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Title: Entertainment
Sprachsteuerung abseits von Alexa, Siri und Google

Smart Speaker heute und in Zukunft

Google Assistant, Alexa und Siri haben Sprachsteuerung populär gemacht. Mittlerweile gibt es weitere Player bei den Sprachassistenten.

© Harman Kardon, Microsoft

© Harman Kardon, Microsoft

Hände frei und Spaß dabei: Sprachsteuerung kann das Leben einfacher machen. Das haben neben Google, Apple und Alexa bereits Microsoft und Samsung erkannt. Und weitere folgen. Was gibt es neben der Sprachsteuerung mit Siri, Google Assistant und Alexa für Alternativen? Was machen sie besser? Und braucht man sie wirklich?

Sprachsteuerung mit Sprachassistenten: nix für jeden, aber was für alle

Apple brachte im Jahre 2011 mit Siri die Sprachsteuerung fürs Smartphone. Amazon machte 2014 bei Smart Speakern den Anfang mit der Echo-Serie: was bisher nur vom Smartphone bekannt war, hielt damit Einzug ins Wohnzimmer. Kleine Fails zu Beginn wie das „Puppenhaus-Gate“ waren schnell vergessen, was blieb, war die Unsicherheit. Hört mich da jemand ab? Wie wird das Gehörte genutzt? Bekomme ich sofort Angebote für einen Italien-Urlaub, wenn ich am Esstisch mit der Familie über Reiseziele diskutiere? Die Anbieter versprechen, die Daten vertraulich zu behandeln. Wir haben uns bereits genauer angesehen, wie neugierig Sprachassistenten wirklich sind. Und auch wenn viele Features am Anfang witzig zu sein scheinen, Marke „Alexa, erzähl einen Flachwitz“, so steht nach einigen Wochen fragwürdiger Nutzung der Smart Speaker als Witzereißer und dergleichen zum Glück das Produktive im Vordergrund.

Wettervorhersage, Verkehrsbericht, Kalendereinträge, Einkaufslisten anlegen, Musik spielen, Nachrichten hören und vor allem Komponenten im Smart Home steuern. Ein smarter Lautsprecher oder Smart Video Speaker spielt dank Sprachsteuerung seine Stärken aus und bietet einen echten Mehrwert im Haushalt. Kein Wunder also, dass viele Dritthersteller davon ein Stück Kuchen abhaben möchten. Laut Strategy Analytics waren im dritten Quartal 2017 Alexa mit gut 67 Prozent und Google mit über 25 Prozent die Platzhirschen auf dem Markt, die übrigen 7,8 Prozent teilen sich alle anderen. Google selbst sprach davon, dass seit dem Launch des Google Home Mini weltweit ein smarter Lautsprecher pro Sekunde verkauft wird. Haben da andere überhaupt noch eine Chance? Wir schauen uns mal ein wenig um in der Welt der Sprachsteuerung.

© Harman Kardon, Microsoft / Der Invoke, ein smarter Lautsprecher mit Microsoft’s Sprachassistentin Cortana.

Harman Kardon Invoke: smarter Lautsprecher mit Cortana Sprachsteuerung

Bereits 2014 vorgestellt, fristet die Microsoft Sprachsteuerung Cortana eine Art Nischendasein und ist frei wählbar neben Android und iOS vor allem in Windows und der Xbox beheimatet. Grundlegend kann Sprachassistent Cortana das, was auch Alexa kann. Der Zugriff auf die eher unbeliebte Suchmaschine Bing und die fehlende Coolness des Softwareriesen aus Redmond sind sicher Gründe für den ausbleibenden großen Durchbruch. Wer hat nicht nach der Installation von Windows 10 sämtliche Cortana-Features deaktiviert? Genau für diese Zielgruppe hat Harman Kardon einen Smart Speaker im Angebot, der in Sachen Sprachsteuerung voll auf Cortana setzt. 

Größter Vorteil von Invoke: dank der Cortana-Integration kann man von der USA aus darüber kostenlos per Skype Freisprechfunktion Festnetz- und Mobiltelefone anrufen, ins eigene Land sowie nach Mexiko und Kanada. Im Smart Home Bereich arbeitet die Cortana Sprachsteuerung mit Fitbit, Insteon, Nest, Philips Hue, Samsung SmartThings, Ecobee, Honeywell, Geeni, Insteon und Wink zusammen. Im Inneren des Invoke Smart Speaker sorgen drei Woofer, drei Kalotten-Hochtöner und zwei Passivstrahler für 360°-Sound, Bluetooth ist ebenfalls an Bord. Im Microsoft Store USA gibt es den smarten Lautsprecher schon länger zum halben Preis für circa 100 Euro.

© Samsung / Im Smartphone noch eher ungenutzt, soll Bixby in Version 2.0 Ende 2018 Synonym für Samsung IoT werden und auch eigene Smart Speaker und eventuell auch smarte Kopfhörer erhalten.
Samsung Bixby: Sprachsteuerung vom Smartphone in den Smart Speaker

Als Samsung das Galaxy S8 präsentierte, stellte es auch den neuen Assistenten vor: Bixby, erreichbar über einen eigenen Knopf am Telefon, gleich unter der Lautstärkeregelung. Das Versprechen: Bixby hilft beim Einkaufen, übersetzt Texte, die man fotografiert, steuert Komponenten im Smart Home und übernimmt diverse Aufgaben wie Kalendereinträge, Anrufe, Nachrichten schreiben und Suchanfragen, wie man sie auch vom Google Assistant und anderen Sprachassistenten kennt. Mal melden: wer nutzt Bixby? Aha, dachte ich mir! Praktisch niemand. Warum nicht, ist schnell erklärt: Bixby war anfangs nur auf Koreanisch verfügbar und kam erst Ende 2017 als englischsprachiger Butler in 200 Ländern auf das Galaxy Note 8 und als Update auch auf Galaxy S8 und S8 Plus. Heißt im Klartext: ich kann Bixby in Deutschland nutzen, die App selbst hat auch eine deutsche Menüführung, doch die Sprachbefehle müssen auf Englisch formuliert werden. Das nervt natürlich…

Als Folge nutzt man halt doch den ebenfalls im Smartphone enthaltenen Google Assistant. Vielleicht mal abgesehen von der Foto-Übersetzungsfunktion Bixby Vision, die hat mir schon etliche Male gute Dienste geleistet. Samsung möchte Bixby jedoch zu neuen Ehren verhelfen: auf der MWC 2018 stellte das südkoreanische Unternehmen Bixby 2.0 vor, die runderneuerte Version, die in Samsung Haushaltsgeräte und Smart TVs integriert werden soll. Auch ein smarter Lautsprecher ist unter dem Codenamen Vega geplant. Ebenfalls wird an weiteren Sprachen, darunter deutsch, eifrig gearbeitet. Kann also durchaus sein, dass uns Bixby noch so richtig überraschen wird. Ein hauseigener smarter Lautsprecher wird mit Sicherheit Samsung SmartThings Haushaltsgeräte steuern können, Musik spielen, typische Suchanfragen beantworten und allerlei mehr. Samsung-Präsident Koh sprach zudem eher von Premium-Qualität als einem günstigen Preis, nannte jedoch keine Preisspanne.

© Deutsche Telekom / Neben dem eigens entwickelten Magenta Assistenten soll die Deutsche Telekom mit Amazon, Google und Microsoft verhandeln, um Alexa, Google Assistant und Cortana zusätzlich integrieren zu können.
Magenta Assistent Smart Speaker: Sprachsteuerung aus Deutschland

Die deutsche Telekom will 2018 ebenfalls in den Markt der Sprachassistenten einsteigen. Die „Magenta Assistent“ getaufte Sprachsteuerung wird in einem Smart Speaker enthalten sein und soll vor allem in Punkto Datenschutz punkten. Befehle sollen auf in Deutschland befindlichen Servern für maximal 30 Tage gespeichert werden. Dazu kommt, dass viele einem Anbieter aus Deutschland eher persönliche Daten anvertrauen als einem aus den USA oder anderen Ländern. Die Sprachsteuerung soll voll auf die Services der Telekom ausgelegt sein und etwa die Nutzung von EntertainTV ohne Fernbedienung ermöglichen. Gleiches gilt für die Steuerung von mit Magenta SmartHome kompatiblen Smart Home Komponenten.

Und damit nicht genug in Sachen smarter Lautsprecher: Deals mit Google und Amazon sind bereits perfekt und holen sowohl Alexa als auch später den Google Assistant als Sprachsteuerung auf das vor allem für Telekom-Kunden bestimmte Gerät. Verhandlungen mit Microsoft sind derzeit wohl noch aktuell, um auch Cortana zu integrieren. Damit würde die Telekom eine Art All-In-One-Lösung bieten, die es in der Form nur selten gibt, der Bose SoundLink Revolve etwa vereint Siri und Google Assistant Sprachsteuerung über Bluetooth-Anbindung, der Sonos One will im Laufe des Jahres Alexa Bekanntschaft mit dem Google Assistant und danach mit Siri machen lassen. Gestartet wird der Telekom Sprachassistent mit „Hallo Magenta“, auch verschiedene Dialekte soll die Sprachsteuerung lernen und erkennen. Der Magenta Assistent wird auch Freisprech-Telefonie bieten und soll im ersten Halbjahr 2018 für voraussichtlich 150 Euro erscheinen und mit dem Speedport Smart Router funktionieren.

© Facebook / Ob es für Portal einen „Daumen hoch“ geben wird, zeigt sich nach der Veröffentlichung, der bisher angenommene Preis von knapp 500 US-Dollar dürfte viele abschrecken.

Facebook Portal: ein smarter Video Speaker à la Echo Show

Eine Art smarter Lautsprecher 2.0: Amazon Echo Show ist die logische Fortführung der Smart Speaker Idee. Unterstützt durch ein Display wird die Einrichtung einfacher und die Anwendungen zahlreicher. Videotelefonie, das Anschauen von Trailern, bevor man eine Serie über Netflix streamt oder auch einfach die Anzeige des regionalen Wetters oder der Uhrzeit samt kurzen Nachrichten bieten einen echten Mehrwert. Mit dem kleineren Echo Button gibt es das dann auch im Miniformat. Ein Trend, den wir 2018 und 2019 mit Sicherheit öfter von anderen Herstellern sehen werden. Denn in eine ähnliche Richtung, jedoch ausgestattet mit Google Assistant, werden unter anderem JBL Link View, Lenovo Smart Display, ein Google Smart Video Speaker und LG ThinQ View gehen, die alle noch 2018 erscheinen sollen. Da passt auch die Ankündigung von Facebook, noch in diesem Jahr zwei Smart Home Speaker herausbringen zu wollen, Codename Portal. Weitere Arbeitstitel sind Aloha und Fiona, dahinter sollen sich jeweils ein smarter Lautsprecher mit Display verbergen, einer scheinbar mit 15-Zoll-Touchscreens von LG samt Sprachsteuerung und Gesichtserkennung.

Als eine Art Portal für die Facebook-Kommunikation setzt der Social Media Gigant dabei mehr auf Video-Inhalte wie Konferenzen via Messenger und Streaming von Videos sowie das Anzeigen von Feeds, WhatsApp-Nachrichten, Instagram-Inhalten und Facebook-Messages. Die integrierte Kamera soll per Gesichtserkennung immer das passende Facebook/WhatsApp/Instagram-Profil anzeigen, und dank eines Lizenzvertrags mit Universal hat Facebook Zugriff auf zahlreiche Inhalte des Medienriesen. Ein Insider hat bereits den angeblichen Preis genannt, und der wird mit fast 500 US-Dollar nicht gerade günstig ausfallen. Was ein smarter Lautsprecher von Facebook außer zusätzlichem Display alles bieten wird, dass wir uns nicht erträumen können, zeigt sich voraussichtlich bei der ersten Präsentation, die noch dieses Jahr sein soll, wahrscheinlich auf der Facebook-Messe F8 im Mai.

Das chinesische Alexa: Smart Speaker Little Fish VS1

Die in China beliebte Suchmaschine Baidu hat gemeinsam mit AiNemo eine Art Sprachassistenz-Roboter entwickelt: der Smart Video Speaker Little Fish verfügt über einen kleinen Bildschirm, kann einige Smart Home Komponenten wie Sengled Leuchten steuern und erinnert ein wenig an Amazon Echo Show oder auch Facebook Portal. Das Display kann für Videotelefonie genutzt werden, spielt auf Sprachkommando Filme, Serien und Musik ab und beantwortet Suchanfragen auch visuell. Das alles ist für China konzipiert, versteht nur Mandarin und soll möglichst vor neuen Mitbewerbern aus dem Westen und Osten erscheinen.

Die Gatebox aus Japan: digitaler Begleitservice mit Sprachsteuerung

Aus einer eher traurigen Kuriositäten-Ecke kommt eine Sprachassistentin im Hologramm-Gewand namens Gatebox. In Japan gibt es ein Gadget im Design einer Art Glaskanne, in dessen Inneren ein Hologramm eines Manga-Mädchens namens Azuma Hikari samt piepsiger Stimme steckt. Eine Art smarter Lautsprecher im Hologramm-Gewand, erfunden für alleinstehende Männer als Begleitung durch den Tag, der eine Beziehung simulieren soll: so sagt die smarte Sprachassistentin, ob man einen Schirm benötigen wird und verschickt Nachrichten auf das Handy wie „Hab‘ einen schönen Arbeitstag“ oder „Komm bald zurück nach Hause“, um die Einsamkeit für einen Moment in den Hintergrund zu stellen.

Die an einen Videospielcharakter aus einem Japan-RPG erinnernde Dame trägt ein eher aufreizendes Dienstmädchen-Outfit und wird dementsprechend auch zur guten Perle im Haushalt. Heißt: sie übernimmt die Steuerung von Smart Home Komponenten, dreht die Heizung auf und schaltet das Licht an, bevor der „Master“ nach Hause kommt, oder kocht für ihn in Form eines beim Lieferdienst bestellten Essens. Teilweise scheint sie auf die Situation des Nutzers zu reagieren: trinkt dieser Kaffee, sitzt auch Azuma im Sessel mit einer Tasse in der Hand. Dieser digitale Begleitservice hat erwartungsgemäß seinen Preis: um die 2.500 Euro kostet die virtuelle Dienerin, die den Nutzer durchweg demütig mit „Master“ anspricht. 

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