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Title: Gesundheit & Fitness
Smarte Diabetes-Helfer

Smarte Gesundheitshelfer für Diabetiker

Millionen Menschen in Deutschland leiden an Diabetes. Immer mehr smarte Hilfsmittel sollen jedoch dazu beitragen, die Folgen der Krankheit zu lindern.

© Jerry The Bear / Ein Kuscheltier als Helfer: der smarte Bär Jerry unterstützt erkrankte Kinder.

© Jerry The Bear / Ein Kuscheltier als Helfer: der smarte Bär Jerry unterstützt erkrankte Kinder.

Mehr als sieben Millionen Menschen allein in Deutschland leiden an Diabetes, einer Stoffwechselstörung, die zu einem zu hohen Zuckerspiegel im Blut führt. Ursachen können bei Typ 1 organische Fehlfunktionen sein, während bei Typ 2 ungesunde Ernährung, Übergewicht oder Vererbung eine Rolle spielen.

Unbehandelt kann Diabetes zu schweren Schäden führen, etwa an den Augen oder den Nieren. Im Extremfall können Patienten auch ins Koma fallen und sterben. Diabetes ist nicht heilbar, allerdings lässt sich die Krankheit über die Gabe von Insulin, dem Hormon, das im Körper für die Regulierung des Blutzuckerspiegels zuständig ist, in den Griff bekommen.

Ein Kuscheltier als smarter Helfer

Dennoch müssen Diabetiker sehr aufmerksam und diszipliniert sein. Wer Tabletten einnehmen muss oder sich das Insulin selbst injiziert, muss die Dosierung ebenso im Blick behalten wie seine Ernährung. Um die Patienten bei dieser Aufgabe zu unterstützen, sind in letzter Zeit immer mehr smarte Hilfsmittel auf den Markt gekommen, die dieser chronischen Krankheit ein bisschen von ihrer Last nehmen sollen.

Besonders knifflig ist es, wenn beispielsweise Kinder am so genannten Typ-1-Diabetes erkranken, dessen Ursache eine Fehlfunktion des Immunsystems ist. Diesen Kindern soll nun „Jerry The Bear“ helfen. Auf den ersten Blick ein lustiges Kuscheltier, soll Jerry dazu beitragen, dass betroffene Kinder ihre Krankheit besser verstehen und lernen, mit den Folgen umzugehen.

Jerry, entwickelt von zwei Studenten der Northwestern University in Chicago im US-Bundesstaat Illinois, hat zum Beispiel Injektionsstellen für Insulin am Körper sowie eine Anzeige für den Blutzuckerwert. Über eine neu entwickelte App erfahren die jungen Nutzer spielerisch viel Wissenswertes über Diabetes, können aber auch lernen, die wichtigen Daten einer solchen Krankheit zu verwalten. Bislang gibt es Jerry The Bear allerdings nur in einer englischen Fassung.

Smarte Socke

Wer mit Diabetes bislang wenig zu tun hatte, wird sich vielleicht wundern, dass es spezielle Socken für Diabetiker gibt. Aber die Krankheit kann zu schweren Durchblutungsstörungen führen, die schlimmstenfalls beispielsweise zum Verlust von Zehen oder ganzen Gliedmaßen führen.

© Siren Care / Die smarten Socken von Siren Care erkennen gefährlichen Entzündungen frühzeitig.

Um dies zu verhindern, hat das US-amerikanische Unternehmen Siren Care winzige Temperaturfühler in Socken integriert, die beim Tragen an verschiedenen Stellen Daten erfassen. Über die dazugehörige App können Nutzer der smarten Socken die Temperaturentwicklung ihrer Füße ermitteln und auswerten. Der Sinn und Zweck ist zum Beispiel beginnende Entzündungen im Gewebe frühzeitig zu erkennen, damit der Arzt rasch gegensteuern kann. Die Siren-Care-App warnt sogar vor potenziell gefährlichen Entwicklungen.

Aber auch noch lange vor solchen bedrohlichen Szenarien können smarte Helfer den Diabetes-Patienten das Leben erleichtern. Immerhin müssen annähernd zwei Millionen Betroffene in Deutschland täglich selber ihren Blutzuckerspiegel messen.

Blutzucker messen wird noch einfacher

Ein solcher Helfer ist GlucoDock von Medisana. Das streichholzschachtelgroße Kästchen ist kompatibel mit aktuellen iPhones oder dem iPad, wird daran angedockt und fungiert dann als unauffälliges Blutzuckermessgerät. Ein kurzer Pieks der integrierten Lanzette, und wenige Sekunden später zeigt das Smartphone auf der GlucoDock-App das Ergebnis an. Zudem kann man seine Daten auch auswerten, Broteinheiten erfassen und auch eigene Notizen hinzufügen.

© Medisana / Der GlucoDock sitzt direkt und unauffällig am Smartphone.

Ein ähnliches Konzept verfolgt GluCase, das 2017 auf der Crowdfunding-Plattform Indiegogo erfolgreich finanziert wurde. GluCase ist praktisch ein Blutzuckermessgerät in Form einer Smartphone-Hülle  und kompatibel unter anderem mit iPhone 5 und 6 und Samsung Galaxy 5. In die unauffällige Hülle integriert sind nachladbare Lanzetten und Teststreifen. Via Bluetooth (und streng datengesichert) gelangen die Testergebnisse aufs Smartphone und können dort ausgewertet werden. Der Clou: Sofern man sein Smartphone nicht vergisst, hat man als Patient immer sein Messgerät in greifbarer Nähe.

Der Glukose-Sensor direkt am Körper

Auf noch mehr Nähe setzt das Glukose-Messsystem FreeStyle Libre. Der etwa münzgroße Sensor wird direkt auf der Haut getragen, ein winziger Fühler dringt dabei ins Gewebe ein und ermittelt 14 Tage lang die Blutzuckerwerte. Zum System gehört ein etwa handygroßes Messgerät, dass zum Scannen in die Nähe des Sensors gehalten wird und sofort anzeigt, in welche Richtung sich der Blutzuckerwert entwickelt. Der Sensor kann laut Hersteller auch beim Sport und sogar beim Duschen oder Baden getragen werden. Speziell entwickelte Apps helfen außerdem dabei die Glukosewerte unkompliziert mit dem Smartphone zu überwachen.

Ebenso winzig ist der InsulinK, ein kleiner Clip, der aktuell nur auf Insulin-Pens von Lilly aufgesteckt werden kann, automatisch die verabreichte Insulindosis erfasst und an die bereits länger erhältliche Dnurse-App weiterleitet. Dort tragen die Daten dazu bei, den Krankheitsverlauf zu dokumentieren und zu überwachen.

Und die Entwicklung scheint noch lange nicht am Ende zu sein: so forschen südkoreanische Wissenschaftler aktuell an Kontaktlinsen, die den Glukosewert in der Tränenflüssigkeit ermitteln können. Bis so eine smarte Linse auf den Markt kommt, werden aber wohl noch etliche Jahre vergehen.

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