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Title: Haushalt
Praxistest

Getestet: Wie gut verbindet Homee Funkstandards?

Das schicke Würfelsystem Homee will das Smart Home gezielt zusammenführen. Gelingt das in der Praxis tatsächlich?

© Homee

© Homee

Über das modulare Smart Home-System Homee haben wir schon ausführlich berichtet. Zur Erinnerung: Homee ist eine Funkzentrale, die sich einer zentralen Herausforderung im smarten Zuhause angenommen hat: der Vielfalt der Funkprotokolle, welche die zahlreichen Produkte nutzen. Dazu setzt der Hersteller auf ein erweiterbares System von Funkwürfeln. Das Herz der Installation ist der weiße BasisCube. Er integriert und steuert all diejenigen Fremdgeräte, die sich über WLAN im Netzwerk anmelden. Drei weitere Würfel fügen dem System optional die Funkstandards Zigbee, Z-Wave und EnOcean hinzu. Der Clou dieses Systems ist: Geräte, die normalerweise nicht miteinander kommunizieren würden (weil sie komplett unterschiedliche Standards unterstützen und von unterschiedlichen Herstellern stammen), lassen sich fortan über die Homee-App verwalten und untereinander verknüpfen.

© Screenshot Karsten Kunert / Die Homee Einzelwürfel lassen sich beliebig kombinieren.

Mittlerweile hatten wir die Gelegenheit, uns das Homee-System auch außerhalb der Theorie in einem Praxistest genauer anzuschauen. Hält das Gerät seine Versprechen auch im harten Alltag? Ist Homee tatsächlich die lange erwartete Schnittstelle zwischen den variierenden Funkprotokollen?

Homee – Die Installation der smarten Würfel

Vor der Integration in das Heimnetzwerk steht natürlich erst einmal die Inbetriebnahme der schlauen Würfel, die übrigens mit einer Kantenlänge von jeweils 5 cm überall maximal unauffällig aufgestellt werden können. Im Lieferumfang ist ein eigenes USB-Netzteil beigelegt, das wir im Test jedoch gar nicht benötigt haben. Praktisch: Die Homee-Würfel arbeiten so energieeffizient, dass wir bis zu drei Einheiten über einen herkömmlichen USB-Hub und ein USB-Kabel betreiben konnten. Auf diese Weise brauchten wir nicht einmal eine zusätzliche Steckdose.

Sobald Homee mit Strom versorgt war, starteten wir die Homee-App, legten ein Benutzerkonto an und verbanden das Smartphone über WLAN mit dem Basiswürfel. Im nächsten Schritt musste ein ID-Code eingescannt werden, der sich an der Unterseite des Basiswürfels befindet und die WLAN-Verbindung in das Heimnetzwerk eingerichtet werden. Fertig. Selten war die Inbetriebnahme eines Smart Home-Gerätes einfacher.

© Screenshot Karsten Kunert / Homee macht die Installation zum Kinderspiel.

Besonders gelungen ist die Erweiterung des Homee-Systems um zusätzliche Würfel, beziehungsweise zusätzliche Funktechnologien. Dazu ist tatsächlich nichts weiter notwendig, als einen neuen Würfel an die Magnetverbindung anzustecken, die jeder Homee an der Oberseite hat. Der Neuzugang wird umgehend erkannt und kann ohne jeden weiteren Schritt in der App genutzt werden.  

Die App, Geräteeinbindung und Funkstandards

Ab hier kann man die Homee-Hardware außer Betracht lassen. Einmal eingerichtet, funktioniert alles weitere über die App. Und die präsentiert sich ausgesprochen übersichtlich und aufgeräumt. Insgesamt stehen vier Grundrubriken zur Auswahl: „Mein Zuhause, Geräte, Homeegramme und Gruppen“.

„Mein Zuhause“ ist dabei eine Art Dashboard, in dem die verknüpften Geräte, Schemata und Gruppen individuell angezeigt und ausgewertet werden.

© Screenshots Karsten Kunert / "Mein Zuhause bei Homee einrichten".

„Geräte“ war für unseren Test die erst einmal wichtigste Rubrik. Hier werden die verknüpften Devices eingerichtet und administriert. Zum Hinzufügen haben wir auf das „+“-Zeichen rechts oben getippt und kamen auf einen Bildschirm, der eine Auswahl der vier oben genannten Funkstandards angeboten hat.

Das erste Gerät, das wir einbinden wollten, war eine Netatmo Wetterstation und das „Einlernen“ gestaltete sich ähnlich leicht, wie die Inbetriebnahme des Homee Basiswürfels. Ein Tipp auf „WLAN“, ein Tipp auf Netatmo und die Komponenten wurden auf Anhieb von Homee erkannt. Wenige Augenblicke später standen die Geräte in der App zur Administration bereit. 

© Screenshot Karsten Kunert / Homee kennt nur einige Anbieter von WLAN-Endgeräten.

So toll das funktioniert hat, offenbarte sich an dieser Stelle jedoch auch eine (vorläufige) Schwäche des Homee-Ökosystems. Die Einbindung ist nämlich erst einmal nur mit Produkten möglich, die von Homee vorzertifiziert sind. Im Falle von WLAN-Anbindungen beschränkt sich dieses Angebot Anfang März 2018 auf fünf Hersteller (siehe Schreenshot). Das Homee-Team ist ganz offensichtlich sehr bemüht, diese Liste kontinuierlich zu erweitern und lieferte auch in den zwei Wochen unseres Testes mehrere Updates. Wer sich mit einem konkreten Kaufgedanken trägt, sollte deshalb unbedingt einen Blick auf die Webseite werfen und prüfen, ob seine Smart Home Installation bereits unterstützt wird. 

Um der Wahrheit Genüge zu tun, muss allerdings auch erwähnt werden, dass die Kompatibilitätsliste bei den Standards Zigbee und Z-Wave um ein Vielfaches größer ist als bei WLAN. Für diese Funkstandards besteht überdies die Möglichkeit, nicht dediziert angeführte Geräte manuell einzulernen und in das Homee-System einzugliedern.  

Homeegramme

Hinter dem lustig klingenden Menüpunkt „Homeegramme“ verbirgt sich die Möglichkeit, individuelle „Wenn – Dann“-Verknüpfungen einzurichten. „Wenn“ ein Umstand oder Zustand eintritt, „dann“ soll eine Aktion erfolgen. Der „Wenn“-Auslöser kann dabei eine Uhrzeit, der Messwert eines angeschlossenen Gerätes, das Wetter oder ähnliches sein, das eine Aktion auslöst. Zusätzlich lässt sich eine weitere Bedingung an das Auslöseszenario knüpfen.

Im Test haben wir eingestellt, dass eine smarte Steckdose angeschaltet werden soll, sobald die Sonne untergeht. Und was soll ich sagen? Test bestanden. Pünktlich mit Verschwinden des Tageslichtes, sprang die Aktivitätsleuchte des SmartPlug an.

© Screenshot Karsten Kunert / Homeegramme sind im Nu eingerichtet.

Gruppen

Unter diesem Menüpunkt verbirgt sich genau das, was der Name verspricht. Die Möglichkeit, mehrere Geräte in einer Gruppe zusammenzufassen. Das ist zum Beispiel in Kombination mit Homeegrammen sehr praktisch, wenn nicht nur ein, sondern mehrere Geräte gleichzeitig aktiviert werden sollen. 

Homee und HomeKit

Mit seinem neuesten Update geht Codeatelier, der Hersteller von Homee, einen sehr interessanten Schritt und spricht damit Nutzer seiner iOS-App an. Die neueste Version der App bindet das ‚Homeeversum‘ auch in Apples Smart Home-Ökosystem HomeKit ein. Die Homee-Würfel fungieren dabei als Hub, der die Befehle übersetzt und die Steuerung innerhalb der HomeKit-App möglich macht.

Dies ist ein sehr innovativer und mutiger Schritt, da Apple die Einbindung von Drittanbieter-Funktionen in sein Ökosystem nur sehr zögerlich unterstützt. Umso ambitionierter ist dieser Schritt des Homee-Teams zu bewerten, der im Moment (Anfang März 2018) allerdings nur einer Gruppe von Beta-Testern, für die sich jeder interessierte Nutzer anmelden kann, zugänglich ist.  

Im Test hat die Einbindung gut funktioniert. Dank Homee lassen sich in unserem Haushalt nun zwei Technisat Smartplugs, sowie drei smart Nanoleaf-Leuchtkörper sowohl über die HomeKit-App, als auch über Siri steuern. 

Fazit

Homee macht wirklich Spaß. Sowohl die Installation, als auch die Erweiterung um weitere Funkbausteine ging einfach von der Hand. Dazu kommt, dass die smarten Würfel nicht nur schick anzusehen sind, sondern auch platzsparend individuell aufgestellt werden können.

Die App ist übersichtlich und leicht zu bedienen. Insbesondere zertifizierte Geräte werden in Sekundenschnelle in das Homee-Ökosystem eingebunden und die Verknüpfung von Geräten, die bis dato nicht miteinander kommunizieren konnten, funktioniert reibungslos. Somit ist Homee tatsächlich in der Lage Funkwelten zu verbinden.

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