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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Vorsorge

Dr. med App: Sprechstunde auf jedem Smartphone

Der Hausarzt wird nicht überflüssig. Aber er bekommt Unterstützung. Der jeder kann heute eigene Gesundheitsdaten sammeln und auswerten

Mit moderner Technik zu einer besseren Gesundheit.

© Luis Louro / Fotolia.com

Verbesserter Komfort und ein bequemerer Alltag: Das moderne Smart Home kann weitreichend zum eigenen Wohlbefinden beitragen. Nach Auffassung von Anne-Caroline Erbstößer von der Technologiestiftung Berlin gehört die Gesundheit aber ebenso dazu: „Individuelle, mobile und flexible Unterstützung des persönlichen Wohlergehens ist angesagt. Nicht nur die Vermeidung von Krankheiten oder die Unterstützung der eigenen Gesundheit stehen dabei im Fokus. Es geht um mehr Lebensqualität und einen gesunden Lifestyle“, so Erbstößer in ihrer Studie der Technologiestiftung Berlin. Darüber hinaus erörtert die Untersuchung, wie Senioren künftig im Alltag unterstützt werden können. Mehr ältere Menschen sollen mit Assistenzsystemen länger in der Lage sein, sicher und selbstständig in den eigenen vier Wänden zu leben. Die Studie nennt dafür eine Kombination aus verschiedenen Assistenzsystemen von der Vitalüberwachung, Fernsteuerung der Türen und Fenster bis hin zu einem Fußboden, der Stürze meldet. Allerdings endet die Unterstützung des Wohlergehens nicht innerhalb der eigenen vier Wände.

Echte Motivation dank smarter Technik

Eine Ursache vieler Gesundheitsprobleme wie Übergewicht ist der Mangel an Bewegung. Hier kann tragbare Computertechnik, allgemein als „Wearables“ bezeichnet, helfen. Fitness-Tracker wie das Armband „Jawbone“ und Sport-Analysen in Form von Apps wie „Runtastic“ haben die breite Masse bereits erreicht. Das Problem dabei: Die Apps benötigen ein Smartphone, das auf die Jogging-Tour mitgenommen werden muss. Bequem geht anders. Wer dann auch noch hin und wieder Smartphone oder Fitness-Armband zu Hause vergisst, riskiert Datenlöcher in der sonst nahtlosen Analyse.

Der Hersteller Withings hat deshalb mit der Uhr Activité einen interessanten „Selbstgänger“ im Programm. Sie sieht aus wie eine klassische analoge Uhr, zählt aber Schritte, Entfernung, Kalorien und Laufleistung. Darüber hinaus analysiert sie die Schlafphasen des modebewussten Gadget-Fans. Per Bluetooth werden die Aktivitätswerte an die App „Health Mate“ auf dem Smartphone oder Tablet übertragen. Selbst beim Schwimmtraining kann die wasserdichte Uhr am Arm bleiben und das Training tracken. Wer mag, kann die Uhr auch im Schlaf tragen. Dann zeichnet sie den Schlafzyklus auf und lässt ihn in die Auswertungen einfließen. Wir haben die Activité im Dauereinsatz getestet und können sagen: Der Effekt ist verblüffend, da man täglich motiviert ist, die Anzeige zu füllen. Man bewegt sich entsprechend automatisch mehr. Der eigentliche Clou der Withings Activité: Anders als Fitness-Tracker in Form von Armbändern muss die hübsche Armbanduhr nicht aufgeladen werden, denn eine simple Knopfzelle lässt sie acht Monate lang laufen. So kommt es zu einer umfassenden Aktivitätsmessung mit Datenaufzeichnung, bei der man sich um nichts kümmern muss. Für die Gestaltung sind übrigens französische Designer verantwortlich, verarbeitet wurde sie von Profis aus der Schweiz. Die Uhr gibt’s für rund 390 Euro.

Den Erfolg auch auf der Waage sehen

Wer viel Sport treibt und seine Werte dabei aufzeichnet, hat in der Regel auch sein Gewicht immer im Blick. Eine Möglichkeit, Gewicht und Körperfett gleichzeitig zu messen, bietet die Waage Smart Body Analyzer von Withings. Das Gerät verbindet sich problemlos mit dem heimischen WLAN und wiegt nicht nur präzise das Körpergewicht, sondern errechnet dazu gleich den Body Mass Index (BMI). Die Health-Mate App für iOS und Android erstellt daraus Grafiken, gibt realistische Wochenziele vor und nennt Tipps, um das Wunschgewicht zu erreichen. Mit dieser Motivation kann das Abnehmen richtig Spaß machen.

Patienten können von zu Hause aus mit dem Arzt zusammenarbeiten

Mit der Manschette und dem kabellosen „Blood Pressure Monitor“ von Withings kann jeder selbst seinen Blutdruck messen und die Werte an die App Health Mate übertragen. Dort sammelt die Anwendung die Messwerte auch über einen längeren Zeitraum. Wenn der Arzt einen entsprechenden Service anbietet, kann ihm die Auswertung per E-Mail oder als Download-Link geschickt werden. So hat er gleich für die nächste Sprechstunde aktuelles Material, das er mit dem Patienten besprechen kann. Die Ideen zur Gesundheitsüberwachung in den eigenen vier Wänden gehen noch viel weiter.

Schwerwiegende Krankheiten selbst erkennen

Ein Thema, das viele Menschen bewegt, ist die Hautkrebsvorsorge. Laut First Derm, einem Online-Hautarzt aus San Francisco, wären 95% der Hautkrebserkrankungen vermeidbar, wenn sie früh erkannt würden. Einen Beitrag zur Hautkrebsvorsorge will der Spezialist mit seinem Produkt HÜD (Schwedisch für „Haut“) leisten. HÜD ist ein medizinisches Objektiv, das auf die Smartphone-Kamera aufgesteckt wird. So können Leberflecken und Hautirritationen in einer Qualität fotografiert werden, die es den Hautkrebsexperten ermöglicht, Auffälligkeiten auf der Haut zu beurteilen. Aufnahmen verdächtiger Stellen schickt man – angeblich völlig anonym – direkt aus der App an einen First-Derm-Hautarzt. Der Fachmann teilt dann mit, ob man einen Hautarzt aufsuchen sollte. Aktuell ist HÜD noch in der Finanzierungsphase, soll aber Anfang 2016 erhältlich sein. 

Das Smartphone wird zum Gesundheitspass

Überhaupt entwickelt sich das Smartphone dank entsprechender Apps und Gadgets zum Allround-Messgerät. Es wird immer einfacher, einen eigenen Gesundheitsbericht zu erstellen. Apple hat mit „Health“ im letzten Jahr eine App vorgestellt, die mit dem Betriebssystem iOS ausgeliefert wird. Hier können Vitalwerte eingetragen und gesammelt werden. So soll ein komplettes Gesundheitsbild auf dem Smartphone angelegt werden. Der Vorteil: Ein Arzt oder auch ein Notarzt können sich in kürzester Zeit ein Bild über den aktuellen Gesundheitsstand des Patienten machen. Für den Notfall lässt sich ein Notfallpass mit wichtigen Informationen wie Blutgruppe, Angaben zu Allergien und dem Kontakt zum Hausarzt erstellen. Da diese Infos im Notfall Leben retten können, sind sie auch vom Sperrbildschirm ohne Sicherheitscode zugänglich. Smart Home bietet darüber hinaus viel Potenzial, um den Alltag für ältere Menschen zu erleichtern.

So gelingt mehr Selbstständigkeit im Alter

Ein selbstbestimmtes Wohnen ist mit moderner Technik länger möglich. „Der Hauptwunsch im Wohnumfeld, der in einem Smart Home erfüllbar wird, ist ein möglichst langes und selbstbestimmtes Leben in den eigenen vier Wänden", sagt Anne-Caroline Erbstößer gegenüber Springerprofessional.de, einem der führenden Anbieter für digitale Lehr- und Fachmedien. Ob die Konzepte und Lösungen für Ältere funktionieren, hängt natürlich wesentlich davon ab, ob die Senioren bereit sind, sich auf die Technik einzulassen. Hier ist die einfache Bedienung noch wichtiger als bei einer jungen Zielgruppe. Smart-Home-Hersteller sollten zum Beispiel darüber nachdenken, speziell an die Anforderungen der älteren Generation angepasste Versionen ihrer Apps anzubieten. Ein gutes Beispiel ist das Asina-Tablet für Senioren. Das Tablet bietet eine übersichtliche Bedienoberfläche mit selbsterklärenden Kacheln und bringt viele spezielle Funktionen für Senioren mit, so zum Beispiel eine einfach programmierbare Erinnerungsfunktion für die Einnahme von Medikamenten. Über den angebundenen Cloudservice können Angehörige das Tablet für den Benutzer aus der Ferne einrichten und haben die Gesundheit ihrer Eltern oder Großeltern immer im Blick. Genau so einfach funktioniert die Kommunikation per Videotelefonie, hinter der eine stark vereinfachte Skype-Oberfläche steckt. 

Fazit

So clever smarte Gadgets bereits sind: Einen Arztbesuch ersetzen sie noch nicht. Auch mit professionellem, medizinischem Equipment sind sie nicht vergleichbar. Und doch sind die kleinen Helfer und ihre smarten Apps ein echter Anreiz, um sich stärker mit der eigenen Gesundheit und Fitness auseinanderzusetzen. Zur Motivationssteigerung eignen sich die Gadgets auf jeden Fall. Was für die Zukunft noch ausbaufähig ist, sind die Schnittstellen zu Ärzten und Fachleuten, damit die gemessenen Daten der smarten Gesundheits-Tools auch zu den kompetenten Stellen gelangen.

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