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Alles über das smarte Wohnen

Smarte Stoffe

Wenn Ärmel ans Telefon gehen und Jeans moderne Technik bedienen

Smartwatch und Fitnesstracker sind voll etabliert. Vernetzte Kleidung ist der nächste Schritt der Technologiekonzerne.

Jeans mit Smartphone in der Tasche

iStock.com / robas

Schnell während der Fahrt einen Anruf absetzen oder auf dem Rad eine SMS schreiben ist sehr gefährlich. Die Unfallgefahr erhöht sich laut Polizei so um das 32-Fache. Doch Googles Visionäre haben schon genaue Vorstellungen, wie sich der Griff in die Hosentasche bald erübrigen soll.

Leitende Garne und Stoffe

„Project Jacquard“ heißt eine aktuelle Idee der Google-Abteilung „Advanced Technology and Projects“, kurz ATAP. Dabei handelt es sich um ein leitfähiges Garn, das mit Stoffen wie Baumwolle, Polyester oder Seide verwoben wird. Der Clou: Jacquard wird mit einer eigenen Metalllegierung überzogen. Es bleibt damit weiterhin leitfähig, und die Farben lassen sich komplett individuell bestimmen. Darüber hinaus zielt Google auf die Massenproduktion: Textilhersteller, Bastler und Modedesigner sollen diesen smarten Stoff in ihre bereits bestehenden Prozesse problemlos einbinden können. Google sieht in Jacquard alles andere als ein Nischenphänomen und möchte – wie in vielen anderen Bereichen – das Leben vereinfachen und smarter machen. Erste Entwürfe des Schneiders Nick Hammond aus London zeigen einen maßgeschneiderten Anzug, der per Bluetooth mit einem Smartphone verbunden ist und Anrufe ausführt, sobald man über den linken Ärmel streicht. Ob das im Alltag auch wirklich praktikabel ist, wird sich zeigen, wenn mehr Kleidungsstücke mit Jacquard auf den Markt kommen. Als erster großer Interessent hat sich bereits der Jeans-Fabrikant Levi's angeboten. Laut eigener Aussage werkelt man hier an einer wirklich smarten Hose. Im Laufe des Jahres 2016 soll es also tatsächlich möglich sein, mit einem Fingertippen auf der Jeans beispielsweise das nächste Lied in der mobilen Spotify-Playlist anzuwählen, ohne das Display selbst berühren zu müssen.


Eins werden mit dem modisch gekleideten Geek

Ivan Poupyrev, Gründer des Projektes Jacquard, erklärte auf der Google-Konferenz „I/O“, dass Jacquard weit mehr sein soll: Der Stoff soll selbst Gesten erkennen und registrieren, wenn bereits nur mit der Hand über die entsprechende Stelle am Stoff gewinkt wird. Dabei sind die Entwickler gar nicht auf eine Stelle am Kleidungsstück festgelegt. Da das Garn leitet, könnten selbst ganze Ärmel in die Bedienung eines Smartphones, Tablets oder anderer Komponenten eingebunden werden. Mit Letzteren experimentiert Google bereits selbst. So sollen beispielsweise Bluetooth-Sender nicht größer als ein Knopf sein und den Tragekomfort in keiner Weise beeinflussen. Smartphones, Tablets, Computer oder Smart-Home-Geräte: Die Bedienung von Technik soll in beinahe jede Hand- oder Fußbewegung übergehen, Mensch und Maschine werden mit vernetzter Kleidung nahezu eins. Was Google und Levi's für den Massenmarkt planen, hört sich zwar neu an, ist es aber nicht.

Smarte Trikots beim Fußball

So trainierte die U-19-Mannschaft des deutschen Bundesligisten TSG 1899 Hoffenheim eine Zeit lang mit vernetzter Sportkleidung. Beim sogenannten RedFIR-System vom Fraunhofer Institut (mittlerweile durch jogmo.pro abgelöst)  trugen die Spieler unter den Stutzenstrümpfen sogenannte Tubes: enganliegende Strümpfe ohne Fuß mit Taschen, in denen Sender für den linken und rechten Fuß platziert sind. In Bälle von Adidas waren ebenfalls Sender integriert. Das Tracking-System zeichnete dabei die Bewegungen der Spieler sowie der Bälle auf. In Verbindung mit einem Datenbanksystem von SAP konnten so äußerst detaillierte Informationen über effektive Trainingszeit, Ballkontakte eines Spielers, die Anzahl der Sprints, insgesamt gelaufene Distanz, Passquote und vieles mehr ermittelt werden.

Wer keinen Zugang zu einer derartigen High-Tech-Kleidung hat und auch nicht auf die Klamotten von Google bzw. Levi's warten möchte, kann aber auch jetzt schon zuschlagen: Bisher sind im Handel bereits Handschuhe erhältlich, mit denen man zumindest ein Smartphone-Display bedienen kann.Touchscreen-Handschuhe von Mujjo

Warme Finger oder das Handy benutzen? Diese Frage stellt sich mit den Touchscreen-Handschuhe von u. a. Mujjo (ab rund 25 Euro) nicht mehr. Ihr Geheimnis: Sie überbrücken mit einfachen, metallischen Garnen das nichtleitende Futteral des Handschuhs zur Fingerspitze. Dadurch kann das kapazitive Display eines Smartphones über einen Umweg auf den Finger des Nutzers reagieren. 

Fazit

Ob smarte Stoffe in Form von Googles Jacquard oder elektronische Sender in Sportbekleidung: Die Technik rückt immer näher an den menschlichen Körper heran. Vielleicht ist es bereits in diesem Jahr möglich, Smartphones oder andere Geräte über leitende Kleidung von Levi's gezielt zu steuern.

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