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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Vernetzung auf der Straße

Carplay, Android Car und Co.: Smart Home im Auto

Auch Autohersteller interessieren sich zunehmend für die Vernetzung ihrer Fahrzeuge mit dem smarten Zuhause.

© Continental

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Wer viel Zeit auf der Straße verbringt, etwa Pendler oder berufliche Vielfahrer, legt heute Wert darauf, auch während der Fahrt mit seiner digitalen Welt vernetzt zu bleiben. Das geht natürlich mit dem Smartphone – doch dessen Bedienung ist hinterm Lenkrad alles andere als sicher. Um möglicherweise fatale Folgen solcher Aktivitäten zu verhindern, stecken die Autohersteller sowie auch die Entwickler von Google und Apple viel Arbeit in straßengerechte Bedienkonzepte. Noch sind entsprechende Lösungen auf wenige Hersteller beschränkt – aber schon bald dürfte die Smart-Home-Unterstützung hinterm Lenkrad große Verbreitung finden.

Ausgefeilte Bordsysteme unterstützen heute nicht nur Multimedia-Entertainment per Internet-Streaming, E-Mails, Kurznachrichten und Google-Abfragen, sondern auch Facebook oder Twitter. Da liegt die Idee nahe, über die Bordsysteme auch eine Anbindung ans Smart Home anzubieten. So sollen etwa Nachrichten wie die Information über den an der Tür klingelnden Postboten oder unerwartete Sensorauslösungen den Fahrer auch unterwegs erreichen. Zudem lassen sich vom Auto aus entweder manuell oder sogar automatisch Aktionen im Smart Home fernauslösen.

Qivicon-Unterstützung bei BMW

Konkret erhältlich ist eine solche Anbindung bereits bei BMW. Ist ein Fahrzeug dieses Herstellers mit dem „Connected Drive“-System ausgestattet (je nach Modell und sonstiger gewählter Sonderausstattung ab etwa 2200 Euro Aufpreis), verbindet sich dieses mit der Qivicon- beziehungsweise „Telekom Smart Home“-App auf dem Smartphone und stellt dann entsprechende Menüeinträge und Statusinformationen auf dem Borddisplay bereit. So können über den Dreh-Drück-Regler „iDrive“ etwa die in der App vorprogrammierten Situationen aktiviert oder Statusmeldungen von auslösenden Sensoren abgerufen werden. Auch der Zugriff auf Standbilder installierter Überwachungskameras ist möglich.

Eine besonders clevere Option ist die Funktion „Nach Hause kommen“. Ist sie eingeschaltet, aktiviert das System die Situation „Zu Hause“ automatisch, sobald der Fahrer in der BMW-Navigation das Ziel „Zu Hause“ auswählt.

Die für diese Funktionalität genutzte App-Anbindung ist allerdings derzeit allein auf das BMW-System beschränkt. Um seine Smart-Home-Plattform auch in Fahrzeugen anderer Hersteller erreich- und bedienbar zu machen, müsste Qivicon zusätzlich auch noch offene Standards wie Carplay und/oder Android Auto unterstützen – dazu gleich noch mehr.

© Andreas Frank / Smart-Home-Lösungen von Qivicon kooperieren mit Connected-Drive-Modellen von BMW.

Digitalstrom und Tesla

Eine ebenfalls bereits auf dem Markt erhältliche Integrationslösung bietet der Smart-Home-Hersteller Digitalstrom Fahrern des Tesla Model S an. Die kostenlose Anwendung ist über den ohnehin im Fahrzeug integrierten Webbrowser unter der Adresse tesla.digitalstrom.com erreichbar Dort authentifiziert sich der Fahrer mit seinen Digitalstrom-Login-Daten und kann dann auf eine autogerechte Bedienoberfläche für die heimische Digitalstrom-Installation zugreifen. Sie kann einzelne Funktionen wie etwa die Aktivierung der Außenbeleuchtung oder das Öffnen eines elektrischen Garagentors beinhalten. Auf Wunsch lassen sich aber auch übergeordnete Aktionen wie „Ich komme nach Hause“ einrichten, die dann mehrere gewünschte Schritte und Einstellungen automatisch initiieren.

Auch diese Umsetzung ist bisher exklusiv und funktioniert somit bis auf weiteres nur im Tesla Model S. Sofern Digitalstrom daran Interesse hat, sollte sich die weitgehend auf HTML basierende Bedienoberfläche in Zukunft aber auch für andere Fahrzeug-Plattformen beziehungsweise -Bedienoberflächen umsetzen lassen.

© Digitalstrom / Fahrer eines Tesla Model S können das Auto mit dem Digitalstrom-Smart-Home verbinden.

Auch Automobilzulieferer rüsten sich fürs Smart Home

Auf der IAA 2015 präsentierte der Automobil-Zulieferer Continental an seinem Messestand ein eigenes Konzept unter dem Titel „Clever Home to Intelligent Car“. Auch die dort präsentierten Demos zeigten Funktionen wie die Kommunikation mit einer Kamera-bestückten Türsprechstelle übers Borddisplay oder die Auslösung vorprogrammierter Smart-Home-Szenarien durch die GPS-Position beziehungsweise das Navigationssystem im Fahrzeug.

Die Besonderheit der Continental-Lösung ist, dass das System über eine eigene Backend-Plattform läuft, die künftig entweder ein oder mehrere Autohersteller selbst betreiben könnten – oder Continental in ihrem Auftrag. Da Continental seine Lösungen ausschließlich als Zulieferer anbietet, bleibt allerdings abzuwarten, ob und welche Autohersteller sich für diesen Ansatz entscheiden werden. Bislang sind noch keine Einsatztermine oder anderen konkreten Pläne bekannt.

Die Zukunft dürfte in (weitgehend) offenen Standards liegen

Eine günstigere und breiter aufgestellte Alternative dürfte wohl die Smart-Home-Integration über die Auto-Bediensysteme Carplay (Apple) beziehungsweise Android Auto (Google) werden. Beide Systeme sehen vor, dass App-Anbieter fahrzeuggerechte Bedienoberflächen und Funktionen über das Bord-Display und dessen Bedienelemente zur Verfügung stellen – also etwa über einen Touchscreen, einen Dreh-Drück-Regler, Lenkradtasten oder auch per Sprachbedienung. Mit diesem Werkzeugkasten kann künftig jeder Anbieter von Smart-Home-Apps beziehungsweise -Plattformen seine Dienste und Bedienkonzepte ins Auto bringen. Solche Lösungen würden dann ähnliche Bedien- und Funktionsumfänge zur Verfügung stellen wie sie heute die bereits vorgestellten Kooperationen zwischen BMW und Qivicon beziehungsweise Tesla und Digitalstrom bieten. Und da Carplay und Android Auto herstellerübergreifende Standards sind, würde eine solche Umsetzung dann auch die Fahrer der vernetzten Modelle von wesentlich mehr Automarken erreichen.

Wie Alternativen aussehen könnten, die ebenfalls auf offenen Standards basieren, zeigt der – bislang nur in den USA erhältliche – „Connected Car Adapter“ des Herstellers Automatic. Dabei handelt es sich um ein smartes Modul für den in fast allen Fahrzeugen verbauten OBD-II-Stecker. Seine Hauptanwendung liegt darin, Informationen aus den Bus- und Diagnosesytemen des Autos an eine zugehörige App zu liefern, die dann zum Beispiel Raddrehzahl, Lenkwinkel, Betriebsstunden, Geschwindigkeit, Spritverbrauch und ähnliches erfassen und anzeigen kann.

© Automatic / Mit dem "Connected Car Adapter" ist das Auto mit dem Smartphone verbunden.

Da der Hersteller sein System aber auch für die Smart-Home-Onlineplattform IFTTT (If This Then That) geöffnet hat, können Hobby-Programmierer hier mehr oder weniger sinnstiftende Verknüpfungen selbst realisieren – angefangen von der Aktivierung eines gewünschten Smart-Home-Szenarios, sobald sich die Fahrzeugposition dem Zuhause nähert, bis hin zu abgefahrenen Ideen à la „Senke die Raumtemperatur zu Hause, wenn die Durchschnittsgeschwindigkeit auf der Heimfahrt über 120 km/h lag“ – zur Abkühlung des Piloten, wenn dieser einen besonders heißen Reifen gefahren hat. Auf Wunsch lässt sich das System sogar mit externen Webanwendungen verbinden, sodass das Auto zum Beispiel selbst seinen Standort auf Twitter oder Facebook posten kann, wenn die Zündung abgestellt wurde oder ein bestimmter Abstellort erreicht wurde. Wie sinnstiftend solche Anwendungen tatsächlich sind, ist natürlich eine andere Frage.

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