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Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Teil 5: Nachrüsten

Das Smart Home mit Erweiterungen cleverer machen

Mit praktischen Hilfsmitteln wird das Smart Home noch schlauer. Das steigert den Komfort und die Sicherheit.

Mann steuert Smart Home mit seinem Tablet

© AA+W / Fotolia.com

Wenn von „Smart Home“ die Rede ist, denken viele Menschen sofort an Heizungsthermostate oder Lampen, die sich per Smartphone steuern lassen und je nach Tageszeit bestimmte Aktionen durchführen. Doch diese enge Definition des Begriffs lässt all die Möglichkeiten außer Acht, die heute bereits möglich sind. Wer sein smartes Zuhause clever erweitert, gewinnt noch viel mehr Komfort als gedacht. 

Ist jemand zu Hause?

Die meisten Smart Homes reagieren heutzutage noch nicht auf die Anwesenheit der Bewohner. Natürlich kann man etwa die intelligente Heizung auf eine Uhrzeit einstellen, zu der jeder bereits das Haus verlassen hat. Das Thermostat regelt dann die Temperatur herunter. Doch ob alle Bewohner wirklich weg sind, weiß das System gar nicht – die Uhrzeit ist der einzige Anhaltspunkt, die entsprechende Regel wird stur befolgt: Um 8 Uhr fährt die Heizung runter. Basta!

Einer der ersten großen Anbieter von Smart-Home-Technik, der entsprechende Lokalisierungs-Funktionen eingebaut hat, war tado: Eine auf dem Smartphone installierte Mobile-App scannt per GPS-Ortung, wo sich der Nutzer gerade aufhält. Nähert er sich (mit dem Smartphone in der Tasche) dem Zuhause, meldet die App das dem Thermostat (etwa 250 Euro), und die Heizung wärmt die Wohnung auf. Andersherum wird es kühler, sobald sich das Smartphone samt Besitzer von den eigenen vier Wänden entfernt.

Dieses Feature nennt man Geofencing, und auch Philips Hue (etwa 80 Euro im Starter-Set) nutzt diese Technologie: Die intelligenten Glühbirnen erkennen, wann der Bewohner – oder besser gesagt: sein Smartphone – nach Hause kommt, und schalten sich ein. So ist der Flur hell beleuchtet, noch bevor man die Tür aufschließt. Gerade in den Wintermonaten, wenn es abends früh dunkel wird, kann das ein echtes Plus an Komfort und Sicherheit sein.

Lokalisierung mit Bluetooth und Kamera

Einen ähnlichen Effekt haben sogenannte Beacons (3er-Pack für etwa 90 Euro zzgl. Überseeversand), ursprünglich eine Erfindung von Apple, die sich aber auch mit Android-Smartphones nutzen lässt. Es handelt sich dabei um kleine, batteriebetriebene Funksender, die sich frei in der Wohnung platzieren lassen und per Bluetooth Kontakt zum Smartphone aufnehmen. Erkennt das Handy einen Beacon, weiß es, wo es ist – beispielsweise zu Hause. Oder noch genauer: in der Küche, im Bad oder im Schlafzimmer. Denn Beacons arbeiten auf wenige Meter sehr genau, sodass man mehrere davon im Haus verteilen kann.

Beacons von Estimote

Zwar ließe sich für diese Indoor-Lokalisierung theoretisch auch GPS nutzen, doch in Gebäuden ist das Signal sehr schwach und im Zweifel nicht genau genug. Mit den Beacons ist es jedoch möglich, beispielsweise das Licht im Bad automatisch einzuschalten, wenn jemand zur Tür hereinkommt. Voraussetzung ist immer, dass man sein Smartphone mit sich trägt und dabei die Bluetooth-Funktion eingeschaltet hat. Den Ideen sind fast keine Grenzen gesetzt: Ist etwa das Bügeleisen an eine smarte Steckdose angeschlossen, die die Stromzufuhr unterbricht, sobald man die Wohnung verlässt, erübrigt sich die Frage „Habe ich auch das Bügeleisen ausgemacht?“, wenn man schon etliche Kilometer vom Zuhause entfernt ist. 

Eine Kombination aus Sicherheit und anwesenheitsbedingten Aktionen könnten bald auch Videokameras bieten – aber auf eine ganz andere Art und Weise. Dank Gesichtserkennung können Überwachungskameras erkennen, ob die Bewohner daheim sind. Entsprechend lassen sich Lampen einschalten oder Alarmanlagen deaktivieren, wenn sie die Wohnung betreten.

Aktuelle Kameramodelle wie die Netatmo Welcome sind jedoch noch nicht so intelligent, dass man sie mit anderen Smart-Home-Komponenten verbinden kann. Sie folgen nämlich eigenen Protokollen und bieten einen noch eher beschränkten Funktionsumfang. Doch diese Webcam mit Gesichtserkennung und HD-Auflösung zeigt jetzt schon, wo die Reise hingeht und wie sich ein smartes Zuhause künftig erweitern lässt. 

Auf einen Blick: das Smart Home mit Anwesenheitskontrolle 

  • Apps mit Geofencing-Funktion orten die Position des Handys und geben sie an das intelligente Thermostat oder die smarte Glühbirne zu Hause weiter.
  • Beacons erkennen mittels Bluetooth, in welchem Raum sich Bewohner gerade aufhalten, und schalten etwa das Licht im Bad aus, wenn niemand mehr darin ist.
  • Dank Gesichtserkennung wissen Webcams, wer zur Tür hereinkommt – ein Bewohner oder doch ein ungebetener Gast? 

Dolmetscher fürs Smart Home

Mit Geräten wie dem smarten Rauchmelder „Eye“ von NodOn, dem Flüssigkeitsdetektor „Flood Sensor“ von Fibaro für die Waschküche oder der sprachgesteuerten Alarmanlage „Flare“ von BuddyGuard wird die Palette an verfügbaren Smart-Home-Erweiterungen immer breiter. Sie geht weit über die Fenstersensoren, Zwischenstecker und Heizungsthermostate hinaus, die die Hersteller mit ihren Starterpaketen unters Volk bringen. Ob dabei alle Komponenten miteinander kompatibel sind und sich vernetzen lassen, ist derzeit aufgrund des Protokoll-Wirrwarrs auf dem Markt nicht sicher. 

Wer sein Smart Home im großen Stil erweitern möchte, muss daher den Steuerungszentralen von der Stange vielleicht den Rücken kehren. Stattdessen bietet sich eine flexible, aber nicht ganz einfach konfigurierbare Software wie FHEM an. Dieses Serverprogramm installiert der Nutzer auf einem Mini-PC wie dem Raspberry Pi, auf einem Netzwerkspeicher (NAS) oder auf dem Router Fritz!Box von AVM. Der Desktop-PC oder das Notebook kommen nicht in Frage, denn wie eine Smart-Home-Basis muss auch das kostenlose FHEM rund um die Uhr laufen, um Befehle entgegenzunehmen und Aktionen ausführen zu lassen.

Raspberry Datenspeicher

Der große Vorteil von FHEM: Dank entsprechender Erweiterungsmodule unterstützt die Software verschiedene Standards wie Z-Wave, HomeMatic, KNX, EnOcean oder 1-Wire. Auch spezielle Geräte wie Philips Hue oder Lautsprecher von Sonos lassen sich darüber steuern. So wird ein FHEM-Server zur Zentrale für ein „mehrsprachiges“ Smart Home. Der Nutzer kann bei der Aufrüstung auf diese Weise aus einem viel größeren Fundus an Komponenten wählen.

Fazit

Wie man sein Smart Home erweitert, ist natürlich eine sehr individuelle Angelegenheit. Der eine ist mit den Komponenten eines Smart-Home-Starterpakets zufrieden und benötigt höchstens noch zwei weitere Thermostate. Der andere möchte seinem Zuhause so viel Technik verleihen, dass seine bloße Anwesenheit genügt, um bestimmte Aktionen ausführen zu lassen. Nicht alle Ideen lassen sich heute schon anstandslos umsetzen, aber die Smart-Home-Industrie ist auf dem Weg, immer mehr Wünsche zu erfüllen.

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