weil Microsoft sie nicht für sich behält. Über die entsprechenden Schnittstellen können die Sprachfunktionen in nahezu beliebige Projekte integriert werden. So können LUIS-unterstützte Programme auch ihren Weg in iPhone-Apps finden. Auch Virtual-Reality-Anwendungen und Spiele könnten von den Möglichkeiten profitieren – Starship Command zeigt, was alles möglich ist.

Zudem dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis Microsoft die Technologien auch für die bessere Spracherkennung von Cortana nutzt. Im Zusammenspiel mit Windows 10 könnten dann Millionen von Windows-Nutzern auf neue Art mit ihrem PC kommunizieren. Microsoft hat mit LUIS und CRIS zwei heiße Eisen im Feuer, die Spracherkennung im smarten Zuhause deutlich vorantreiben können. 

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