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Staubsauger-Roboter

Die neue Putzfrau ist flach, rund und surrt leise

Wer noch selbst saugt, ist ganz schön blöd, oder? Schlaue Maschinen erledigen auch diese ungebliebte Aufgabe schneller und besser. Oder doch nicht?

Ein smarter Putzroboter erledigt den Haushalt für Sie.

Andrey_Popov/Shutterstock

Selber Hand anlegen oder eine Putzkraft einstellen – vor dieser Wahl stand man bis vor einiger Zeit noch, wenn es um die Sauberkeit der eigenen vier Wände ging. Doch vor wenigen Jahren ist eine dritte Option hinzugekommen: der Roboter. Nicht als Androide mit Schürze und Mopp, sondern eher in Form eines Ufos sausen sie durch die Wohnung und entfernen, was nicht auf den Boden gehört. Einige Modelle sind schon ab etwa 30 Euro erhältlich.

Dabei sind die Aufgaben eines Putzroboters vielfältiger, und der Alltag für sie eine größere Herausforderung, als man zunächst glauben mag: Die kleinen Haushaltshelfer sollen völlig autonom ihren Weg durch die einzelnen Räume finden und dabei flache Türschwellen und Teppichkanten, aber auch Kabel überwinden, ohne sich darin zu verfangen oder daran hängen zu bleiben. Sie sollen dabei alle Stellen abfahren, bis Teppiche oder Hartböden möglichst frei von Krümeln, Flusen, Haaren und sonstigem Mikro-Unrat  sind.LG stellte auf der CES 2016 sein neues Staubsaugerroboter Modell HomBot Turbo+ vor. © LG

Roboter müssen hohe Erwartungen erfüllen

Selbständigkeit und Gründlichkeit – das sind also die wichtigsten Eigenschaften, die Nutzer von einem Putzroboter erwarten. Hersteller wie DirtDevil, iRobot, Vileda, Miele, Vorwerk, LG und Samsung  entwickeln stetig neue Modelle, die diese Eigenschaften immer besser beherrschen. So sind moderne Geräte in der entsprechenden Preisklasse mit Digitalkameras sowie Laser- oder Infrarotsensoren ausgestattet, die die Umgebung abtasten. Sie erkennen auf diese Art Hindernisse; Top-Modelle kartographieren den Raum sogar. Der Roboter merkt sich auf diese Weise, wo Sofa, Esstisch oder Lampen stehen, und weiß das beim nächsten Mal immer noch.

Die so genannte Amöbenmethode, die viele Putzroboter noch nutzen, könnte damit in der nächsten oder übernächsten Gerätegeneration komplett der Vergangenheit angehören. Es ist wünschenswert. Denn derzeit gehen viele Modelle nach eben dieser Methode vor: Sie fahren stur geradeaus und ändern erst die Richtung, wenn sie auf ein Hindernis stoßen. Weil das viel mit Zufall zu tun hat, kann es schon mal dauern, bis die ganze Fläche abgefahren ist. Und was Tests immer wieder zeigen: Es kann auch passieren, dass der Putzroboter seine Arbeit beendet, ohne das ganze Zimmer zu 100 Prozent gesaugt oder gewischt zu haben. Doch gerade die Navigation dürften die Hersteller künftig immer besser in den Griff bekommen. Die Roboter werden immer schlauer, haben ein Bild vom Zimmer im „Kopf“, wissen wo sie bereits waren und wo sie noch hin müssen.

Gehört der klassische Staubsauger damit der Geschichte an?

Größere Schwierigkeiten bereitet derzeit noch die Saugkraft. Die kleinen Motoren bringen nicht genügend Leistung, um den Teppich so gründlich zu reinigen, wie es etwa ein Bodenstaubsauger mit mehreren hundert oder tausend Watt tut. Bei Hartböden wie Fliesen oder Laminat stellt sich die Frage nach der Saugkraft  hingegen weniger. Mit der fortschreitenden Entwicklung dürften aber auch zunehmend kleine Motoren mit größerer Leistung zum Einsatz kommen.

Allerdings muss man den Kritikern, die den Robotern mangelnde Saugleistung vorwerfen, ganz klar entgegnen: Ein Staubsaugerroboter soll einen ausgewachsenen Bodenstaubsauger nicht ersetzen. Er kann es auch gar nicht. Denn aufgrund der Bauweise und Funktionalität sind sie derzeit nicht mit klassischen Staubsaugern zu vergleichen. Zur Zwischenreinigung – so kann man die Aufgabe eines Roboters wohl besser beschreiben. Wo Sie ohne Roboter mehrmals pro Woche staubsaugen, genügt es mit einem Roboter vielleicht, dies höchstens einmal pro Woche zu tun. Der Haushaltshelfer ist daher eher als Ergänzung anzusehen, darüber muss man sich im Klaren sein.

Besonders für Menschen mit wenig Zeit wird ein Saugroboter somit zur echten Hilfe. Man sollte sich darüber aber im Klaren sein, dass er nicht so gründlich arbeitet wie wenn man selbst zum Staubsauger greift. Dafür erledigt er seine Pflicht – je nach Funktionsumfang und Ausstattung – ganz ohne Zutun des Besitzers.

Und abends ist die Wohnung sauber?

So gibt es viele Modelle, die eine Ladestation mitbringen, die auch gleich als Garage für den Roboter dient. Von dort startet er seine Putz-Tour und dorthin kehrt er anschließend zurück. Wird der Ausflug über Teppich und Laminat etwas länger und der Akkustand immer niedriger, fährt der Roboter selbständig zum Zwischenladen in die Garage und setzt die Reinigung danach an der letzten Stelle fort. Gibt es noch eine Startzeitvorwahl, um den Roboter zum Beispiel täglich um 10 Uhr auf Patrouille zu schicken, müssen Sie sich um nichts mehr kümmern – zumindest fast.

Das ist etwa beim Roomba 871 von iRobot der Fall. Dieser gehört mit rund 600 Euro zu den Spitzenmodellen unter den Staubsaugerrobotern. Bis zu sieben Zeiten lassen sich in der Woche programmieren, so dass er etwa am Montagnachmittag und am Freitagmorgen saugt. Über eine Fernbedienung steuert der Anwender das Gerät sogar wie ein Spielzeugflitzer übers Parket – so gerät der Hausputz noch zur Unterhaltung. Über virtuelle Wände zieht man eine Art unsichtbare Grenze, die der Roomba nicht überfährt, um zum Beispiel nicht versehentlich auch noch die Küche zu reinigen, obwohl die schon picobello sauber ist. Nach getaner Arbeit fährt der Roboter selbständig zurück in seine Ladestation, um für die nächste Tour fit zu sein.

Diesen Komfort bietet der Dirt Devil M607 hingegen nicht an. Mit knapp 100 Euro gehört dieses Modell zur preislichen Unterklasse. Die fehlende Ladestation ist einer der größten Nachteile. Der Nutzer muss das Gerät per Kabel selbst an die Steckdose anschließen – hier unterscheidet sich der Roboter kaum von einem gewöhnlichen Handsauger. Auch eine Fernbedienung, Zeitvorwahl oder die Unterstützung virtueller Wände gibt es in dieser Preiskategorie nicht. Dennoch sind die Anwender recht zufrieden mit der Reinigungsleistung, vor allem das Preis-Leistungs-Verhältnis scheint zu stimmen. Zudem gibt ein Käufer im Internet den praktischen Tipp, das Sauggebiet des Dirt Devils mit einem Türstopper oder einem anderen Hindernis einzugrenzen.

Apropos: Ein Aspekt, den Besitzer im Internet immer wieder ansprechen, sind Hindernisse. Zugestellte Räume, Stromkabel oder Teppichfransen stellen den Roboter oft vor große Herausforderungen – für manche Modelle zu groß. Deswegen heißt es: Ordnung halten und aufräumen. Zwar sind etwas höhere Teppichkanten und einzelne Kabel auf dem Boden für die neue Gerätegeneration immer seltener ein Problem. Doch es wäre schon ärgerlich, abends nach Hause zu kommen und zu bemerken, dass der Putzroboter sich im Kabel der Stehleuchte verheddert und seine Arbeit nicht mal zur Hälfte erledigt hat. Aber selbst wer mit dem Bodenstaubsauger selber zu Werke geht, würde vorher ja zumindest eine gewisse Grundordnung herstellen und aufräumen – damit tut man auch dem Roboter einen großen Gefallen.

Einmal feucht durchgehen bitte

Neben autonomen Staubsaugern bauen Hersteller noch weitere Roboter für die Bodenreinigung. So sind im Handel Staubwischroboter mit antistatischen Bodentüchern und Wischroboter erhältlich, die als eine Art Wischmopp 2.0 agieren. Sie reinigen entsprechende Hartböden sogar feucht, wobei man das Parkett, PVC & Co. natürlich vorher staubsaugen sollte. Wischroboter sind also definitiv eine Ergänzung zum Staubsauger(-roboter) und keineswegs ein Ersatz.

Die Auswahl dieser Unterarten von Putzrobotern ist wesentlich kleiner als die der Saugroboter. Doch gehen die Meinungen der Nutzer im Netz noch stärker auseinander. Viele loben vor allem die Navigation, bemängeln jedoch die Putzleistung – ähnliches Bild wie beim staubsaugenden Kollegen also. Die Schlüsse, die daraus gezogen werden, sind jedoch höchst unterschiedlich: Wo die einen mit ihm für die tägliche Standardreinigung absolut zufrieden sind, vergeben andere das Prädikat „unbrauchbar“. Die Qualität der Wischroboter – und der Putzroboter im Allgemeinen – scheint Ansichtssache zu sein.

Zu den besseren Modellen scheint hier vor allem der Vileda ViRobi zu gehören. Mit einem antistatischen Tuch eignet er sich für die Trockenreinigung des Bodens. Wer also ein großes Wohnzimmer mit Parkett- oder Laminatboden sein Eigen nennt, kann den Wischroboter bis zu zwei Stunden auf Staubstreife schicken. Gegenüber den saugenden Kollegen bietet er den Vorteil, dass er besser in die Ecken kommt: Das Einweg-Vliestuch ist flexibel und passt sich der Form von Hindernissen und Kanten besser an – das Gehäuse selbst ist jedoch ebenfalls rund. Ladestation, Fernbedienung und andere Extras darf man bei einem Preis von rund 30 Euro natürlich nicht erwarten.

Die Schwächen kennen und akzeptieren

Dass sich über Putzroboter trefflich streiten lässt, ergab auch eine Umfrage der Stiftung Warentest. Die Meinungen der Teilnehmer schwankten zwischen „nützlicher Helfer“ und „teures Spielzeug“. Kern des Problems auf Seiten der Kritiker waren die hohen Erwartungen, die vor allem diejenigen an den Roboter stellten, die selbst noch keinen besaßen. Wer hingegen schon einen Putzroboter im Einsatz hatte, war damit durchaus zufrieden.

Fazit

Aktuell sind die Putzroboter einfach eine Ergänzung zu Staubsauger und Konsorten, dafür aber eine recht praktische. Im Bereich der Navigation befindet sich die Technologie auf einem sehr fortschrittlichen Stand. Diese ermöglicht es den kleinen Helfern sich anhand von Laser- oder Infrarotsensoren koordiniert durch die Zimmer zu bewegen. Was die Reinigungsleistung angeht, sind sie derzeit eher fürs tägliche als fürs gründliche Putzen geeignet. Wer das weiß und sich darauf einlässt, bekommt eine nützliche Putzhilfe, die viel Zeit sparen kann.

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