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IFTTT liefert Online-Rezepte für das Smart Home

Geräte und Services sind vernetzt und über das Internet erreichbar. IFTTT orchestriert das Zusammenspiel im Smart Home.

Visual mit verbundenen Apps

© IFTTT

Die Onlineplattform IFTTT – die Kurzform für die Formel „If This Then That“, also „Wenn dieses eintritt, dann tue jenes“ – will die Grenzen zwischen bestimmten Insellösungen beseitigen – kostenlos, übers Internet und ohne eigene Hardware. IFTTT koppelt immer mehr Smart-Home-Geräte, jede Menge Onlineportale wie Facebook, Twitter oder Google-Dienste sowie die Funktionen von Android-Smartphones, den Versand von Mails oder auch die Wiedergabe von Musik-Streamingdiensten.  Dabei lösen Vorkommnisse in einem der angeschlossenen Geräte oder Dienste Aktionen in einer anderen  Komponente aus. Man könnte sagen, IFTTT vernetzt die viel beschworenen Dinge im „Internet of Things“ mit dem klassischen Internet – und umgekehrt.

Können vernetzte Philips Hue LED-Leuchten automatisch angehen, sobald die Sonne hinterm Horizont verschwindet? Kann die Online-Wetterstation ihre Meldungen auch außerhalb einer speziellen App an den Mann bringen? Ja, sie kann, ebenso wie die Leuchten, wenn man es ihnen denn beibringt. Praktisch alle vernetzten Devices und Services, die irgendwo im Haushalt ihren Dienst verrichten, lassen sich über das Heimnetzwerk und via Internet steuern. In der Regel bewegen sie sich dabei aber innerhalb ihrer jeweiligen Welt: Die Wetterstation etwa versorgt in erster Linie ihre Apps auf den Smartphones und Tablets der Nutzer mit Informationen, während die Hue-Leuchten über die dazugehörige Zentrale geschaltet werden. 

So funktioniert IFTTT

Um IFTTT nutzen zu können, meldet man sich zunächst auf der Portalseite an. Dann müssen die unterstützten Geräte und Dienste im persönlichen Nutzer-Account angemeldet werden. Dies lässt sich auch nach und nach erledigen, wann immer eine Automatisierung eingerichtet wird. Die Verbindung zu den einzelnen Komponenten baut IFTTT auf, indem man die Nutzerdaten für deren Gerätesteuerung freigibt. Der Hersteller des jeweiligen Gerätes oder der Anbieter des Onlinedienstes muss dies einrichten und freigeben, weshalb eben nicht alle Smart Home Devices bei IFTTT dabei sind.

Derzeit lassen sich etwa Philips Hue Leuchten, die Netatmo-Wetterstation wie auch die Heizungsthermostate und die Überwachungskamera des Herstellers in IFTTT integrieren. Ebenso sind die smarten Heizungs- und Klimathermostate von Tado und die Smart-Home-Komponenten Wemo von Belkin sowie Smart-Plugs und Sensoren von D-Link mit dabei. Eine Reihe weiterer Produkte wie Samsung Smart Things oder Nest Thermostate können ebenfalls in IFTTT integriert werden. Sie sind in Europa aber bislang nicht zu haben.

Screenshot der in IFTTT verfügbaren Smart-Home-Komponeneten

Bei der Anmeldung erlaubt man IFTTT, auf die Daten des zu steuernden Gerätes oder des genutzten Dienstes zuzugreifen. Je nach Funktion werden dabei recht persönliche Daten bereitgestellt. Die Heizungssteuerung Tado etwa weiß, wie weit die Bewohner eines Haushaltes gerade ungefähr entfernt sind. IFTTT bürgt für die Datensicherheit und die Privatsphäre seiner Nutzer, dies allerdings mit einer US-amerikanischen Datenschutzerklärung.

Trigger und Aktionen machen ein Rezept

Für die eigentliche Steuerung werden zwei verschiedene Komponenten in einem Steuerungs-Rezept miteinander gekoppelt. Eine liefert den auslösenden Trigger (If This), die zweite führt die zugehörige Aktion aus (Then That). Diese beiden Bestandteile werden im IFTTT-Portal stets anschaulich nebeneinandergestellt. 

Trigger können Meldungen aller angeschlossenen Geräte, Dienste und Sensoren ebenso wie Statusmeldungen sein, die IFTTT im Internet sammelt. Dies kann eine Mail mit bestimmtem Inhalt, die Uhrzeit, der Moment des Sonnenuntergangs laut Online-Wetterdaten oder eine vom Netatmo-Raumsensor ermittelte Temperatur im Wohnzimmer sein. IFTTT hat auch einige exotische Online-Trigger auf Lager. Aktionen lassen sich etwa auslösen, wenn die internationale Raumstation ISS einen bestimmten Ort auf der Erde überfliegt, der US-Präsident einen Gesetzesentwurf in den Senat einbringt oder eine Nachrichtenseite Artikel in bestimmten Themenfeldern publiziert.

Rezepte Wetterstation

Auch für die ausgelösten Aktionen gibt es kaum Grenzen: Hue-Leuchten können in einer bestimmten Farbe angehen oder blinken, eine Mail wird an die Adresse des Nutzers verschickt oder eine Funk-Steckdose eingeschaltet. IFTTT kann auch per Trigger gesteuerte Aktionen im Internet auslösen und etwa automatische Statusmeldungen in Facebook und Twitter veröffentlichen oder Fotos und andere Dateien in Onlinespeicher hochladen.

Man muss dabei nicht jede Anwendung neu erfinden. Das IFTTT-Portal bietet unzählige vorgefertigte Rezepte an. Sie lassen sich wahlweise nach Themen wie „Rezepte fürs Haus“ oder nach beteiligten Geräten und Diensten durchsuchen. Philips Hue, Tado oder Netatmo etwa haben jeweils eigene Kanäle, in denen sie typische IFTTT-Rezepte mit ihren Komponenten auflisten. 

Verbindung Tado und Hue

Der Start ins virtuelle Smart Home

Als erste anschauliche Gehversuche in IFTTT bieten sich Automatisierungen rund um die Beleuchtung an. So lässt sich etwa, so vorhanden, die Philips Hue Beleuchtung in der Wohnung mit einem Rezept zum Sonnenuntergang automatisch einschalten. Ein zweites Rezept stellt sie dann etwa um Mitternacht wieder ab, und schon ist die Lichtsteuerung mit Jahreszeiten-Automatik fertig. Dann lässt sich etwa das Licht ausschalten oder dimmen, sobald man die Wohnung verlässt – hier setzen die GPS-Daten im Smartphone den Trigger. Schließlich kann das Licht auch selbst kommunizieren. Beispiel: Stellt die Netatmo-Wetterstation einen zu hohen CO2-Gehalt im Raum fest, dann schaltet eine Leuchte auf rotes Licht, um die Bewohner ans Lüften zu erinnern.

Rezept Tado und Hue

Die Grenze von IFTTT ist allerdings erreicht, sobald für eine Automatisierung keine einfache Wenn-Dann-Verknüpfung ausreicht. Soll etwa eine Grundbeleuchtung nur beim Verlassen des Hauses nach Einbruch der Dämmerung die Wohnung erhellen, dann ist IFTTT überfordert. Hierfür müssten zwei verschiedene Trigger zusammenarbeiten: der aktuelle Standort und der Zeitpunkt des Sonnenuntergangs. Das leistet IFTTT nicht – im Gegensatz zu vielen spezialisierten Steuerungs-Systemen.

Fazit

Wer mehrere vernetzte Geräte wie Philips Hue, Netatmo & Co. nutzt, sollte sich die Rezept-Sammlung von IFTTT auf jeden Fall einmal näher anschauen; das Ganze kostet nichts und erweitert die Funktionen dieser Gadgets erheblich. Dabei lassen sich mit wenig Aufwand tolle Effekte erzielen – auch ergänzend zu anderen Steuerungssystemen. Ein komplettes Smart-Home-System ersetzt IFTTT bis heute allerdings nicht. Dafür fehlen zu viele vernetzte Geräte in der Rezepte-Liste ebenso wie komplexere Automatisierungsregeln.

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