Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Sonne ohne Reue

Kameras, Apps und Co.: Smarter Schutz für die Haut

Sie sind zwar kein Ersatz für Sonnencreme, dennoch gibt es einige smarte Gadgets und Apps, die unsere Haut schützen können. Wir zeigen, welche.

© sepy / Fotolia.com

© sepy / Fotolia.com

Jedes Jahr erkranken in Deutschland knapp 265.000 Menschen an Hautkrebs. Damit ist es die häufigste Krebserkrankung überhaupt. Die Ursache ist klar: UV-Strahlung. Besonders gefährdet sind Menschen, die in der Kindheit häufig Sonnenbrand hatten oder einen hellen Teint besitzen, sodass sich die Haut selbst kaum gegen UV-Strahlung schützen kann. Der wichtigste Schutz ist immer noch die Sonnencreme. Dennoch gibt es mittlerweile einige smarte Erfindungen, die nicht nur das Sonnenbad sicherer machen, sondern auch frühzeitig vor eventuellen Hautschäden warnen können.

Hautschutz per App

Wer zu Allergien neigt oder generell gern auf Inhaltsstoffe achtet, kann die Sonnencreme seiner Wahl mittels der App „Codecheck“ auf Inhaltsstoffe testen. Dazu einfach den Barcode scannen und erfahren, was drin ist. Kosmetika enthalten bekanntlich des Öfteren Mineralöl, Konservierungsstoffe und andere Zusätze, die wir nicht gerne auf die Haut auftragen möchten. Zudem stehen manche UV-Filter im Verdacht, hormonverändernd zu wirken. Die App listet die Inhaltsstoffe auf und weist gleichzeitig auf bedenkliche und unbedenkliche Zusätze hin. Codecheck ist kostenlos verfügbar für iOS und Android.

Screenshot Codecheck

Ist die passende Sonnencreme gefunden, wäre es auch gut zu wissen, wie lang man sich damit in der Sonne aufhalten kann, ohne einen Sonnenbrand zu riskieren. Die AOK bietet mit „sun&air“ eine App an, die genau das ausrechnet. Dazu gibt man Hauttyp, Lichtschutzfaktor der Sonnencreme sowie den Aufenthaltsort an, und der Timer sagt Bescheid, wann man am besten den Schatten aufsuchen sollte. Der Ozon-Warner weist außerdem darauf hin, wann man auf körperlich anstrengende Aktivitäten im Freien besser verzichten sollte. Kostenlos für iOS und Android.

Screenshot sun&air

Der Bikini, der warnt

Noch praktischer wäre es, man hätte gleich UV-empfindliche Bekleidung, die die Sonneneinstrahlung live messen kann. Gibt es! Zum Beispiel die smarte Bademode von Spinali Design. Das Unternehmen aus Frankreich hat Bikinis, Badeanzüge und Badehosen entwickelt, die mit einem wasserfesten, abnehmbaren UV-Sensor ausgestattet sind. Optisch sieht der Sensor aus wie ein Medaillon, das zu Fashionzwecken auf dem Stoff angebracht ist. Dazu gibt es eine passende App für iOS und Android, in die der Träger seinen individuellen Hauttyp eingibt. Ist das Smartphone mit dem Sensor verbunden, sorgt dieser dafür, dass man nicht zu lange in der Sonne brutzelt. Die App warnt, wenn es Zeit ist, neue Sonnencreme aufzutragen oder sich in den Schatten zurückzuziehen. Süß: Die „Valentine“-Funktion, die den Partner darauf hinweist, dass es Zeit ist, der Liebsten den Rücken einzucremen. Über die App lassen sich außerdem verschiedene Sensoren gleichzeitig managen (zum Beispiel die der gesamten Familie) und die Kinder im Blick behalten: Tragen auch die kleinen einen Sensor am Körper, meldet das Smartphone, wenn sich die Kids zu weit von den Eltern entfernen. Spinali bietet Bademode für Frauen, Kinder und Männer an, ebenfalls erhältlich sind Strandtücher, an die sich der Sensor anbringen lässt. Hergestellt werden die Teile in Frankreich, die Lieferung erfolgt nach ganz Europa.

© Spinali Design: Der Chip am Bikinihöschen ist gleichzeitig auch dekoratives Element.

UV-Licht wird sichtbar

Für einen optimalen Schutz muss man sich überall ordentlich eincremen. Wer hatte nicht schon mal einen Sonnenbrand mit Fingerabdruck, der genau zeigt, wo die Creme nicht hingekommen ist? Mit Sunscreenr wurde über Crowdfunding ein cleveres Tool finanziert, das Sonnencreme (mindestens ab LSF 15) sichtbar macht. Schaut man durch den Sucher des Geräts, erscheinen die Hautstellen, die mit Sonnencreme bedeckt sind, schwarz. Warum? Sonnencreme soll UV-Licht absorbieren, bevor es auf die Haut trifft. Daher lässt die Haut an den eingecremten Stellen weniger Licht durch als an ungeschützten. Setzt man eine spezielle Technik ein, die UV-Licht sichtbar macht, erscheint die Haut an den eingecremten Stellen dunkler – da dort mehr Licht absorbiert wird. Eine spezielle Linse, ein Filter und ein UV-empfindlicher Sensor machen genau das bei Sunscreenr möglich. Gleichzeitig ist das Tool in der Lage, 30-Sekunden-Filme aufzunehmen, sodass man den eigenen Körper auch kontrollieren kann, wenn man alleine ist. Auch nach dem Schwimmen, nach dem Abtrocknen oder wenn man geschwitzt hat, kann man so den Schutzstatus abfragen. Deshalb ist Sunscreenr auch wasserfest und staubdicht. Vorbestellungen sind über über Indiegogo noch möglich, ausgeliefert werden soll voraussichtlich ab Dezember 2016.

© Sunscreenr: Auch gut eingecremt? Sunscreenr macht es sichtbar.

Muttermale selber checken

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen – einen hundertprozentigen Schutz vor Hautkrebs gibt es nicht. Daher ist es wichtig, die Muttermale am eigenen Körper im Auge zu behalten und regelmäßig von einem Hautarzt checken zu lassen. Doch das ist mit Terminen und eventuell langen Wartezeiten verbunden. Wie praktisch wäre es, wenn man einen auffälligen Fleck auf der Haut unkompliziert und schnell selbst kontrollieren könnte. Darüber haben sich Hautärzte und Ingenieure Gedanken gemacht und den Hautscanner HÜD entwickelt. Das Ganze ist im Prinzip nichts anderes als eine Speziallinse, die auf die Linse der Smartphone-Kamera gesteckt wird. Dadurch lassen sich aussagekräftige Aufnahmen der verdächtigen Muttermale machen. Passend zur Linse gibt es die First Derm App, die erklärt, wie man Hautkrebs erkennt, die an regelmäßige Checks erinnert und die es ermöglicht, Bilder an einen Hautarzt zur Beurteilung zu senden. Hinter HÜD steht ein Netzwerk von Hautärzten, die – gegen Gebühr – die eingeschickten Fotos prüfen. Der Patient erhält dann Feedback, ob das Muttermal harmlos ist oder ob er umgehend einen Arzt vor Ort aufsuchen sollte. HÜD ist passend für das iPhone 6, wird aber mit einem Adapter geliefert, der für alle Smartphones, die bis zu drei Inch (7,62 Zentimeter) breit sind, passt. Die App gibt es für iOS und Android auch in deutscher Sprache. 

© Hüd: Die Speziallinse von Hüd wird einfach aufs Smartphone gesteckt.

Fazit

Manches mag Spielerei sein, manches wirklich nützlich –doch in erster Linie ist ein verantwortungsvoller Umgang mit der UV-Strahlung oder eine sinnvolle Hautkrebs-Vorsorge eine Sache des gesunden Menschenverstandes. Wer jedoch mal gerne in der Sonne einschläft oder beim Sporteln draußen die Zeit vergisst, für den ist das eine oder andere Gadget durchaus nützlich. In diesem Sinne: Schönen Urlaub!

Andere Artikel mit Themen: Urlaub, Gesundheit, Reise

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei MediaMarkt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück