Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Praxistest

Mehr für die Gesundheit tun – mit einer Waage?

Smarter abnehmen und gesünder leben, verspricht Withings den Nutzern seiner Personenwaage Body Cardio. Ein Selbsttest mit überraschendem Ausgang.

© Withings

© Withings

Nichts weniger als eine Revolution auf dem Markt der smarten Waagen, so der Hersteller, soll die Body Cardio sein. Bei solch vollmundigen Ankündigungen darf man schon ein wenig skeptisch sein, wenn man ein Produkt zum Testen bekommt, und vor allem darf man erwarten, dass diese Waage vieles anders macht als ähnliche Vertreter ihrer Art.

Denn es gibt sie ja längst – solche Waagen, die die Körperwerte via WLAN in eine Cloud schicken, worüber die Daten dann ausgewertet werden. Das ist praktisch und hilfreich, aber „sexy“ bisher noch nicht, zumindest nach Meinung des Verfassers dieser Zeilen. Und der will nicht nur Gewicht verlieren, sondern auch Spaß dabei haben.

Ja, ich gestehe, ich habe ein paar Pfunde zu viel „drauf“ – nicht im adipösen Bereich, aber doch so viel, dass ich mich wohler fühlen würde, wenn ich mich wieder dem Idealgewicht nähern könnte. Zehn, zwölf Pfund würden schon reichen, um morgens beschwingt aus dem Bett zu hüpfen und tagsüber Treppen so zu bezwingen, dass man möglichst im selben Zustand oben ankommt, wie man unten begonnen hat.

Ganz klar: Alleine schaffe ich das nicht. Zum Abnehmen brauche ich eine Art „Trainer“, der den Prozess überwacht, mir immer wieder Tipps gibt und mich zum Dranbleiben motiviert. Genau das soll die Withings-Waage leisten! Aber überhaupt erstmal zu beginnen, dazu animiniert mich der Hersteller schon beim Auspacken des Produkts: Die „Entblätterung“ ist ein wahres Fest, ähnlich der Philosophie eines berühmten Smartphone-Herstellers – bis hin zur Krönung, wenn man die unglaublich wertige und gleichzeitig dünnste Waage der Welt in der Hand hält. Alu-Gehäuse, Glasoberfläche, edel wirkendes dunkelblaues Display – okay, das Äußere liefert schon mal einen tollen Gegenwert zum Kaufpreis von gut 170 Euro. Die Einladung, mich darauf jeden Tag zu wiegen, nehme ich gerne an.

Doch auf die inneren Werte kommt es an, und die sind genauso beeindruckend: Die Body Cardio ermittelt nicht nur das Gewicht, sondern auch Fett- und Wassergehalt, Muskel- und Knochenmasse – und darüber hinaus den Body Mass Index (BMI), die Pulsschlagfrequenz sowie die Pulswellengeschwindigkeit der Aorta.

© Withings / Die Pulswellengeschwindigkeit kann ein Indikator für die Herzgesundheit sein.

Withings selbst sagt: „Die Pulswellengeschwindigkeit wird von der medizinischen Gemeinschaft als bester eigenständiger Indikator für eine zuverlässige Bewertung der gesamten Herz-Kreislauf-Gesundheit anerkannt, so dass deren Prüfungen mit Body Cardio das Potenzial haben, die Pflege unserer kardiovaskulären Gesundheit zu revolutionieren.“

Dabei wird die Geschwindigkeit der Vibrationen gemessen, die vom Herzschlag ausgelöst werden und sich an der Arterienwand fortbewegen. Je höher der Wert, also je schneller die Geschwindigkeit, desto mehr wird das Herz belastet, weil die Arterien unter zu großer „Steifigkeit“ leiden. Und das wiederum kann ein Zeichen für potenziellen Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sein.

Was mir an der Waage gefallen hat

Neben dem gefälligen Äußeren ist es die ausgefeilte Kombination aus Technik und Bedienerführung, die einen schnell merken lassen, dass sich der Hersteller viele Gedanken gemacht hat. Die Einbindung ins heimische WLAN (zur Übertragung der Daten in die Cloud von Withings) und die Kopplung mit dem Smartphone via Bluetooth (zur Übertragung der Daten an die App „Health Mate“) konnte ich problemlos innerhalb von wenigen Minuten abschließen.

© Withings / Die App "Health Mate" bereitet alle Daten auf.

Apropos App: „Health Mate“ stellt die Körperwerte übersichtlich dar, analysiert sie und gibt Tipps zur Verbesserung der Pulswellengeschwindigkeit durch Veränderung der Lebensweise und Ernährung. Sie funktioniert aber auch ohne Body Cardio als Fitness-App und ist kompatibel zu Dutzenden anderen Gesundheits-Apps wie Google Fit und Apple Health. Welche Gesundheitsbereiche einem am wichtigsten sind, kann man individuell festlegen; auch an die Kontrolle und Verwaltung der Daten auf den Withings-Servern wurde gedacht. „Personen, die sich in der App ein Gewichtsziel setzen, berichten, dass sie doppelt so viel Gewicht verlieren“, sagt Withings. „Wenn Sie sich ein Ziel setzen, unterstützt Health Mate Sie mit Tipps und Ermutigungen, damit Sie Ihr Ziel erreichen.“

Das macht übrigens auch ein täglicher Newsletter, der auf Wunsch per E-Mail ins heimische Postfach flattert und buchstäblich dafür sorgt, dass ein Nutzer die Motivation „auf dem Schirm“ behält.

© Withings / Auch per Newsletter gibt es regelmäßige, aber angenehm dezente Motivation.

Läuft es gut, wird man mit viel Lob bedacht! Und setzt man ein paar Tage mit der Messung aus, erhält man eine freundliche Erinnerung. So ist auch die Teilnahme an weltweiten Gesundheitskampagnen, etwa „10.000 Schritte pro Tag“, nur einen Klick entfernt – dem echten auf der Webseite und dem sprichwörtlichen im Kopf.

Zurück zum edlen Äußeren der Waage: Das Display zeigt hintereinander nicht nur die ermittelten Körperwerte an, sondern auch die Zahl der getätigten Schritte des Vortages sowie den persönlichen Gewichtstrend. Und bei aktiver WLAN-Verbindung weiß man am Ende der Anzeige auch noch, wie das Wetter wird, um sich möglichst aktiv darauf einzustellen. Automatisch erkennt die Body Cardio bis zu acht Benutzer und übergibt deren Werte im richtigen Profil an die App.

© Withings / Die Waage zeigt alle Werte nacheinander an und übergibt sie an die App.

Praktisch finde ich auch, dass die Waage nicht nur auf den üblichen Bodenfliesen funktioniert, sondern auch auf anderen Untergründen wie etwa einem Teppich – halt je nach Ausstattung des Badezimmers bzw. mit der Möglichkeit, das edle Gerät sogar ins Wohnzimmer zu stellen.

Was mir an der Waage weniger gefallen hat

… sind eigentlich nur ein paar Dinge: Die Body Cardio hat keine Standfüße, sondern flache Schienen, die je nach Untergrund nicht gerade schonend mit dem Badezimmerboden umgehen, wenn man die Waage mal verschieben will. Und weil die sogenannte bioelektrische Impedanzanalyse zur Messung von Fettgehalt, Muskelmasse usw. nicht ausgeschaltet werden kann, sollten Schwangere und Personen mit Herzschrittmacher lieber die Finger, Pardon, Füße von dem Gerät lassen.

Außerdem hüpft man nicht mal eben so auf die Glasoberfläche, sondern muss sich einer gewissen „Positionierungs-Disziplin“ unterwerfen, ganz ruhig und gerade stehen und eine gute halbe Minute abwarten, damit die Waage alle Messungen präzise durchführen kann. Über vier Gewichtssensoren ermittelt die Waage die beste Position für die Füße. Damit die Body Cardio ihren Dienst tun kann, sollte man sich also Zeit nehmen – für die Beschäftigung mit den persönlichen Daten sowieso.

Fazit

Dass ich mich mal in eine Waage „verlieben“ würde, hätte ich niemals gedacht. Meine Meinung: Wer es ernst meint mit der eigenen Gesundheit, findet wohl mit kaum einem anderen Alltagsgerät eine bessere Unterstützung. Natürlich dürfte jedem klar sein, dass man sich mit der Body Cardio von Withings keinen virtuellen Mediziner ins Haus holt. Doch gemeinsam mit der App schafft es die Waage, bei ihrem Nutzer das Bewusstsein für eine gesunde Lebensführung zu stärken, ihn immer wieder zu motivieren, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren – und ihm quasi in Echtzeit zu demonstrieren, wie sich Veränderungen im Alltag direkt auswirken. Dafür stehe ich morgens gerne etwas länger auf der Glasplatte.

Andere Artikel mit Themen: Waagen, Gesundheit, Fitness

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück