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High-Tech-Zahnbürsten

Jetzt geht es Zahnputzmuffeln an den Kragen

Schluss mit dem Schrubben. Die neueste Zahnbürsten-Generation überwacht vom Druck bis zur Putzdauer alles perfekt.

Zur täglichen Hygiene gehört das Zähneputzen.

YanLev / Shutterstock

Mindestens zweimal täglich Zähne putzen – so predigen es Eltern ihren Kindern und Zahnärzte ihren Patienten. Doch Zähneputzen ist und bleibt eine lästige Pflicht. Und wer die Mundhygiene vernachlässigt, wird mit Karies & Co. bestraft. Können moderne Zahnbürsten vollgestopft mit allerlei Hightech dieses Dilemma lösen?

Sie sind jedenfalls angetreten, um es zu versuchen. So schickte etwa der Konsumgüterriese Procter & Gamble letztes Jahr unter seiner Marke „Oral-B“ die Zahnbürsten der „Smart Series“ ins Rennen. Damit ist der Konzern nicht der erste, aber mit Abstand der größte Anbieter solcher smarten Rachenreiniger. Spitzenmodell ist die „Oral-B Pro 7000“ (rund 130 Euro), die von außen betrachtet wie eine gewöhnliche elektrische Zahnbürste aussieht.

© Oral-B / Mit der Oral-B Pro 7000 lässt sich über eine App das Zahnputzverhalten aufzeichnen.

Zähneputzen mit professioneller Hilfe

Doch im wahlweise weißen oder schwarzen Plastikgehäuse verbirgt sich ein Bluetooth-Sender über den man das Gerät mit einem iPhone oder Android-Smartphone verbindet. Für beide Handy-Betriebssysteme bietet der Hersteller eine App an, die einen mit Informationen für eine ordentliche Zahnpflege versorgt und warnt, wenn die Bürste zu fest aufdrückt wird. Sie stoppt zudem die Zeit mit und führt darüber eine Art Tagebuch mit grafischer Auswertung. In Zukunft soll man dadurch sogar seine Putz-Gewohnheiten mit dem Zahnarzt abgleichen können, der anhand der Statistiken die Bürste individuell auf den jeweiligen Patienten anpassen kann. Praktisch: Haben man mit dem Zähneputzen schon angefangen, schaltet aber erst später die App ein, springt der Timer automatisch zur richtigen Stelle. Weil die App über das Mikrofon des Smartphones das Surren der elektrischen Zahnbürste erkennt, funktioniert die Stoppuhr sogar ohne drahtlose Verbindung – also auch mit Zahnbürsten ohne Bluetooth.

Über das Smartphone aktiviert man zudem unterschiedliche Putzmodi – etwa für Zahnfleisch-, Tiefen- oder Zungenreinigung. Verschiedene Aufsätze gehören sowieso zum Lieferumfang. Außerdem erinnert sie daran, Zahnseide und Mundwasser zu benutzen. Kontrollieren kann sie das freilich nicht. Mit Zusatzfunktionen wie Nachrichten, Wetterbericht und Diashows möchte die App die Langweile beim Zähneputzen reduzieren. Aber die Idee, sich ganz einfach abzulenken, während die Borsten im Mund rotieren, hatten die meisten Menschen schon vor der Erfindung der intelligenten Zahnbürste.

Dass ein Bluetooth-Chip überhaupt in einem Gerät wie einer Zahnbürste zum Einsatz kommen kann, ohne in Nullkommanichts den Akku leer zu saugen, liegt am Standard Bluetooth 4.0, auch Bluetooth LE genannt. Das LE steht für „Low Energy“, der Stromverbrauch ist also geringer als bei älteren Standards. Auch Gadgets wie Fitness-Armbänder nutzen Bluetooth 4.0. Die entsprechenden Chips können Monate oder sogar über ein Jahr mit einer winzigen Batterie auskommen.


Spielend saubere Zähne

Dieser Technik bedient sich auch Kolibree, eine smarte Zahnbürste aus Frankreich. Noch mehr als bei Oral-B steht hier die Motivation zur regelmäßigen Gebisspflege im Vordergrund. Zwar sammelt ebenfalls eine App die Zahnputzdaten, doch die Entwickler folgen einer cleveren Strategie: Sie haben die Programmierschnittstelle von Kolibree für fremde Entwickler geöffnet. Diese können nun eigene Apps für die Zahnbürste erschaffen. So gibt es etwa ein Spiel, bei dem die Spielfigur der Bewegung der Zahnbürste folgt – möglich macht es ein Bewegungssensor.

Vor allem Kinder dürften daran Gefallen finden und auch ohne ständige Ermahnung der Eltern zur Zahnbürste greifen. Da die App sich mit mehreren Geräten verbindet (wenn auch nicht gleichzeitig), lassen sich beim Zähneputzen sogar kleine Wettkämpfe mit Geschwistern oder den Eltern austragen. Der Experte spricht in diesem Zusammenhang von „Gamification“. Das bedeutet nichts anderes, als dass spielerische Elemente langweilige und monotone Tätigkeiten aufpeppen. Das steigert das Engagement – und beim Zähneputzen gleich noch die Gesundheit von Zähnen und Zahnfleisch.

© Kolibree / Vor allem Kinder dürften an der Kolibree Gefallen finden.

Spielzeug für Gadget-Freaks?

Taugen die intelligenten Zahnbürsten, die bislang erhältlich sind, nun wirklich was? Sind sie vor allem ihr Geld wert? In diversen Tests und den Kundenrezensionen im Netz schneidet vor allem die Smart Series von Oral-B sehr gut ab. Allerdings beziehen sich die positiven Aussagen größtenteils auf die Eigenschaft als elektrische Zahnbürste, die ihre Arbeit einfach ordentlich erledigt. Das tun aber auch die anderen Modelle des Herstellers, wenn man den Kritiken im Internet glaubt.

Die Funktionen, welche das Gerät überhaupt erst zu einer Hightech-Zahnbürste machen, werden eher am Rande gelobt. Immerhin scheint das Konzept viele, die die Zahnbürste schon nutzen, zu überzeugen – zumindest im Ansatz. Auch abseits der Technik- und Gadget-Fans herrscht oft die Meinung, dass die Extras das Engagement in Sachen Mundhygiene steigern können. Der Glaube daran hilft sicher auch bei der Investition von weit mehr als 100 Euro, die die genannten Modelle kosten. Doch über den ersten Wow-Effekt hinausgehend darf man die langfristige Motivation vorsichtig hinterfragen: Ist es trotz schicker Apps und kurzweiliger Spielchen am Ende nicht doch wieder langweilig, die Zähne zu putzen, weil wir es eben jeden Tag tun müssen?

Fazit

Der Ansatz der intelligenten Zahnbürsten ist schon sehr gut, denn Extras wie Statistiken und Spiele steigern bei den meisten Nutzern die Motivation sich regelmäßig die Zähne zu putzen. Vor allem Kindern wird somit Spaß an der sonst lästigen Aufgabe vermittelt. Dennoch stehen die Hersteller noch vor der Aufgabe den Anreiz durch z.B. immer neue Spiele aufrechtzuerhalten. Dabei verspricht besonders das offene Konzept von Kolibree eine hohe Erfolgsquote, da auch andere Tüftler neue Apps dafür entwickeln dürfen.

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