Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Plötzlicher Kindstod

Was bringen Sensormatten für das Babybettchen?

In den USA sind sie längst Gang und Gäbe: Sensormatten, die den Schlaf von Babys überwachen und so vor plötzlichem Kindstod schützen sollen. Aber halten sie auch, was sie versprechen?

Ein Baby schlummert friedlich - die Eltern gehen auf Nummer sicher.

iStock.com/olesiabilkei

Die Abkürzung SIDS steht für die Horrorvision junger Eltern: Sudden Infant Death Syndrome, in Deutschland als plötzlicher Kindstod bekannt. Noch immer hat die Medizin keine eindeutige Erklärung dafür, warum bei anscheinend gesunden Säuglingen die Atmung aussetzt. Das Risiko ist glücklicherweise sehr gering: Doch noch immer sterben in Deutschland 0,02 Prozent der Babys unbeobachtet und unerklärlich im Schlaf, häufig zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat.

Besonders gefährdete Kinder lassen Mediziner durch Atem- und Pulsmessgeräte überwachen. Das gilt unter anderem für Babys drogenabhängiger Eltern, Frühgeborene, besonders untergewichtige Säuglinge, Mehrlingskinder und nachgeborene Geschwister von Kindern, die an SIDS gestorben sind. Natürlich ist ein solches Monitoring auf Klinik-Niveau in Privathaushalten nur selten möglich. Aber es gibt bezahlbare Alternativen für Kinder, die nicht zur Hochrisikogruppe gehören, deren Eltern aber trotzdem auf Nummer sicher gehen wollen. Hersteller wie Angel Care, Audioline oder Tomy Babyphone bieten so genannte Sensormatten an, die schon ab etwa 80 Euro erhältlich sind. Diese Schlafunterlagen mit eingebauter Digitaltechnik sind eine Weiterentwicklung der klassischen Babyphone-Technologie. Sie werden unter der Babymatratze platziert und reagieren auf kleinste Bewegungen im Kinderbett. Die Daten werden drahtlos an ein Elterngerät übermittelt. Ist alles in Ordnung, ist bei einigen Geräten beispielsweise ein beruhigendes Ticken zu hören. Wenn sich das Baby länger als 20 Sekunden nicht regt oder die Atemfrequenz unter einen kritischen Wert fällt, wird der Alarm ausgelöst.

Gerüstet für den Ernstfall: Reichen diese Warnsysteme aus?

Die Meinung über die Verwendung solcher Warnsysteme ist unter Eltern gespalten. Für manche unabdingbar, halten andere sie für überflüssig oder unzuverlässig. Die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen. Mediziner nehmen handelsübliche Sensormatten jedoch nicht ernst. „Kokolores“ nennt sie Ulrich Fegener, der Sprecher des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte. Er führt den Trend zur Kinderzimmer-Technologie auf übersteigertes Sicherheitsbedürfnis moderner Mütter zurück.

Die Hersteller sehen das naturgemäß anders. Sie zitieren gern eine Stellungnahme der Gemeinsamen Elterninitiative Plötzlicher Säuglingstod (GEPS): „Wenn man alle SID-Risikofaktoren beachtet und noch ein Stückchen mehr Sicherheit von Seiten der zur Verfügung stehenden Technik haben möchte, ist eine Überwachungsmatte sicherlich ein gutes Gerät”. Wirklich sinnvoll ist die Technologie aber nur in Verbindung mit klassischen Präventionsmaßnahmen, wie der optimalen Schlafposition in Rückenlage, dem Einsatz von Schlafsäcken (statt Überdecken) und konsequentem Nikotin-Verbot in der Wohnung.

Darüber hinaus sollten Eltern unbedingt lernen, was im Ernstfall zu tun ist. Wenn der Sensor am Babykörper Alarm schlägt, muss manchmal sehr schnell Erste Hilfe geleistet werden. Experten empfehlen darum dringend, sich rechtzeitig damit vertraut zu machen und entsprechende Informations- und Weiterbildungsangebote zu nutzen. Wer all das beherzigt, wird trotz optimal eingesetzter Digitaltechnik immer noch keinen hundertprozentigen Schutz vor dem plötzlichen Kindstod eingekauft haben. Aber es vermittelt ein kleines Stück mehr Sicherheit. 

Andere Artikel mit Themen: Baby, Sicherheit, Gesundheit, Sensoren, Kinderzimmer

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück