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Homekit: Das kann Apples Smart Home System

Mit Homekit bietet Apple ein eigenes System zur Haussteuerung an. Aber lohnt es sich für Apple-Fans, für Smart-Home-Anwendungen auf die Kalifornier zu setzen? Was kann Homekit und wo liegen seine Grenzen?

Homekit ist noch eine vergleichsweise junge Smart-Home-Plattform. Apple kündigte das System Mitte 2014 mit dem iPhone/iPad-Betriebssystem iOS 8 an. Natürlich stecken die erforderlichen Funktionen auch im aktuellen iOS 9. Richtig ans Laufen kam Homekit jedoch erst ein Jahr später – im Spätsommer und Herbst 2015. Nun bieten verschiedene Hersteller Homekit-kompatible Smart-Home-Geräte – also Sensoren und Aktoren an.

Wichtig zum Verständnis ist, dass Homekit keine einzelne App ist, sondern eine übergreifende Plattform: Apple zertifiziert Geräte und verleiht ihnen, wenn alles korrekt funktioniert, das Logo „Works with Homekit“. Ein Großteil der Funktionen ist dann mehr oder weniger unsichtbar in die Software der Apple-Geräte eingebaut oder lässt sich über Apps einstellen, die von unterschiedlichen Zulieferern stammen und auf der Homekit-Plattform aufsetzen.

©Philips / Die neueste Generation von Philips Hue kann über Siri gesteuert werden.

Grundsätzlich funktioniert Homekit mit iPhones, iPads und dem iPod touch (ab der 5. Generation), sofern darauf mindestens die Systemsoftware iOS 8.1 installiert ist. Wer Homekit-Funktionen von unterwegs steuern will, braucht zu Hause zusätzlich ein AppleTV der 3. oder 4. Generation mit aktueller Systemsoftware. Die Datenübertragung zwischen den Homekit-Geräten und auch dem iOS-Gerät, sobald es sich zu Hause befindet, läuft über Bluetooth 4.0 LE (Low Energy), auch „Bluetooth Smart“ genannt. Das als Homekit-Zentrale dienende iOS-Gerät muss diese Bluetooth-Version unterstützen. Die Kommunikation von iOS-Geräten außerhalb des eigenen Zuhauses mit den heimischen Homekit-Komponenten erfolgt über Apples „iCloud“-Dienst.

Bedienkonzept setzt vor allem auf Siri

Die Grundidee von Homekit besteht darin, die Smart-Home-Komponenten über Apples Sprach-Assistentin Siri zu steuern. Beispiele für entsprechende Kommandos sind „Schalte das Licht ein“ oder „Stelle die Temperatur auf 20 Grad ein.“. Dabei soll die Steuerung besonders intuitiv erfolgen, indem Siri auch Befehle wie „Schalte alle Lichter im Obergeschoss ein“, „Dimme das Licht in der Küche“, „Schalte den Drucker im Büro ein“ oder „Schalte das Licht in Sabines Zimmer aus“ versteht. Außerdem können Siri-Befehle auch „Guten Morgen“, „Gute Nacht“, „Party“ oder „Filmabend“ lauten, um bestimmte dafür vorprogrammierte Szenarien abzurufen. 

Basis solcher Befehle sind Zonen, Zimmer oder Wohnbereiche, die sich bei der Einrichtung einer Homekit-Umgebung definieren lassen. Die Besonderheit dabei: Die Definitionen sind tatsächlich eine Datenbank, auf die mehrere Homekit-kompatible Apps zugreifen können. So kann die Begleit-App zu den Produkten eines Herstellers die für diese Homekit-Geräte wichtigen Aspekte in die gemeinsame Homekit-Datenbank eintragen. Auf die Datenbank greift dann wiederum Siri bei der Interpretation der vorgesprochenen Kommandos zu.

Zusätzlich zu den spontanen Steuerbefehlen per Siri lassen sich zusätzlich Szenarios oder in der Apple-Sprache „Bedingungen“ festlegen. So kann sich zum Beispiel die Heizung im Bad um 6.00 Uhr morgens einschalten – aber nur wenn ein Bewohner beziehungsweise sein iPhone zu Hause ist. Oder eine bestimmte Gruppe von Lichtern kann sich aktivieren, sobald das iPhone nach Hause kommt. Möglich sind auch Bedingungen, die etwa von einem Bewegungsmelder oder anderen Sensoren ausgelöst werden. Dabei sind vor allem Kombinationen interessant wie zum Beispiel eine Regel „Schalte das Licht in der Küche ein, wenn der dortige Bewegungsmelder auslöst – aber nur nach Sonnenuntergang“. 

Das Angebot an Homekit-Produkten wächst

Nachdem Homekit-kompatible Produkte anfangs noch recht dünn gesät waren, ist das Angebot seit Herbst 2015 deutlich gewachsen.

©Elgato / Mit der Eve-Serie ist Elgato einer der Vorreiter auf dem Apple Homekit-Markt.

Zu den ersten Anbietern zählt die deutsche Firma Elgato, die Ende 2015 in ihrer Serie „Eve“ vier Homekit-Komponenten im Sortiment hat und bereits weitere Geräte entwickelt. Der „Eve Room Sensor“ für 80 Euro miss Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität in einem Raum. Der „Eve Weather Sensor“ (50 Euro) ist für Outdoor-Betrieb ausgelegt und misst dort Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftdruck. „Eve Energy“ (50 Euro) ist eine Schaltsteckdose mit Verbrauchsmesser, und „Eve Door & Window“ (40 Euro) ein Tür/Fenster-Sensor.

Philips hat seine smarten Lichtprodukte der Hue-Serie Homekit-kompatibel gemacht. Erforderlich ist dafür die „Hue Bridge“, die bis zu 50 Hue-Lampen per WLAN mit dem Heimnetz und somit der Homekit-Plattform verbindet. Sie ist etwa als Teil unterschiedlicher Startpakete erhältlich, die es ab 80 Euro gibt – oder solo für 40 Euro.

Die Firma Netatmo arbeitet daran, ihren Thermostaten (180 Euro) kompatibel zu Homekit zu machen. Allerdings konnte der Hersteller auf Nachfrage noch keinen Termin nennen, wann diese Funktion zur Verfügung steht. Für Interessenten wichtig ist aber, die so genannte „Homekit Edition“ dieses Produkts zu kaufen, denn nur sie enthält den von Apple für Homekit-Geräte vorgeschriebenen Authentifizierungs-Chip. Zudem setzt der Netatmo-Thermostat voraus, dass die Heiz- beziehungsweise Klimaanlage einen kompatiblen Steuereingang besitzt.

Auch der auf Heizungs- und Klimaanlagen-Steuerungen spezialisierte Anbieter Tado arbeitet daran, seine Produkte an Homekit anzupassen. Sein „Smart Thermostat“ (249 Euro oder 9,99 Euro/Monat) soll mit einer speziellen Homekit-Bridge kompatibel zum Apple-System werden. Die Bridge will Tado ab Spätsommer 2016 anbieten. Die Klimaanlagensteuerung „Smart AC Control“ (179 Euro) bringt bereits die nötigen Hardware-Voraussetzungen mit und soll mit einen fürs 2. Quartal 2016 angekündigten Software-Update Homekit unterstützen. Die fürs 3. Quartal erwarteten smarten Heizkörperthermostate sollen Homekit ab Markteinführung unterstützen – zu diesem Zweck will der Anbiter dem Starter-Kit seine Homekit-Bridge von vornherein beilegen.

In den USA bieten außerdem weitere Hersteller wie Ecobee, Honeywell, Insteon oder Lutron Homekit-kompatible Hardware an. Diese Produkte sind jedoch in Deutschland nicht erhältlich und wegen der hierzulande üblichen Steckdosen und Anschluss-Standards auch nicht nutzbar. Es bleibt allerdings zu hoffen, dass diese und andere Hersteller das Angebot an Produkten mit Homekit-Unterstützung auch bei uns in naher Zukunft weiter ausbauen werden.

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