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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Vernetztes Radeln

So wird das Fahrrad zum Smart Bike

Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern – es ist Frühling! Deshalb: App aufs Fahrrad!

© nito / Fotolia.com

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Smart Home erleichtert das Leben, macht vieles praktischer und sicherer. Das gilt mittlerweile auch fürs Fahrrad. Der eigene Drahtesel lässt sich mit wenigen Gadgets ganz nach den individuellen Bedürfnissen aufrüsten. Egal ob sportlich ambitionierter Biker oder Stadtradler, der einfach nur von A nach B kommen will – für jeden ist das Passende dabei. Dreh- und Angelpunkt ist dabei natürlich das Smartphone. Deshalb sollte es sicher am Fahrrad verstaut sein. Um eine Smartphone-Halterung für den Lenker kommt man daher kaum herum. Angeboten werden zum Beispiel Cases oder Klemmen für das Smartphone, die am Lenker befestigt werden können, optional auch mit Wasserschutzhülle. Gut bewährt haben sich auch Halterungen aus dehnbarem, reißfestem Silikon, wie zum Beispiel Easy Bike Mount von Runtastic. Sie passt an jeden Lenker, hält das Telefon auch auf unwegsamem Gelände an seinem Platz und ist schnell auf- und abmontiert. Kleines Manko: Durch die Silikonstreifen werden kleine Teile des Displays verdeckt. Dafür gibt’s den Zweierpack schon für rund zehn Euro.

Rundumblick mit Radar
Ein Verkehrsteilnehmer braucht nur den Bruchteil einer Sekunde unaufmerksam sein, und schon ist es passiert. Gerade Fahrradunfälle können oft böse ausgehen. Deswegen steht die Sicherheit an erster Stelle! Allein 2014 kamen bei über 78.000 Unfällen 405 Menschen ums Leben. Deshalb wartet Garmin jetzt mit einem Radar speziell fürs Fahrrad auf! Das Varia Fahrrad-Radar kostet zwar rund 300 Euro, ist jedoch eine echte Innovation und StVZO zugelassen. Das Radar erfasst bis zu acht von hinten kommende Fahrzeuge ab einer Entfernung von 140 Meter. Je nach Abstand wird auch die entsprechende Gefahrenstufe auf dem Display angezeigt. Das Radar selbst fungiert als Rücklicht und leuchtet stärker, wenn sich PKW oder LKW nähern. Das Varia kann als Einzelgerät verwendet oder mit den Garmin-Fahrradcomputern der Serie „Edge“ gekoppelt werden.

© Garmin / Je nach Entfernung der anderen Fahrzeuge zeigt Varia die Gefahrenstufe an.

Assistent auf der Lenkstange
Ein anderes praktisches Gadget, das auf die Bedürfnisse des Fahrradfahrers abgestimmt ist, ist der Haiku Bike Assistant. Er wurde über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo finanziert und wird voraussichtlich im September 2016 ausgeliefert. Man könnte ihn als Smartwatch fürs Fahrrad bezeichnen. Die Informationen werden vom Smartphone auf das Tool, das bequem auf der Lenkstange angebracht wird, übertragen. Die Bedienung des Bike Assistant erfolgt, indem man mit Hand oder Daumen über das Gerät winkt; eine gezielte Berührung ist nicht notwendig, da die Sicherheit während des Radfahrens nicht eingeschränkt werden soll.

Haiku funktioniert zum einen als Navigationsgerät. Dabei wird die Navigation vorher über die App auf dem Smartphone programmiert, Haiku zeigt den Weg dann an. Zum anderen kann das Gerät als Fahrradcomputer verwendet werden, die Daten liefert das GPS des Smartphones. Das Ganze kann auch mit einer Fitness-App (wie Strava, Google Fit oder Healthkit) kombiniert werden. Praktisch: Haiku zeigt auch an, wenn das Telefon klingelt oder eine Nachricht reinkommt. Textnachrichten können bei der nächsten Gelegenheit – zum Beispiel an einer roten Ampel – mit einer Handbewegung angezeigt werden. Vorbestellungen (ab 80 Euro) sind über Indiegogo noch möglich.

Alarm bei Diebstahl
Doch was nützt das schönste Fahrrad, wenn es geklaut wird? Bundesweit werden jedes Jahr mehr als 300.000 Fahrräder gestohlen, die Dunkelziffer ist wahrscheinlich noch viel höher. Daher gibt es auch immer mehr smarte Lösungen, um das Fahrrad stets im Blick zu haben. Neben klassischen GPS-Trackern, die man möglichst so am Fahrrad anbringen sollte, dass sie der potenzielle Dieb nicht entdeckt, gibt es mittlerweile auch Lösungen, die speziell auf das Anbringen am Bike zugeschnitten sind und sich von normalem Fahrradzubehör nicht unterscheiden lassen – zum Beispiel ein Rücklicht mit GPS-Funktion. Spezielle Lösungen für das Fahrrad gibt es auch vom Trackingsystem SaR-mini, entweder in Form eines Miniaturkästchens, das per Magnet angebracht wird, oder als Rücklicht-Dummy. Aus Sicherheitsgründen zeigt der Hersteller keine Bilder der Produkte, gibt aber auf persönliche Anfrage gern dazu Auskunft. In der dazugehörigen App (für iOS, Android) lässt sich im Dreistufensystem einstellen, wann ein Alarm gegeben werden soll: Bereits bei Vibration (zum Beispiel Anstoßen des Fahrrades), beim Verlassen eines Standortes (über eine definierte Entfernung hinaus) oder beim Überschreiten eines virtuellen Zaunes (drei Radien einstellbar). Das Autotracking oder die Echtzeit-Verfolgung funktioniert über GoogleMaps oder OpenStreetMap. SaR-mini fürs Fahrrad kostet um die 130 Euro.

Smarte Schlösser
Fahrradschlösser, die via Bluetooth mit dem Smartphone kommunizieren, gibt es mittlerweile schon in recht großer Auswahl. Auch wenn die Funktionen individuell variieren können und verschiedene Sicherheitseinstellungen verfügbar sind, ist das Grundprinzip dasselbe: Das Schloss kommuniziert via Bluetooth mit dem Smartphone, das als Schlüssel fungiert. Ist man in Reichweite, entriegelt sich das Schloss. Berechtigungen können für verschiedene Smartphones ausgegeben werden, zudem wird der letzte Standort des Schlosses auf dem Smartphone gespeichert. Optional kann ein Alarm scharfgestellt werden, sollte sich ein Langfinger am Bike zu schaffen machen. Verdächtige Vorgänge werden außerdem über das Smartphone gemeldet. Ein Beispiel ist das smarte Schloss Noke, über das wir bereits berichtet haben. Nun steht mit dem Noke U-Lock auch die Bügelschloss-Variante für Fahrräder in den Startlöchern. Sie wurde ebenfalls über Indiegogo finanziert und soll ab Juli 2016 für umgerechnet knapp  100 Euro verfügbar sein. Eine etwas teurere (umgerechnet rund 160 Euro), aber umweltfreundlichere Variante ist das Skylock. Integrierte Solarzellen laden die Batterie wieder auf. Laut Hersteller reichen zwölf Stunden Sonnenlicht, um die Batterie sechs Monate lang mit Energie zu versorgen.

© Skylock / Der Akku von Skylock wird mit Solarzellen betrieben.

Höher, schneller, weiter – Datenerfassung
Wer sein Training ausgiebig dokumentieren möchte, kann sein Fahrrad beispielsweise mit Bluetooth-Sensoren aufrüsten. Sie messen Geschwindigkeit und Trittfrequenz, und mit einer kompatiblen App verwandeln sie das Smartphone in einen cleveren Fahrradcomputer. Bei einer Neuanschaffung sollte man auf den Standard Bluetooth Smart (oder auch Bluetooth Low Energy) achten. Er verbraucht deutlich weniger Strom als die klassische Bluetooth-Funktechnik und funktioniert inzwischen mit den meisten gängigen Fitness-Apps und nahezu allen aktuellen Smartphones. Großer Vorteil: So kann man App und Sensoren individuell aussuchen und miteinander kombinieren.

Ein praktisches Gesamtpaket aus App und Hardware (basierend auf Bluetooth Smart) gibt’s beispielsweise von Runtastic: Der batteriebetriebene Speed & Cadence Sensor kostet um die 60 Euro und wird an Hinterradschwinge angebracht. Um die beiden Messmagneten zu befestigen, muss das linke Pedal abgeschraubt werden. Der Trittfrequenz-Magnet hat die Form eines Rings und wird über die linke Tretkurbel gezogen, der Geschwindigkeits-Magnet kommt an die Speiche des Hinterrads. Passend dazu gibt’s die Runtastic-App, entweder für Mountain Bike oder Road Bike (Rennrad) verfügbar. Die Touren werden via GPS aufgezeichnet und mit Angaben zu Distanz, Dauer, Geschwindigkeit, Höhenmetern, Kalorien usw. gespeichert. Für die Überwachung der Herzfrequenz empfiehlt sich die Verwendung des Runtastic Heart Rate Combo-Monitors, der ebenfalls mit Bluetooth Smart arbeitet und die Daten an die App überträgt. Die Apps sind für iOS und Android verfügbar.

© Runtastic / Der Sensor misst Geschwindigkeit und Trittfrequenz.

Kombilösung
All das geht natürlich zu Lasten des Smartphone-Akkus. Hierfür gibt es USB-Lader, die den vom Nabendynamo erzeugten Strom über eine USB-Buchse zur Verfügung stellen. So lässt sich das Telefon während der Fahrt aufladen. Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt der Dynamo Harvester, der am Lenker angebracht wird. Zum einen sammelt er Strom aus dem Nabendynamo und speichert ihn in seinem Akku. Dabei verspricht der Hersteller bereits bei einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern eine Leistung von 7 Watt. Zum anderen hat er integrierte Sensoren und funktioniert mit der App „Be on bike“ ebenfalls als Fahrradcomputer. Mit einem Preis von rund 150 Euro ist der Dynamo Harvester aber auch deutlich teurer als herkömmliche USB-Lader.

Fazit

Das Fahrrad kann nach Belieben zu einem rollenden Computer umgerüstet werden – die Auswahl an Tools ist schier unendlich. Manches davon ist nützlich, manches verspielt und macht einfach nur Spaß. Doch in Sachen Sicherheit sind die Devices mittlerweile so weit fortgeschritten, dass ein smartes Bike tatsächlich sicherer ist als ein „analoges“ Fahrrad. Hier lohnt sich die eine oder andere Investition also unbedingt!

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