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Title: Haushalt
Künstliche Intelligenz

Huawei Kirin 970 – Das kann der neue Superprozessor

Intelligente Prozessoren: Huawei will mit dem Kirin 970 die Intelligenz der Cloud lokal auf Smartphones bringen.

© golubovy / Fotolia

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Auf der IFA 2017 hat der Elektronikriese Huawei sein neuestes HighEnd-Prozessorsystem für Smart Devices vorgestellt. Das Kirin 970 SoC (System on a Chip) wird diesen Herbst erstmals im neuen Mate 10-Handy Anwendung finden und verspricht massiv erhöhte Rechenleistung bei geringerem Energiebedarf.

Schneller durch künstliche Intelligenz (KI) 

Highlight des neuen Spitzenprozessors ist eine zusätzliche Recheneinheit, die speziell für KI-Anwendungen entwickelt worden ist. KI steht für künstliche Intelligenz. Huawei nennt diesen Teil seines Chipsystems auch entsprechend „Neural Processing Unit (NPU)“ und erklärt, wohin die Reise ihrer Ansicht nach hingehen wird. "Wir wollen smarte Geräte in intelligente Geräte verwandeln", so Richard Yu, CEO von Huaweis Verbrauchersparte "Der Kirin 970 ist der erste SoC in einer Serie von Innovationen, die leistungsstarke KI-Funktionen auf unsere Geräte bringen. Diese werden sich signifikant vom Wettbewerb abheben." Es ist also davon auszugehen, dass das Thema künstliche Intelligenz in der kommenden Zeit einen weiteren Aufschwung erleben wird. Huawei bringt sich im Smartphone-Umfeld in Position.

© Huawei / Kirin 970 - Superprozessor mit 'neuralem' Rechenkern.

Cloudintelligenz auf dem lokalen Gerät

Einen Ausblick in die Zukunft gibt ein anderes Zitat aus Yus Vortrag. „Cloud-KI und On-Device-KI können einander ergänzen“. Nach diesem Prinzip arbeitet auch die NPU auf dem neuen Kirin 970-Prozessor. Normalerweise sitzt die wirkliche Intelligenz in der Cloud - auf unzähligen Servern der diversen Dienstanbieter. Damit beispielsweise Sprachassistenten funktionieren, wird der Sprachschnipsel in die Cloud gesendet, dort entschlüsselt und daraufhin die Antwort oder Handlungsaufforderung zurück an das jeweilige Gerät geschickt. Das kostet Zeit, setzt zu jedem Zeitpunkt eine performante Internetverbindung voraus und nimmt (Rechen-)Ressourcen in Anspruch.

Huawei will sich von diesem Ende-zu-Ende Prozess verabschieden und die Intelligenz direkt auf das Smartphone holen. Mithilfe der NPU soll das Kirin 970 SoC überdies bis zu 20-mal schneller im Abarbeiten bestimmter Prozesse als herkömmliche CPUs sein. Dabei verbraucht der Prozessor laut Huawei circa 50% weniger Energie. Insbesondere beim Erkennen von Gegenständen stellt das SoC neue Bestwerte auf. Bis zu 2000 Bilder werden angeblich pro Minute erkannt. Herkömmliche Prozessoren schaffen im Vergleich dazu nur 100. Voraussetzung diese Benchmarks zu erzielen, ist allerdings, dass die NPU im Vorfeld unter Zuhilfenahme von Big Data und Machine-Learning trainiert worden ist. Die pure Rechenleistung wird also erst in Kombination mit entsprechenden Algorithmen und Daten in die Lage versetzt, die Maximalleistung zu erbringen.

Wofür all die Rechenleistung?

Nun stellt sich die Frage, wofür die Smartdevices all diese zusätzlichen Pferdestärken benötigen. Laut einer Studie von App Annie waren im Jahr 2016 die Messenger von Whatsapp und Facebook plattformübergreifend die meistgeladenen Apps, gefolgt von Facebook, Snapchat und Instagram. Keine dieser Anwendungen profitiert von zusätzlicher Rechenleistung. Allenfalls aufwändige Spiele verspüren permanenten Durst nach immer schnellerer Hardware. Wie aber bereits beschrieben, ist der Aufbau des Kirin 970 gar nicht darauf ausgerichtet, in klassischen Spielen unterstützend einzugreifen.

Neue Szenarien im Anmarsch

Die Antwort ist aber denkbar einfach. Huawei geht davon aus, dass sich das gesamte Nutzungsverhalten um die Smartphones ändern und weiterentwickeln wird. Neue Anwendungen werden sich durchsetzen und neue Einsatzbereiche werden entwickelt werden. Dazu gehört Echtzeit-Übersetzung genauso wie das automatisierte Erkennen von Gegenständen und allem, was wir derzeit unter dem Sammelbegriff „Augmented Reality“ (AR), also einer computergestützten Erweiterung der Realitätswahrnehmung, zusammenfassen.

Um diesen Herausforderungen entgegen zu treten, wird es nicht ausreichen, herkömmliche Prozessoren immer höher zu takten. Huawei will mit seinem ‚neuralen Prozessor’ auf dem Kirin 970 die Geräte nicht nur schneller, sondern gleichzeitig auch intelligenter machen und gibt das Versprechen ab, „Dienste zu ermöglichen, die personalisierter und sofort abrufbar sind“.

Offene Entwicklerplattform

Um die Entwicklung dieser Dienste schneller voran zu treiben, bietet das Unternehmen zeitgleich eine offene Plattform an. Mit deren Hilfe können Entwickler ihre Apps und Dienste ab sofort an die neue NPU-Technologie anpassen.

Mehr als nur NPU 

Das Huawei Kirin 970 SoC besteht aber beileibe nicht alleine aus dem neuen NPU-Rechenkern. Auf circa einem Quadratzentimeter findet sich Platz für 5,5 Milliarden Transistoren. Als Taktgeber arbeitet ein Achtkern-Chip, bestehend aus jeweils vier Cortex A73-Kernen mit 2,4 GHz und vier A53-Kernen mit 1,8 GHz. Für die Darstellung sorgt eine die neue Mali-G72 Grafikeinheit von ARM. Weiterhin wird ein dualer Bildprozessor (ISP) unterstützt, Videos sollen sich mit HDR10 aufnehmen lassen und 4K-Aufnahmen bei 30 Bildern pro Sekunde möglich sein. Zu guter Letzt hat Huawei ein Cat.18-LTE-Modem integriert, mit dem Downloads mit einer Geschwindigkeit von 1,2 Gigabits pro Sekunde erreicht werden sollen.

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