Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Angespielt

ADIDAS miCoach Smart Ball im Praxis-Test

Training ohne Trainer? Der smarte Ball erfasst massig Daten und schickt sie ans Smartphone. Wir verraten, wie sich die schlaue Pille auf dem Platz schlägt.

Adidas MiCoach Smart Ball im Test

©Carsten Knobloch

Alles wird immer technischer. Als ich mit Fußball anfing, da war das noch recht analog, wir benötigten nicht mal einen Ball. Zur Not tat es auch eine Blechbüchse, mit der wir auf der Straße kickten. Auch Tore brauchte man nicht wirklich, Stöcke in der Wiese oder Garagentore waren unsere Lösung. Hätte ich meinen Helden damals erzählt, wie sich alles ändern wird, sie hätten die Hände vielleicht über dem Kopf zusammengeschlagen. Zig Kameras, Analysen, der Videobeweis und und und.

Auch hinter den Kulissen des Sports hat sich einiges getan, Profis wie auch Amateure haben immer mehr Werkzeuge, um ihr Hobby oder den Beruf effizienter zu gestalten. Das zeigt sich nicht nur in den klassischen Trainingsgeräten, sondern auch am Fußball selber. Mittlerweile haben diverse Lösungen nämlich einen Chip intus. Einer dieser Hersteller ist Adidas, der seinerzeit den „ADIDAS miCoach Smart Ball“ auf den Markt brachte. Gut für uns: das smarte Ballsport-Gadget ist mittlerweile im Preis gesunken und ist so um einige Euro günstiger als zur Einführung.

Der Ball ist rund - und smart

Gerade zur bald startenden Europameisterschaft (10. Juni bis zum 10. Juli 2016 in Frankreich) kann so ein Gadget ja vielleicht das ideale Geschenk für die Fußball-affine Leserschaft sein. Rein äußerlich unterscheidet sich der smarte Ball nicht von einem anderen Lederfußball. Ich besitze da diverse, die sich im Laufe der Jahre angesammelt haben und kann sagen - der Ball liegt gut am Fuß, dass Technik in ihm schlummert wird keiner der Benutzer merken.

©Adidas / Der Smart Ball ist vollgepackt mit Technik. Beim Spielen merkt man jedoch nichts davon.

Doch im Innern werkelt halt Technik - und so befindet sich nicht nur der ADIDAS miCoach Smart Ball im Lieferumfang, sondern auch die entsprechende Ladestation, die den Ball drahtlos auflädt. Keine Sorge! An dieser Stelle möchte ich noch einmal betonen, dass der ADIDAS miCoach Smart Ball ein klassischer Fußball ist und auch so genutzt werden kann - lediglich für das „Mehr“ muss er logischerweise gelegentlich aufgeladen werden.


App dafür!

Nämlich dann, wenn man die dazugehörige App nutzen möchte. Diese App dient dazu, den Spieler effektiver zu machen, denn sie verrät einiges über die Technik. „Anlauf, Pike, Schuss und Tor“ ist hier nicht unbedingt gefragt. Will man das ganze Paket möglichst gut nutzen, so empfiehlt sich folgendes: Der Ball sollte eine Stunde aufgeladen werden, dann war er bei mir in Sachen Kapazität „voll“. Ebenfalls vonnöten: die passende iPhone-App. Sie ist die Bindung zum Ball, zeigt dem Nutzer Informationen und gibt Tipps und Tricks. Vor der Nutzung steht die Registrierung, die Pflicht ist. Dann kann gekoppelt werden.

Smartphone und Ball verbinden sich per Bluetooth - und der Spieler ist nun ein Fußballer, welcher genauestens arbeiten sollte, denn die Technik ist kein netter Coach, der einem sagt „Ja, war ganz gut so“ - stattdessen zeigt der Chip in Verbindung mit der App eben, wie man schießt.

Konkrete Beispiele: Der ADIDAS miCoach Smart Ball erfasst auf Wunsch Daten über Geschwindigkeit, Drall, Stärke sowie die Flugbahn. Diese Daten werden direkt an die App weitergegeben, sodass der Nutzer direkte Insights hat. Weitere Funktionen? Innerhalb der App findet man Anleitungen und Anregungen, um die eigene Arbeit am Ball zu verbessern.

©Screenshot / Tempo, Flugbahn und Drall werden nach jedem Schuss angezeigt.


Ebenfalls gibt es in der App Trainingsvideos, Spieler können aber auch ihre eigenen Videos aufnehmen. Gehörig Spaß bringen Challenges, die App hat also Aufgaben für Anwender parat, die man erfüllen kann. Sollte man länger mit dem Ball trainieren wollen, so hat man über eine Statistik etwaige Verbesserungen auch immer im Blick. Da darf man dann auch ruhig einmal angeben, denn man kann Inhalte auch mit Freunden teilen.

Die Wahrheit liegt auf dem Platz

Das alles ist natürlich schön und gut, doch wie sieht die Realität aus? Nicht nur der Pokal hat eigene Gesetze, auch die Diskrepanz zwischen „soll können“ und „kann wirklich“. Will heißen: Auf dem Papier macht vieles Spaß und soll gut funktionieren - doch manchmal ist es eben nicht so. Deshalb muss so ein Ball auch bespielt werden und so zeigen, was machbar ist.

In der App

In der App selber findet der Nutzer viele Video-Sessions für die Weiterbildung vor. Manche mögen meinen, dass Fußball Learning by doing ist - doch wer ein paar Tricks lernen möchte, der ist hier richtig. Interessanter ist dann in der App die Arbeit am Ball, die klassische Variante lautet: Ball hinlegen und schießen.

©Screenshot / Die Adidas Smart Ball erkennt, wo der Fuß den Kontakt herstellt.

Der Ball merkt, wie schnell er geschossen wurde, welche Flugkurve er nahm und und und. Das konnte mich nur kurz begeistern, denn ein echter Flow kam bei mir selber nicht auf. iOS-App starten, Ball platzieren, iOS-App das OK geben, schießen, Ball holen und einen Blick in die App werfen. Hier muss auch beachtet werden - pöhlt man den Ball außer Reichweite - was etwas mehr als der klassische Elfmeter ist - dann muss man zur Datenübertragung erst in die Nähe des Balls. Nichts für Einzelkämpfer, eher etwas für mehr Personen, die ihre Schußtechnologie am Ball testen oder verfeinern wollen.


Mehr Laune macht den Nutzern dann vielleicht die Profi-Challenge, hier muss der Nutzer bestimmte Vorgaben erfüllen, beispielsweise den Ball in einer bestimmten Schussbahn um eine virtuelle Mauer schießen. Adidas unterstützt das Ganze mit einer visuellen Anzeige, wie die Flugbahn bestenfalls sein könnte, zudem stehen dem Nutzer Videos des perfekten Schusses zur Verfügung.

©Screenshot / Die Übungen in der App sind gut gemacht, könnten aber zahlreicher sein.

 

Der Profi wird nach Punkten bewertet, kann bis zu 5 Punkten abstauben - ich selber bin da - in bester virtueller Manier - nicht so gut gewesen. Ist wie ein Spiel: je besser, desto mehr Sterne. Der Ball sagt: ich sollte mehr trainieren, die volle Punktzahl konnte ich meistens nicht erreichen. Gut so: der Ball gibt mir Tipps, wie ich besser werden könnte. Vom Stolperfußball zum nächsten Messi - per App.

Fazit

Ehrlich - schwer! Ich selber bin mit 39 Jahren weit aus dem Alter raus, in dem ich noch an meiner Technik feilen müsste. Man könnte sagen: „ich sehe die Wege“. Adidas möchte sich an Menschen richten, die ihre Technik verbessern wollen. Und ja, das geht tatsächlich so, wenn man die Standards Elfmeter, Strafstöße oder die Ecke in Betracht zieht. Aber: Zweikämpfe und Co wird auch ein smarter Ball mir wohl nicht beibringen können.

 

Dennoch finde ich das Produkt für Fußball-Interessierte super. Diese können sich und Freunde motivieren - man will ja besser werden. Eben das könnte ausgewogenes Training und eine Beachtung der Statistik ja bringen. Denn wer weiß - vielleicht wird der Besitzer des Balls in naher Zukunft ja Deutschlands nächster Zehner. Dennoch gibt es von mir Abzüge in der B-Note. Lediglich sechs Übungen pro Fuß in der Profi-Challenge sind eine lahme Nummer, hier hätte Adidas mal ein App-Update einstellen können, damit ich als Balljunge mehr zu tun habe.

Andere Artikel mit Themen: adidas, Fitness

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei MediaMarkt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück