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Title: Gesundheit & Fitness
Praxistest

Livall BH60: Der smarte Fahrradhelm im Test

Ein Test mit Aha-Effekt: Der Livall BH60 definiert „Headset“ neu – mit Fernbedienung, Blinkern und Rücklicht sowie Lautsprechern für Anrufe und Musik.

© René Wagner

© René Wagner

Ein smarter Fahrradhelm, der Radfahren sicherer und komfortabler machen soll – dieses Teil kam für meinen Test genau richtig, jetzt zum baldigen Start der Fahrradsaison. Viele Radfahrer sind immer noch riskant unterwegs. Im vergangenen Jahr gab es etwa im Herbst im Kölner Stadtgebiet so viele Radfahrer-Unfälle wie seit zehn Jahren nicht mehr. Fast 1900 Radfahrer, 400 mehr als im Vorjahr, verunglückten bei Verkehrsunfällen. In Berlin waren es sogar 7500 Radfahrer. Dennoch tragen kaum Fahrradfahrer einen Helm.

Smarter Fahrradhelm soll Unfälle vermeiden

Das Risiko, in meiner 50.000-Einwohner-Stadt mit dem Rad zu verunglücken, ist zwar ungleich geringer, trotzdem fühle ich mich deutlich wohler bei dem Gedanken, von den anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden – und genau das (und noch einiges mehr) verspricht der smarte Fahrradhelm des Start-ups Livall mit Sitz in Shenzhen, China. Verschiedene Modelle stehen zur Wahl, die alle ziemlich voll sind mit moderner Technik und praktischen Ideen.

© Livall / CicloSport – Smarter Fahrradhelm BH60 mit Fernbedienung.

Auslöser für die Entwicklung war ein persönliches Ereignis: Firmengründer Yong Liu stürzte vor einigen Jahren von seinem Rad, brach sich einen Arm und dachte fortan über nichts anderes nach, als solche Unfälle möglichst vermeidbar zu machen. „Viele Unfälle passieren, weil bei einem Telefonat kein Fahrradhelm getragen wird oder man diesen gar nicht erst aufsetzt, weil man lieber seinen MP3-Player nutzt“, sagt Liu. Und wenn doch ein Unfall passieren sollte, könnte ein automatischer Notruf ziemlich praktisch sein – was die Livall-Helme tatsächlich können. Stürzt der Fahrer und registriert der Helm 30 Sekunden lang keine Bewegung, schickt er selbsttätig übers Smartphone eine SMS an die vorgespeicherte Notfallnummer raus, samt GPS-Koordinaten des Fahrers.

Für meinen Test stellte die deutsche Firma CicloSport aus dem bayerischen Gräfelfing, die den Vertrieb der Livall-Helme übernommen hat, das Modell BH60 in der Farbe Weiß zur Verfügung, einen der beliebtesten Helme des Herstellers. Doch ist der smarte Fahrradhelm seinen Verkaufspreis von knapp 140 Euro wirklich wert?

Lässt sich gut tragen und ist ein echter Hingucker

Stylisch sieht er schon mal aus, und auch die Verarbeitung und Polsterung wirken hochwertig. Gut zwei Dutzend Belüftungsöffnungen sorgen dafür, dass der Kopf nicht ins Schwitzen kommt.

© René Wagner / Smarter Fahrradhelm BH60 in Weiß, daneben die Fernbedienung.

Es gibt zwar nur eine Standardgröße für Kopfumfänge von 55 bis 61 cm, doch lassen sich Gurte und Strammer gut einstellen. Für meinen „Dickschädel“ wurde es etwas grenzwertig, aber auch aufgrund des geringen Gewichts von 290 Gramm ließ sich der Helm schnell angenehm tragen.

© René Wagner / 14 blinkende LED-Lichter bilden das Rücklicht.

Stylisch wirkt der BH60 vor allem wegen seiner Rückpartie, deren LED-Lichter ein bisschen an David Hasselhoffs K.I.T.T. aus der TV-Serie „Knight Rider“ erinnern. In Rot leuchten sie, je nach Einstellung verschieden blinkend, quasi als Rücklicht, wenn man mit Fahrrad und Helm unterwegs ist. Darunter sind links und rechts die „Blinker“, die beim Abbiegen für mehrere Sekunden in Pfeil-Form gelb aufleuchten.

© René Wagner / Der Blinker leuchtet in Pfeil-Form auf.

Fernbedienung für Blinker, Musik und Fotos

Ausgelöst werden sie über eine Fernbedienung am Fahrradlenker, den sogenannten „Bling Jet“, der sich automatisch mit dem Helm verbindet, sobald man beide einschaltet. Die Fernbedienung ist schnell am Lenker angebracht, eine Ratschenhalterung wird mitgeliefert.

© René Wagner / Die Fernbedienung ist ohne Werkzeug am Lenker zu befestigen.

Sie kann auch abgezogen werden, wenn man das Rad irgendwo abstellt, aber das Abziehen gelingt nicht immer ohne eine gewisse Fummelei. Die meiste Zeit aber wird sie am Fahrrad sein – das Prinzip: einfach vor dem Erreichen einer Abbiegestelle auf die Links- oder Rechts-Taste drücken, schon blinken die gelben LED-Lichter hinten am Helm. Das rote Rücklicht und die gelben Blinklichter sind wirklich sehr auffällig, wohingegen eine ausgestreckte Hand eher leicht übersehen werden kann.

© René Wagner / Oben und unten die beiden Lautsprecher.

Zusätzlich steuert die Fernbedienung die Wiedergabe von Musik über das Smartphone – zu hören in zwei kleinen Lautsprechern, die sich links und rechts oberhalb der Ohren im Helm befinden. Was mich angesichts ihrer geringen Größe überrascht hat: Die Soundqualität der Lautsprecher ist erstaunlich gut! Geregelt wird die Lautstärke über zwei Tasten am Rand des Helms, mittig über der Stirn, wobei die Basislautstärke von der Einstellung am Smartphone vorgegeben wird. Ist diese zu niedrig, kann auch am Helm nicht viel ankommen. Zwischen den Lautstärke-Tasten am Helm ist übrigens eine dritte Taste, die den smarten Fahrradhelm ein- bzw. ausschaltet.

Einfache Verbindung über Bluetooth

Das Smartphone muss für die Musiksteuerung via Bluetooth mit dem Helm gekoppelt sein. Das Herstellen der Verbindung klappte auf Anhieb, selbst auf einem Gerät mit älterer Android-Version. Zusätzlich dient eine eigene App, die in den AppStores kostenlos für iOS und Android erhältlich ist („Livall Riding“), als Verbindungszentrale für verschiedene Livall-Produkte (so ist zum Beispiel auch ein Trittfrequenzsensor erhältlich) sowie als smarter Tacho, der bei eingeschaltetem GPS die Geschwindigkeit und zurückgelegte Distanz anzeigt. Auch hier kann Musik vom Smartphone gestartet werden, damit sie im Helm zu hören ist.

© Livall / CicloSport – Die App "Livall Riding" dient als Verbindungszentrale und Tacho.

Nicht mehr als ein Gag ist wohl die Foto-Funktion der Fernbedienung: Steckt das Smartphone in einer Handyhalterung am Lenker, kann man so auch Momente der Tour im Bild festhalten, ohne die Foto-App aufrufen zu müssen – was die Sicherheit aber wieder erhöht. Viele passionierte Radfahrer setzen Handyhalterungen ein und haben so auch einen guten Blick auf den virtuellen Tacho.

Schade ist, dass bei dem Preis kein Netzteil zum Aufladen mitgeliefert wird. Die Fernbedienung soll bis zu 100 Stunden durchhalten, der Helm selbst nur bis zu 20 Stunden – wer viel unterwegs ist, muss also rechtzeitig auftanken. Dafür ist ein Standard-Micro-USB-Ladekabel dabei, das zusammen mit den meisten Smartphone-Netzteilen funktioniert.

Highlights: Navigation, Anrufe und Walke-Talkie

Ziemlich cool fand ich den Einsatz des Helms als Quasi-Navigationsgerät. Läuft auf dem Smartphone eine Routenführung, z.B. über Google Maps oder die bei Radfahrern beliebte Radkarten-App Komoot, erklingen alle Ansagen in der Nähe der Ohren – so als wäre der smarte Fahrradhelm ein überdimensioniertes Headset.

Auch Anrufe managt der Helm: Das eingebaute Mikrofon sitzt ebenfalls am Rand des Helms und damit oberhalb der Augen. Es ist windgeschützt und nimmt Sprache recht gut auf, solange die Umgebungsgeräusche nicht zu stark sind, und der Gesprächspartner ist über die Lautsprecher gut zu hören. Rufannahme und Beenden läuft über die Helmtasten oder den Bling Jet. So macht Telefonieren beim Radfahren Spaß!

© Livall / CicloSport – Immer gut erkennbar: über das Rücklicht im Helm.

Der absolute Clou jedoch ist die Walkie-Talkie-Funktion: Wenn zwei Radfahrer gemeinsam unterwegs sind und beide einen BH60-Helm tragen, können sie miteinander kommunizieren, ohne dass Telefonkosten anfallen. Die Helme funktionieren dann wie ein Funkgerät. Diese Funktion konnte ich jedoch mangels zweitem Helm nicht testen.

Fazit

Der smarte Fahrradhelm BH60 von Livall ist eine praktische Innovation auf dem Markt, die im Alltag unglaublich viel Spaß und das Radfahren sicherer macht. Angesichts der Preise für hochwertige „normale“ Headsets und „normale“ Fahrradhelme erscheint auch der Preis für den smarten Fahrradhelm nicht zu hoch, denn der BH60 liefert quasi beides in einem, inklusive der smarten Zusatzfunktionen. Die Fahrradsaison kann also kommen!

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