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Smarte Sportbrillen

Heads-up-Display für den Freizeitsport

Sportbrillen mit digitalem Display liefern alle Daten direkt vors Auge des Athleten. Dafür gibt es verschiedene Lösungen.

Biker mit Recon Jet Brille

© 2016 Recon Instruments

Wer als ambitionierter Sportler unterwegs ist, führt in Zeiten des „Internet of Things“ meist lückenlos über seine Trainingserfolge Buch. Sensoren für Puls und Schrittfrequenz oder die Geschwindigkeit, Trittfrequenz und -Leistung beim Radfahren ermitteln alle relevanten Daten ohne großen Aufwand. Gespeichert werden sie in einem Sportcomputer, einer Fitness-Uhr oder aber über eine passende App auf dem Smartphone. Im Eifer des Gefechts kann es allerdings lästig bis riskant sein, ständig auf die Armbanduhr oder den Radcomputer am Lenker zu schauen – etwa während einer rasanten Abfahrt mit dem Rennrad. Praktischer ist es, wenn der Sportcomputer alle relevanten Daten direkt ins Blickfeld einblendet. Sport-Datenbrillen sind daher einer der neuesten Trends unter den vernetzten Fitness-Assistenten.

Die Sport-Varianten zu Google Glass

Eine der ersten Datenbrillen für alltägliche Anwendungen war Google Glass, die allerdings nie in Deutschland auf den Markt kam und auch in den USA nur einer ausgewählten Käuferschicht zugänglich war. Während die Fachwelt auf die zweite Edition der Google-Brille wartet, haben aber eine ganze Reihe Anbieter smarte Sportbrillen entwickelt, die es tatsächlich schon zu kaufen gibt.

Farbige LEDs und Sprache statt grafischer Displays

Bereits seit einem guten Jahr ist Sportiiii zu haben. Statt einer eigenständigen Datenbrille liefert der kanadische Anbieter 4iiii Innovations für umgerechnet knapp 220 Euro einen Aufsatz, der sich an fast jeder Sportbrille anbringen lässt. Der Anklick-Brillenbügel hat kein echtes Display, sondern zeigt optisch über sieben verschiedenfarbige LEDs am unteren Rand des Blickfelds, in welchem Puls-, Geschwindigkeits- oder Leistungsbereich man gerade unterwegs ist. Exaktere Informationen souffliert Sportiiii per Sprachausgabe über einen eingebauten Mini-Lautsprecher ins rechte Ohr des Sportlers.

Sportiiii an einer Sportbrille

Die zugehörigen Daten empfängt Sportiiii von gängigen Puls-, Geschwindigkeits-, Trittfrequenz- oder Leistungssensoren, die ihre Informationen im ANT+-Funkstandard übertragen. Diesen nutzen etwa auch die verbreiteten Sportcomputer und Fitnessuhren von Garmin. Mit dem Smartphone oder dem Computer kommuniziert Sportiiii per Bluetooth-Datenfunk. In der zugehörigen Smartphone-App oder am Computer lässt sich auf diesem Weg die LED-Anzeige individuell anpassen. Hier gibt jeder Athlet etwa seine Puls- und Leistungsbereiche ein, die dann mit entsprechenden LED-Farben dargestellt werden. Durch die unterschiedlichen Trainingsdaten wie Puls, Leistung oder Geschwindigkeit klickt man per Fingertippen auf eine Sensor-Fläche am Brillenbügel hin und her. Statt einer Menüanzeige gibt dabei die Sportiiii-Computerstimme an, in welchem Bereich man sich gerade befindet.  Vorteil der abstrakten Anzeige: Der Brillenaufsatz ist sehr leicht und benötigt kaum Strom. Unter normalen Bedingungen verspricht der Hersteller eine Akkulaufzeit von acht bis zehn Stunden – genug für eine recht ausgedehnte Tagestour.

Speed und Puls immer im Blick

Einen vollwertigen Fitnesscomputer mit verschiedenen Datenanzeigen blendet die Sportbrille Recon Jet (ab rund 440 Euro) ins Blickfeld ein. Dieses Modell ist mit hochwertigen Gläsern in verschiedenen Tönungsstufen zu haben und hat ein fest eingebautes Minidisplay unten im Blickfeld des rechten Auges. Der eigentliche Sportcomputer ist dahinter angebracht, der zugehörige Akku sitzt hinter dem linken Glas, sodass die gesamte Brille rein optisch durchaus gehobenen Science-Fiction-Ansprüchen gerecht wird. Allerdings behindert die Technik das Blickfeld nach links und rechts hinten. Nach vorne ist die Sicht dagegen frei, das Datendisplay wird mit einem kurzen Blick nach unten anvisiert. Eine Iris-Erkennung am Minibildschirm erfasst diesen Blick und schaltet das Display automatisch ab, sobald man nicht darauf, sondern nach vorne auf den Weg schaut. Das soll Strom sparen und die Akkulaufzeit verlängern.

Recon Jet Brille

Der Hersteller Recon Industries ist ein Tochterunternehmen von Intel und entwickelt auch in anderen Bereichen Datenanzeigen im Blickfeld des Nutzers, etwa in Helm-Visieren. Die Anzeige der Recon Jet ist groß genug für drei Datenfelder. Sie zeigt also etwa beim Radfahren die aktuelle Geschwindigkeit, den Puls und die zurückgelegte Entfernung auf einen Blick. Auch hier sammeln Funksensoren am Körper und am Fahrrad die zugehörigen Daten. Recon Jet versteht sich ebenso wie Sportiiii mit Sensoren, die im ANT+-Standard funken. Verbindet man die Datenbrille unterwegs per Bluetooth mit dem Smartphone, dann zeigt sie wahlweise auch die aktuelle Position auf einer Landkarte – auf Wunsch auch eine vorgegebene Strecke. Als weiteres Gimmick hat die Brille eine eingebaute Kamera, die den Blick des Fahrers oder Läufers nach vorne einfängt.

Der größte Nachteil der Recon Jet ist ihre doch eher knappe Akkulaufzeit. Im Praxiseinsatz hielt sie mit einer Ladung nur etwa zweieinhalb Stunden durch – für längere Touren und Läufe ist das zu knapp bemessen. Der Hersteller bietet zwar wechselbare Zusatzakkus an, doch wer möchte schon unterwegs bei vollem Einsatz den Energieriegel umklipsen?

Sportbrille mit Augmented-Reality-Display

Noch einen Schritt weiter geht die Fahrrad-Datenbrille Senth IN1, die das chinesische Start-up-Unternehmen Insenth Tech im letzten Jahr über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanzierte. Die Brille hat, ähnlich wie Google Glass, ein halbtransparentes Display vor dem rechten Auge. Das blendet alle möglichen Informationen zur laufenden Aktivität ein und ist auch eine Art verlängertes Smartphone-Display.

Senth IN1

Im Video des Anbieters zur Indiegogo-Kampagne sind alle möglichen Anwendungen neben dem reinen Fitness-Monitoring zu sehen. Ein Nutzer nimmt beispielsweise einen Anruf per Videotelefonie entgegen und zeigt seinem Gesprächspartner dann gleich, wo er gerade entlangradelt. Die Steuerung der Fahrrad-Cyberbrille erfolgt dabei über einen kleinen Controller mit Cursorkreuz am Lenker, der per Funk mit der Brille und mit dem Smartphone gekoppelt ist.

Die Brille soll auch Zusatzinformationen zur Umgebung in das Blickfeld des Betrachters einblenden können. Welche dieser Anwendungen Senth IN1 in der Realität tatsächlich bietet, muss sich erst noch zeigen. Die Augmented-Reality-Datenbrille für etwa 250 Euro soll erst in den nächsten Wochen oder Monaten ausgeliefert werden (Stand: Mai 2016). 

Fazit

Wer sich immer und überall genau über seine Fitnessdaten informieren möchte, findet in Datenbrillen eine große Hilfe, denn sie lenken vor allem bei Speed-Sportarten wie Rennradeln oder Mountainbiking, aber auch bei ausgedehnten Geländeläufen weniger vom Weg ab als eine Fitness-Uhr oder ein Radcomputer am Lenker. Derzeit sehen die Brillendisplays allerdings noch recht futuristisch aus und sorgen dadurch bisweilen für unerwünschte Aufmerksamkeit, die in spöttischen Bemerkungen der Mitradler gipfeln könnte.

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