Teilen
Smart Home

Alles über das smarte Wohnen

Spracherkennung

Google Home: Künstliche Intelligenz für zu Hause

Bald gibt es auch Googles Sprachassistenten in Deutschland. Das System reagiert schon erstaunlich intelligent auf Sprachbefehle fast jeder Art.

© Google

© Google

Seit November ist Google Home in den USA für 129 Dollar verfügbar, Deutschland soll irgendwann im Frühjahr folgen. Dann zieht der bisher vom Smartphone bekannte persönliche Assistent Google Now, der auf alle Fragen mehr oder weniger schlaue Antworten liefert, auch hierzulande in Form einer kleinen Lautsprecherbox in heimische Wohnzimmer, Küchen, Schlaf- und Kinderzimmer ein.

© Google / Der Lautsprecher von Google kommt in einem hochwertigen Design daher.

Die Box erinnert ein wenig an eine Kreuzung aus Blumenvase und zu groß geratenem Salzstreuer, lässt sich aber durch verschiedenfarbige Unterteil-Abdeckungen dezent in die Umgebung integrieren. Die Abdeckungen sind mit Stoff überzogen, und auch der Rest der Google-Box wirkt edel und gut verarbeitet.

© Google / Die Boxen gibt es mit verschiedenfarbig stoffbezogenen Unterteilen.

Sieht schön aus und hört gut zu

Im Gegensatz zu Amazons Lautsprecher Echo, der mit sieben Mikrofonen die Umgebung auf Sprachkommandos „belauscht“, verrichten in Google Home nur zwei Mikrofone ihren Dienst – sie tun dies aber ähnlich gut wie die des Konkurrenten.

Tatsächlich reagiert die Box sogar auf Befehle, die man ihr aus dem Nebenraum zuruft. Google setzt jedoch darauf, dass die Käufer irgendwann mindestens ein weiteres Gerät kaufen, das zusätzlich zum Assistenten im Wohnzimmer etwa in der Küche steht. Einmalig eingerichtet wird Google Home anwenderfreundlich über die dazugehörige App.

© Google / So sieht der Lautsprecher im geöffneten Zustand aus.

Die Sprachsteuerung funktioniert folgendermaßen: zuerst das Aktivierungswort sagen („Okay, Google“) und ohne Pause im Anschluss die gewünschte Frage stellen oder ein Kommando geben – die Aktivierung und Lautstärke-Steuerung ist auch über ein Touchfeld auf der Oberseite des Gerätes möglich. Farbige LEDs zeigen an, wenn Google Home den Befehl erkannt hat und ihn analysiert. Mittels Mute-Taste lässt sich das Mikrofon auf Wunsch deaktivieren.

Google Home weiß auf jede Frage eine Antwort

Der Vorteil der nahtlosen Integration in die Google-Dienste ist, dass keine Befehlspakete nachinstalliert werden müssen (wie bei Echo) und dass praktisch jede Frage gestellt werden kann – alles, was man auch im Internet suchen würde, wird „irgendwie“ beantwortet. Das kann mal mehr, mal weniger intelligent sein, doch meist liefert Google Home eine hilfreiche Information, weil der Konzern auf eine gigantische Datenbasis zurückgreifen kann, deren Auswertung den Vorlieben und Bedürfnissen der menschlichen Nutzer erstaunlich weit entgegenkommt.

Fragen beantworten, Einkaufslisten erstellen, das Licht dimmen: Der Werbespot für Google Home verdeutlicht die Bandbreite der Möglichkeiten im Alltag – bis hin zur Steuerung des Smart Home.

Fast immer weiß Google Home zu helfen, etwa bei der Frage nach dem Kinoprogramm in der Stadt, den Öffnungszeiten des Discounters um die Ecke, dem aktuellen Apotheken-Notdienst – dem Wissensdurst sind nur die Grenzen der Google-Dienste gesetzt. Was Google Home positiv von der Konkurrenz unterscheidet, ist die gelungene Kontext-Erkennung: Das System „merkt“ sich, welche Fragen vorher gestellt wurden, und passt die nächsten Antworten auf den Sinnzusammenhang an.

Die Kontext-Erkennung ist der heimliche Star

Wer etwa nach der Einwohnerzahl von Nordrhein-Westfalen und im Anschluss nach dem Termin der Landtagswahl fragt, kann sicher sein, dass Google Home die zweite Frage automatisch auf NRW bezieht und den 14. Mai als Ergebnis nennt. Folgt jetzt vielleicht noch eine dritte Frage, etwa zur Besonderheit dieses Datums, blendet der Assistent die Landtagswahl aus und erinnert daran, dass an diesem Tag auch Muttertag gefeiert wird. So stellt man sich künstliche Intelligenz als praktischen Alltagshelfer vor.

© Google / Übersicht über die Features und Befehle von Google Home – hier noch in Englisch.

Zur Höchstform läuft Google Home auf, wenn es in ein kompatibles Smart Home integriert ist. Dass Songs, Podcasts und Radiosender von Diensten wie Play Music, Spotify oder iTunes abgespielt oder auch Filme von Netflix via Chromecast gestreamt werden, ist keine Überraschung – ebensowenig, dass man etwa Funkschalter und Heizkörperthermostate von Nest, Philips Hue und Samsung SmartThings auf Zuruf steuern kann.

Neu dabei sind jetzt auch die Smart-Home-Produkte von Honeywell (smarte Thermostate) und Belkin Wemo (smarte Lampen). Per Sprachbefehl das Wohnzimmer wärmer machen oder die Stehlampe am anderen Ende des Zimmers ausschalten, ist schon eine ziemlich coole Sache. Oder man fragt einfach mal, ob das Licht im Büro noch eingeschaltet ist, falls man das Ausschalten vergessen hat.

 © Honeywell / Das smarte Thermostat Lyric T5 Wifi kann über Google Home per Sprache gesteuert werden.

Fast unendlich viele Möglichkeiten zur Automatisierung

Der Clou ist die Verknüpfung mit dem Automatisierungsdienst IFTTT (= „If this, then that“), mit dem man lange Befehlsfolgen zu einem Signalwort zusammenfassen kann. „Okay, Google: Partyzeit“ könnte etwa auslösen, dass Google Home automatisch das Licht auf die Hälfte runterfährt, die Heizung höherstellt und auch direkt die passende Spotify-Playlist abspielt. Tüftler können die Funktionsvielfalt sogar noch weiter ausbauen – über die App „Tasker“, mit der man Aktionen programmiert, und kombiniert mit dem Plugin „AutoVoice“. 

Fazit

Künstliche Intelligenz für daheim ist kein Hexenwerk mehr: Google Home legt die Messlatte in Sachen Sprachsteuerung noch ein Stück höher als die Konkurrenz. Was sich alles nur mit der Stimme bedienen oder erfragen lässt, dürfte jeden Nutzer begeistern, denn der digitale Helfer ist eine klare Bereicherung für den Alltag. Auch wenn das ständige Belauschen des Gesagten in Bezug auf Datenschutz kritisch gesehen werden muss: Wer eh schon gerne Google-Dienste nutzt, wird diesen Punkt tendenziell vernachlässigen und sich an den vielen praktischen Möglichkeiten erfreuen.

Andere Artikel mit Themen: Sprachsteuerung, Smart Home

War dieser Artikel interessant für Sie?

Spannende Produkte bei MediaMarkt kaufen

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Produkt wird geladen...

Smart wohnen

Ich habe die Erläuterungen zum Datenschutz und zu den Nutzungsbedingungen gelesen und akzeptiere diese.

Passwort vergessen

Tragen Sie eine Ihrer bestätigten E-Mail-Adressen ein. Wir schicken Ihnen dann einen Link, über den Sie ein neues Passwort einrichten können.

Zurück