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Speicherkarten für alle Fälle: Darauf kommt es an

Billige Speicherkarten für 4K-Kameras? Bitte nicht! Je nach Einsatzzweck sollte man zur richtigen Karte greifen – und dabei einige Tipps beachten.

©besjunior fotolia.com

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Hand aufs Herz: Die Schnäppchen aus dem Internet für wenige Euro sind schon verlockend, wenn es darum geht, dem eigenen Smartphone mehr Speicherplatz für Fotos und Videos zu gönnen – und in vielen Fällen wird das für diesen Zweck auch reichen.

Doch längst nicht für alle Fälle! Je nachdem, für was man sein Smartphone nutzt, sind sogar für diese Geräte bessere, schnellere, hochwertigere Karten sinnvoll. Von der Action-Cam oder Spiegelreflexkamera bis hin zur 4K-Filmkamera gar nicht zu reden: Gerade für GoPro oder DSLR muss man zu ganz anderen Geschützen greifen, als es die billigen Class-10-Speicherkarten jemals leisten könnten. Es kommt eben auf den Einsatzzweck an.

©hopsalka fotolia.com / SD-Karten kommen am häufigsten zum Einsatz.

Speicherkarten: Größen, Formate, Klassen

Im Grunde ist es ganz einfach: Wer eine Speicherkarte braucht, schaut nach dem SD-Standard („Secure Digital“), denn andere Standards wie MMC, Memory Stick oder Compact Flash sind immer weniger gefragt. Am besten stöbern Sie direkt im nächsten Unterhaltungselektronikmarkt, weil man dort meist alle „Standards innerhalb des Standards“ in die Hand nehmen kann.

Das klingt kompliziert und wirkt auf den ersten Blick auch so, weil im Laufe der Zeit verschiedene SD-Kartengrößen auf den Markt gekommen sind: erst SD-Card (groß und noch bei Digitalkameras beliebt), Mini-SD (kleiner, aber immer weniger wichtig), Micro-SD (die wichtigste Größe, vor allem für Smartphones und Tablets) – so dass man vereinfacht sagen kann, dass der Griff zur Micro-SD fast immer der richtige ist.

Denn durch Adapter lassen sich die winzigen Karten auch zu großen „machen“, funktionieren deshalb auch in Kameras.

 

Wie groß darf die Karte sein?

Es kommt aber auch auf die Speichergröße an, ob die Karte funktioniert: SD schaffte bis zu 2 GB Daten (für heutige Anwendungen viel zu wenig), die Weiterentwicklung SDHC bis zu 32 GB (stark verbreitet), die neueste Weiterentwicklung SDXC aktuell bis zu 512, theoretisch sogar rund 2000 GB.

©Samsung / Das Samsung Galaxy S7 verträgt Micro SD-Karten mit bis zu 200 GByte.

Dabei müssen die Geräte, in denen die Karten arbeiten sollen, den jeweiligen Standard ausdrücklich unterstützen. Faustregel: Je älter die Karte und je neuer das Gerät, desto eher wird die Karte funktionieren. Doch wer ein SDXC-Gerät besitzt, sollte auch gleich zu einer SDXC-Karte greifen – schon wegen der Preisentwicklung.

Wie schnell muss die Karte sein?

Auch hier gibt es eine Regel: Schnelle Karten sind nur in schnellen Geräten wirklich schnell – und trotzdem laufen die meisten schnellen Karten auch in älteren Geräten, nur dann nicht so schnell, wie sie es könnten. Der am weitesten verbreitete Übertragungsstandard wird als „Speed Class“ angegeben: Die Zahl im Zeichen mit dem offenen Kreis steht für die Menge an MB, die mindestens pro Sekunde übertragen wird. Am aktuellsten sind die Class-10-Karten, die also 10 MB pro Sekunde schaffen. Der neue Standard UHS (= Ultra High Speed) wird wiederum in zwei Klassen unterteilt: Normal ist UHS-I, bisher weniger verbreitet UHS-II. Und hier kommt es dann auf die Zahl dahinter an: mit 10 multipliziert = garantierte Mindest-Schreibgeschwindigkeit. Meist erreichen die aktuellen Karten aber schon U3, also die Klasse 3 im UHS-Standard. Vorher also unbedingt in die Anleitung des Geräts schauen, in dem die Karte laufen soll – je mehr es „kann“, desto besser sollte die Karte sein.

Übrigens: Die Lesegeschwindigkeit ist zwar auch wichtig, aber der Schreibgeschwindigkeit untergeordnet. Sie orientiert sich an der Geschwindigkeit, mit der CDs gelesen werden (150 KB pro Sekunde) und muss mit der Angabe multipliziert werden, die oft auf der Verpackung der Speicherkarte zu sehen ist. Eine „133“ als Beispiel bedeutet also im Endergebnis knapp 20 MB pro Sekunde.

©GoPro / Für Action-Cams sollten Käufer zu Micro-SD-Karten mit UHS-Geschwindigkeit greifen.

Was soll die Karte speichern?

Schon folgt die nächste Faustformel: Je wichtiger die Daten sind und je schneller sie geschrieben werden müssen, desto hochwertiger und fixer muss die Karte sein. Klar, auch wenn das Smartphone „nur“ als Bilderalbum verwendet wird, möchte man die Fotodateien sicher wissen – dann wird in den allermeisten Fällen eine Class-10-Karte eines Markenherstellers ausreichen. Ebenso wenn man Full-HD-Videos aufnehmen möchte, egal ob Smartphone oder Kamera. Bei einem 21-Pixel-Foto-Smartphone, das oft für Serienbildaufnahmen eingesetzt wird, lohnt aber der Blick in die Anleitung: Lassen sich hier schon UHS-Karten einsetzen?

Zu den beliebtesten Karten gehören etwa die Samsung Pro microSDXC, die SanDisk Extreme Pro microSDHC sowie die Transcend Ultimate 633x SDXC. Alle Karten unterstützen UHS-I in Class 3 und eignen sich sehr gut für die Aufnahme von 4K-Material. Denn mit UHS sollte der Datenstrom auch beim Speichern derart hochauflösender Videos nicht „ruckeln“. Wenn die Karte sogar UHS-II unterstützt, umso besser – damit ist sie zukunftssicher und kann später auch in modernen Geräten eingesetzt werden.

Tipps für den Umgang mit Speicherkarten

Wenn man sich fürs Wunschmodell entschieden hat, ist nach dem Kauf der richtige Umgang ein wichtiger Aspekt – damit die Freude an den Daten lange währt. Deshalb hier noch ein paar Tipps in Kurzform:

1. Auf der Karte nicht die Kontakte berühren, lieber die Karte immer am Rand anfassen.

2. Beim Einsetzen in das Gerät keine Gewalt anwenden, vorher genau auf die Richtung achten – diese wird an den meisten Geräten durch ein Icon angezeigt.

3. Die Karte von statischer Ladung fernhalten und richtig lagern, z.B. in kleinen Boxen oder Mini-Taschen, die oft gleich mitgeliefert werden.

4. Auf unterbrechungsfreie Speicherung achten: Alle Apps, die auf die Karte zugreifen, sollten etwa vor dem Austausch der Karte ihre Aufgabe beendet haben.

5. Sofern das Gerät dies ermöglicht, unbedingt die Funktion nutzen, die Karte über das Betriebssystem vom laufenden Betrieb zu trennen. Erst dann die Karte selbst aus dem Gerät nehmen.

6. Das richtige Kartenlesegerät nutzen: Viele ältere können zwar auch mit modernen Karten umgehen, aber richtig Spaß macht der Datentransfer erst über den besonders schnellen USB-3.0-Standard. Und dann sind es meist auch schon Geräte, die die größeren SDXC-Karten lesen können.

Neue Speicherkarten für noch mehr Datenhunger

Auch wenn die oben erwähnten Formate schon beeindruckende Geschwindigkeiten beim Lesen und Schreiben der Daten ermöglichen, erfordern die nächsten Jahre wohl erneut verbesserte Systeme – denn schon jetzt werden Filme in 8K-Auflösung immer populärer, und dann reichen die aktuellen Lösungen nicht mehr. Schnelle Datenspeicher lohnen sich auch für Server, Fahrzeuge und Industriesysteme.

Einen Vorstoß hat jetzt die Compact Flash Association gemacht: Ihr neuer Standard CFX soll sagenhafte 12,5 GB pro Sekunde ermöglichen. Die ersten Karten sollen 2 GB/s erreichen und Anfang 2017 auf den Markt kommen.

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