Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Wasser marsch!

Gartenbewässerung Gardena smart im Praxistest

Garten gießen über App? Geht alles! Doch wo liegt der Mehrwert? Das wollten wir im Praxistest wissen.

© Gardena

© Gardena

Viele Dinge unseres täglichen Lebens werden immer smarter und sind untereinander vernetzt. Nun hat es meinen Garten mit der Vernetzung getroffen. Testobjekt war das auf den sperrigen Namen hörende „Gardena smart Sensor Control Set 19102-20“. Hierbei handelt es sich um ein aus drei Komponenten bestehendes System für den kleinen oder großen Garten.

Der Blick in die Kiste

Drei Teile sind im Paket enthalten, namentlich Gardena smart Gateway, Gardena smart Water Control und Gardena smart Sensor. Das ist alles, was man für den Start braucht, lediglich der Garten braucht unter Umständen noch etwas Vorbereitung, doch dazu später mehr. Damit die einzelnen Komponenten angesprochen werden können, muss eine App installiert werden, diese ist für Android und iOS zu haben. Angeschlossen wird erst einmal das Gardena smart Gateway, dieses ist quasi die Zentrale, das Herzstück des smarten Gartens.

© Carsten Knobloch / Das Gateway sollte in WLAN-Reichweite stehen.

Über diese Zentrale, man darf sich sie sich wie den Hub einer Philips Hue-Beleuchtung vorstellen, laufen alle Befehle, sie kommuniziert mit Gardena smart Water Control und Gardena smart Sensor. Diese beiden batteriebetriebenen Geräte werden im Verlauf der Einrichtung mit der Zentrale verbunden.

Screenshot: Carsten Knobloch / Die Einrichtung der Geräte über die Zentrale klappt problemlos.

Das ist wirklich einfach und dürfte innerhalb weniger Minuten passiert sein. Initial wird die Zentrale mit dem bestehenden Netzwerk via Kabel verbunden, nach der Einrichtung kann man aber – WLAN vorausgesetzt – das Gateway irgendwo platzieren, es muss sich nur im Bereich eines drahtlosen Netzwerks befinden. Die beiden anderen Komponenten können übrigens außerhalb eines klassischen drahtlosen Netzwerkes betrieben werden. Das Gateway kommuniziert via SRD-Technologie (Short Range Devices, zu Deutsch Kurzstreckenfunk) mit der Bewässerungssteuerung und dem Sensor, die Reichweite liegt so bei bis zu 100 Metern.

Anschluss und Nutzung im Garten

Kommen wir nun zum Garten: Grundvoraussetzung ist mindestens ein Wasseranschluss. An diesen wird die Bewässerungssteuerung Gardena smart Water Control angebracht. Die Arbeitsweise ist schnell erklärt: Sage ich in der App, dass ich Wasser haben möchte, so öffnet sich das Ventil am Gardena smart Water Control.

© Carsten Knobloch / Das Steuerungsgerät smart Water Control wird am Wasseranschluss befestigt.

Das alleine wäre natürlich sehr langweilig und dekadent, weshalb Gardena einige wenige Funktionen mitgegeben hat. So kann man nicht nur manuell den Befehl „Wasser marsch!“ geben, auch das Einstellen von Zeiten ist möglich. Das heißt, ich kann genau sagen, dass ich am Montag, Mittwoch und Samstag um 09:00 Uhr das Wasserventil öffnen möchte– beispielsweise, um ein an diesem Anschluss hängendes Bewässerungssystem zu befüllen. Mehr geht zu diesem Zeitpunkt mit den im Set enthaltenen Geräten nicht. Wasser an, Wasser aus. Manuell oder auf Basis Zeit.

© Carsten Knobloch / Der Sensor liefert nützliche Daten, entsprechend handeln muss der Gartenfreund aber selbst.

Überraschend dabei der Gardena smart Sensor. Er gibt über die App diverse Informationen an den Nutzer weiter. So kann er bei Frost warnen, aber auch Temperatur, Lichtstärke und Bodenfeuchtigkeit messen. Eine Wenn-Aber-Schaltung ist nicht möglich, quasi im Sinne von: „Wenn Temperatur über Zeitraum X Stunden auf 30°, dann am Abend, wenn die Sonne nicht mehr scheint für 30 Minuten wässern“. Das wäre vielleicht ein Mehrwert gewesen, dieser ist aber momentan nicht gegeben.

Für wen lohnt es sich?

Der Gartenfreund erfährt, welche Daten der Sensor ermittelt und hat die Möglichkeit, manuell oder zeitgesteuert Wasser fließen lassen – das kann er nicht nur aus den eigenen vier Wänden heraus erledigen, sondern von überall auf der Welt. Dazu muss man bei Gardena ein Konto anlegen und sich anmelden. Über diesen externen Server soll der Kunde kommunizieren. Gardena muss also für viele Jahre hinaus gewährleisten, dass die Server einwandfrei funktionieren. Ich persönlich mache mir da auch keine Gedanken, weil ich mir sicher bin, dass Gardena seine Anstrengungen im Bereich des vernetzten Gartens weiter stark ausbauen wird.

Momentan ist es schwer, ein absolut gültiges Fazit abzugeben. Die Zielgruppe ist sehr spitz definiert. Leute mit nur wenig Fläche werden sicherlich nicht diesen Preis bezahlen, um ihren Garten zu bewässern. Diese Art der Bewässerung mag eher für Leute gedacht sein, die sehr viel in ihren Garten investieren und vielleicht schon ein Bewässerungssystem in Schlauchform im Garten haben. Denn mal ehrlich: Was nützt ein normaler Rasensprenger, der an einem Schlauch hängt, wenn sich am Hahn dieses smarte System befindet? Als Anwender kann ich dann wirklich nur das Wasser an- oder ausschalten – die Position des Sprengers muss ich, großer Garten vorausgesetzt, dann wieder selbst verändern. Wer aber vielleicht einen komplexen Gartenaufbau hat und sicherstellen möchte, dass zu bestimmten Zeiten gewässert wird, der kann sich die Lösung natürlich anschauen. Doch auch hier muss man als Nutzer sehen, dass es bedeutend günstigere Lösungen für die automatische Bewässerung im Garten gibt – auch wenn diese nicht so schön und einfach per App zu bedienen sind.

Fazit

Gardena sollte nun flott nachlegen und sich Gedanken machen, wie man das smarte System ausbaut. Nicht nur im Hinblick auf weitere Geräte oder Sensoren, sondern auch in Sachen Logik. Ich bin mir sicher, dass viele Hausbesitzer und Hobbygärtner gerne auf ein einfaches System zurückgreifen würden, welches in Abhängigkeit von erhobenen Werten anderer Sensoren agiert. So in der Grundform kann es mir persönlich zu wenig, da fummle ich lieber mit einer reinen Bewässerungsuhr herum, die für ein Zehntel des Preises zu bekommen ist – den im Gardena-System enthaltenen Sensor mal außer Acht gelassen, für dessen angezeigte Werte ich aber in den vergangenen Jahren mit meinem nicht gerade kleinen Garten auch keine Verwendung hatte. Letzten Endes ist es so, dass mein Garten in naher Zukunft nicht smart wird.

 

Und mal ganz ehrlich: Wenn man die Zeit hat, dann kann die Gartenarbeit „ohne smart“ auch wirklich entspannen.

Andere Artikel mit Themen: Garten, Pflanzen, Vernetzung

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei MediaMarkt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück