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Funk-Update

Bluetooth 5 bringt schnellere Datenübertragung

Der weltbekannte Funkstandard Bluetooth soll in seiner neuen Version 5 noch mehr Gerätetypen miteinander verbinden können.

Junge mit Smartphone und Bluetooth-Lautsprecher

© highwaystarz / Fotolia.com

Bluetooth ist trotz oder gerade wegen seines ungewöhnlichen Namens einer der bekanntesten Funkstandards – und gewissermaßen der Großvater des „Internet of Things“: Seit der ersten Version, die die Bluetooth SIG (Special Interest Group) in den 1990er-Jahren entwickelt hat, sorgt der Bluetooth-Standard für eine übergreifende Funk-Datenübertragung zwischen unterschiedlichsten Gerätetypen.

Bluetooth Logo

Vom drahtlosen Drucker bis zum Leistungssensor für Sportler

Zu Beginn waren es eher Handys und Drucker oder Computer, Tastaturen und Mäuse, die Daten per Bluetooth austauschten. Später etablierte sich die Audio-Kommunikation, etwa für Freisprech-Headsets oder mobile Lausprecher, zur Bluetooth-Standardanwendung. Heute vernetzt der Funkstandard mit seiner stromsparenden „Ultra Low Energy“-Variante (Bluetooth ULE, Bluetooth Smart) ultramobile Geräte, die sogenannten „Wearables“, mit Smartphones oder Tablets: von der Smart Watch über Fitness-Armbänder bis hin zu Leistungs-, Speed- und Herzfrequenzsensoren für Sportler.

Jogger mit smartem Fitness-Equipment

Auch einige Smart-Home-Systeme nutzen Bluetooth Smart, um Sensoren und schaltbare Geräte von einer Zentrale aus zu steuern. Allen voran setzt das Apple-System Homekit auf Bluetooth. Geräte wie Apple TV, iPad oder iPhone nutzen das Funkprotokoll von Haus aus für alle möglichen Vernetzungsfunktionen und mutieren so automatisch zu Homekit-Servern. Passende Bluetooth-Steuerungskomponenten dazu liefert etwa Elgato mit seinem Smart-Home-System Eve oder den steuerbaren Avea LED-Leuchten. 

Apple Homekit-Set

Höhere Reichweite notwendig

Allerdings offenbarte der Bluetooth-Standard in seiner aktuellen Version 4.2 einige Schwachpunkte gegenüber anderen Smart-Home-Funkstandards, denen die Bluetooth-Special Interest Group (SIG) mit der neuen Version 5 beikommen möchte. Bislang war Bluetooth vor allem für die Datenübertragung zwischen dicht benachbarten Geräten vorgesehen. Die Übertragungsreichweite kann zwar laut Standard bis zu 100 Meter betragen, doch in der Praxis schaffen die meisten Geräte nur wenige Meter. Bereits eine Wand zwischen zwei Komponenten schirmt in vielen Fällen das Funksignal ab. Bluetooth 5 verspricht eine vier Mal höhere Reichweite und damit genug Übertragungsreserven fürs gesamte Haus. Daneben soll es auch eine höhere Übertragungsgeschwindigkeit bieten, sodass sich verbundene Geräte künftig über Bluetooth 5 flott mit neuer Software updaten lassen.

Dazu kommt ein Feature für eine unkompliziertere Kommunikation im „Internet of Things“: Bluetooth-Sender können künftig in einem automatischen Sende-Modus Daten an alle möglichen Geräte in ihrer Reichweite weitergeben. Dieser Broadcast-Modus soll sogenannte Beacons ermöglichen – also Funk-Leuchttürme. Diese sind an einem festen Ort installiert und senden von dort aus bestimmte Daten an alle Bluetooth-Geräte in ihrer Funkreichweite. Anders als bei herkömmlichen Bluetooth-Verbindungen ist dafür keine Kopplung zwischen Beacon und Empfänger notwendig. Die Bluetooth-Gruppe nennt die Technik „verbindungsloses Internet of Things“ und verspricht, dass es dank der Broadcast-Technologie künftig nicht mehr notwendig sein soll, für alle möglichen Anwendungen jeweils unterschiedliche Apps zu installieren und immer wieder neue Geräte mit dem Smartphone oder Tablet-PC koppeln zu müssen. Die Beacons sollen stattdessen alle benötigten Daten für eine Anwendung blitzschnell per Funk auf das Empfangsgerät übertragen. 

Als Anwendung für die Broadcast-Technologie nennen die Experten Navigationshilfen in geschlossenen Gebäuden, denkbar sind aber auch Temperaturmesser und andere Sensoren im Haus, die mehreren Partnergeräten im Smart Home gleichzeitig mitteilen können, wie warm es gerade ist, ob Fenster geöffnet oder Menschen in der Wohnung sind. Erste Geräte mit den Funktionen von Bluetooth 5 sollen Ende 2016 zu sehen sein, so die Schätzung der Bluetooth SIG (Stand Juli 2016).

Avea-Leuchten von Elgato

Bluetooth mit Verlängerungseffekt kommt.

Bluetooth hat indes einen weiteren Nachteil gegenüber anderen Smart-Home-Funkstandards. Es baut nämlich klassischerweise stets eine Datenverbindung zwischen zwei Komponenten auf – etwa vom Smartphone zum Headset oder vom Apple TV zu einem Elgato Eve Raumluft-Sensor. Die jeweilige Kommunikationszentrale – also etwa das Smartphone – kann zwar gleichzeitig mit mehreren Bluetooth-Geräten kommunizieren, diese sind aber untereinander nicht verbunden. Spezielle Smart-Home-Funkstandards wie Z-Wave oder Zigbee dagegen bauen ein sogenanntes Maschen-Netzwerk (Mesh-Network) auf, in dem jeder Funk-Empfänger zugleich auch -Sender ist. Auf diese Weise vergrößert sich die Reichweite des Netzwerks automatisch mit jeder zusätzlich integrierten Komponente. Die Bluetooth-Macher arbeiten auch an dieser Front und haben angekündigt, dass es im Laufe des Jahres 2016 eine Bluetooth-Version für solche Mesh-Netzwerke geben soll. Damit zöge Bluetooth in Sachen Gerätesteuerung mit den etablierten Standards gleich und böte gegenüber Z-Wave, Zigbee & Co. einen spannenden Zusatznutzen: Neben Steuerungsdaten könnte Bluetooth dann auch Medieninhalte und vieles mehr übertragen. Z-Wave oder Zigbee können das nicht.

Seinen ungewöhnlichen Namen hat Bluetooth übrigens von einer realen historischen Figur: So wie der Funkstandard vernetzte Geräte aus allen Himmelsrichtungen verbinden soll, einte König Harald Blauzahn im zehnten Jahrhundert die normannischen Völker erstmals unter der dänischen Krone. Die Bluetooth-Funkkommunikation zwischen unterschiedlichen Geräten und Marken sowie der zugehörige Standardisierungsprozess dürften allerdings weitaus friedlicher ablaufen als die Geschehnisse rund um Harald Blauzahns historische Einheitsbemühungen.

Fazit

Bluetooth ist und bleibt ein wichtiger Funkstandard für die Audioübertragung, fürs Telefonieren oder auch die Datenübertragung zwischen Mobilgeräten. Im Smart Home spielt das System bislang nur eine untergeordnete Rolle. Mit Bluetooth 5 und mit der zusätzlichen Mesh-Technologie stellt die Bluetooth SIG wichtige Weichen, um den Standard fit für die Licht-, Heizungs- und übrige Gebäudesteuerung zu machen. Zeit wird's allemal.

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