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Thermomix & Co.

Kann dieser Roboter einen Koch ersetzen?

Er kostet ein halbes Vermögen, soll Mahlzeiten selbstständig zubereiten und wird immer beliebter. Was steckt dahinter? Und was sind die Alternativen?

Der Thermomix ist das Prestigeobjekt von Vorwerk.

Produktfoto Vorwerk Thermomix

„Wenn du in einen Thermomix Beton, Glas und ein paar Quadratmeter hineinschmeißt, kommt ein vollausgebautes Dachgeschoß raus“, witzeln Thermomix-Fans. Auf der anderen Seite stehen die Verweigerer, die der vorbehaltlosen Bewunderung für den „Terrormix“, wie sie ihn nennen, nur ein Kopfschütteln entgegen bringen. Kaum ein Küchengerät polarisiert so wie das Prestige-Objekt aus dem Hause Vorwerk, mit dem der Haushaltsgerätehersteller ein Drittel seines gesamten Umsatzes erzielt (2014: 920 Millionen Euro), Tendenz weiter steigend.

Es ist wohl die Mischung aus Exklusivität und Verknappung, die den Reiz ausmacht. Zwischen der Vorgängerversion TM4 und der im Herbst 2014 auf den Markt gekommenen deutlich digitalisierten Version TM5 lagen immerhin zehn Jahre. Und hat der Kunde sich zu der Investition entschlossen, liegen nochmal zwei Monate Wartezeit vor ihm. Selbst auf die Vorführung durch eine der „Beraterinnen“ haben manch Interessenten Wochen warten müssen. Denn den Thermomix kann man nicht im Laden, sondern nur im Direktvertrieb erstehen. Böse Zungen behaupten, dass man die Zeit auch braucht, um den stolzen Kaufpreis von gut 1100 Euro zusammen zu sparen. Das ist mehr als ein Großteil hierzulande an monatlicher Rente bezieht.

Wie viel Funktion für so viel Geld?

Warum sollte ich so viel für eine Küchenmaschine ausgeben? Zunächst einmal kann sie deutlich mehr als herkömmliche Küchenhelfer. Ganze zwölf Funktionen vereint sie: Wiegen, Mixen, Vermischen, Zerkleinern, Mahlen, Kneten, Schlagen, Rühren, Emulgieren, Dampfgaren, Kochen und kontrolliertes Erhitzen. Zudem wartet der TM5 mit umfangreichem Zubehör auf: Messbecher, Deckel mit Gummiversiegelung, Siebeinsatz für Topf, Rühreinsatz, Dampfgarer (Varoma) - alles spülmaschinengeeignet. Folgekosten fallen nicht an. Wer einen Thermomix kauft, kann ihn in der Regel Jahre wenn nicht gar jahrzehntelang wartungsfrei einsetzen. Zum TM5 gibt es außerdem ein 400-seitiges Kochbuch, das es neben der Printversion auch per Chip gibt und das sich über den Touchscreen am Gerät bedienen lässt.

Die Zubereitung wird Schritt für Schritt erklärt, Mengenangaben, Quell- und Garzeiten sowie Temperaturen und Restzeit angezeigt. Per integrierter Waage braucht man nur noch die Zutaten in erforderlicher Menge hinzuzufügen. Eine App, über die man Rezepte tauschen kann, rundet das Gesamtpaket der neuen deutlich digitalisierten Version ab. Um die App, die bislang nur für iOS-Geräte zur Verfügung steht, nutzen zu können, muss man ein persönliches Thermomix-Profil anlegen, über das man dann auf seine persönliche digitale Rezeptbibliothek zugreifen kann. Zusätzlich kann man seine persönlichen Rezeptfavoriten markieren, im Wochenplaner und der Einkaufsliste des TM5 speichern und diese Inhalte mit dem iPad und iPhone synchronisieren, um beim nächsten Einkauf garantiert auch keine Zutat zu vergessen.

Benutzer schwärmen von der Vielfalt der Gerichte, die sich alle „idiotensicher“ im TM5 zubereiten lassen: Per Display bekommt man neben Kochzeit, Temperatur und einzustellende Stufe des Reglers auch sehr konkrete Ansagen, z.B. dass nun das Gemüse „in mundgerechten Stücken (2x2 cm)“ hinzuzufügen ist, wann man den nächsten Schritt ausführen soll, z.B. zerhäckselte Zwiebeln mit dem Spatel nach unten schieben oder welches Zubehörteil man im nächsten Schritt wo einzusetzen hat. Vor allem für Gerichte, die eine Zeit lang mit einer konstanten Temperatur zubereitet werden müssen, ist der eine echte Hilfe. Wer schon einmal versucht hat, Risotto auf einem Herd mit Temperaturschwankungen zuzubereiten, weiß das zu schätzen.

Die Eier legende Wollmilchsau ist aber auch der Thermomix nicht. Er kann nicht backen und braten. Und auch schälen und schnippeln muss man Großteils immer noch selber. Die Rezepte sind zwar abwechslungsreich und einfach zuzubereiten, aber nicht skalierbar. Möchte man etwas verändern, muss man selbst entscheiden, wie (Zutatenmenge, Stufe des Reglers etc.). Ist also trotz aller Vorteile die Investition von über 1000 Euro für einen intelligenten Mixer mit eingebauter Herdplatte nötig?

Die Alternativen

Alternativen aller Preisstufen gibt es zuhauf. Die preisgünstigsten Varianten haben jüngst die beiden großen Discounter Aldi Süd und Lidl auf den Markt gebracht, womit die Verbreitung der Multifunktions-Küchenmaschinen rapide steigen dürfte, auch wenn beide Geräte bereits kurz nach Verkaufsstart schon ausverkauft waren. Das Aldi-Gerät der Marke „Studio“ und Lidls „Monsieur Cuisine“ von „Silvercrest“ ähneln dem teuren Vorbild in den meisten Funktionen: Kochen, Dampfgaren, Dünsten, Pürieren, Mixen, Zerkleinern und Rühren. Wiegen kann lediglich das Aldi-Gerät und auch nur über ein Extra-Gefäß. Auch die Bedienung via Touchscreen fehlt beim direkten Vergleich mit dem TM5. Die Verarbeitung beider Discounter-Geräte erscheint hochwertig – zumindest geben Aldi und Lidl jeweils drei Jahre Garantie – immerhin. Vorwerk gibt nur die gesetzlich vorgeschriebenen zwei Jahre.

Wo wir schon beim äußeren Gesamteindruck sind - hier punktet der „Clatronic KM 3476“ mit viel Edelstahl. Doch trotz des soliden Aussehens der Maschine ist so gut wie alles aus Plastik und dünnem Blech, monieren Nutzer. Die Folge: Beim Teigkneten verwindet und verdreht sich nicht nur der Teig. Für gut 210 Euro erwartet man da schon etwas mehr Solidität. Knapp 300 Euro kostet der „Gourmet Maxx 06334“ von „Calli kocht“. Was sofort auffällt: Ohne „Guided cooking“ wird das Bedienmenü für Ungeübte zur Herausforderung. Auch hier fehlt die Waage.

Mit knapp 700 Euro bewegt sich der „Plawa Supercook SC 110“ schon im höheren Preissegment. Das Bedienelement mit Display („Yumi“) ist abnehmbar – quasi wie ein Handy mit Drehregler. Der Vorteil gegenüber dem TM5: Rezeptvariationen können gespeichert werden. Aber auch ihm fehlt die Waage. Noch teurer ist der „Jupiter MyCook“ mit rund 950 Euro. Seine Besonderheit: Er kocht mit Induktion, ein „gleichmäßiges, energiesparendes und schnelles Kochen von 40 bis 120 Grad“, wie der Hersteller verspricht. Allerdings auch ein zeitaufwändiges, bemängeln Nutzer: Der Zeitaufwand mit der Maschine sei hoch, da es bereits 15 Minuten dauere, bis Wasser kocht.

Den meisten Maschinen fehlt ein Rückwärtslauf, d.h. das integrierte Messer dreht sich, anders als beim TM5, nur in eine Richtung. Das hat den unerwünschten Nebeneffekt, dass die Zutaten beim Rühren weiter zerkleinert werden. Wer sein Risotto oder seine Spaghetti also nicht gerade in Babybrei-Konsistenz wünscht, sollte beim Kauf darauf achten.

Fazit

Egal, ob sie die teureren oder günstigeren Geräte erstanden haben: Benutzer berichten übereinstimmend, dass sie seit dem auf weniger Fertigprodukte zurückgreifen. Mit den Küchenmaschinen lassen sich Suppen, Soßen, Süßspeisen etc. so einfach und komfortabel zubereiten, dass Fertigmischungen keinen Komfortvorteil mehr bieten. Geschmacklich sowieso nicht. Der Wunsch nach bewusster und verantwortungsvoller Ernährung lässt sich auf diese Weise auch mit wenig Zeit fürs Kochen umsetzen. Und dafür ist nicht zwangsläufig eine vierstellige Investition nötig. Der Einstieg über eine günstigere Variante kann je nach Anspruch an das Ergebnis vollauf genügen und als Testlauf dienen, ob diese Art des Kochens für einen überhaupt geeignet ist.

 

Im Rahmen der Digitalisierung und Vernetzung, kombiniert mit neuartigen Küchengeräten, können mehr und mehr Abläufe in der Küche automatisiert werden. Bei dem Vorwerk Thermomix TM5 handelt es sich zum Beispiel um ein echtes Multitalent in der Küche mit hohem Automatisierungsgrad und „Geling-Garantie“. Der Thermomix ist das beste Beispiel dafür, dass einmal digitalisierte Geräte vielseitiger gesteuert werden und dann auch mit anderen smarten „Talenten“ zusammenarbeiten können.

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