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Title: Gesundheit & Fitness
E-Scooter statt Fußweg

Alle wichtigen Antworten zum neuen Mobilitäts-Trend

Der Erfolg von E-Bikes macht es vor, die Menschen sind offen für neue Arten der Fortbewegung. Auf Kurzstrecken sollen E-Scooter die letzten Fußwege schneller schaffen als Spaziergänger. Alle Antworten auf die wichtigsten Fragen zum neuen Trend.

©Lime

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Sind E-Scooter in Deutschland legal?

Wer kürzlich eine Städtereise unternommen hat, etwa nach Wien, Paris oder Madrid, dem werden Elektroroller oder E-Scooter, wie sie auch genannt werden, bereits aufgefallen sein. Die Tretroller mit Elektromotor gehören dort bereits zum festen Straßenbild. Alle anderen sollten sich langsam darauf einstellen, dass sich das Verkehrsbild zumindest in deutschen Großstädten demnächst wandeln wird. Wohl ab Juni wird die in schönstem Behördendeutsch genannte Elektrokleinstfahrzeuge-Verordnung (eKFV) greifen und damit Tretroller mit Elektromotor im öffentlichen Verkehr erlauben; Bundeskabinett und EU haben bereits zugestimmt, aktuell fehlt noch die Zustimmung des Bundesrats, die für den 17. Mai angepeilt wird. Wer heute schon einen E-Scooter fährt, darf das bisher legal nur auf Privatgrund oder mit E-Scootern mit Sonderzulassung.

©Xiaomi/ Die Verwandtschaft zum Tretroller ist auf den ersten Blick erkennbar, E-Scooter haben trotzdem mehr Power.

E-Scooter, was steckt hinter dem Trend?

Einen Tretroller hat wohl jeder schon einmal genutzt, die meisten Menschen in der Kindheit. Was man davon noch weiß, gilt auch heute noch: Anders als ein Fahrrad kann man einen Tretroller in der Regel ohne vorherige Übung benutzen. Vor einigen Jahren gab es schon einmal einen kleinen Rollertrend, bei dem Kickboards Manager über kurze Strecken bei der Optimierung ihrer knappen Zeit helfen sollten. Auf Messen hat man dann öfter Anzugträger auf einem Roller gesichtet. Richtig durchgesetzt hat sich das aber nicht und die rollerfahrenden Manager sind wieder verschwunden. Das Konzept des Tretrollers steckt aber auch in den E-Scootern, wobei der wichtige Unterschied der verbaute Elektromotor ist. Per Knopfdruck beschleunigen die E-Scooter zackig auf bis zu 30 Kilometer pro Stunde, was sich auf den schmalen Standflächen über den kleinen Rollen ziemlich schnell anfühlt. Reichweiten von bis zu 30 Kilometern sind mit einer Akkuladung drin, dann muss man an der normalen Steckdose ein paar Stunden laden.

©Lime/ Leihanbieter wie Lime sind schon bereit für den Deutschlandstart von E-Scootern.

Muss man E-Scooter leihen oder kaufen?

Beide Möglichkeiten stehen bereit, sobald E-Scooter auf öffentlichen Straßen in Deutschland erlaubt sind. Natürlich kann man den Erfolg von E-Scootern bei uns nicht zweifelsfrei voraussagen, aber man kann von den Nachbarländern lernen, in denen die motorisierten Roller bereits erlaubt sind. Für eine gesteigerte öffentliche Wahrnehmung in Großstädten werden mit Sicherheit Leihroller sorgen. Einige Anbieter wie Lime, Voi oder Hive stehen schon am Start und warten nur noch auf die Absegnung des rechtlichen Rahmens, dann wird es losgehen. Den E-Scooter leiht man per App und düst damit über Kurzstrecken. Am Ziel angekommen stellt man ihn wieder ab und bezahlt wie beim Bike-Sharing für die Nutzung. Netter Nebeneffekt: Wer einen E-Scooter günstig ausprobieren will, kann das mit den Leihfahrzeugen ganz simpel machen. Die Apps der Dienste zeigen verfügbare Roller auf einer Karte an, zum Ausleihen scannt man meist nur einen QR-Code vom Lenker ab und dann kann es auch schon losgehen. Neben dem Verleih, der vor allem in Großstädten zu finden sein wird, kann man sich auch selbst einen E-Scooter anschaffen. Doch dabei sollte man aufpassen, denn damit man in Deutschland legal fahren darf, ist eine Allgemeine Betriebserlaubnis nötig.

©Iconbit/ Augen zu und durch, das klappt in Deutschland nicht, um die gesetzlichen Regelungen wird lang diskutiert.

Was müssen legale E-Scooter in Deutschland können?

Die eKFV regelt alle Details zu E-Tretrollern. Die Geschwindigkeitsgrenze wird bei 20 km/h gezogen, im aktuellen Entwurf ist außerdem auch noch die Rede von einer Lenk- oder Haltestange. Die Nennleistung darf 500 Watt nicht überschreiten. Auch schwerer als 55 Kilo dürfen die Kleinstfahrzeuge laut eKFV nicht sein. Der Gesetzgeber fordert außerdem zwei Bremsen am Fahrzeug, eine Glocke sowie Lichter vorne und hinten, wie sie auch an Fahrrädern vorhanden sein müssen. Außerdem müssen die E-Scooter in Deutschland versichert werden und brauchen eine Betriebserlaubnis (ABE). Das bedeutet, die E-Scooter kommen mit eigenem Typenschild samt Identifizierungsnummer. Das muss vom Besitzer mit einem Aufkleber über die bestehende Haftpflichtversicherung ergänzt werden. Deutschland diskutiert gerade noch über einen Sonderweg. E-Scooter bis 12 km/h sollen auch von Kindern ab 12 Jahren gefahren werden dürfen und das auch auf Gehwegen. Bis zu 20 km/h schnelle Fahrzeuge darf man ab 14 Jahren fahren. Einen Führerschein muss man dafür nicht vorweisen.

©Cityblitz/ Ob bestimmte E-Scooter auf Gehwegen fahren dürfen oder nicht, wird derzeit heftig diskutiert.

Dürfen E-Scooter auf den Gehweg?

Momentan streiten Politiker aus den verschiedenen Bundesländern noch im Verkehrsausschuss des Bundesrats über diverse Details der eKFV, etwa darüber, wo die E-Scooter denn genau fahren dürfen. Für die meisten Verkehrsexperten ist klar, alles was Rollen hat und nicht von kleinen Kindern gefahren wird, gehört auf die Straße. So einfach ist es aber nicht, denn Verkehrsminister Andreas Scheuer wollte lange die E-Scooter bis 12 km/h innerhalb geschlossener Ortschaften auch auf Gesteigen erlauben. Hier hagelt es jede Menge Kritik, da man so die Fußgängersicherheit nicht mehr gewährleisten könne. Aktuell sieht es so aus, als ob die Gehwege frei bleiben und die Sonderregel bei langsamen E-Scootern nicht kommt. Wenn es Radwege gibt, sollen die E-Scooter übrigens dort fahren, ansonsten müssen Sie auf die Straße.

©Livall/ Helm und Führerschein braucht man für E-Scooter nicht.

Brauche ich für E-Scooter Helm und Führerschein?

Als Fahrer muss man bei den Elektrorollern wenig beachten: Ein Helm ist nicht nötig, auch Schutzkleidung ist nicht vorgeschrieben, obwohl beides sinnvoll erscheint. Einen Führerschein braucht man nicht, ansonsten kommt man mit dem Verhalten durch, das man auch beim Radfahren an den Tag legt, sprich Arm raus vor dem Abbiegen, denn die E-Scooter kommen ohne Blinker. Außerdem sollten E-Scooter hintereinander fahren und auf Straßen möglichst rechts eingeordnet sein. Geparkt werden die Dinger offiziell gar nicht, denn man "stellt sie ab" wie Fahrräder.

Welche Kosten entstehen für E-Scooter?

Das kommt darauf an, wie man sie nutzt. Nimmt man sich ab und zu einen Leih-Scooter, ist man mit wenigen Euro pro Fahrt dabei. Und selbst wenn es ums Kaufen geht, kommt man vergleichsweise günstig weg. Übrigens kann man davon ausgehen, dass auch MediaMarkt echte Knallerangebote hat und haben wird.  Aktuell ist die Prognose, dass dann die auch tatsächlich zugelassenen E-Scooter ab rund 400 Euro zu bekommen sein werden, für Luxus-Scooter darf man natürlich auch etwas mehr ausgeben. Wer einen eigenen E-Scooter hat, muss auch noch die Versicherungskosten berücksichtigen. Mindestens 30 Euro pro Jahr sollte man dafür veranschlagen.

©Inmotion/ Mit der Anschaffung von E-Scootern sollte man noch warten, bis der gesetzliche Rahmen steht.

Kann ich jetzt schon E-Scooter kaufen?

Wer sich für einen eigenen E-Scooter interessiert, tut gut daran noch ein paar Wochen mit dem Kauf zu warten. Wichtig ist, dass die E-Scooter eine Betriebserlaubnis auf deutschen Straßen haben. Aktuell verkaufte E-Scooter haben die in der Regel nicht, weil sie zu hohe Geschwindigkeiten erlauben oder bei Bremsen und Licht nicht die Anforderungen des Gesetzgebers erfüllen. Hier läuft man Gefahr, vielleicht für ein paar Hundert Euro einen E-Scooter zu kaufen, der dann nicht legal im öffentlichen Raum unterwegs sein darf. Allerdings bringen solche Modelle weiterhin jede Menge Spaß, dürfen (dann) aber ausschließlich auf privaten Grundstücken genutzt werden.

Fazit

Deutschland braucht mal wieder einen Tick länger als die meisten anderen Länder, um E-Scooter zu erlauben. Doch egal wie die Sache im Detail in Deutschland ausgeht, kann man sicher sein, dass die E-Scooter zumindest in Großstädten für Aufmerksamkeit sorgen werden. Wer sich für einen eigenen E-Scooter interessiert, sollte den Kauf noch verzögern und die Verabschiedung der eKFV abwarten. Am einfachsten guckt man dann gezielt nach einem Modell mit Straßenzulassung und ist dann auf der sicheren Seite.

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