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Title: Haushalt
Künstliche Intelligenz

KI: Noch muss der Mensch mitdenken

Künstliche Intelligenz ist eines der Schlagworte unserer Zeit. Die Industrie setzt große Hoffnungen in einen Markt, der noch in den Kinderschuhen steckt.

© iStock.com/cnythzl

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Wenn man die Wirtschaftsseiten der Zeitungen durchforstet, kommt man wohl unweigerlich zum Schluss, dass Künstliche Intelligenz (KI) eine der absoluten Boom-Branchen der Zukunft werden wird.

Es gibt kaum einen Lebensbereich, der künftig nicht dank KI revolutioniert werden soll. Der Autoverkehr soll fahrerlos abgewickelt werden. Die industrielle Produktion soll immer stärker vom Menschen unabhängig funktionieren. Hausgeräte sollen immer öfter mitdenken oder gleich vorhersehen, was der Nutzer erledigt haben möchte. Und immer öfter sollen KI-Assistenten wie Alexa oder Siri mit uns kommunizieren und uns dabei immer besser kennenlernen.

Für manche Menschen klingt das nach einer Dystopie, einer echten Schreckensvorstellung der Zukunft. Schließlich gab es ja bereits in Stanley Kubricks Film „2001: Odyssee im Weltraum“ von 1968 mit dem Supercomputer HAL9000 eine (fiktive) künstliche Intelligenz – die nach und nach die Kontrolle über das Raumschiff übernahm und am Ende sogar mordete.

EU will KI regulieren

Klar, das war ein Science-Fiction-Film, dennoch denkt beispielsweise die Europäische Union bereits über rechtliche Rahmen für KI nach. Wie im März verlautet, soll eine europäische Initiative für Künstliche Intelligenz nicht nur die wirtschaftlichen Potenziale der KI fördern, sondern sich auch ausgiebig Gedanken über bedeutende Fragen wie Datensicherheit, Haftung oder den Einfluss künstlicher Intelligenz auf die öffentliche Meinungsbildung machen. Schließlich sollte dringend verhindert werden, dass die Supercomputer der Zukunft sich à la HAL9000 ihre bevorzugten Machthaber wählen. In diesem politischen Prozess soll auch eine Art EU-Charta für KI-Ethik entstehen.

© Huawei / Das neue Mate 10 Pro legt in Sachen KI ordentlich vor.

Auf Antworten auf diese tiefgreifenden Fragen wird man sicherlich einige Jahre warten müssen. Dagegen wird KI in unserem Alltag bestimmt viel schneller deutlich präsenter werden, auch und nicht zuletzt im Smart Home.

Huawei-Smartphones werden schlauer

Ein gutes Beispiel dafür ist das neue Smartphone Mate 10 Pro von Huawei. Dessen High-Tech-Kamera machte beim diesjährigen Mobile World Congress aus einem Porsche Panamera und einem Mate 10 Pro eine KI, indem die intelligente Smartphone-Kamera den Straßenbereich vor dem Fahrzeug zu erfassen und unter vielen Tausend verschiedenen Objekten zu unterscheiden vermochte. Zumindest in der Testumgebung dieses Projekts RoadReader funktionierte das bereits, der schwere Porsche wich etwa einem Hund selbstständig aus, als das Smartphone das Tier erkannt hatte.

Aber auch abseits solcher Anwendungen gilt das neue Huawei-Smartphone als mobile KI-Plattform samt separatem Rechenkern. So filtert etwa die Telefonfunktion die Sprachübertragung und dämpft störende Nebengeräusche für eine bessere Sprachübertragung oder passt beim Fotografieren die Kameraeinstellungen automatisch den Motiven an und kategorisiert die Bilder.

Ist der Autofahrer übermüdet?

Ebenfalls für den Straßenverkehr gedacht ist System Automotive AI, das von der amerikanischen Firma Affectiva vorgestellt wurde. Bei dieser KI-Entwicklung wird der Fahrer im Auto überwacht. Gähnt er auffällig oft, blinzelt er besonders häufig oder schließt gar für mehrere Sekunden die Augen, geht das System von einer Übermüdung des Fahrers aus. Aber auch Angstgefühle oder starke Ablenkung des Fahrers, etwa durch angeregte Unterhaltungen mit anderen Menschen im Auto soll das KI-System feststellen können.

Nach Firmenangaben soll das System Affectiva mit mehr als sechs Millionen Gesichtern aus mehreren Dutzend Ländern trainiert worden sein. Zudem soll es auch bei Dunkelheit zuverlässig funktionieren. Autohersteller könnten so eine KI-Entwicklung künftig nutzen, um etwa übermüdete Fahrer rechtzeitig zu warnen oder das Auto zum Beispiel selbstständig zu stoppen.

Wenn die KI die Zähne putzt

Schon eine recht handfeste Anwendung ist dagegen die elektrische Zahnbürste Smart Electric Toothbrush E1 von Hersteller Colgate. Die recht gewöhnlich aussehende Zahnbrüste soll über Sensoren und speziell entwickelte KI-Algorithmen in Echtzeit erkennen, wie effektiv der Nutzer gerade seine Zähne putzt. Aus den gewonnenen Daten und Erfahrungen entstehen nach und nach ein „Putz-Profil“, das an den Bedarf des Nutzers, beziehungsweise seiner Zähne angepasst ist.

Die Zahnbürste ist zudem eingebunden in die Apple-eigene Forschungsschnittstelle ResarchKit, die entsprechende App ist daher auf iPhones abgestimmt. Noch ist die Smart Electric Toothbrush E1 nur in den USA erhältlich.

© Google / KI-gestützte Geräte wie Google Home haben bislang den stärksten KI-Einfluss im Smart Home.

Aber auch auf den ersten Blick weniger sinnvolle KI-Entwicklungen sind auf dem Markt. Die Gratis-App Replika soll zum Beispiel dafür dienen, neue Freunde im Smartphone zu generieren – quasi das Pendant zum erfundenen Freund aus Kindertagen, mit dem man sich in langweiligen Stunden so gut unterhalten konnte.

Mein neuer Freund KI

Interessant ist das technische Konzept hinter Replika allemal: Die KI dahinter fragt und fragt und fragt, wertet Social-Media-Profile aus – und lernt den Nutzer so immer besser kennen. Und irgendwann plaudert man dann in einer Art Messenger mit einer KI, die vielleicht schon mehr über einen weiß, als man eigentlich zugeben möchte.

Das Prinzip dahinter ist aber entscheidend: Wirklich smart können KI-Entwicklungen nur werden, wenn sie auf sauber strukturierten und vor allem riesigen Datenmengen basieren. Aber noch gibt es immer wieder Probleme mit der Genauigkeit der KI. Manchmal sind die Forscher im Labor auch überrascht, zu welchen Schlüssen die Computer da kommen. Und dann geht das Fieseln an den Algorithmen wieder los.

Daten müssen sicher bleiben

Elon Musk, Tesla-Gründer und nicht gerade als Feind moderner Technik bekannt, bezeichnete KI 2014 in einem Tweet als „gefährlicher als Atombomben“. Das mag übertrieben sein, dass KI aber nicht nur als smarter Helfer im Hintergrund dienen, sondern auch missbraucht werden kann, ist längst klar.

In den eigenen vier Wänden kann jeder allerdings noch weitgehend selber entscheiden, welchen Spielraum man der KI geben will. Es sei wichtig, der KI menschliche Werte zu implementieren, schrieb die Digitalisierungsexpertin Christiane Frohn von der Friedrich-Naumann-Stiftung für die Freiheit in einem Online-Beitrag. Das Bürgerrecht auf informationelle Selbstbestimmung muss bei allen Entwicklungen gewahrt bleiben. Sprich: Daten dürften nicht ohne Zustimmung abgegriffen oder missbräuchlich genutzt werden. Ein spannendes Feld für Gesetzgeber und Juristen.

Der Router erkennt Missbrauch

Aber auch bei diesem Selbstschutz kann KI helfen. So hat die Sicherheitsfirma Avira den WLAN-Router SafeThings vorgestellt, der im Smart Home für gesicherten Datenverkehr sorgen soll. Hintergrund der KI-Entwicklung sei die Tatsache, dass zahlreiche vernetzte Geräte nur mangelhaft gegen Hackerangriffe geschützt seien. Die KI im Hintergrund erfasst dabei nicht nur die im Heimnetzwerk aktiven Geräte, sondern definiert für diese ein „normales“ Verhalten. Weicht die Nutzung davon ab, schlägt SafeThings Alarm. Auch Bedrohungen, die von deren Routern entdeckt wurden, soll die KI-Plattform entsprechend blocken.

© Avira / Mit SafeThings will Avira das WLAN sicherer machen.

Der Router wurde bislang nur auf dem Mobile World Congress vorgestellt, soll aber noch im Laufe dieses Jahres auf den Markt kommen. Zudem soll die zugrunde liegende Software auch anderen Router-Herstellern angeboten werden, damit diese ihre Geräte über Updates umrüsten können.

 © Lenovo / Das Convertible Yoga 730 lässt sich auch über Sprachassistenten steuern.

Ein Trend in Sachen KI und Smart Home zeichnet sich bereits ab: die Mehrheit neuer Entwicklungen wird sich an die bereits bestehenden Plattformen andocken, die Google, Apple oder Amazon bereits aufgebaut haben. So nutzen viele Entwickler die KI-gestützten Sprachassistenten wie Siri, Alexa oder den Google Assistant, um ihre Geräte zu steuern. Nur ein Beispiel sind die neuen Convertibles der Yoga-Reihe von Lenovo, die mit den Assistenten Alexa und Cortana funktionieren.

KI ohne Cloud möglich?

Auch Smartphones sollen immer schlauer werden und das künftig auch ohne Online-Anbindung. Funktionieren derzeit viele KI-Anwendungen nur, wenn das Handy über eine stabile Leitung die Datenwolke anzapfen kann, motzen erste Hersteller ihre Smartphones technisch auf, um sie unabhängiger schlau zu machen.

So richtig beim Verbraucher angekommen ist KI derzeit also vor allem über Sprachsteuerungen, die im letzten Jahr einen echten Boom erlebten. Aber auch die bilden noch nicht das vollständige Bild von künstlicher Intelligenz ab. Zumindest lernen sie noch nicht von ganz alleine, sondern müssen dabei von ganzen Heerscharen menschlicher Programmierer unterstützt werden.

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