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Kaufberatung für E-Bikes & Pedelecs

Ein E-Bike muss mehr drauf haben als ein Fahrrad. Wir zeigen, wie man sicher fährt und lange Freude an seinem motorisierten Untersatz hat.

© Bosch eBike Systems

© Bosch eBike Systems

Von wegen Rentnerfahrrad! Das angestaubte Image des E-Bikes gehört längst der Vergangenheit an, inzwischen sind die Elektrofahrräder so in wie noch nie. Woran liegt’s? Die Bikes werden immer schicker und sportlicher, demensprechend jünger werden auch die Kunden. Laut Zweirad-Industrie-Verband (ZIV) sind inzwischen 2,5 Millionen E-Bikes auf deutschen Straßen unterwegs. Zeit, die flotten Flitzer mal genauer unter die Lupe zu nehmen. Denn wer mit einem E-Bike liebäugelt, muss im Vergleich zum normalen Fahrrad nicht nur mehr Geld hinblättern, es gilt auch, auf ein paar mehr Dinge zu achten. Unser Ratgeber bringt Licht ins Dunkel.

Fahrrad oder Kleinkraftrad?
E-Bike ist gleich E-Bike? Nicht ganz. Denn nicht alle motorisierten Fahrräder, die der Handel anbietet, sind vor dem Gesetz auch wirklich Fahrräder. Doch der Reihe nach: Man unterscheidet zwischen Pedelecs, S-Pedelecs und E-Bikes. Ein Fahrrad im juristischen Sinn ist nur das Pedelec (Pedal Electric Cycle). Es besitzt einen Motor mit maximal 250 Watt Leistung, der mit Tretunterstützung eine Höchstgeschwindigkeit von 25 Stundenkilometern erreicht.
Das S-Pedelec hingegen darf eine Motorleistung bis 500 Watt haben und mit Tretunterstützung eine Höchstgeschwindigkeit von 45 Stundenkilometern erreichen. Es gilt als Kleinkraftrad, deswegen ist dafür auch ein Führerschein (Klasse AM) sowie ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis nötig. Fahrer von S-Pedelecs unterliegen zudem einer Helmpflicht (nach § 21a Abs. 2 StVO). Jedoch ist nicht geklärt, welche Art von Helm denn nun getragen werden muss. In der StVO ist von einem „geeigneten“ Helm die Rede – also eigentlich von einem Mofa- oder Motorradhelm. Der schwere, rundum geschlossene Helm ist jedoch für Biker, die sich bewegen und schwitzen, kaum zumutbar. Daher entscheidet momentan noch die Industrie, welche Helme denn typgeprüft sind. Die Polizei toleriert wegen der verworrenen Lage in der Regel auch einen Fahrradhelm. Eine abschließende Klärung wäre jedoch wünschenswert.
Dann gibt es noch das E-Bike im engeren Sinn, für das die Bezeichnung Elektro-Mofa eigentlich besser passt: Es hat einen Gasgriff und kann ohne Tretunterstützung bis maximal 25 Stundenkilometer schnell gefahren werden. Die Motorleistung beträgt bis zu 500 Watt. Der Fahrer muss mindestens 15 Jahre alt und im Besitz einer Mofa-Prüfbescheinigung sein. Auch hier sind ein Versicherungskennzeichen und eine Betriebserlaubnis nötig. Der Marktanteil ist allerdings sehr gering.

© Fischer / Ein Trekking-Pedelec ist der Kompromiss zwischen Sport und Komfort.

Alltag, Freizeit oder Sport?
Eine echte Alternative zum normalen Fahrrad ist also nur das Pedelec – es stellt demnach auch 95 Prozent der verkauften Elektroräder. Und wie beim normalen Fahrrad gibt es auch hier drei Kategorien: Das City-Bike für kurze und mittlere Wege in der Stadt und auf dem Land. Hier ist das Rad hauptsächlich Transportmittel für die Arbeit, fürs Einkaufen oder kürzere Ausflüge. Das Trekkingrad dagegen erlaubt eine sportlichere Sitzposition und ist geeignet für längere Ausflüge, auch Anstiege sind möglich. Es bietet den Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit. Dann gibt es noch das Mountainbike oder das Rennrad für Radsportler.
Für die Rahmengröße und die Einstellungen zu Sattel und Lenker gilt wie beim normalen Fahrrad: Vom Fachmann beraten lassen und verschiedene E-Bikes testen, so hat man den Vergleich.

Schneller fahren, besser bremsen
Pedelecs sind wesentlich schwerer als normale Bikes. Das Gewicht bewegt sich zwischen 20 und 25 Kilogramm, weniger moderne Modelle können sogar bis zu 30 Kilogramm auf die Waage bringen. Das gilt es auch immer zu berücksichtigen, wenn vom zulässigen Gesamtgewicht die Rede ist. Bei Standardmodellen pendelt die Obergrenze um die 120 Kilogramm. Zusammen mit der höheren Geschwindigkeit wirken also auch deutlich höhere Kräfte auf das Rad. Dem muss das komplette System gewachsen sein, gerade was Rahmen und Bremsen betrifft. Felgenbremsen („V-Brakes“), die auch bei normalen Fahrrädern Standard sind, sind am preisgünstigsten. Die Bremsleistung ist trotzdem gut, daher sind sie für Pedelecs im Alltagsgebrauch, ohne größere Bergab-Fahrten, durchaus ausreichend. Bei Nässe ist allerdings Vorsicht geboten, zudem sollten sie regelmäßig auf Verschleiß gecheckt werden. Die bessere Alternative: Hydraulische Felgenbremsen, die zwar aufwändiger in der Wartung sind, dafür aber eine höhere Bremskraft besitzen und weniger verschleißen. Im Trend sind auch Scheibenbremsen, wie sie bei Krafträdern zum Einsatz kommen. Dabei drücken zwei Bremsbeläge gegen die Bremsscheibe, die auf der Nabe montiert ist. Sie besitzen eine hohe Bremskraft, arbeiten bei jedem Wetter zuverlässig und verschleißen kaum, dafür sind sie teurer und schwerer. Auch hier gibt es ein hydraulisches Pendant mit noch höherer Bremsleistung. Feingefühl bei der Dosierung ist gefragt!

© HNF Heisenberg / S-Pedelecs wirken insgesamt sportlicher. Ein Kleinkraftrad-Führerschein ist nötig.

Das Herzstück
Alles steht und fällt mit einem guten Akku – funktioniert er nicht, wird aus dem E-Bike schnell wieder „nur“ ein Fahrrad. Bei der Anschaffung sollte man auf einen Lithium-Ionen-Akku achten, da er sehr leistungsfähig ist, wenig Gewicht hat und auch teilweises Nachladen verzeiht – es tritt kein Memory-Effekt auf, die Kapazität bleibt gleich. Ein guter Akku kann laut Hersteller bis zu 1.000 Mal (komplett) aufgeladen werden, in der Regel baut er jedoch nach etwa 500 Ladezyklen an Kapazität ab. Auch wenn er danach nicht „kaputt“ ist, wird er höchstwahrscheinlich irgendwann einmal ausgetauscht werden – bei einem Preis von 400 bis 800 Euro für den Ersatz-Akku ein teures Vergnügen. Deshalb gilt: Bei Pflege und Wartung von Anfang an die Betriebsanleitung beachten! Die Kapazität des Akkus wird in Wattstunden angegeben. Ein Akku mit 400 Wattstunden kann (abhängig von Fahrstil, Gewicht, Schaltverhalten und Art des Geländes) über 100 Kilometer schaffen.

Motor ist nicht gleich Motor
Mindestens ebenso wichtig wie der Akku ist der passende Motor. Es gibt drei Antriebskonzepte: Vorderradantrieb, Hinterradantrieb und Mittelmotor. Jeder hat seine Vor- und Nachteile. Ein kurzer Überblick:

  • Vorderradantrieb: Er ist am leichtesten einzubauen und mit jeder Schaltung und mit Rücktrittbremse kompatibel. Daher ist er auch die günstigste Variante. Allerdings kann das Fahrverhalten gewöhnungsbedürftig sein, da hier das Vorderrad „zieht“ – normalerweise kommt beim Treten der Schub von hinten.
  • Mittelmotor: Weil sich der Antrieb direkt am Tretlager befindet, ist die Gewichtsverteilung optimal. Deshalb ist auch das Fahrgefühl sehr angenehm und entspricht am meisten dem „natürlichen“ Treten. Es können sowohl Ketten- als auch Nabenschaltungen verbaut werden. Der Mittelmotor ist am besten für City-Pedelecs geeignet: Kleiner Nachteil: Es gibt wenig Angebote mit Rücktrittbremse. Zudem braucht es dafür einen speziellen Rahmen, daher ist ein Pedelec mit Mittelmotor auch teurer.
  • Hinterradantrieb: Weil der größte Teil des Gewichts auf dem Hinterrad lastet, hat der Fahrer einen guten Halt. Er ist ideal für eine sportliche Fahrweise und gut am Berg und bei Nässe. Da die Motorwirkung direkt auf das Rad geht, läuft er kräftig und gleichmäßig. Oft werden nur Kettenschaltungen angeboten, auch eine Rücktrittbremse ist nur bedingt möglich. Für sportliche Bikes allerdings die beste Lösung!

Manche Pedelecs verfügen zudem über eine Anfahr- oder Schiebehilfe: Sie lässt sich per Knopfdruck oder am Griff betätigen und sorgt dafür, dass das Rad selbstständig, ohne zu treten, bis zu sechs Stundenkilometer schnell anfährt. Praktisch an Steigungen (sowohl beim Anfahren als auch beim Schieben) oder für Fahrer mit Knieproblemen.
Übrigens: Antriebssysteme und Akkus gibt es auch von einer deutschen Marke: die E-Bike-Systems von Bosch haben bereits einige Hersteller in ihren Pedelecs verbaut.

© A2B / Elektro-Mofas sind eine Nische im Markt. Sie fahren auch ohne Tretunterstützung.

Die Steuerung
Im Normalfall wird der Motor erst gestartet, wenn man auch tatsächlich in die Pedale tritt. Möglich machen es Bewegungs- oder Kraftsensoren. Kraftsensoren messen, mit wie viel Power ins Pedal getreten wird. Je mehr der Fahrer leistet, desto stärker ist auch die Unterstützung des Motors. Bewegungssensoren erfassen generell nur die Pedalbewegung am Tretlager. Sobald eine Tretbewegung stattfindet, wird der elektrische Antrieb hinzugeschaltet. Die kostengünstigere Variante sind die Bewegungssensoren, jedoch reagiert der Motor meist verzögert. Das heißt, er fängt erst an zu laufen, wenn man schon kurze Zeit tritt – das kann ruckartig passieren und erfordert ein gewisses Maß an Gewöhnung. Zudem ist es im sportlichen Einsatz von Nachteil. Dafür hat man als gemütlicher Radler den Vorteil, dass der Motor auch bei langsamem Treten alles gibt. Erreicht der Fahrer die zulässige Höchstgeschwindigkeit (bei Pedelecs 25 km/h), wird der Motor abgeriegelt – dafür sorgen Geschwindigkeitssensoren.

Wie viel soll’s kosten?
Pedelecs im normalen Preissegment kosten zwischen 1.800 und 3.000 Euro – Markenräder, die man im Fachhandel bekommt. Alles, was darunter liegt, wird gerne als „günstig“ deklariert und ist im Elektromarkt, im Baumarkt oder sogar beim Discounter zu bekommen. Hersteller wie Fischer oder Prophete haben sich auf diesen Bereich spezialisiert. Doch heißt das automatisch, dass die Fahrräder schlechter sind? Fakt ist, dass man für 1.200 Euro keinen Super-Flitzer mit 1a-Ausstattung bekommt. Lithium-Ionen-Akkus mit ordentlicher Kapazität sind jedoch auch hier mittlerweile Standard. Abstriche muss man unter Umständen bei Gangschaltung, Beleuchtung oder Sensortechnik machen. Auch hydraulische Bremsen kann man nicht erwarten. Trotzdem schneiden auch die preisgünstigeren Modelle in Tests (zum Beispiel in der Zeitschrift ElektroRad) immer wieder recht gut ab, so zum Beispiel Pedelecs der „Proline“-Serie von Fischer. Für E-Bike-Einsteiger, die keine Extrawurst brauchen (zum Beispiel ein höheres zulässiges Gesamtgewicht), ihr Bike im Alltag ganz normal nutzen und keine größeren Anforderungen an das Fahrrad stellen, sind mit den günstigeren Modellen auf jeden Fall gut beraten.

Fazit

Auf dem Markt hat sich in den letzten Jahren viel getan: Die Bikes werden immer besser, die Auswahl immer größer. E-Bike-Einsteiger brauchen nicht mehr so tief in die Tasche zu greifen, da sich unter den günstigen Modellen auch solide Räder finden. Allerdings sollte man sich im Vorfeld gut informieren und genau definieren, was man möchte und für welche Zwecke das E-Bike geeignet sein soll.

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