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Motivation am Handgelenk

Schritt für Schritt – Fitness-Tracker in der Praxis

Smarte Armbänder sollen zu mehr Bewegung anregen und Aktivitäten aufzeichnen. Doch wie gut funktioniert das im Alltag?

Mann schwimmt mit Fitnessarmband

© MOOV

Eine lange Sitzung am Schreibtisch, die Augen starr auf den Bildschirm gerichtet. Auf einmal reißt eine sanfte Vibration aus der Lethargie. Ein Blick auf das kleine Display am Handgelenk macht deutlich: Es ist Zeit, einmal aufzustehen und ein paar Schritte zu gehen.

Genau solche kleinen Alltagsmotivationen sind eine Stärke der sogenannten Fitness-Tracker. Die cleveren Helfer begleiten den Nutzer durch den Tag und zeichnen dabei sämtliche Aktivitäten auf – vom Fußweg zum Supermarkt bis zur Joggingrunde.

Fitness-Tracker liegen im Trend: Nachdem im Jahr 2014 rund vier Millionen Geräte in Europa verkauft wurden, konnten die Hersteller ihren Absatz 2015 nahezu verdoppeln – und die Prognose zeigt weiter nach oben. 

Je nach Modell reicht der Funktionsumfang vom einfachen Schrittzähler bis hin zum ausgewachsenen Fitness-Coach, der per App das Work-out analysiert und Tipps gibt. So gut wie alle aktuellen Fitness-Tracker haben die Form eines Armbands, das ums Handgelenk getragen wird. Einige Modelle wie der Jawbone Up Move oder Fitbit Zip setzen hingegen auf einen Clip, der beispielsweise am Gürtel befestigt werden kann. 

Zip clip Charcoal

Einfache Fitness-Tracker gibt es schon für weniger als 50 Euro. Entsprechend gering ist dann auch der Funktionsumfang: Viel mehr als einen Schrittzähler und eventuell eine Schlafüberwachung bieten Fitness-Armbänder für Einsteiger selten. Beispiele sind der Misfit Flash für rund 53 Euro oder das mit rund 20 Euro besonders günstige Mi Band von Xiaomi.

Teurere Modelle bieten mehr. Wer ein Budget von etwa 100 Euro für die Anschaffung eines Fitness-Armbands zur Verfügung hat, kann unter einer Vielzahl von Modellen wählen. Fast schon selbstverständlich ist in dieser Preisklasse ein detaillierteres Display, das die aktuellen Leistungen anzeigt.

Das Smartphone als Datencenter

Ob mit oder ohne Display: So gut wie alle erhältlichen Fitness-Tracker verbinden sich über Bluetooth mit einem Smartphone. Auf diesem lassen sich über eine App des Herstellers die Infos abfragen, die das Fitness-Armband über den Tag verteilt gesammelt hat. Auch die Einstellungen wie der Wecker oder die Uhrzeit werden per App vorgenommen. Der Umfang der Apps reicht oft über die bloße Auswertung hinaus. So bieten sie beispielsweise die Möglichkeit, ein Ernährungstagebuch zu führen. Die meisten Hersteller erlauben über eine Datenschnittstelle auch „fremden“ Apps den Zugriff auf die Daten. So können die Nutzer von Fitbit-Produkten beispielsweise die App von Weight Watchers nutzen, um die Aktivitäten zu analysieren.

Fitbit-App

Immer mehr Fitness-Tracker übernehmen auch die Funktionen von Smartwatches und informieren den Nutzer über neue Meldungen auf dem Smartphone. So weisen Fitbit Surge (um 200 Euro), Polar Loop 2 (um 100 Euro) und andere Modelle beispielsweise auf neue SMS, E-Mail oder WhatsApp-Nachrichten hin – der ständige Blick aufs Handy wird damit überflüssig.

vivosmartHR 05 HR

Besonders interessant für Sportfans sind indes Fitness-Tracker, die auch die Herzfrequenz messen. Diese helfen nicht nur dabei, beim Training die richtige Pulsfrequenz zu erreichen, sondern berechnen auch den Kalorienverbrauch wesentlich genauer. Entsprechende Modelle sind meist mit dem Zusatz „HR“ (für „Heart Rate“, also Puls) gekennzeichnet. Beispiele dafür sind der Fitbit Charge HR (um 130 Euro) und der Garmin Vivosmart HR (auch rund 130 Euro). Wer hingegen Lauf- und vor allem Fahrradstrecken besonders genau aufzeichnen will, sollte auf einen eingebauten GPS-Sensor achten. 

Ein GPS-Tracker lokalisiert den Nutzer und hilft, die Strecken zu analysieren. Entsprechend ausgestattete Modelle sind aber derzeit noch teuer. So kostet beispielsweise das Microsoft Band 2 rund 200 Euro, der Garmin Vivoactive wechselt für ca. 170 Euro den Besitzer. Doch auch nach dem Sport sind die smarten Accessoires hilfreich.

Schlafüberwachung inklusive

Immer mehr Fitness-Tracker verrichten nämlich auch in der Nacht ihren Dienst. Sie zeichnen die Schlafphasen des Nutzers auf und sollen dabei helfen, die eigenen Schlafgewohnheiten besser zu analysieren. Dabei prüfen die Armbänder die Bewegungen der Träger, Geräte mit Pulsmesser lassen auch die Herzfrequenz in die Analyse einfließen. Anhand der Daten können die Nutzer prüfen, ob ihr aktueller Schlafrhythmus ausgewogen ist oder ob es sich lohnt, die Schlafgewohnheiten zu ändern. Viele Modelle bieten zudem eine Weckfunktion per Vibration. Bei aktiviertem Schlaf-Tracking kann diese bei einigen Trackern so konfiguriert werden, dass der Wecker nur in einer leichten Schlafphase ausgelöst wird, um sanfter geweckt zu werden.

Die Schwächen der Fitness-Tracker

Die aktuellen Modelle arbeiten im Vergleich zu ihren Vorgängergenerationen wesentlich genauer. So erkennen die Schrittzähler bei den meisten Modellen zuverlässig, ob der Nutzer wirklich geht oder nur den Arm bewegt. Absolut genau sind die Schrittzähler allerdings nie; wer selber mitzählt, wird immer eine leichte Abweichung feststellen. Auch die Schlafanalyse kann natürlich nicht mit den Messdaten eines Schlaflabors mithalten.

Störender ist die Tatsache, dass die meisten Fitness-Armbänder bereits nach wenigen Tagen aufgeladen werden müssen. Besonders die smarten Tracker mit Display und GPS halten in der Praxis selten länger als fünf Tage durch. Wer Wert auf eine lange Akkulaufzeit legt, sollte daher zu Modellen ohne Display greifen. Ein Positivbeispiel ist der Moov Now, der bis zu sechs Monate mit einer Akkuladung übersteht. Er ist auch einer der nach wie vor wenigen Fitness-Tracker, die auch beim Schwimmen einigermaßen brauchbare Ergebnisse liefern. Wer mit den Armbändern ins Wasser möchte, sollte sich vorher ohnehin darüber informieren, ob sie wasserfest sind – das gilt nämlich leider noch immer nicht für alle Modelle.

Fazit

Fitness-Tracker helfen nicht nur dabei, den inneren Schweinehund zu überwinden, sie sind auch für aktive Sportler eine großartige Trainingshilfe. Aktuelle Modelle werten sportliche Aktivitäten erfreulich genau aus. Beim Kauf sollte vor allem der eigene Anspruch im Fokus stehen: Wer hauptsächlich Schritte zählen will, kann Geld sparen, die genaue Auswertung von Strecken, Pulsfrequenz und mehr verlangt hingegen eine etwas größere Investition. Doch nicht vergessen: Der Kauf alleine reicht noch nicht, denn bewegen müssen sich die Träger nämlich auch mit Fitness-Tracker.

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