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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Vernetzte Steuerung

Cube: Die etwas andere Fernbedienung für Licht, Musik & Co.

Der Würfel hat den Dreh raus: Er schüttelt die Bedienung der Smart-Home-Funktionen buchstäblich aus dem Handgelenk.

Benutzung des Cube

© 2015 by family of the arts

Gerade dann, wenn es um neue Techniken im Haus und deren Kontrolle geht, ist häufig die Rede von „User Experience“. Smart-Home-Systeme etwa lassen sich in der Regel über Apps auf dem Mobiltelefon oder Tablet konfigurieren und steuern. Doch wer will schon jedes Mal das Smartphone aus der Tasche ziehen, um das Licht im Raum zu dimmen oder die Lautstärke der Multiroom-Anlage zu verändern? Hier setzt „Cube“ an, eine würfelförmige Smart-Home-Fernbedienung, die alle wesentlichen Funktionen des Hauses über intuitive Gesten im Griff hat. Bisher handelt es sich dabei erst noch um eine Idee und eine Studie. Vier der sechs Flächen des Würfels entsprechen jeweils einer Funktion: Musikwiedergabe, Raumtemperatur, Beleuchtung und Rollos sind ab Werk vorgesehen.

Cube Heimsteuerung

Eine weitere Fläche ist für Nachrichtenfeeds und die Uhrzeit vorgesehen, die sechste Würfelseite ist nach der Idee der Cube-Entwickler für frei konfigurierbare Zusatzfunktionen reserviert. Um etwa das Licht heller zu stellen, legt man den Würfel mit der entsprechenden Seite nach oben auf den Tisch und dreht ihn wie einen Lautstärkeregler im Uhrzeigersinn. Ein schlichtes Symbol-Display an der Oberfläche gibt eine Rückmeldung über die Dimmer-Position in Form eines Pegel-Ausschlags. Um zum nächsten Musikstück zu wechseln, wird der Cube mit der dazugehörigen Seite nach oben gelegt, dann hochgehoben und in der Hand ruckartig zur Seite gekippt. Praktisch an der Würfelform ist dabei, dass man aus jeder Perspektive drei seiner Seiten gleichzeitig sieht und so die Lage aller Funktonen schnell auswendig lernt.

Das Projekt haben die drei Produktdesigner Dario Jandrijic, Emil Skurjeni und Tim Wieland aus Köln ins Leben gerufen, die sich unter dem Namen „Family of the Arts“ zusammengeschlossen haben. Dario Jandrijic erzählt im Gespräch: „Cube ist bisher eine Idee und eine Studie, die wir 2015 als freie Designer entwickelt haben.“ Das Video der Cube-Macher sei zu einem Großteil animiert und zeige schlicht und einfach das Konzept der Gestensteuerung mit Cube.

Cube auf Holzuntergrund

Die Technik hinter dem Würfel haben die Designer allerdings bereits durchdacht und kalkuliert. „Das Prinzip von Cube basiert zum einen auf verschiedenen Bewegungssensoren, die Drehungen, Hebe- und Kippbewegungen des Würfels auswerten und die entsprechenden Befehle per Funk an die Smart-Home-Zentrale schicken,“ erläutert Jandrijic. Daneben basiert das System auch auf einer Ortung des Würfels im Raum. Mithilfe im Raum verteilter Funk-Sensoren, etwa in Lichtschaltern oder Elektro-Verteilerdosen, soll das Heimsteuerungssystem stets wissen, an welcher Stelle im Raum der Würfel gerade liegt. Dank dieser Informationen steuert er dann immer die nächstgelegenen Anwendungen. So lässt sich etwa die Wohnzimmerbeleuchtung hoch und runter drehen, wenn Cube auf dem Couchtisch liegt. Das Licht in der Küche wird gesteuert, sobald man ihn neben der Spüle auf der Küchenarbeitsplatte platziert. Entsprechend wird auch immer die Musik in den Räumen gesteuert, in der sich Würfel und Benutzer gerade aufhalten. Für die Stromversorgung des Akku-betriebenen Steuerwürfels sollen Docking-Ladestationen in der Wand sorgen – etwa neben oder unter dem Lichtschalter. In einem Haus lassen sich so auch mehrere Cube-Steuerwürfel einsetzen, etwa ein Cube pro Bewohner oder ein Exemplar in jeder Etage. Dank der Ortungstechnik kann dann jeder Cube diejenigen Geräte in jedem Raum kontrollieren, in dem er gerade liegt.

Auch Hardware- und kostenseitig haben die Produktdesigner bereits eine ungefähre Vorstellung: „Der Würfel selbst ist aus Metall gefertigt und wiegt etwa 110 Gramm. Je nach Material und Fertigungsqualität dürfte er zwischen 200 und 400 Euro kosten“, sagt Dario Jandrijic. Cube ist nach der Planung seiner Entwickler allerdings keine abgekoppelte Fernbedienung für beliebige Smart-Home-Systeme, sondern vielmehr als fester Bestandteil der Steuerungstechnik im Haus konzipiert. Die Family-of-the-Arts-Gründer wollen ihr System deshalb auch nicht selbst bis zur Marktreife weiter entwickeln. „Wir haben das Konzept in seinem Design, technisch und wirtschaftlich entwickelt und bieten es derzeit großen Smart-Home-Herstellern an“, berichtet Dario Jandrijic. Bei den KNX-Anbietern Gira und Busch-Jäger habe man bereits vorgesprochen, weitere Gespräche seien derzeit im Gange. Die Hersteller könnten die intuitive Cube-Steuerung mit automatischer Raumortung als Ergänzung der verbreiteten Taster, Bewegungssensoren und Touchscreens in ihre Systeme integrieren. Bislang warten die Mitglieder der „Family of the Arts“ mit ihrer Idee allerdings noch auf den Durchbruch. Damit ihnen das Design kein großer Anbieter direkt vor der Nase wegschnappt, haben sie es als Gebrauchsmuster schützen lassen. 

Fazit

Die Steuerung über verschiedene Würfelseiten, Dreh-, Kipp- und Hebebewegungen klingt wirklich vielversprechend. Hinter dem Projekt stehen allerdings noch eine ganze Reihe Fragezeichen – nicht zuletzt die Herausforderung, Smart-Home-Hersteller zu finden, die sich auf diese Art der Fernsteuerung einlassen.

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