Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Praxistest

Big Mother überwacht Zuhause & Schlaf

Mother behält nicht nur den Überblick über die Wohnung, sie kümmert sich auch um Bewegungs- und Schlafgewohnheiten.

Mother Sen.se

©Sen.se

In einem Smart Home finden sich unzählige Möglichkeiten, Haushaltsgegenstände und  Gadgets zu steuern und Personen und Haustiere zu überwachen. Für fast alle Einsatzbereiche gibt es deshalb Gadgets und Lösungsansätze, sodass es sich im Dschungel von Geräten und Apps sehr schnell verlaufen lässt. Diesen Ansatz greift "Mother" von der Firma Sen.se auf und präsentiert eine Smart Home-Lösung, die wesentlich mehr auf dem Kasten hat, als nur auf das eigene Heim aufzupassen. 

Eine Mother kommt selten allein

Das Mother-System nutzt die bekannten Prinzipien der Smart Home-Welt wie Mobilgeräte-Einbindung via App, Funksteuerung oder Auslösen von Aktionen und ist doch anders. Ein empathieloser Technokrat könnte die ca. 16 cm hohe Basisstation im Matrjoshka-Design einen Funkcontoller nennen. Das wäre faktisch wohl korrekt, würde dem Charme des Gerätes allerdings nicht gerecht werden, denn Mother kann mehr als nur Funkempfänger zu verwalten.

©Sen.se / Zum Lieferumfang des getesteten Mother-Sets gehören neben der Mother auch vier Cookies.

Aber eine gute Mutter ist noch besser, wenn ihr ein eingespieltes Team zur Seite steht. Neben der ins Auge springenden Mother-Zentraleinheit finden sich im Lieferumfang außerdem vier Funksensoren im Format 6 x 2,5 cm in Biskuitform. Die Motion Cookies. Diese bilden in Kombination mit der Basis das Mother Smart Home-System. In diesem Team übernehmen sie die Aufgabe Daten zu sammeln, die von der Basis im Anschluss ausgewertet und bei Bedarf in Aktionen umgesetzt werden.

Das Mother-System ist schnell installiert

Bevor Mother ihr Zepter schwingen kann, muss sie zuerst in das Heimnetzwerk eingebunden werden. Leider verfügt Mother über kein WLAN, was die Platzierung der Basis stark einschränkt. So muss sie stets in Reichweite einer Steckdose bleiben und darf sich nicht weiter vom Router entfernen, als das Netzwerkkabel lang ist. Im nächsten Schritt wird ein Profil auf der Webseite des Herstellers angelegt, über das das Mother-Team später auch per App für iOS, Android und Windows Phone genutzt werden kann. Um die Familie endgültig zusammen zu führen, müssen noch die Cookies angemeldet werden. Dazu legt man beigefügte Batterien in die Cookies ein und aktiviert sie auf der Webseite. Der gesamte Anmeldeprozess ist in nicht einmal fünf Minuten abgeschlossen.

Die Mother-Webseite führt mustergültig durch die Installation.

Im Alltag und unterwegs lässt sich die Mother-Familie gut über die Apps auf Smartphone und Tablet auslesen. Mehr ist aber nicht möglich. Um Einstellungen zu ändern oder den Cookies neue Tricks beizubringen, ist zwingend ein Ausflug auf das Online-Portal notwendig. 

Cookies mit Apps – Agenten mit Spezialaufträgen

So unscheinbar die Cookies auch daher kommen, sie haben es faustdick hinter den Ohren. Jeder der kleinen Funksensoren verfügt von Haus aus über eine Reihe von Funktionen und ist darüber hinaus programmierbar. Sie können Bewegungen entdecken und analysieren und außerdem auch noch die Temperatur messen.  

Im Auslieferungszustand sind alle Cookies gleich. Sie funken zur Basis und beginnen im Moment Ihrer Aktivierung damit, die Umgebungstemperatur zu messen. Ohne weitere Aktionen hat der Besitzer auf diese Weise vier Thermometer, die er über die Webseite und seine Mobilgeräte auslesen kann.

Die Motioncookies zeichnen kontinuierlich die Umgebungstemperatur auf und schlagen Alarm, wenn Grenzen über- oder unterschritten werden.

Auf der Website findet sich allerdings neben den Einstellungen für Mother und die Cookies auch eine Bibliothek mit Apps. Apps sind in diesem Fall kleine Programme, mit deren Hilfe den Cookies eine oder mehrere Spezialfunktionen zugeordnet werden kann. So werden die kleinen Funkmodule zu Spezialagenten mit speziellen Aufgaben.

Die Installation des entsprechenden Programmes macht einen Cookie beispielsweise zu einem Schrittzähler, der die Bewegungsmuster seines Besitzers aufzeichnet. Eine andere App verwandelt ihn in einen Schlafbegleiter, der Schlafphasen und –qualität auswertet. Ein dritter Cookie wird durch die Programmierung zum Bewegungsmelder, der – an einer Tür angebracht – Alarm schlägt, sobald diese geöffnet wird. Weitere Apps erinnern an die Einnahme von Medikamenten oder Flüssigkeit, überwachen das Zähneputzen oder überprüfen die Anwesenheit bestimmter Personen im Einflussbereich  von Mother.

Die erfassten Muster werden ausgewertet und analysiert. Je nach Aktion und Auftrag schickt die Mother-Basis eine Meldung oder E-Mail an ein angemeldetes Familienmitglied, oder sie sammelt die Daten und fasst sie in einem Bericht zusammen. Wenn zum Beispiel eine Tür geöffnet wird, meldet Mother dies umgehend. Schlaf- oder Bewegungsdaten sammelt sie und fasst in einem Bericht zusammen, wie viele Schritte der Besitzer pro Tag getan hat, und wie sich dieser Wert im Vergleich zu anderen Tagen einordnen lässt.

Die Auswertung der Schlafphasen geschieht sehr detailliert. Bei den deutschen Übersetzungen muss der Hersteller noch nachbessern.

All diese Erkenntnisse lassen sich über Mobilgeräte oder die Webseite auslesen und analysieren. In der App auf dem Smartphone oder Tablet werden alle aktivierten Aufträge sowie die Grundfunktionen der Cookies in Kachelform dargestellt. Ein Druck oder Klick auf die entsprechende Rubrik öffnet tiefergehende Auswertungen. So lässt sich die Temperatur in unterschiedlichen Räumen ruckzuck darstellen, genauso die bisher getätigten Schritte, der Batteriestatus aller Cookies oder die Qualität des Schlafes der vergangenen Nacht.

Das so genannte Senseboard unterscheidet bei der Darstellung zwischen Ereignissen wie Schlaf, Schritte, Temperatur auf der einen, und der Gesamtheit der installierten Apps auf der anderen Seite. Dadurch kommt es zu Doppelnennungen, was eingangs zu Verwirrung führen kann. Ebenfalls verwirrend ist die nicht komplett durchgeführte Übersetzung von App und Webseite, die durch Denglisch-Begriffe und Angaben wie 8:02 Uhr Nachmittag gedanklich stolpern lässt. 

©Karsten Kunert / Die Test-Mother wurde von allen Hausbewohnern wohlwollend aufgenommen.

Fazit

Im zweiwöchigen Testzeitraum funktionierte das Zusammenspiel von Mother und ihren Helfern sehr gut. Obwohl durch eine Zwischenetage getrennt, war die Funkverbindung stets stabil – erstaunlich bei der Größe der Cookies.

Im Test wurde auf die Grundfunktionen und Stabilität geachtet. Mit wenigen Ausnahmen hat das System sehr aufmerksam funktioniert und sich nur ein paar Aussetzer erlaubt. Das ist im Heimnetzwerk verschmerzbar, wenn auch unschön. Sollte das Mother-System aber eingesetzt werden, um beispielsweise die Bewegungsradien von dementen Verwandten zu überwachen, muss der Hersteller unbedingt nachbessern.

Das Einsatzszenario des Systems „Mother“ ist riesig und die aktuellen Möglichkeiten dürften gerade der Anfang des Motherversums sein. Dank einer offenen Programmierschnittstelle ist davon auszugehen, dass sich die Zahl der Apps und dadurch der Einsatzmöglichkeiten in Zukunft drastisch erhöhen wird.

Andere Artikel mit Themen: Sicherheit, Smart Home, Überwachung

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei Media Markt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück