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Title: Gesundheit & Fitness

Smart Blutdruck messen mit Nokia BPM+

Kompakt und schick: Das Blutdruckmessgerät von Nokia will der ideale Alltags- und Reisebegleiter sein. Unser Test klärt, ob sich der Preis lohnt.

© Nokia

© Nokia

Kompakt und schick? Auf mein altes Blutdruckmessgerät trifft das nicht wirklich zu: Es kommt eher altbacken und ziemlich klobig daher, verrichtet aber zuverlässig seinen Dienst. Beide Blutdruckwerte, der systolische und der diastolische, zeigt es schön groß auf einem LC-Display an. Es lassen sich sogar mehrere Werte speichern! Erst wenn ich sie über einen längeren Zeitraum beobachten möchte, muss ich mit Hilfe des guten alten Notizblocks persönlich den smarten Part übernehmen.

© Nokia / Das Blutdruckmessgerät ist nur 15 x 6 x 5 cm groß und passt in fast jede Tasche.

Jetzt aber schaut mich das Gerät fast verwurfsvoll aus dem Medizinschrank heraus an. Ob ich wohl untreu werde? Beim Design- und Größenvergleich ist die Sache klar: Mit Abmessungen von nur 15 x 6 x 5 Zentimetern und einem edlen grau-silbernen Äußeren hat sich das smarte Blutdruckmessgerät BPM+ von Nokia sofort einen Platz in meinem Badezimmer gesichert – nein, eigentlich direkt in meinem Reisekoffer. Das Ding will einfach überall mit hin.

Hochwertiges Design und perfekt für Reisen

Schon beim Auspacken wird die Qualität deutlich. In der hochwertigen Verpackung, die prompt an den bekannten Smartphone-Hersteller mit dem Apfel erinnert, liegt das um die 150 Euro teure Blutdruckmessgerät fein zusammengerollt in seiner Schale. Nach dem Herausnehmen schaut es einen nur mit der kleinen runden Seite des Stabes an, der an der Manschette angebracht ist und der die Elektronik samt Batterien enthält. Pluspunkt hier schon mal: Vier AAA-Batterien sind bereits im Gerät eingelegt und sollen eine Laufzeit von bis zu einem Jahr garantieren.

Die Materialien des BPM+ fühlen sich angenehm an, die Manschette ist weich, der Elektronikstab griffig und etwas kühl. Aber so sehr ich alles drehe und wende, eines fehlt mir: Wo, bitte, ist das Display? Oder zumindest so eine Lösung wie beim Schläfenthermometer Nokia Thermo, das ich ebenfalls testen durfte – da formen Leuchtdioden im Gehäuse die gemessene Zahl, der Nutzer kann also direkt das Ergebnis sehen.

Nokia hat das Display ausgelagert

Nicht so beim smarten Blutdruckmessgerät. Tatsächlich ist es dermaßen smart, dass es ohne ein App- und Bluetooth-fähiges Handy oder Tablet nicht auskommt. Das BPM+ überträgt die gemessenen Blutdruckwerte an die „Nokia Health Mate“-App auf einem Android- oder iOS-Smartphone und zeigt sie dort an – zwar schön übersichtlich, aber auch recht spartanisch und für ältere Nutzer je nach Smartphone vielleicht zu klein (das schreit geradezu nach einer Sprachausgabe, die aber leider fehlt). Nur ein Knopf reicht, um das BPM+ einzuschalten und damit automatisch die App zu starten, sofern beide Geräte gekoppelt sind. Das heißt aber leider auch: Eine Messung ist ohne Smartphone nicht möglich! Habe ich da gerade ein müdes Lächeln auf meinem alten Blutdruckmessgerät gesehen?

Moooment, hält der smarte Kontrahent dagegen. Beim Nokia-Gerät lässt sich jede Messung über die App verschiedenen Profilen zuweisen, und zu jeder Messung kann eine Notiz eingetragen werden, etwa um ein bestimmtes Unwohlsein oder eine besondere Situation festzuhalten. Die App gibt sofort nach einer Messung ein farbcodiertes Feedback, das auf den Empfehlungen für Bluthochdruck basiert, die die European Society of Hypertension (ESH) und die American Heart Association (AHA) herausgegeben haben – auf einen Blick sieht man direkt eine Einschätzung, wie gut oder schlecht der Blutdruck ist.

Außerdem gibt die Verlaufsübersicht über einen längeren Zeitraum Aufschluss darüber, ob man vielleicht zum Arzt gehen sollte. Und bei Bedarf können die Daten ganz einfach geteilt werden, zum Beispiel um sie dem Arzt zur Verfügung zu stellen. Ja, da sieht „mein Altes“ wirklich alt aus – und auch wenn der Notizblock bei allen diesen Punkten ebenfalls seinen Zweck erfüllt, kommt er nicht wirklich smart rüber.

Gewöhnungsbedürftig ist der starke Druckaufbau

Was mich zu Beginn des Tests jedoch störte: Das Anlegen der Manschette war eine einzige Fummelei. Durch die relativ schwere Elektronik im Metallstab verrutschte das gesamte Gerät immer so, dass die Manschette wegspringen wollte. Doch mit etwas Übung löste sich das vermeintliche Problem schnell – jetzt flutscht der Arm nur so hinein, und mit etwas Schwung verschließt sich die Manschette per Klettverschluss wie von selbst.

Und wie misst man nun den Blutdruck? Im Grunde so wie mit jedem anderen Blutdruckmessgerät: Arm in die Manschette schieben, diese herumlegen, bis Platz für etwa zwei Finger bleibt, dann „aufpumpen“ – nur eben durch Drücken eines Buttons in der App. Für die einmalige Messung reicht der normale Modus, für eine noch genauere Messung ist der Auto-Modus gedacht – dann wird dreimal hintereinander gemessen, mit je 30 Sekunden Pause, und im Anschluss ein Durchschnitt berechnet.

Gewöhnungsbedürftig ist allerdings der starke Druckaufbau, den das Nokia-Gerät bei der Messung aufbaut. Tatsächlich kann ich mich nicht erinnern, jemals – auch bei Ärzten nicht, die ja manchmal sehr beherzt lospumpen – so eine heftige Messung erlebt zu haben. Quälend lang erscheint mir die Zeit, bis das Maximum erreicht ist, und bin heilfroh, wenn der Druck wieder abgebaut wird. Auch weitere Testkandidaten in der Familie fragen mich bei ihren Messungen etwas hilflos, fast verzweifelt: „Hört das irgendwann mal auf!?“ Okay, an diesen Druckaufbau gewöhnt man sich wohl irgendwann. Im Vergleich zu anderen Messgeräten wirkt er zumindest ungewöhnlich.

Immerhin: Im Test erwies sich das smarte Blutdruckmessgerät von Nokia als zuverlässig, verschiedene Messungen in kurzen Abständen ergaben nahezu identische Werte. Die Messgenauigkeit liegt bei plus/minus 3 mmHg oder 2 % des Messwerts.

© Nokia / Blutdruck messen auf Nokia-Art: entspannt sitzen und die Werte auf dem Smartphone ablesen.

Auf eine Einschränkung weist Nokia in einem aktuellen Newsletter hin: "Nach einer Qualitätskontrolle des Nokia BPM+ haben wir festgestellt, dass das Produkt nicht die entsprechenden Teststandards für Genauigkeit erfüllt. Dies betrifft Nutzer, deren Armumfang mehr als 35 cm beträgt. Sollte dies auf Sie zutreffen, sind die Blutdruckmessungen möglicherweise nicht akkurat. Wir versichern Ihnen, dass die Messungen für Armumfänge von 35 cm oder weniger die Teststandards erfüllen. Bitte achten Sie jedoch darauf, Ihre blutdruckregulierende Medikation nicht selbstständig aufgrund dieser Messungen zu verändern, ohne vorab Ihren Arzt zu konsultieren."

Aus Nokia Digital Health wird wieder Withings

Überraschung zum Schluss: Nachdem Nokia den Geschäftsbereich Digital Health aufgebaut und den Gesundheitsprodukte-Hersteller Withings übernommen hatte, hat man sich nun dazu entschlossen, sich voll auf das B2B-Geschäft zu konzentrieren und den Bereich Digital Health wieder zu veräußern – und zwar an Withings!

Die Rückkehr der Marke Withings ist bis Ende des Jahres geplant. Hier wird auch der Kundenservice wie gewohnt weiterlaufen. Gesundheitsdaten sollen vollständig übertragen und die App "Health Mate" weiterentwickelt werden.

Fazit

Das Nokia BPM+ eignet sich für alle Smartphone-Besitzer, die gerade erst vor der Anschaffung eines Blutdruckmessgerätes stehen und dabei nicht viel falsch machen wollen. Für den recht hohen Preis sprechen das schicke Design und die geringe Größe, und auch die Übertragung der Werte auf die App samt Verlaufsüberblick und Teilen-Funktion sind eine schöne Hilfe. Wer jedoch bereits ein ordentliches Blutdruckmessgerät im Haushalt hat, wird sich überlegen, ob ihm ein kompaktes Zweitgerät für den Preis wert ist.

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