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Title: Gesundheit & Fitness
Praxistest

Heißes Thermometer, coole Technologie: Nokia Thermo

Nokia Thermo revolutioniert die Art, wie wir Fieber messen. Der Testbericht zeigt, ob das smarte Thermometer seinen hohen Preis wert ist.

© Nokia

© Nokia

© René Wagner / Bis zu acht Benutzerprofile können angelegt und mit Profilbildern, auch richtigen Fotos, belegt werden.Habe ich jemals in meinem Leben so oft bei meiner Family und mir selbst die Temperatur gemessen? Bestimmt nicht. Gestatten: Marina, Jannis, Niklas und Britta – das sind meine Testkandidaten, die seit Wochen so einiges mitmachen müssen. Und sie sind schuld, dass der fünfte Name in der Benutzerliste der Nokia-App nun diesen Testbericht früher als geplant schreibt.

Immer wieder stehe ich vor einem Familienmitglied, drücke auf den einzigen Knopf des Gerätes und zeichne die Stirnoberfläche nach, d.h. ich ziehe das smarte Thermometer, ohne dass es die Haut berührt (!), langsam von der Stirnmitte bis zur Schläfenseite. Bis zu 1,3 Zentimeter Abstand sind möglich, und trotzdem ermitteln sagenhafte 4000 Messungen über 16 Infrarot-Sensoren den heißesten Messpunkt.

© René Wagner / Anzeige der Benutzerprofile, die man vorher in der App angelegt hat.

Nicht vergessen: Vor der Messung unbedingt die grüne Gummikappe abmachen – sonst misst das Thermometer nicht. Übrigens auch dann nicht, wenn man kein Smartphone hat: Das „Thermo“, wie die herstellereigene Sparte Nokia Health das Schläfenthermometer genannt hat, braucht zwingend die passende Thermo-App. Das Thermometer und die App verbinden sich über Bluetooth oder WLAN.

© René Wagner / Das Nokia Thermo sieht futuristisch aus, ist gut verarbeitet und stabil.

Werte können bis zu acht Benutzern zugeordnet werden

© Nokia / Beispielbild von Nokia: Verlauf der Fieberwerte bei einem Kind.Ist die Messung abgeschlossen, gibt das Gerät eine doppelte Vibration von sich und zeigt durch weiße LEDs die Temperatur an. Ziemlich cool: Habe ich vorher über die App oder über eine Login-geschützte Webseite ein oder mehrere (bis zu acht) Benutzerprofile mit Namen angelegt, kann ich auf dem Gerät neben der Anzeige der Temperatur durch die Profile „durchwischen“ und den Wert einer Person zuweisen, indem ich auf besagten Knopf drücke. Direkt danach zeigt Thermo neben der Temperatur eine grüne, gelbe oder rote LED an, um basierend auf dem Alter des Benutzers eine Einschätzung zu geben, ob es sich um Normaltemperatur, erhöhte Temperatur oder Fieber handelt.

Kein Wunder also, wenn ich meine Familie immer wieder nerve. Doch hat jede Messung zu Beginn großes Staunen ausgelöst und noch einige Zeit viel Spaß gemacht, ging die Begeisterung irgendwann in Genervtsein über. „Papa, jetzt ist aber mal gut mit dem Ding“, meinte zum Schluss unser Töchterchen. „Ja, es ist toll, es kann jede Menge, aber so oft wie du wird das doch keine Familie benutzen!“

© René Wagner / Der Screenshot von der App zeigt die Möglichkeiten nach einer Messung.

Okay, erwischt. Klar, für einen Testbericht muss das so sein – schließlich will ich wissen, ob das smarte Thermometer von Nokia, das wie eine Mischung aus übergroßer Pille und einem Radiergummi aussieht, zuverlässig seinen Dienst verrichtet. Tatsächlich liefert Thermo im Test direkt hintereinander Werte, die sich oft gar nicht, manchmal um 0,1 Grad und nur selten um 0,2 Grad unterscheiden. Größer darf der Unterschied nicht sein, sonst würde die Zuverlässigkeit nicht der DIN-Norm entsprechen.

„Echt jetzt? Du machst das heimlich, während ich schlafe?“ – unser Mittlerer. Klaro, seit den ersten „Nicht schon wieder“-Bemerkungen musste ich mir etwas Neues einfallen lassen, um an frische Werte zu kommen. Was auch wieder ein tolles Argument für das Nokia Thermo ist: Eltern können bei ihrem kranken Kind Temperatur messen, ohne es aufwecken zu müssen.

Hygienische Temperaturmessung

Die Messung an der Schläfenarterie soll laut Nokia aus medizinischer Sicht die optimale Methode zur Erfassung von Temperaturänderungen sein, weil das hier zirkulierende Blut direkt aus dem Körperkern kommt. Die Messung über Speichel, Ohrenschmalz oder anderen Körperflüssigkeiten gehört damit der Vergangenheit an – vor allem, wenn bei mehreren Familienmitgliedern gemessen wird, ein großer Pluspunkt. Eltern kennen das: Gerade bei Babys sind herkömmliche Methoden, sagen wir mal, nicht optimal.

© Nokia / Durch Wischen über den rechten LED-Streifen kann man die Namen der verschiedenen Benutzerprofile anzeigen lassen.

© René Wagner / Ansicht der Messungen in der App.

„So oft misst doch keine Familie die Temperatur!“ – Da ist sie wieder, die Kritik vom Anfang, diesmal geäußert von unserem Ältesten. Und ich muss ihm ja recht geben: Für „normale“ Familien und alle, die aufs Geld schauen müssen, ist das Nokia Thermo trotz aller technischer Finesse mit einem Verkaufspreis von knapp 95 Euro grenzwertig teuer. Bleibt das Fiebermessen im Rahmen, reicht ein gutes herkömmliches Thermometer aus. Infrarot-Fieberthermometer gibt es schon ab 20 Euro und messen auch andere Temperaturen. Das Nokia Thermo erkennt ganz genau, wenn keine menschliche Schläfe „verwendet“ wird, und zeigt als Fehlermeldung die Aufforderung „Retry“ an.

 Allerdings gibt es in unserem Land leider viele chronisch Kranke, unter den Kindern aktuell schon jedes sechste. Da ist es ungemein hilfreich, Temperaturwerte verschiedenen Familienmitgliedern zuweisen zu können, den Verlauf zu beobachten und gegebenfalls dem Kinderarzt zu übermitteln, auch durch Vermerk der begleitenden Symptome.

Datenschutz und medizinische Empfehlungen

Schlussendlich meldet sich auch noch meine Frau: „Schatz, denkst du daran, nach dem Test alle Daten zu löschen?“ – In diesem Fall mache ich das natürlich, aber wer ein Nokia Thermo regelmäßig benutzt, kommt um die Datensammlung nicht herum. Aber das ist eben auch ein Punkt: Man muss sich bewusst sein, dass die eigenen Gesundheitsdaten und die der Kinder in der Cloud landen, wo sie automatisch analysiert und für den Abruf durch den Nutzer aufbereitet werden. Auch verlangt die App die kompletten Namen (warum?) und alle Geburtsdaten (okay, macht Sinn). Dass Nokia größten Wert auf die Einhaltung der Datenschutzvorschriften legt, versteht sich von selbst. Ein Grundvertrauen muss ich als User, der von den Vorteilen der Technologie profitieren will, wohl oder übel aufbringen.

Übrigens: Die Nokia-App auf meinem Smartphone informiert mich nach jeder Messung mit einer Benachrichtigung, sofern ich dies wünsche. Ebenso erinnert mich die App zum Beispiel an die regelmäßige Messung während einer Krankheit. Und ich kann neben den Temperaturwerten auch Begleitsymptome, Medikamente und Notizen eintragen, ja, sogar Fotos beifügen. Im Fall des Falles hat unser Kinderarzt damit ein komplettes Protokoll des Krankheitsverlaufs.

© René Wagner / Auf Wunsch wird das Ergebnis jeder Messung direkt ans Smartphone gesendet.

Mehr noch: Auf Grundlage des Alters, des Fieberverlaufs und der Symptome erteilt die Thermo-App weitergehende medizinische Empfehlungen. Über den Dienst Thermia liefert das Boston Children’s Hospital Informationen zu passenden Medikamenten und Dosierungen – wobei andere Tester über unterschiedliche Erfahrungen zur Qualität berichten, etwa weil es manche empfohlene Medikamente nur in den USA gibt oder weil Werte verschieden eingeschätzt wurden. Eigentlich wollte ich das auch noch testen, aber in meiner Familie wollte (glücklicherweise) partout niemand krank werden...

Fazit

Das Schläfenthermometer Nokia Thermo kostet viel Geld, bringt aber auch modernste Technik mit, die vor allem für Familien mit mehreren Kindern hilfreich sein kann: Mama und Papa müssen sich keine Werte mehr merken und auch nicht über Fieber-Verläufe nachdenken. Und so einfach und hygienisch lässt sich wohl mit kaum einem anderen Thermometer die Temperatur messen.

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