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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Analoge Geräte fernsteuern

Aus alt wird smart! Ein Miniroboter macht’s möglich

Das Start-up Naran arbeitet daran, Geräte ohne Netzwerkanschluss und App-Steuerung ins Smart-Home zu integrieren.

Kaffeemaschine wird mit Microbot-Push betätigt.

© Copyright 2015 The Naran Inc.

Ein beliebtes Beispiel für smarten und modernen Komfort ist die „Guten-Morgen-Automatik“. Sie soll dafür sorgen, dass sich morgens das Licht im Schlafzimmer automatisch sanft hochdimmt, das Bad auf wohlige 23 Grad aufgeheizt wird und die Kaffeemaschine selbstständig ihren Dienst aufnimmt. Und zeitgleich schaltet sich das Küchenradio mit dem Lieblingssender an.

Ein solches Szenario lässt sich über eine zeitgeschaltete Licht- und Heizungsregelung mit praktisch allen gängigen Systemen recht einfach programmieren. Schwieriger wird es mit der Kaffeemaschine und dem Radio: Beide Geräte sind häufig vergleichsweise dumm, denn herkömmliche Modelle lassen sich nicht so ohne weiteres automatisch einschalten. Die Stromzufuhr kann zwar über einen Funk-Zwischenstecker geregelt werden, wie ihn beispielsweise Devolo Home Control oder RWE SmartHome anbieten, doch nicht jedes Gerät nimmt den Dienst auf, nur weil Strom fließt. So werden beispielsweise viele Kaffeemaschinen, Wasserkocher und Stereoanlagen erst auf Knopfdruck aktiv, sodass in diesem Fall auch keine Zwischensteckdose hilft.

Kleine Roboter für Geräte des Alltags 

Doch auch für den gezielten Knopfdruck und andere analoge Tätigkeiten ist eine Lösung in Sicht: Der koreanische Hersteller Naran hat eine Reihe sogenannter „Microbots“ – winzige Roboter – vorgestellt, die jeweils eine bestimmte Aufgabe erledigen. Sie drücken etwa einen Schalter, drehen einen Regler oder senden Infrarotbefehle. Passend dazu haben die Microbots Beinamen wie „Push“ (Drücken), „Twist“ (Drehen) und „Bridge“ (Brücke) – und erledigen jeweils die beschriebene Aufgabe. Der mechanische Drücker kann entsprechend Lichtschalter oder Einschaltknöpfe betätigen. Laut Datenblatt macht er das mit Nachdruck und stemmt oder drückt laut Hersteller bis zu 1,6 Kilogramm Gewicht. Das Modell Twist kann etwa an einem Lautstärkeregler drehen – oder auch an einer Rolle Toilettenpapier. Die beiden Modelle Push und Twist werden direkt am zu steuernden Druck- oder Drehknopf festgeklebt, der Infrarotsender verrichtet seinen unsichtbaren Dienst von einer zentralen Stelle im Raum aus.

Microbot Push, Twist und Bridge

Per App und Bluetooth

Jeder Microbot lässt sich direkt per Bluetooth über die dazugehörige App vom Smartphone aus fernsteuern. Abgesehen vom Showeffekt ist es auch bequem, den Lichtschalter im Flur vom Sofa aus via App zu betätigen oder den Türsummer an der Haussprechanlage zu drücken. So richtig smart wird das Ganze aber erst, wenn man alle Microbots im Haus über die zugehörige Basisstation „Porta“ in das heimische WLAN einbindet und miteinander vernetzt. Porta ist die Zentrale aller mechanischen Befehlswandler. Die Microbots lassen sich so einzeln oder in Gruppen in typische Szenarien und Automatisierungen einbinden. Im „Guten-Morgen-Szenario“ drückt also der Microbot Push den Startknopf der Kaffeemaschine, während eine Microbot Bridge die Musikanlage via Infrarot-Befehl auf den Lieblingssender einstellt. Bei einer Anlage ohne Fernbedienung könnte auch der Microbot Twist den Lautstärkeregler in die gewünschte Position drehen.

Die Verbindung zu anderen Geräten erfolgt ebenfalls über die Zentrale. Hersteller Naran verspricht die volle Vernetzung: Bekannte Systeme wie die farblich steuerbaren Hue-Leuchten von Philips, Netatmo-Wetterstationen oder das System Wemo von Belkin etwa lassen sich über eigene Apps mit der Welt der Microbots verbinden. Auch eine Verknüpfung mit automatisierten Befehlsketten in der Online-Steuerungsplattform „If This Then That“ (IFTTT), ist geplant. Dann könnte etwa ein Twist-Microbot den Lautstärkeknopf der Stereoanlage herunterdrehen, sobald ein Anruf auf dem Smartphone des Hausherrn ankommt.

Bis die Miniroboter aus Korea tatsächlich Lichtschalter, Kaffeemaschinen oder Stereoanlagen in deutschen Haushalten betätigen, müssen Interessenten noch ein paar Tage selbst zum Schalter greifen oder – wenn möglich – auf schaltbare Zwischenstecker ausweichen. Der Microbot Push ist zusammen mit seiner Zentrale noch bis kurz vor Weihnachten (17.12.2015) über die Crowdfunding-Plattform Indiegogo.com vorbestellbar. Auf der Technikmesse CES wird das System dann Anfang Januar 2016 erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt – einen CES Innovation Award gab es allerdings bereits vorab. Wenn alles nach Plan läuft, startet im April 2016 schließlich die Auslieferung der schlauen Drücker. Microbot Twist und Bridge sollen im Laufe des Jahres folgen – wie auch viele weitere Sensoren und Befehlsüberträger. 

Fazit

Die Microbots des koreanischen Hersteller Naran stellen eine simple, aber gut durchdachte Verbindung zwischen smarter Heimsteuerung und nicht vernetzten Geräten her. Sobald diese Single-Action-Roboter mit anderen Systemen vernetzt sind, haben sie großes Potenzial als Problemlöser in jedem modernen Haushalt.

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